Swammerdamia compunctella
Swammerdamia compunctella Herrich-Schäffer, [1855]: 281 ist eine Insektenart aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Yponomeutidae (Gespinst- und Knospenmotten).
Diagnose
Die relativ größere Art besitzt nur eine sehr undeutliche dunkle Mittelbinde und gleichmäßig bleich ockergrau gefärbte Tegulae. Außerdem sind die Fransen am Vorderflügelaußenrand nicht kupfrig. Eine sichere Unterscheidung von den verwandten Arten ist allerdings nur durch Genitaluntersuchung oder Zucht möglich.
Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]
S. compunctella wurde zunächst nur von Feichtenberger (1968) aus dem unteren Ödbachtal (Stubachtal) für Salzburg gemeldet (Zone IV, Zentralalpen, nach Embacher et al. 2025). Der Fundort liegt in rund 1120 m Höhe (Kurz & Kurz 2026). Hier fand Feichtenberger Raupen, die von 3. bis 6. Juni 1948 mehrere Falter ergaben. Wieder entdeckt wurde die Art dann erst 2020 in der Nähe von Werfen und in den Jahren 2022 und 2023 auf dem Berg Natrun bei Maria Alm (beide Fundorte in Zone III, Schieferalpen in einer Höhe von 950 bzw. 1100 m, siehe auch Kurz et al. 2024). Über den Lebensraum in Salzburg liegen keine Informationen vor, die Flugzeit der Imagines fällt in den Juni und Juli (Kurz & Kurz 2026).
Nachbarfaunen
Bei Huemer (2013) wird S. compunctella aus allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme des Burgenlandes angegeben. Bei Klimesch (1991) wird die Art für Oberösterreich nur aus dem Mühlviertel gemeldet und auch auf GBIF Austria (2026) sind keine neueren Funde verzeichnet. In Bayern kommt die Art in allen vier Naturräumen vor, im Schichtstufenland aber nur mit Nachweisen vor dem Jahr 2000 (Haslberger & Segerer 2021).
Biologie und Gefährdung
Über die Biologie der Art ist aus Salzburg nichts bekannt. Außer dem Fund Feichtenbergers (1968), der die Raupen an Eberesche (Sorbus aucuparia) entdeckte, liegen auch zu den Entwicklungsstadien keine Informationen aus dem Land vor. Eine Einstufung nach einer der Gefährdungskategorien ist daher zurzeit mangels Daten nicht möglich (Einstufung DD nach Embacher et al. 2025).
Weiterführende Informationen
Quellen
- Embacher, G., S. Flechtmann, P. Gros & M. A. Kurz 2024 [2025]. Die Schmetterlinge des Landes Salzburg. Teil I: Systematische und revidierte Liste mit Verbreitungsangaben für die geologischen Zonen des Landes (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen aus dem Haus der Natur. Sonderband. In Zusammenarbeit mit der Naturkundlichen Gesellschaft Salzburg. Haus der Natur, Salzburg: 3-176.
- Feichtenberger, E. 1968. 1. Beitrag zur Kenntnis der Microlepidopteren-Fauna des Stubachtales (Salzburg, Hohe Tauern). - Zeitschrift der Wiener Entomologischen Gesellschaft 53: 55-60.
- GBIF Austria 2026. Global Biodiversity Information Facility, participant node Austria. URL: https://www.gbif.at/ [online 2026.02.09].
- Haslberger, A. & A. H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
- Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
- Klimesch, J. 1991. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 7. Microlepidoptera II. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-301.
- Kurz, M., G. Embacher, S. Flechtmann, P. Gros, G. Hufler, Ernst Moßhammer|E. Moßhammer, H. Nelwek & Thomas Rupp|T. Rupp 2024. Fauna und Flora von Salzburg: Lepidoptera – Bericht des Jahres 2023. Mitteilungen der Naturkundlichen Gesellschaft 2024: 1-20
- Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000-2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: https://nkis.info [online 2026.02.09].
Einzelnachweis
- ↑ siehe Phänologie
