Erzbischöfliches Palais
Das Erzbischöfliche Palais ist der Sitz des Salzburger Erzbischofs und befindet sich in der Salzburger Altstadt an der Ostseite des Kapitelplatzes.
Geschichte
Der Bau ist aus dem Zusammenschluss von zwei ursprünglich getrennten Kanonikalhöfen (des Reckheimschen Kanonikalhofes um 1690 wurde dieser mit einem benachbarten Kanonikalhof zu einem einheitlichem Gebäude, in der Folge Attems-Waldstein’scher Kanonikalhof genannt) um 1690 entstanden. Das Portal wird von einem Wappen von Erzbischof Maximilian Josef von Tarnóczy geziert. Das alte Portal zur Kapitelgasse trug ein Wappen von Markus Sittikus (1693). Vor 1864 war es der gräfliche Attems-Waldstein’schen Kanonikalhof, wo unter anderem Rudolf Graf von Thun und Hohenstein zur Welt kam.
Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten und dem Anschluss an Deutschland musste Fürsterzbischof Andreas Rohracher am 12. Oktober 1939 ein Ausweichquartier im Erzstift St. Peter beziehen, erst am 10. Dezember 1947 konnte er ins Erzbischöfliche Palais zurück. Es dauerte dann bis 25. Februar 1950, bevor es zur neuerlichen Einweihung des fürsterzbischöflichen Palais durch Fürsterzbischof Andreas Rohracher kam. Seit Jahresbeginn sind dort wieder alle kirchlichen Dienststellen, mit Ausnahme des Caritasverbandes, untergebracht.
Allgemein
Der zweite Stock des Erzbischöflichen Palais am Kapitelplatz ist allein dem Erzbischof vorbehalten. Hier befinden sich auch Repräsentationsräume und eine Privatkapelle. In der Eingangshalle im Erdgeschoss findet man ein Hauptwerk Josef Zenzmaiers ([* 1933, † 2001), den im Andenken an Andreas Rohracher angefertigten großen Gnadenstuhl. Ein weiterer Künstler, der im Palais verewigt ist, ist Sebastian Stief (* 1811, † 1889). Seine Wandbilder "Ankunft des heiligen Rupert im zerstörten Iuvavum" und "Erbauung des ersten Domes durch den heiligen Virgil" sind populäre Zeugnisse seiner Schaffenskraft.
In der Privatkapelle vermählte Erzbischof Alois Kothgasser am 21. Dezember 2003 die damalige Außenministerin Benita Ferrero-Waldner und den spanischen Universitätsprofessor Francisco Ferrero-Campos.
Quelle
- Salzburger Nachrichten