Grete Bankosegger
Oberschulrätin Margarethe, meist Grete Bankosegger (* 5. Mai 1920;[1] † 15. Oktober 2021)[2] war Hauptschullehrerin und Leiterin des Polytechnischen Lehrgangs in Annaberg und Abtenau.
Leben
Grete Bankosegger trat am 1. April 1940 ihren Dienst als Hauptschullehrerin an der Hauptschule Saalfelden an. Ihr Anfangsgehalt lag bei 250 Schilling, die Miete für ihr Zimmer mit Frühstück betrug 24 Schilling pro Monat. Hier traf sie im Jahr 1943 ihren späteren Ehemann, damals Soldat, aber von Beruf ebenfalls Lehrer, als dieser sich im Nachbarzimmer eingemietet hatte. Am 22. August 1944 war in Salzburg die Hochzeit, am 4. Mai 1945 kam Sohn Walter und ein Jahr danach Tochter Helga zur Welt, viel später folgten vier Enkel und sechs Urenkel. Im Jahr 1950 zog sie mit ihrem Mann, der von 1945 bis 1948 Schulleiter der Volksschule Maishofen und von 1948 bis 1950 Schulleiter der Volksschule Lofer gewesen war, nach Annaberg, wo er die Leitung der Volksschule Annaberg übernehmen durfte[3].
Im September 1966 wurde die Hauptschule Annaberg als Expositur der Hauptschule Abtenau mit einer ersten Klasse und einem Polytechnischen Lehrgang eröffnet. Dies geschah zugleich mit der Einführung der neunjährigen Schulpflicht und damit des Polytechnischen Lehrgangs als neuen Schultyps. Die 20 Schüler des ersten Pädagogischen Lehrgangs, die alle schon ihre Arbeitsplätze gehabt hatten, nahmen nur widerwillig wieder auf den Schulbänken Platz, doch dank des interessanten Unterrichtes und der Klassenvorstandsführung durch Grete Bankosegger hielt die Missstimmung nicht lange an.
Im September 1978 übersiedelte der Polytechnische Lehrgang mit seiner Leiterin in die Hauptschule Abtenau.
Grete Bankosegger ging 1980 in Pension und lebte ab 1985 in Puch bei Hallein.
Rückblick einer 100-jährigen Pucherin: "Ich habe schon Schlimmeres erlebt"
Am 5. Mai 2020 vollendete Margarethe Bankosegger ihr 100. Lebensjahr. Mit ihrer langen Lebenserfahrung rät die älteste lebende Pucherin dazu, Angst einfach zu überwinden, und sich damit abzufinden, dass das Leben eben aus Hochs und Tiefs besteht.
"Die Corona-Krise merke ich nur, weil alle mit Maske herumlaufen. Das ist schon unheimlich. Aber mein schlimmstes Tief ist das bei Weitem nicht. Außerdem besteht das Leben sowieso aus Hochs und Tiefs, die sich immer wieder abwechseln", sagt die 100-Jährige und plaudert über viele andere schwere Rückschläge. Im Alter von 80 Jahren erkrankte sie an Darmkrebs, weshalb sie am 12. Mai 2007 operiert wurde.
Auch die Geburt ihres ersten Kindes war nicht unbedingt nur von Glücksgefühlen begleitet. Der Ehemann war im Krieg und galt als vermisst. "Gretl", wie sie viele nennen, gebar währenddessen ihren Sohn Walter am 4. Mai 1945 und musste wegen eines Fliegerangriffs sofort in einen Luftschutzbunker. Als sie nach Hause kam, war das Haus von Amerikanern besetzt. "Das war alles nicht leicht. Aber die Amerikaner haben wir losbekommen und auch mein Mann ist nach acht Wochen plötzlich wieder aufgetaucht", so die pensionierte Lehrerin, die überzeugt davon ist, dass man Angst überwinden soll.
