Osterfestspiele Salzburg
Die Osterfestspiele Salzburg wurden 1967 von Herbert von Karajan gegründet und bis zu seinem Tod 1989 auch von ihm geleitet. Seit 2013 ist Christian Thielemann Künstlerischer Leiter des Festivals.
Geschichte
Herbert von Karajan und sein Bühnenbildner Günther Schneider-Siemssen hatten sich zum Ziel gesetzt, Opern-Inszenierungen zu schaffen, deren Fokus auf der Musik lag. In den ersten Jahren standen Werke von Richard Wagner im Mittelpunkt, jedes Jahr eine Oper, umrahmt von Orchesterkonzerten mit den Berliner Philharmonikern. Schauplatz für sämtliche Aufführungen war immer das Große Festspielhaus.
Die Osterfestspiele konnten lange Zeit ohne staatliche Subventionen auskommen, eine solide Basis von 2 500 Förderern wird heute durch eine kleine Anzahl ausgewählter Sponsoren ergänzt. Über die Jahre entwickelten die Osterfestspiele auch regelmäßig Koproduktionen gemeinsam mit den Salzburger Festspielen oder der Wiener Staatsoper.
Von 1967 bis 1986 standen mit Ausnahme der frühen Opern und des Tannhäuser sämtliche Bühnenwerke Wagners auf dem Programm, Klassiker wie Fidelio, Carmen oder Don Giovanni setzten programmatische Kontrapunkte.
Nach Karajans Tod führte seine Mitarbeiterin Beate Burchhard die Osterfestspiele weiter. Wenige Jahre später wurde der jeweils verantwortliche Chefdirigent der Berliner Philharmoniker als künstlerischer Intendant des Festivals eingesetzt. Seit Claudio Abbados Rückzug 2003 ist dies Simon Rattle, der 2005 einen England-Schwerpunkt und im darauffolgenden Jahr einen Frankreich-Schwerpunkt etablierte. Seit 2007 steht Wagners Ring der Nibelungen auf dem Programm.
1994 wurden neben dem Hauptprogramm auch eine Zeitgenössische-Musik-Schiene unter dem Namen "Kontrapunkte" und ein Sonderkonzert eines Jugendorchesters als Ergänzungen etabliert.
Osterfestspiele Skandal 2010
- Hauptartikel Osterfestspiele Skandal 2010
Nachdem im Herbst 2009 Gerüchte über eine mögliche Abwanderung der Berliner Philharmoniker nach Auslaufen ihres bestehenden Vertrages im Jahr 2012 aufgekommen waren, entschied sich das Orchester am 14. Dezember 2009 in einer Abstimmung jedoch für eine Fortsetzung des Osterengagements in Salzburg. 2010 wurden die Osterfestspiele von einem Skandal erschüttert. Geschäftsführer Michael Dewitte und dem technischen Direktor der Salzburger Festspiele, Klaus Kretschmer, wurden Unregelmäßigkeiten vorgeworfen, die den Festspielen bis zu 1,5 Millionen Euro Schaden zugefügt haben sollen. Es folgte eine Umstrukturierung des Kuratoriums.
Neubeginn
Am 13. Mai 2011 gaben die Berliner Philharmoniker ab dem Jahr 2013 die Einführung eines Osterfestivals in Baden-Baden und den damit verbundenen Abschied aus Salzburg bekannt. Der geschäftsführende Intendant der Osterfestspiele, Peter Alward, kündigte einen künstlerischen und wirtschaftlichen Neubeginn des Festivals an. Für diesen Neubeginn wurde 2013 Christian Thielemann als Künstlerischer Leiter bis einschließlich 2017 engagiert und mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ein neues Stammorchester an Salzburg gebunden.
Subventionen
Die Osterfestspiele 2009 wurden vom Land Salzburg mit 178.000 Euro subventioniert[1]
Opernproduktionen der Osterfestspiele seit 2002
- 2002: Parsifal Richard Wagner
- 2003: Fidelio Ludwig van Beethoven
- 2004: Così fan tutte Wolfgang Amadeus Mozart
- 2005: Peter Grimes Benjamin Britten
- 2006: Pelléas et Mélisande Claude Debussy
- 2007: Das Rheingold Richard Wagner
- 2008: Die Walküre Richard Wagner
- 2009: Siegfried Richard Wagner
- 2010: Götterdämmerung Richard Wagner
- 2011: Salome Richard Strauss
- 2012: Carmen Georges Bizet
- 2013: Parsifal Richard Wagner
- 2014: Arabella Richard Strauss
Dirigenten
- Herbert von Karajan (1967 - 1989)
- Kurt Masur (1990)
- Bernd Haitink (1991)
- Sir Georg Solti (1992 - 1993)
- Claudio Abbado (1994 - 2002)
- Sir Simon Rattle (2003 - 2012)
- Christian Thielemann (seit 2013)
Adresse
- Osterfestspiel GmbH Salzburg
- Herbert-von-Karajan-Platz 9
- 5020 Salzburg
- Telefon: 0662 - 80 45 - 361
Weblinks
Quellen
- Homepage
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- ↑ Quelle subventionsbericht_2009.pdf