1. Salzburger Gebirgstrachten-Verein Alpinia
Der 1. Salzburger Gebirgstrachten-Verein "ALPINIA" ist ein Brauchtumsverein aus der Stadt Salzburg.
Geschichte
Der Verein wurde als erster Trachtenverein im damaligen k. u. k. Österreich am 6. Mai 1891 durch Toni Blum als Obmann, Josef Langer, Hans Eberhartinger, Josef Peham sowie Leopold Brandauer (Vater des Heimat- und Trachtenforschers Kuno Brandauer) gegründet. Er ging als Abspaltung aus dem 1881 gegründeten Edelweiss-Club Salzburg hervor.
Pinzgauer Tresterertanz
Um 1909 wird der "Pinzgauer Tresterertanz" von einem damaligen ALPINIA Mitglied in die Stadt Salzburg gebracht. Er arbeitete damals als Fuhrunternehmer und lernte den Brauch im Pinzgau zwischen Krimml und Zell am See kennen. Die Tanzmelodie konnte er auf einem Kamm mit Seidenpapier blasen und die typischen Tanzschritte wurden auf seine Anleitung hin im Verein eingelernt und sind in dieser Form bis heute erhalten.
Die Trestererkostüme enthalten viele Elemente der festlichen Brokatanzüge der Männer zwischen Barock und Rokoko: die Stoffe, Stoffarben und Schnitte von Kniehose und heute zur Joppe verkürztem Justaucorps, die Seidenbänder und Maschen, Spitzenbesätze, Fazoneteln und Schnallenschuhe. Die Kostüme und Schuhe der "Salzburger ALPINIA " wurden nach einem alten Brokatkostüm angefertigt.
In der Stadt Salzburg wird dieser Brauch seit 1909 nur mit Unterbrechungen durch die beiden Weltkriege durchgehend gepflegt. Ab 1946 im großen Salzburger Adventsingen 50 Jahre exklusiv für Tobi Reiser und danach in vielen anderen Adventsingen aufgeführt. Seit 2006 ist die "Alpinia" wieder im "Tobi Reiser Adventsingen" in der Großen Universitätsaula präsent.
Weitere Meilensteine
Am 11. August 1948 beginnt der Brauchtumsverein auf der Festung Hohensalzburg nach langer Pause wieder mit seinen Heimatabenden.
Am 5. Juli 1950 findet nach elfjähriger Pause wieder der traditionelle Heimatabend der "Alpinia", ab sofort jeden Mittwoch im Stieglkeller, statt.
Am 1. September 1951 feiert die "Alpinia" mit einer Festwoche ihr 60-Jahre-Bestandsjubiläum. Höhepunkt ist ein Festzug mit 130 Trachtenvereinen und 30 Musikkapellen. Zehntausende Salzburger säumen die Straßen.
Am 7. Mai 1955 startet der Verein zu einer 14-tägigen Holland-Tournee.
Ein fixer Jahrestermin ist die letzte Rauhnacht am 5. Jänner, wo die Perchtengruppe zu Bauernhöfen am Rande der Stadt Salzburg läuft und ihre Reverenz darbringt.
Seit 1981 ist der Verein Mitglied des Dachverbandes "Gauverband I der oberbayrischen Gebirgstrachtenerhaltungsvereine e. V.".
Tresterergipfel
Am 31. Dezember 2011 hat die "Alpinia" bei der UNESCO in Wien das Element "Pinzgauer Tresterertanz" zur Eintragung in das Weltkulturerbe angemeldet. Grund dafür war die gut 100jährige Tradition der ununterbrochenen Pflege dieses Brauches im Trachtenverein. Die "Alpinia" hatte auch alle Pinzgauer Tresterergruppen eingeladen, sich an dieser Bewerbung zu beteiligen. Wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Entstehungsgeschichte des Pinzgauer Tresterertanzes bezüglich überlieferten und wissenschaftlichen Aussagen, gibt es vorerst keinen gemeinsamen Konsens in dieser Sache. Auch ein "Tresterergipfel" bei Landesrätin Tina Widmann im Februar 2012 konnte keine Einigung erziehlen.
Quellen
- Geschichte der Trachtenvereine von 1883−1924
- Die Tresterer der Alpinia, Erwin Laubichler - Prof. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann Nov. 2010
- Perchtenlaufen zwischen Mythos und Karneval, Prov. Dr. Ulrike Kammerhofer-Aggermann 1998
- Salzburger Nachrichten