Evangelische Kirche (Gemeinschaft)

Aus SALZBURGWIKI
Version vom 16. Dezember 2009, 17:22 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (erg mit zusammengeführten zwei Beiträgen)
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Die Evangelische Kirche im Bundesland Salzburg ist Teil der Diözese Salzburg-Tirol, die von Superintendent in Mag. Luise Müller in Innsbruck geleitet wird.

Allgemeines

Im gesamten Diözesangebiet leben ca. 30.000 bekennende Protestanten. Davon ist der überwiegende Teil Augsburgischen Bekenntnisses, nur etwa 300 zählen sich zu den Evangelischen Helvetischen Bekenntnisses. Für die evangelische Diözese Salzburg-Tirol befindet sie sich in Innsbruck. Die Geschäftsstelle der Superintendentur in Salzburg ist im Evangelisches Schulamt in der Sinnhubstraße 10.

Geschichte

Bereits kurz nach Beginn der Reformation Anfang des 16. Jahrhunderts fasste die Lehre Martin Luthers auch in Salzburg Fuß. Der aus Schwaben stammende Paul Speratus verbreitete die neue Glaubenslehre in der Stadt Salzburg.

Speratus wurde später von Erzbischof Matthäus Lang des Landes verwiesen, zahlreiche Bauern und Bürger hatten jedoch am neuen Glauben Gefallen gefunden und probten nun den Aufstand gegen den Erzbischof.

Unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau (1587 - 1612) verließen die ersten verfolgten Bürger, oftmals aus angesehenen Familien, aus Glaubensgründen die Stadt Salzburg. Innergebirg hielt sich der Protestantismus trotz aller Versuche seitens der Erzbischöfe ihn auszurotten.

Unter Leopold Anton Freiherr von Firmian (1727 - 1744) setzte die folgenschwerste Verfolgung der Protestanten ein: 1731/32 wurden zahlreiche Bauern, die sich nun offen zum neuen Glauben bekannten, des Landes verwiesen. Etwa 22.000 Protestanten wanderten damals zum Großteil nach Ostpreußen, aber auch in die Niederlande und nach Amerika aus.

Mitte des 19. Jahrhunderts kehrten langsam wieder Protestanten in das nun säkularisierte Salzburg zurück. In den Jahren 1863 bis 1868 wurde das erste evangelische Gotteshaus, die Christuskirche am Elisabethkai, errichtet. Erster Pfarrer der Evangelischen Gemeinde wurde der aus Coburg stammende Geistliche Heinrich Aumüller.

In Bad Gastein entstand bis 1872 die Evangelische Christophoruskapelle Bad Gastein unter dem Patronat Kaiser Wilhelms I. von Preußen.

1902 kam es zur Gründung des Vereins Salzbund, der sich um die neuen Glaubensbrüder bemühte. Zu dieser Zeit erhielt die Gemeinde starken Zuwachs durch die "Los-von-Rom-Bewegung".

Die 1904 als Predigtstation gegründete Gemeinde in Hallein erhält 1925 den Status Pfarrgemeinde.

1935 wird in Neumarkt am Wallersee die erste Predigtstation außerhalb der Landeshauptstadt und Halleins gegründet, hier entsteht 1956 auch die Evangelische Rupertuskirche.

Am 25. Juni 1960 wird die Evangelische Heilskirche Bad Hofgastein eingeweiht und damit auch Gastein zur eigenständigen Pfarre erhoben.

1994 wurde die Pfarrgemeinde Salzburg in zwei Teile, links und rechts der Salzach, aufgegliedert. Neben der Christuskirche fanden die Protestanten nun in der Evangelischen Matthäuskirche in Taxham ein neues Zuhause. Auch die Evangelische Friedenskirche in Saalfelden wird von Zell am See losgelöst und zur Pfarre erhoben.

1999 wurde die Auferstehungskirche der Evangelischen Pfarrgemeinde Salzburg-Süd in Gneis eingeweiht. Im selben Jahr entsteht auch die jüngste Pfarrgemeinde in Bischofshofen durch die Trennung von der Mutterpfarre Hallein.

Pfarrgemeinden in Salzburg

Evangelische Christuskirche Salzburg

Im Bundesland Salzburg bestehen aktuell neun Pfarrgemeinden:

Für eine Auflistung der aktuellen Gottesdienstzeiten in diesen Gemeinden siehe: Evangelische Gottesdienste.

Statistik

  • Gemeindemitglieder: 29.336
  • davon Augsburgischen Bekenntnisses: 29.024
  • Helvetischen Bekenntnisses: 312
  • Pfarrgemeinden: 16

Superintendentin

Mag. Luise Müller ist Superintendentin. Verheiratet ist sie seit 1974 mit Pfarrer Karlheinz Müller. Sie haben drei Kinder, Judith, Christiane und Lukas, die schon erwachsen sind.

Die Stellung des/der Superintendenten/in entspricht dem Rang eines Diözesanbischofs in der römisch-katholischen Kirche. Im Gegensatz zu diesem wird er/sie gewählt. Wählbar ist, wer ein abgeschlossenes Theologiestudium hat, mindestens 35 Jahre alt sowie österreichische/r Staatsbürger/in ist. Das Amt wird in einer Amtszeit von 12 Jahren ausgeübt. Es besteht die Möglichkeit zur Wiederwahl. Das Amt besteht zu gleichen Teilen aus geistlichen und administrativen Tätigkeiten.

Als Superintendentin hat sie bischöfliche Aufgaben:

  • Ordination von Pfarrerinnen und Pfarrern
  • Visitation
  • und andere

Quellen

  • Homepage der Evangelischen Kirche Salzburg-Tirol

Weblinks