Pfarrkirche zum hl. Leonhard in Plainfeld
Die Pfarrkirche St. Leonhard in Plainfeld wurde im Advent 1799 nach Plänen des Seekirchner Barockmalers Matthias Schauer vollendet.
Geschichte
Der Kampf um das Vikariat Plainfeld
Im 18. Jahrhundert gehörte Plainfeld zur Pfarre Seekirchen, die Bewohner mussten entweder die Mutterkirche in Seekirchen oder die Filialkirche in Eugendorf besuchen, wenn sie in den Gottesdienst gehen wollten. 1762 bat man erstmals darum, der Seekirchner Pfarrer möge doch in der Winterszeit manchmal Messen direkt in Plainfeld halten. Das Ansinnen wurde ebenso abgelehnt, wie der Vorstoß 1788, eine eigene Vikariatskirche bauen zu wollen.
Die Legende behauptet, der Plainfelder Wirt Martin Seywaldstätter sei auf dem Weg in die Christmette dann eines Tages in einen fürchterlichen Schneesturm geraten und hätte versprochen, falls er es überleben würde, in Plainfeld eine Kirche zu errichten.
Gegen den Widerstand der Vikare von Eugendorf und Koppl, die vor allem um die Gelder aus den Begräbnis- und Trauungsrechten bangten, gab ein positives Gutachten des Landrichters Johann Adam Lang am 13. Juni 1798 dann den Ausschlag dass Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo am 28. November 1798 die Bewilligung zur Errichtung eines eigenen Vikariats in Plainfeld erteilte.
Der Kirchenbau
Der Bauplan für die Kirche stammt vom Seekirchner Maler Matthias Schauer, der unter anderem auch die Kreuzwegmalereien der Kirchen in Ebenau, Weng bei Köstendorf oder St. Brigitta in Henndorf anfertigte. Sein Plan wurde vom Baudirektor der Erzdiözese Salzburg Wolfgang Hagenauer begutachtet. Hagenauer fand einige Mängel, unter anderem schien ihm die Kostenschätzung zu gering bemessen, Fenster und Zierde fehlten im Plan. Trotz seines negativen Bescheides wurde die Kirche fast genau nach Schauers Plan gebaut.
Der Bau wurde unter der Leitung von Maurermeister Franz Hölzl aus Eugendorf ausgeführt. Schon im August 1799 wurde der Dachstuhl aufgezogen und mit dem Turmbau begonnen. Im Spätherbst konnte bereits der Hochaltar aufgestellt werden und in der ersten Adventwoche wurde die Kirche vom Seekirchner Stiftsdechant Georg Winkelhofer gesegnet.
Am 23. Dezember 1799 trat mit Johann Vogl der erste Vikar seinen Dienst an.
Am 3. April 1800 stürzte der Turm der Kirche wegen der schlampigen Ausführung ein. Als Ersatz wurde ein Kleinturm auf den First des Kirchenschiffes aufgesetzt.
Die Ausstattung
Der erste Hochaltar stammt aus einer alten Kirche am Äußeren Stein in der Stadt Salzburg, die Seitenaltäre wurden 1801 ebenfalls aus einer demolierten Kirche angekauft.
Die ersten Glocken stammen aus der Glockengießerei Oberascher in Salzburg.
Am 8. November 1868 erhält die Kirche vom Salzburger Orgelbaumeister Johann Nepomuk Mauracher eine einmanualige Orgel. Im Spätsommer 1871 wird der bei einem Brand beschädigte Hochaltar ersetzt und am 25. Oktober 1871 durch Erzbischof Maximilian Josef von Tarnóczy eingeweiht.
Die 150 Jahr Feier
Im Winter 1942 wurden zwei Glocken der Kirche abgenommen und aus Plainfeld abtransportiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden dann zwei neue Glocken wieder bei der Glockengießerei Oberascher in Salzburg bestellt und am 6. November 1949 vom Abt des Erzstiftes St. Peter, Dr. Jakob Reimer OSB, geweiht.
Die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
1958 wurde die Außenfassade renoviert und das Dach neu eingedeckt. Die Westfassade erhielt ihr heutiges Aussehen. 1962 folgte dann eine Innenrenovierung und 1965 wurde als Folge des II. Vatikanischen Konzils der Altarraum umgestaltet. Der Bildhauer Josef Zenzmaier führte einen neuen Taufstein aus.
1979 erfolgte dann die bislang letzte Innenrenovierung, der neu errichtete Altar wurde am 27. September 1981 von Erzbischof Dr. Karl Berg geweiht. Am 9. März 1997 schließlich wurde auch noch die vom Salzburger Orgelbaumeister Fritz Mertel stammende neue zweimanualige Orgel geweiht.
Quelle
- Festschrift unserer Pfarre Plainfeld. 200 Jahre Pfarrkirche Plainfeld 1799 – 1999 [1]