Heinz Nußbaumer

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Heinz Nußbaumer im Jahr 2012

Heinz Nußbaumer (* 16. Juli 1943 in Bad Reichenhall, Bayern) ist Journalist, Redakteur, Medienberater und Publizist.

Leben

Nach dem Besuch des Bundesrealgymnasiums Salzburg studierte Nußbaumer Rechts- und Staatsphilosophie sowie Kunstgeschichte an der Universität Salzburg. Seine journalistische Karriere begann er 1960 als Pressereferent des damaligen Landeshauptmanns und späteren Bundeskanzlers Josef Klaus in der Stadt Salzburg. Ab 1963 war er bei der "Salzburger Volkszeitung" tätig. 1966 wurde er von Hugo Portisch zum Kurier geholt, dessen außenpolitische Redaktion er von 1971 bis 1990 leitete. Nußbaumer wurde dann unter Bundespräsident Kurt Waldheim Sprecher der Präsidentschaftskanzlei; diese Position übte er bis 1999 - also auch noch unter Thomas Klestil - aus.

Nußbaumer hat sich als Nahost-Experte einen hervorragenden Ruf erworben. Auch nahöstliche Staatsmänner schätzten ihn: Präsident Anwar as Sadat bat ihn einst, ihm anlässlich eines Besuches von Bruno Kreisky in Ägypten eine Tischrede in Deutsch aufzusetzen. Nußbaumer schrieb auch mehrere Bücher, darunter eine Biografie Khomeinis.

Der Dalai Lama am 20. Mai 2012 bei der Begrüßung von Prof. Heinz Nußbaumer bei der Talkrunde im Hangar-7. Im Hintergrund Hubert von Goisern.

Seit 2000 ist Nußbaumer als freier Publizist und Medienberater tätig. In dieser Zeit arbeitete er auch als Gastgeber im TV-"philosophicum" des ORF und vor allem als Herausgeber der Wochenzeitung Die Furche. Er ist Vizepräsident der Österreichischen Orientgesellschaft Hammer-Purgstall, der Wiener Stiftung Communio et Progressio, Vorstands-Vorsitzender des SOS-Kinderdorfs Wienerwald.

Nußbaumer ist verheiratet und hat drei Söhne.

Ehrungen

Heinz Nußbaumer wurden im Laufe der Zeit zahlreiche Ehrungen zu Teil. Unter anderem:

  • "Dr. Karl Renner-Preis für Publizistik" 1974 und 1986
  • "Leopold-Kunschak-Pressepreis" 1990
  • "Felix Ermacora Menschenrechtspreis" 2006
  • "Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse"

René-Marcic-Preis

Am 13. März 2000 wurde er vom Land Salzburg mit dem René-Marcic-Preis für außergewöhnliche journalistische Leistungen ausgezeichnet.

Die Jury des René-Marcic-Preises ihre Entscheidung folgendermaßen:

"Mit Nußbaumer wählt die Jury einen Publizisten, der dem Anspruch, den René-Marcic-Preis an Aufgabe und Verantwortung dieses Berufes stellte, in hohem Maße entspricht. Der Journalist, Essayist, Buchautor und Präsidentenberater Heinz Nußbaumer ist durch Grundqualitäten gekennzeichnet, die den seriösen Journalismus ebensosehr ausmachen, wie sie ihm zunehmend abhanden zu kommen drohen: Wissen, Ethos, Professionalität. Darauf weist ausdrücklich die Begründung einer der höchsten medialen Auszeichnungen Österreichs, des Renner-Preises, hin, den er als einziger Journalist, außer Hugo Portisch, zwei Mal verliehen bekam: ‚Für höchste journalistische Qualität als Vorbild für Engagement und Ethik im Journalismus.‘ Heinz Nußbaumer zählt zu den Schwergewichtlern seines Berufes, und hier wiederum zur in Österreich besonders raren Kategorie der großen Außenpolitiker.

