Befestigung der Stadt Salzburg
Die Stadtbefestigungen rund um die Stadt Salzburg sicherten über Jahrhunderte die Bürger der Stadt.
Neben der dominierenden Festung Hohensalzburg und den Stadmauern um die Altstadt gab es aber auch noch andere Stadtbefestigungen.
Um in Kriegszeiten wie beispielsweise dem Dreißigjährigen Krieg dem Schloss Mirabell und den neu entstandenen Stadtteilen rechts der Salzach, genannt die Neustadt, ausreichend Schutz bieten zu können, ließ Erzbischof Paris Graf Lodron im 17. Jahrhundert die ersten Befestigungsanlangen in diesem Gebiet errichten.
Er versetzte das Stadttor gegen Bergheim in Richtung heutigen Kongresshaus/Franz-Josef-Straße und dem bereits bestehenden Linzer Tor wurde ein Äußeres Linzer Tor Richtung Gnigl vorgebaut.
Dieses Lodronsche Verteidigungssystem war ein groß angelegtes System von bestückten Basteien, Wällen, Gräben und Vorwerken. Zur Verteidigung ließ er 4.000 Kanonen, Mörser und Wallbüchsen gießen.
Dieser Teil der Stadtbefestigungen, an der man 26 Jahre baute, wurde zeitgleich zum heute bestehenden Salzburger Dom errichtet. Innerhalb dieser "erweiterten" Neustadt ließ Lodron auch Gebäude für seine zahlreichen Verwandten errichten, die er nach Salzburg holte und ihnen ausgezeichnete Stellungen verschaffte. Eines davon ist dem Namen nach noch erhalten geblieben - das alte Borromäum, in dessen neu errichteten Mauern sich heute ein Teil des Mozarteums verbirgt.
Nach dem Anschluss Salzburg 1816 an k.u.k. Österreich gelangten die Anlagen in den kaiserlichen Besitz. Am 26. April 1866 endete dann der Verteidigungssinn dieser Stadtbefestigung. Mit Allerhöchster Entschließung[1] wurden die Festungswerke zwischen Schloss Mirabell und dem Linzer Tor anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Vereinigung von Salzburg mit dem k.u.k. Österreich als Geschenk der Stadtgemeinde übergeben (nicht aber die Festung Hohensalzburg, die weiterhin im Besitz des Kaisers blieb!). Denn die Festungsbauten entsprachen nicht mehr der Waffenentwicklung. Sie wurden abgerissen. Das Material wurde für die Salzachregulierung und für die Kanalisation verwendet.
Auf diesem Gelände der Befestigungsanlagen der Neustadt befand sich auch der Hinrichtungsplatz in der Stadt Salzburg[2].
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Es taucht immer wieder die Meinung auf, der Salzburger Gemeinderat hätten dann in den folgenden Jahren einen Beschluss beraten, nach der Schleifung dieser Befestigungsanlagen auch die Festung Hohensalzburg zu schleifen. Dies kann jedoch nicht stimmen, da wie oben erwähnt, Kaiser Franz Josepf I. nur die Befestigungsanlagen schenkte, nicht jedoch die Festung dazu! Diese blieb weiterhin Kaserne und Depot.
Fußnote
- ↑ von Kaiser Franz Joseph I. ...
- ↑ siehe auch Henkershäusl
Quellen
- Josef Hübl Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, 1974
- 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüro Salzburg, 1977