Walter Grüll

Walter Grüll mit seiner ersten 'Trophée Gourmet A la Carte 2011'

Walter Grüll (* 17. Juli 1963 in der Stadt Salzburg) ist Fischhändler und Störzüchter in Grödig sowie Österreichs erster Produzent von heimischem Kaviar.

Leben

Walter Grüll, Sohn der Oberoffizialin Lieselotte (* 1928; † 1989) und des Geografie-Professors Hofrat OStR Friedrich Grüll (* 1926; † 2018), wuchs in Salzburg-Parsch auf. Schon im Kindesalter entdeckte er seine Liebe zu den Fischen. Mit zwölf Jahren hatte er bereits die ersten Forellen vom Ei weg aufgezogen – im Keller seines Elternhauses. Seit 1981 bewirtschaftet er eine Fischzucht an der Hellbrunner Allee. Im selben Jahr war er einer der beiden Gewässerbetreuer des Gersbachs oberhalb der Kreuzbergpromenade in Salzburg-Parsch. Im Zuge dieser Tätigkeit kam es zu einer Episode mit der Stadtgemeinde Salzburg und der Peter Pfenninger Schenkung Liefering, in der sich Stadt und Schenkung im Recht sahen, letztlich aber klein beigeben mussten, da sie sich geirrt hatten und die Schenkung Schadenersatz leisten musste (nachzulesen im Artikel über den Gersbach).

1993 gründete Grüll mit Bernhard Zisler das Geschäft "Al Pescatore" in einer ehemaligen Metzgerei in Grödig. Mit 1. Jänner 2013 wurde Grüll Alleinbesitzer des Unternehmens, und das Geschäft heißt heute Grüll Fischspezialitäten und Bistro.

Walter Grüll konnte so sein Hobby zum Beruf machen, was man auch beim Besuch in seinem Geschäft spürt. Er ist mit Leib und Seele mit seiner Ware, den Produkten der Seen, Flüsse und Meere, verbunden und weiß seine Kunden stets gut zu beraten. Er ist Österreichs erster Kaviar-Produzent von Stören, die in Österreich aufgezogen werden, im Unterschied zu jenen Unternehmen, die Störe aus dem Ausland importieren und erst hier in Österreich aus diesen Fischen den Kaviar gewinnen.

 
Walter Grüll wird von Sepp Forcher im Rahmen der Produktion "Klingendes Österreich" im Oktober 2017 besucht.

Im Oktober 2017 hatte Sepp Forcher Walter Grüll für die Produktion "Klingendes Österreich" besucht.

Walter Grüll ist ein Visionär und setzt seine Ideen auch um. Mit den Produkten Trottarga und Strottarga, Kaviarpraline, Marlin Chips, Störfilet in Olivenöl, Caviar Vodka, Kaviar-Seife u. a. schuf Grüll kulinarische Weltneuheiten.

2023: Das besondere Jahr

 
Walter Grüll im Sommer 2023 beim Lesen des Buches über ihn "Momente mit Walter Grüll" von Peter Krackowizer.

Das Jahr 2023 war ein Jubiläumsjahr für Walter Grüll:

  • In diesem Jahr feierte Walter Grüll seinen 60. Geburtstag
  • 30 Jahre Fischhandel in Grödig
  • 10 Jahre Alleinbesitzer des Unternehmens
  • 10 Jahre Grüll Bistro

Aus diesen Anlässen hat Peter Krackowizer ein Buch geschrieben – "Momente mit Walter Grüll, Peter Krackowizer über den Mann, der mit den Fischen spricht und österreichischen Kaviar macht." Auf der SALZBURGWIKI-Seite über das Buch gibt es ein kostenloses PDF zum Herunterladen.

2026: Walter Grüll ruft den 'Bitte-geht-respektvoller-miteinander-um'-Trend aus

Die neuen Gastro-Trends 2026 wie Zebra Striping (für Mäßigung beim Alkohol), Comfort Food mit Twist (nostalgisches Essen mit internationalen Einflüssen), Plate Sharing, bei dem eine Platte mit Speisen für mehrere Personen bestellt und dann auf diese aufgeteilt wird, sowie der Evergreen Functional Food (Essen und Getränke, denen eine Wirkung nachgesagt wird) entlocken dem Grödiger Fisch- und Kaviarhändler Walter Grüll nur ein müdes Lächeln. "Wenn ich mich jemals an einen solchen Trend gehalten hätte, dann wäre ich nicht dort, wo ich heute bin."

Grüll verweist auf sein Credo. Das lautete stets: gegenseitiger Respekt. Für das Tier genauso wie für den Gast. Deshalb bittet er darum, dass sich auch die Kunden und Gäste 2026 vornehmen, im Zweifelsfall Zurückhaltung gegenüber Jammerei walten zu lassen. Diesen Respekt hätten sich die vielen Mitarbeiter in der Gastronomie, die tagtäglich wertvolle Lebensmittel für die Gäste herstellen, nämlich schwer verdient.[1]

Familie

Grüll ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Frau Ursula (* 1966; † 13. November 2024) war viele Jahre für die Desserts im Bistro zuständig. Sein Sohn Patrick machte sich nach Jahren im elterlichen Betrieb im Frühjahr 2015 selbstständig, kehrte jedoch 2019 wieder zurück und kümmerte sich um die Aufzucht der Störe. Dann aber fand er seine Berufung im Sozialbereich und schloss im Juni 2023 seine dreijährige Ausbildung zum diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger ab.

Auszeichnungen (Auswahl)

Im Mai 2011 wurde er erstmals und als einziger Salzburger[2] mit der Trophée Gourmet A la Carte ausgezeichnet. Am 14. Mai 2018 erhielt er diese Auszeichnung zum zweiten Mal.[3]

 
Ursula und Walter Grüll wurden 2020 als Wirtshausführer Produzent 2020 ausgezeichnet.

Im September 2019 wurde er als Wirtshausführer Produzent 2020 ausgezeichnet. Weitere Auszeichnungen siehe Artikel Grüll Fischspezialitäten und Bistro.

Bilder

  Walter Grüll – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Beiträge über Walter Grüll

als PDF
Walter Grüll im Kurz-Portrait, 01:48 min Video
Artikel im SALZBURGWIKI
Beitrag "Dahoam" Ausgabe 4/2021 mit Sepp Forcher (Bilder)

Weblinks

Quellen

  • "Wo von der Auster bis zum Zander alles aus dem Wasser zu Hause ist", Peter Krackowizer in "hallo", Ausgabe Dezember 2008, Seite 13
  • Quelle Peter Krackowizer Public Relations Presse Journalismus, diverse Interviews mit Walter Grüll, laut Aufzeichnungen u. a. 7. Dezember 2012, 13. Juni 2013, 24. Februar 2014, 7. Jänner 2015, 3. Februar 2015, 2. August 2016, 16. Jänner und 23. März 2017, 10. August 2022, 17. Juli 2023 und 27. Februar 2024
  • Internet-Artikel (siehe Weblinks)

Einzelnachweise

  1. sn.at, 5. Jänner 2026: Wenn Foodies wie Opa essen: Die Gastro-Trends für 2026 sind da. Ein Beitrag von Peter Gnaiger
  2. www.salzburg24.at, 7. Juni 2011, abgefragt am 3. Jänner 2024
  3. www.diepresse.com, abgefragt am 3. Jänner 2024
Grüll Fischhandel in Grödig