Südtirol: Unterschied zwischen den Versionen

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:: Kalterer See: Südtiroler Weinmuseum auf Schloss Ringberg
 
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:: Wallfahrtsort Maria Weißenstein: südöstlich von Bozen auf 1.520 m Höhe im Leiferer Tal in der Nähe von Petersberg, Gemeinde Deutschnofen und Aldein
 
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:: In St. Christina im Grödnertal befindet sich die wohl berühmteste Skipiste in Südtirol, die Abfahrt [http://www.hotel-interski.com/de/winter/abfahrt-saslong-in-st-christina.html "Saslong"]. Der Zieleinlauf dieser Weltcup-Piste befindet sich unmittelbar im Ortskern von St. Christina. Bereits seit dem ersten Weltcup-Abfahrtslauf auf dieser Piste, im Jahr 1969, zählt sie zu den festen Bestandteilen des alpinen Skiweltcup. Eine Besonderheit dieser Skipiste ist, dass oft Außenseiter mit hohen Startnummern gute Platzierungen erreichten. Das hängt mit der hinter dem Langkofel hervorkommenden Sonne und der daraus resultierenden direkten Einstrahlung zusammen.
  
 
== Persönlichkeiten ==
 
== Persönlichkeiten ==

Version vom 22. August 2013, 09:26 Uhr

Südtirol ist eine der 108 Provinzen der Republik Italien und grenzt im Nordosten mit dem Ahrntal an Salzburg. Als politische Verwaltungseinheit wird das Land als Autonome Provinz Bozen – Südtirol (Provincia Autonoma di Bolzano – Alto Adige) bezeichnet. Im alltäglichen Sprachgebrauch spricht man aber vom "Land Südtirol".

Geografie

Grenzstein von 1920 am Krimmler Tauern

Südtirol (it. Alto Adige, Hochetsch) ist ein Gebirgs- und Durchgangsland mit vielfältigen Landschaftsformen auf engem Raum. Über 85% seiner Fläche liegen über 1000, fast 65% sogar höher als 1500 Meter über dem Meeresspiegel. Im Talbecken des Eisack um Brixen und in der breiten Etschtalfurche von Meran über Bozen bis Salurn gedeiht eine üppige Vegetation mit reichem Edelobstbau und Weinbau. Im Osten hat Südtirol Anteil an dem aus Kalken aufgebauten Felsland der Dolomiten. Der Brenner ist die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und der Adria, der mit 1.375 m ü. A. niedrigste Übergang über die Zentralalpen und die verkehrsreichste Grenzstation Italiens.

Im Norden grenz Südtirol an Nordtirol; im Nordosten an das Bundesland Salzburg; im Osten an Osttirol; im Südosten an die italienische Region Veneto (Venezien); im Süden an die italienische Provinz Trient (Trentino), die zusammen mit Südtirol die Region Trentino-Südtirol (Trentino-Alto Adige) bildet, sowie an die italienische Region Lombardei und im Westen an die Schweiz (Graubünden);

Die wichtigsten Flüsse sind:

  • Die Etsch, die mit 415 Kilometer der zweitlängste Fluss in Itaien ist. Sie entspringt in den Ötztaler Alpen auf dem Sattel des Reschenscheideck (1.525 m ü. A.). *Der Eisack ist mit etwa 96 Kilometern der zweitlängste Fluss in Südtirol. Er entspringt am Brenner in einer Höhe von 1.990 m ü. A. und mündet südlich von Bozen in die Etsch.
  • Die Rienz fließt durch das Pustertal im Nordosten der Provinz und mündet nördlich von Brixen in den Eisack.

Gemeinden

Das Land umfasst 116 Städte und Gemeinden.

Sprachgruppen

64% der Bewohner des Landes gehören der deutschen, 32% der italienischen und 4% der ladinischen Sprachgruppe an. Die Ladiner, die ein rätoromanisches Idiom sprechen, wohnen im Gadertal und in Grödner Tal, ihr Sprachgebiet setzt sich jenseits der Landesgrenze im Trentino und im Veneto fort.

Geschichte

Südtirol ist das Kernland Tirols – das namengebende Schloss Tirol erhebt sich bei Meran.

Nach dem Erste Weltkrieg wurde Südtirol von Tirol und Österreich abgetrennt und Italien zugeschlagen, das damit eine "natürliche" geographische Grenze am Alpenhauptkamm erhielt. Damals wohnten in Südtirol noch keine Italiener. In der Folge ging die Politik des italienischen Staates dahin, Südtirol zu italianisieren und die deutsche Sprache auszumerzen. Deren Gebrauch wurde verboten, alle Orte erhielten italienische Namen.