Der 1943 in Bad Reichenhall Geborene und viel in der Welt Herumgekommene nennt Salzburg ‚die Heimat seiner Seele‘. In Salzburg wächst er auf, hier maturiert er und beginnt ein Studium der Theologie, der Rechts- und Staatsphilosophie sowie der Kunstgeschichte. Die Salzburger Volkszeitung ist seine erste Redaktion. 1966 holt Hugo Portisch das junge Talent nach Wien zum Kurier, der damals außenpolitisch interessiertesten und gewichtigsten Tageszeitung. 1971 wurde er mit der Leitung des außenpolitischen Ressorts betraut, das er 19 Jahre lang führte. Er war ein Außenpolitiker aus Passion, seine Kenntnis und sein verantwortungsbewusster Umgang mit dem Gesprächspartner öffneten ihm die Türen zu den Staatskanzleien der Welt. Damals entstanden seine großen Serien über Nahost-Probleme, Afghanistan, Tibet, China, Golfkrieg; er berichtete von nahezu allen Nahost-Kriegen seit 1967, nahm als Journalist an den großen Friedens- und Abrüstungskonferenzen (Vietnam, Nahost usw.) und an allen amerikanisch-sowjetischen Gipfelbegegnungen der 70er- und 80er-Jahre teil. Internationale Beachtung fanden seine großen Interviews, etwa mit Jordaniens König Hussein, Saudiarabiens König Feisal, mit dem Schah von Persien, mit Nasser und Sadat, Arafat, mit Präsident Reagan und dem außenpolitischen Superhirn Kissinger, mit dem Dalai Lama, Indira Gandhi, Margret Thatcher und Helmut Kohl. Neben seiner journalistischen Arbeit schrieb Nußbaumer mehrere Bücher, von denen seine Khomeini-Biografie ‚Revolutionär in Allahs Namen‘ ein internationaler Bestseller wurde. Heinz Nußbaumer erwarb sich damals seine Kenntnisse und seinen Ruf als einer der führenden Nahost-Experten des deutschen Sprachraumes; den Renner-Preis 1974 erhielt er für ‚seine eindringliche und um Gerechtigkeit bestrebte Nahost-Berichterstattung‘.

Zwei österreichischen Bundespräsidenten, Waldheim und Klestil, stellte er die ganze Kraft und das Renommee seiner Persönlichkeit zur Verfügung. Nach fast 30 Jahren Journalismus wollte er offensichtlich ‚auf der anderen Seite des Grabens‘ wirken. Das tat er dann auch auf eine in Österreich vordem unbekannte Manier. In großen Ländern, etwa in Deutschland, verpflichten Präsidenten und Kanzler ‚Edelfedern‘ als Chefs ihrer Schreibstuben. Der große Klaus Harpprecht z.B. schrieb die Epoche-Reden des Ostpolitik-Kanzlers Brandt. Bis Heinz Nußbaumer war dieses Gilde in Österreich wenig geachtet, sie hieß ‚Redenschreiber‘ und wurde von den jeweiligen Chefs sorgsam verborgen. Mit Nußbaumer und besonders unter Klestil wurde der großen Rede ein neuer Stellenwert verliehen, gekennnzeichnet vom Bemühen um Gültigkeit und Ausdruckskraft. Heinz Nußbaumer, ein großer Publizist, ein Internationaler aus Salzburg."

Werke

  • Der Mönch in mir. Erfahrungen eines Athos-Pilgers für unser Leben, Styria Verlag 2006, ISBN 3-222-13204-6
  • Kardinal Franz König: Gedanken für ein erfülltes Leben, Styria 2004, ISBN 3222131627
  • Khomeini, Revolutionär in Allahs Namen, Herbig Verlag 1979, ISBN 3-776-60960-5
  • Nächstes Jahr in Jerusalem. eine Bestandsaufnahme im Nahen Osten, Styria Verlag 1970

Quellen