"Man sollte im Leben so oft wie möglich das Gute sehen"
"Es kommt am Ende von irgendwo ein Lichtlein her", sagt sie. So oft wie möglich das Gute zu erkennen, ist bereits Teil ihres Geheimnisses für ein langes Leben: "Ich finde immer etwas Positives. Einmal sagte eine Frau zu mir: Mein Haus schaut auf den Friedhof, wie furchtbar. Worauf ich erwiderte: Wäre dir denn ein Fußballplatz lieber? Sei doch froh um den Friedhof! Da ist es wenigstens immer schön ruhig."
Von ihrem Vater lernte sie, "immer das Richtige zu tun, aber nie etwas Extremes.
Außerdem solle sich jeder Ziele stecken, die erreichbar sind, und diese dann konsequent verfolgen." Von ihrer Mutter hingegen bekam sie mit, dass richtige Ernährung eine große Rolle im Leben spielt: "Ich würde daher heute in den Schulen nicht mehr Turnstunden anordnen, denn bewegen sollen sich die Schüler außerhalb des Unterrichts, sondern Kochen und Handarbeiten einführen." Weitere Ratschläge hat die 100-Jährige in puncto Schlafprobleme parat: "Ich brauchte noch nie ein Schlafmittel, denn bei Schlafproblemen sage ich ein Gedicht auf oder die Bundeshymne. Das ist schön langweilig und monoton, genauso wie das Beten." Falls das nicht klappt, denkt sie an etwas Positives.
Sie heiratete ihre erste große Liebe
Auf die Frage, ob sie denn etwas in ihrem Leben bereue, meint Gretl: "Ich würde alles wieder genauso machen. Leider bemerke ich erst rückblickend, dass ich viele Verehrer hatte. Das habe ich damals nicht gewusst." Ihr Ehemann war allerdings ihre erste und große Liebe. Sie kannte den um sieben Jahre älteren Walter bereits aus Schulzeiten, doch das erste Mal haben sie sich 1943 in Saalfelden getroffen. Er war als Ausbildner bei den Gebirgsjägern und sie arbeitete als Lehrerin.
Zufällig hatten sie ihre Zimmer nebeneinander gemietet. "Einmal, da habe ich ihm ein halbes Grillhendl gebracht. Das hat ihm so geschmeckt. Liebe geht eben durch den Magen", schwelgt Gretl in Erinnerungen.
Nach ihrer Zeit in Saalfelden lebte Gretl mit ihrer Familie 30 Jahre in Annaberg – die schönste Zeit ihres Lebens. Seit 1985 wohnt sie in ihrem Haus in Puch. In ein Seniorenheim will sie partout nicht, dafür hat sie seit März 2017 jeden Tag eine Pflegekraft bei sich. Obwohl Gretl fast nichts mehr hört und sieht und eine Kommunikation nur über Kopfhörer und Mikrofon möglich ist, hat sie ihre Lebensfreude und ihren Optimismus nicht verloren.
Wie wurde nun der 100. Geburtstag gefeiert? "Es war kalt und deshalb blieb ich im Haus, während sich die Familie und Nachbarn draußen versammelten, um Gedichte vorzutragen und zu gratulieren. Zwei Weisenbläser spielten mir zu Ehren. Da war ich zu Tränen gerührt!"
Quellen
- Webseiten der NMS Annaberg: Chronik der Neuen Mittelschule Annaberg und Gedanken und Rückblick auf den Beginn der Hauptschule (von RR BSI Arno Müller), abgerufen jeweils am 15.Dezember 2018, mittlerweile nicht mehr online
- Salzburger Nachrichten, 20. Mai 2020: 100-jährige Pucherin: "Ich habe schon Schlimmeres erlebt" (Andrea Fagerer)
Einzelnachweise
- ↑ LehrerIn und Gesellschaft, Ausgabe 175 vom März 2018, S. 8.
- ↑ Friedhöfe der Stadt Salzburg > Gräbersuche
- ↑ Artikel "Walter Bankosegger"
| Vorgänger – |
Vorstand des Polytechnischen Lehrgangs Annaberg bzw. Abtenau 1966–1980 |
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