Im Jahr 1939 – Österreich war 1938 an das Deutsche Reich angeschlossen worden – schlossen die Diktatoren Adolf Hitler und Benito Mussolini das sogenannte Hitler-Mussolini-Abkommen: Dieses zwang die Südtiroler, sich zu entscheiden, ob sie in ihrer Heimat bleiben (und sich damit einer verschärften Italianisierung, womöglich sogar einer Umsiedlung nach Sizilien, aussetzen) oder ob sie für die Umsiedlung in das Deutsche Reich optieren wollten. 86,6 Prozent (das waren 166.488 Südtiroler) entschieden sich für die „Option“, etwa 75.000 übersiedelten tatsächlich (siehe den Artikel "Südtiroler"). Wenige Jahre später kam es zu einer teilweisen Rückwanderung. Die „Option“ hinterließ tiefe Gräben in der Südtiroler Gesellschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Österreich Südtirol zurückzugewinnen; dies gelang zwar nicht, aber immerhin gewährte Italien nach weiteren wechselhaften Entwicklungen Südtirol eine weitreichende Autonomie.

Politik

Die Provinz Bozen, die mit dem Land Südtirol identisch ist, hat einen besonderen Autonomiestatus. Die Autonomie wird von den Landesorganen, dem von der Bevölkerung gewählten Landtag und der vom Landtag gewählten Landesregierung, die vom Landeshauptmann geleitet wird, wahrgenommen. Die wichtigste politische Kraft ist die 1945 gegründete Südtiroler Volkspartei (SVP).

  • Wahlergebnis Oktober 2008[1]:
Südtiroler Volkspartei (SVP): 48,1%, 18 Mandate
Freiheitliche Partei (FP): 14,3%, fünf Mandate
Il Popolo della Libertà (Berlusconi-Partei): 8,3%, drei Mandate
Partito Democratico (Demokraten): 6%, zwei Mandate
Grüne: 5,8%, zwei Mandate
Süd-Tiroler Freiheit: 4,9%, zwei Mandate
Union: 2,3%, ein Mandat
Lega Nord: 2,1%, ein Mandat
Unitalia: 1,9%, ein Mandat

Wirtschaft

Seit rund 200 Jahren wird in Südtirol Obstbau betrieben. Äpfel haben mit 95% der Ernte den weitaus größten Anteil. Nennenswert ist noch der Anbau von Birnen und Marillen. 60% der Obsterzeugung gehen in den Export. Wesentlich älter als der Obstanbau ist der Weinbau, der seit 2500 Jahren in Südtirol heimisch ist. 82% Rot- und 18% Weißweine werden erzeugt. 5800 Weinbaubetriebe bewirtschaften eine Gesamtanbaufläche von rund 5500 Hektar und rund 20 Millionen Rebstöcken.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft mit 5,3% Anteil am BIP, die Industrie mit 31,9% sowie Dienstleistungen mit 62,8% (Datenstand 2000).

Fremdenverkehr

Der Fremdenverkehr gehört neben der Landwirtschaft, dem Handel und dem Handwerk zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen in Südtirol. Der Fremdenverkehr hat seinen Ursprung im Raum Meran um das Jahr 1830, als Kuraufenthalte für den damaligen Adel des Habsburger-Reiches aufkamen. Bald kam Gries bei Bozen als weiteres Kurzentrum dazu. Weitere Kurorte mit Heilbädern entstanden. Dann brachen für den Fremdenverkehr aber ungünstige Zeiten herein: zunächst der Erste Weltkrieg, danach die Entstehung des Faschismus und schließlich der Zweite Weltkrieg.

Im allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung Europas erholte sich auch der Südtiroler Fremdenverkehr wieder. Der Höhenflug des Fremdenverkehrs in den 1970er-Jahren trug wesentlich zur allgemeinen Wohlstandssteigerung in Südtirol bei. Anfang der 1980er-Jahre wurde dem Fremdenverkehr Südtirols durch raumordnerische Beschränkungen de facto ein Bettenstop auferlegt, was zu einer Stagnation des Angebotes (Betten) führte, andererseits auch die Provinz vor Bausünden und Betondörfern bewahrte.

