Johann Lorenz Hagenauer
Johann Lorenz Hagenauer (* 10. August 1712, † 9. April 1792 in Salzburg) war Handelsherr und Spezereiwarenhändler in Salzburg. Er stammte aus der Linie der Kaufleute der Hagenauer-Dynastie.
Leben
Lorenz Hagenauer (eigentlich Johann Lorenz von Hagenauer) wurde am 10. August 1712 als Sohn von Josef Martin von Hagenauer und dessen Ehefrau Martha (geborene Jäger aus Kapellen in Tirol) geboren.
Vater Josef Martin
Lorenz´ Vater Josef Martin absolvierte eine Ausbildung bei den Jesuiten in Innsbruck, heiratete anschließend und gründete in Salzburg ein Handelsgeschäft. Nach geschäftlichen Schwierigkeiten übernahm sein Vater (Lorenz´Großvater) die beträchtlichen Schulden. Josef Martin hielt nicht dem Druck der Ereignisse, den hohen geschäftlichen Erwartungen seines Vaters und dem ausbleibenden Erfolg, sowie dem frühe Tod seiner Frau, stand. Er floh in militärische Dienste bei einem Kavallerie-Regiment im Heer Prinz Eugens. Dort blieb er, obwohl ihn die Familie zu einer Rückkehr nach Salzburg bewegen wollte, bis er 1732 (laut Familienchronik) in Belgrad fiel.
Die Jugendjahre von Johann Lorenz
So wurde Josef Martin auch von seinem Vater Georg III. überlebt. Die Erziehung und Ausbildung des nun elternlosen Johann Lorenz und seiner beiden Schwestern übernahm der Großvater Georg III. von Hagenauer.
Das Erbe seiner Familie
Johann Lorenz war der einzige männliche Enkelsohn Georg des III. und wurde als zukünftiger Haupterbe besonders gefördert. Er erhielt das 30-fache seiner Geschwister. Neben dem inzwischen stark angewachsenen Handelsunternehmens erbte er auch die Häuser Getreidegasse 7 bis 9, sowie das Landhaus im Nonntal. Lorenz von Hagenauer selbst baute das Handelsunternehmen weiter aus und brachte es zum drittreichsten Geschäftsmann von Salzburg.
Seine Familie
Er vermählte sich am 10. Oktober 1738 im Salzburger Dom mit der sehr vermögenden Tochter des Händlers Martin Schuster, der Maria Theresia Schuster († 2. Februar 1800). Sie gebar ihm elf Kinder, wobei fünf Kinder vor ihm starben.
Kinder:
- Maria Theresia Hagenauer (1740 - 1820) - Spezereiwarenhändlerin in Salzburg
- Johann Nepomuk Hagenauer (1741 - 1799) - Spezereiwarenhändler in Salzburg
- Ignaz Josef Hagenauer (1743 - 1780) - Spezereiwarenhändler in Salzburg
- Johann Lorenz Hagenauer (1744 - 1763)
- Kajetan Rupert Hagenauer (1746 - 1811), Abt von St. Peter unter dem Namen "Dominikus Hagenauer"
- Ignaz Joachim Hagenauer (1749 - 1824) - Großhändler in Triest und Begründer der Triester Linie der Hagenauer (Nachkommen in Triest und Cormòns, Friaul, Italien)
- Maria Martha Hagenauer (1751 - 1770)
- Maria Ursula Hagenauer (1753 - 1831) - Spezereiwarenhändlerin in Salzburg
- Petrus Lukas Hagenauer (1753 - 1761)
- Maria Franziska Hagenauer (1755 - 1836) - Spezereiwarenhändlerin in Salzburg, vermählt mit Franz Pichler, Hofrichter des Stiftes Michaelbeuern
- Leopold Hagenauer (1761 - 1828) - Besitzer der Pauernfeindschen Handlung auf dem Kranzlmarkt
Lorenz Hagenauer galt als ein sehr frommer Christ, der bis ins hohe Alter täglich in die Messe ging. Er galt als sehr belesen und gebildet und war nicht nur als Handelsmann und Spezereiwarenhändler erfolgreich und rege, sondern auch als Förderer der Künste.
Seine Freundschaft mit Mozart und Haydn
Er war Hausherr und Gönner der Familie Mozart, die ab 1747 für 26 Jahre im Haus Nr. 9 wohnte. Wolfgang Amadeus Mozart und seine Schwester Nannerl wurden hier geboren. Die Familie Mozart blieb Zeit ihres Lebens der Familie Hagenauer in enger Freundschaft verbunden, wie der Briefwechsel zwischen Leopold Mozart und Lorenz Hagenauer verdeutlicht. Lorenz Hagenauer unterstützte die Mozarts während ihren ersten großen Reisen mit Geld, internationalen Verbindungen und in beratender Funktion. Doch neben dieser Geschäftsbeziehung (die Mozarts brachten neben geschäftlichen Informationen auch Ware von ihren Reisen mit) herrschte vor allem privat eine innige Beziehung. Die Kinder von Johann Lorenz bekamen Musikunterricht von Leopold Mozart, musizierten zusammen mit den Mozart-Kindern und waren sonst auch innig befreundet. Hagenauers Sohn Kajetan Rupert war ein guter Freund von Wolfgang Amadeus Mozart und wurde als Dominikus Abt des Stiftes St. Peter bekannt. Für ihn komponierte der um zehn Jahre jüngere W.A.Mozart die Dominikusmesse anlässlich seiner Primiz.
Aber nicht nur die Mozarts waren mit Johann Lorenz Hagenauer befreundet, sondern auch andere Musiker wie z. B. Michael Haydn, der ebenfalls für Abt Dominikus komponierte. Die Musik spielte im Leben der Hagenauers eine sehr wichtige Rolle, aber auch andere Künstler förderte Lorenz Hagenauer. So nahm er den Sohn seine Cousins Wolfgang III. aus Hagenau Wolfgang IV. von Hagenauer bei sich im Hause auf und ermöglichte ihm (zusammen mit Erzbischof Schrattenbach) eine Ausbildung zum Architekten. Ebenso unterstützte er dessen Brüder, den späteren Bildhauer und Direktor der Wiener Akademie Johann Baptist, sowie auch den Architekten Johann Georg von Hagenauer, der durch seine Arbeiten in Kärnten und in Passau zu Ruhm kommen sollte. Mit diesen drei Brüdern verband Lorenz Hagenauer und seine Familie mehr als nur eine familiäre Bindung, wovon Bilder, Skulpturen und Tagebucheintragungen von Abt Dominikus zeigen.
Sein Begräbnis
Am 9. April 1792 verstarb Lorenz Hagenauer in (St. Blasius) Salzburg. Er wurde am 11. April in einer der drei Hagenauerischen Familiengruften (Gruft XVI) neben der Gruft seines Großvaters am Friedhof des Stiftes St. Peter bestattet. Über 2000 Menschen nahmen am Trauerzug teil, wobei es doppelt so viele Zuseher gab. Seine Gemahlin Maria Theresia ließ ihm im darauf folgendem Jahr ein Epitaph aus weißem Marmor errichten.
Quellen
- Franz Martin: Hundert Salzburger Familien (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1946), S. 192 ff
- Rudolph Angermüller: Maria Theresia Hagenauer, Salzburger Archiv, Bd. 32, Salzburg 2007