Geschichte der Gemeinde Bergheim

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Bilder von der 1000-Jahr-Feier 1926.

Aus der Geschichte der Gemeinde Bergheim im Flachgau.

Die Anfänge

In Kerath befand sich einer der römischen Gutshöfe, einst Zentrum römischer Landwirtschaft, die bisher im Flachgau nachgewiesen werden konnten.

Der 2014 verstorbene Landeshistoriker Heinz Dopsch bestätigte bei der Erstellung der 2009 erschienenen Gemeindechronik, dass Bergheim erstmals 927 urkundlich erwähnt wurde. Damals übergab Erzbischof Odalbert "Hof und Kirche zu Percheim an Diakon Reginold und die gottgeweihte Ellanpurg". Warum die 1000-Jahr-Feier dennoch 1926 stattfand, lässt sich heute nicht mehr erklären.[1] Die "Salzburger Chronik" berichtet in ihrer Ausgabe vom 19. Juli 1926 über die Feierlichkeiten am Vortag, den Sonntag, den 18. Juli (Auszug):[2]

In schöner und erhebender Weise beging die Pfarrgemeinde Bergheim am gestrigen Tage die Feier ihrer vor tausend Jahren erfolgten Begründung,- gleichzeitig feierte der jetzige Pfarrherr Dechant Georg Höller sein 40jähriges Priesterjubiläum. Am Vortage leuchteten Bergfeuer in die dunkle Nacht und überall regten sich noch fleißige Hände, um den Ort für den den kommenden Fest­tag recht schmuck herauszuputzen. So war denn am Sonn­tag selbst kein Haus, das nicht mit grünen Kränzen behan­gen und von dem nicht ein froher Fahnengruß herniedergegrüßt hätte. Am Aufgang zur Kirche und zum Dechants­hof stand ein mächtiger Triumphbogen.

Der Festtag selbst wurde mit einem musikalischen Weck­ruf und mit Freudenschüssen eingeleitet. Vor dem Einzug des Weihbischofs feierte Dechant Holler sein Jubelamt und laut und herzerhebend schlug ihm der Dank und die Anhänglichkeit seiner Pfarrkinder entgegen. Recht festlich gestaltete sich der Empfang des Weihbischofs Dr. Keil, dem Bürgermeister Haslauer mit der gesamten Gemeindevertretung und mit den Ortsvereinen herzlichen Willkommgruß in der Jubelgemeinde entbot. Auch Bür­germeister Preis wurde herzlich begrüßt. [...]

Beim Gmachlwirt, wo eine dichtgedrängte Menschenmenge den Festzug erwartete, zog dieser an Fürsterzbischof Dr. Rieder und den übrigen Ehrengästen vorbei. Die vielen schö­nen Gruppen und Festwägen wurden allseits bewundert und boten dieselben ein buntes und farbenprächtiges Bild. Besonderes Interesse fanden die Römer- und Bajuvarenabteilungen; die Bergheimer stellten die prächtigen Fest­wagen mit dem hl. Rupert, die Gründung der Pfarre Bergheim durch Erzbischof Adalbert II., die Gründung von Maria Plain usw., den Bau der neuen Kirche usw.; sehenswert waren die Antheringer Festwagen: die Zehentüberbringer und die alten Bauerntrachten. Die Elixhausener und Hallwanger brachten mit ihren Gruppen gleichfalls bunte Abwechslung. Lebhafte Heiterkeit rief die Darstellung "Die Steuer der Zukunft" hervor: hinter einer ge­pfändeten Kuh marschierte der Exekutor. [...]

Percheim ist ein Kompositum aus Berg und Heim. Im Althochdeutsch[3] und in Ortsnamen hatte Berg eine weitere Bedeutung und bezeichnete generell eine höhere Lage (hier die Hochlage der Kirche). Der zweite Bestandteil -heim bedeutete ursprünglich ‘Heim, Haus’, in Ortsnamen aber auch – über die Semantik ‘Häuserkollektiv’ – ‘Dorf’. Bergheim bedeutet also wörtlich "Siedlung in erhöhter Lage".

Plain

Wahrscheinlich ist nur für die Bedeutung ‘Ebene, Fläche’ romanische Herkunft bzw. romanischer Einfluss anzunehmen. Es gibt im Alpenslawischen und Slowenischen zwei 'plan-', und zwar 'plan- I' gemeinslawischer Herkunft mit der Bedeutung unfruchtbar, wild, auch in Zusammenhang mit dem Hoch- und Bergland, und 'plan- II' als Entlehnung aus dem roman. in der Bedeutung eben, flach, letzteres ist in mittelhochdeutscher Zeit auch ins Deutsche gelangt, z. B. mittelhochdeutsch plânîe im Bergnamen Planai in Schladming in den Niederen Tauern in der Steiermark.

Hier wurde 1652 eine Gnadenkapelle "auf dem Plaindl", einem Austragshaus des Gutes Kemating, erbaut. Bei Plain, auch Pliden, handelt es sich nach Hörburger um eine Bildung zum Personennamenstamm Blid- (vgl. Plidolf 888/907). 1671 bis 1674 ließ Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg auf dem Gut die große Wallfahrtskirche errichten, die 1810 an das Benediktinerstift St. Peter fiel und 1952 von Papst Pius XII zur Basilica minor erhoben wurde.

Von der Dipl.-Dolmetscherin Mag.a[4] Ulrike Prlic erhalten wir den Hinweis, dass für "Plain" angeblich ein keltischer Ursprung möglich wäre, weil zahlreiche Bergnamen den Bestandteil "plan/plain" enthalten. Solche Bezeichnungen lassen sich zwar problemlos vom lateinischen "planus" = "eben, flach" (auch "Hochebene") ableiten. Zu nennen sich hier z. B. Planai oder die serbische Stadt Velika Plana. Das slowenische Appellativ planina für Bergweide, Hochebene; (slowen.) Alm, plan-/plan - 'offene, freie Fläche' ist gerade an der slawisch-romanischen Sprachgrenze und im romanisch-slawischen Übergangsgebiet häufig. Eine romanische Herkunft liegt auch hier nahe. Dagegen spricht nach Ulrike Prlic, dass das dem südslawischen planina entsprechende ukrainische polonyna ‘Bergweide’ (durch "Volllaut" < *pa(ln- entstanden) lautet und daher kein romanisches Lehnwort sein könne. Der Begriff "polonyna" oder "polonina" im Polnischen, Slowakischen und im ukrainisch-Russinischen lässt sich aber problemlos aus dem altslawischen Wort plonina (= Einöde, Wildnis) ableiten. In südslawischen Sprachen bedeutet planina bzw. planine "Gebirge".

Ereignisse

Im Bereich des Hochgitzen kam es am 12. Juli 2019 zu einen Polizei-Großeinsatz. Mehr dazu Hochgitzen#Ereignisse.

Quelle

Einzelnachweise

  1. sn.at, 25. Dezember 2025
  2. ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 19. Juli 1926, Seite 3
  3. de.glosbe.com
  4. Bis 2006 war "Magister" (männlich) bzw. (seit 1993) "Magistra" (weiblich) der übliche akademische Grad für die meisten Studien auf Master-Niveau. "Mag." ist die gesetzliche (§55 Universitätsgesetz 2002) Abkürzung sowohl für "Magister" als auch für "Magistra", wohingegen aber auch (aus gleichstellungspolitischen Motiven) die Abkürzung "Mag.a" für "Magistra" propagiert und verwendet wird.