1995 zählte Südtirol insgesamt 26 Mio. Nächtigungen. Seither gab es einen leichten Rückgang, bis 2005 die Zahl der Nächtigungen wieder auf etwas über 26 Mio. geklettert ist. Im Fremdenverkehr sind ca. 30.000 Personen beschäftigt, dies entspricht 12% aller Beschäftigten. 58% der Beschäftigten im Gastgewerbe sind Frauen.

Insgesamt gibt es in Südtirol 10.041 Beherbergungsbetriebe, 4.359 gehören zu den gastgewerblichen und 5.682 zu den nichtgastgewerblichen Betrieben. Die Beherbergungsbetriebe bieten den Touristen insgesamt über 214.000 Betten an.

Sehenswürdigkeiten

  • Im Eisacktal:
Sterzing: Multscher- und Stadtmuseum im Deutschordenhaus
Freienfeld: Burg Reifenstein
Ratschings-Stange: Gilfenklamm, die weltweit einzige tief in rein-weißem Marmor eingeschnittene Klamm
Ridaun: Landsbergbaumuseum Schneeberg
Neustift: Augustinerchorherrenstift Neustift
Brixen: Bischofsstadt, Domkirche Maria Himmelfahrt in seiner heutigen barocken Form geht auf Umbauarbeiten aus den Jahren 1745 – 1754 zurück (mit Fresken von Paul Troger)
  • Im Etschtal:
Meran: Südtiroler Landesmuseum für Kultur- und Landesgeschichte Schloss Tirol
Meran: Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff
Bozen: „Ötzimuseum“ – das Südtiroler Archäologiemuseum
„Schloss Runkelstein – die Bilderburg“ – eine besondere Kostbarkeit unter den Burgen und Schlössern in Südtirol: in seinen wertvollen profanen Freskenzyklen spiegelt sich die Welt des Mittelalters sowie die Liebesgeschichte von Tristan und Isolde wieder.
Die Rittner Erdpyramiden: im Finsterbachgraben zwischen Lengmoos und Mittelberg, im Katzenbach unterhalb von Oberbozen, im Gasterer Graben in der Nähe von Unterinn und in der schwer zugänglichen Gasserlahn bei Oberinn. Die Erdpyramiden sind Erdsäulen mit einer Höhe von 10 bis 15 Metern, mit einem Deckstein auf der Spitze, der den darunter liegenden Lehm vor Feuchtigkeit schützt und ihn hart hält.
Die Rittner Seilbahn, mit ihren 4566 Metern Länge laut "Guiness - Buch der Rekorde" die längste Seilschwebebahn der Welt,
Die Rittner Bahn, im Volksmund liebevoll "Bahnl" genannt, ist seit dem 13. August 1907 in Betrieb.
Plattner Bienenmuseum im Plattnerhof, einem malerischer alten Bauernhof in der Nähe von Oberbozen
Schloss Sigmundskron: Reinhold Messner Mountain Museum
Kalterer See: Südtiroler Weinmuseum auf Schloss Ringberg
Wallfahrtsort Maria Weißenstein: südöstlich von Bozen auf 1.520 m Höhe im Leiferer Tal in der Nähe von Petersberg, Gemeinde Deutschnofen und Aldein
  • Im Grödnertal:
In St. Christina im Grödnertal befindet sich die wohl berühmteste Skipiste in Südtirol, die Abfahrt "Saslong". Der Zieleinlauf dieser Weltcup-Piste befindet sich unmittelbar im Ortskern von St. Christina. Bereits seit dem ersten Weltcup-Abfahrtslauf auf dieser Piste, im Jahr 1969, zählt sie zu den festen Bestandteilen des alpinen Skiweltcup. Eine Besonderheit dieser Skipiste ist, dass oft Außenseiter mit hohen Startnummern gute Platzierungen erreichten. Das hängt mit der hinter dem Langkofel hervorkommenden Sonne und der daraus resultierenden direkten Einstrahlung zusammen.

Persönlichkeiten

Salzburg-Bezüge

Geschichte

Personen

  • Michael Pacher aus Bruneck war ein bedeutender Künstler der österreichischen Spätgotik, bereits mit Einflüssen der Renaissance. Seine Tätigkeit in Salzburg ist von 1496 bis 1498 nachweisbar.
  • Die ursprünglich aus Salzburg stammende Blaskapelle Bieruschka ist besonders beim bäuerlichen Anteil der Südtiroler Bevölkerung sehr bekannt.

Wirtschaft

Straßenbenennungen

Es gibt

Fußnote

  1. Quelle: Salzburger Nachrichten 28. Oktober 2008

Weblinks

Quellen