Benediktinerabtei Mattsee: Unterschied zwischen den Versionen

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Gemäß alter Überlieferung errichtete der [[Baiernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Tassilo III.]]um das Jahr [[770]] – für dieses Jahr ist ein Abt Albuin von Mattsee urkundlich bezeugt – am [[Mattsee (See)|Mattsee]] eine Kirche zu Ehren des hl. [[Erzengel Michael|Erzengels Michael]] und gründete zugleich ein Kloster, das er so wie [[Benediktinerstift Kremsmünster|Kremsmünster]] und [[Benediktinerstift Mondsee|Mondsee]] Benediktinermönchen anvertraute.  
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Gemäß alter Überlieferung errichtete der [[Baiernherzöge in Salzburg|Bayernherzog]] [[Tassilo III.]] um das Jahr [[770]] – für dieses Jahr ist ein Abt Albuin von Mattsee urkundlich bezeugt – am [[Mattsee (See)|Mattsee]] eine Kirche zu Ehren des hl. [[Erzengel Michael|Erzengels Michael]] und gründete zugleich ein Kloster, das er so wie [[Benediktinerstift Kremsmünster|Kremsmünster]] und [[Benediktinerstift Mondsee|Mondsee]] Benediktinermönchen anvertraute.  
  
 
Das Kollegiatstift Mattsee feierte [[1977]] sein 1&nbsp;200-jähriges Bestehen, ist aber tatsächlich noch älter als angenommen. Auch wenn ein Stiftsbrief bzw. eine Fundationsurkunde fehlt, weist vieles darauf hin, dass Mattsee zu den ältesten kirchlichen Stiftungen des heutigen Österreich gehört. Der Salzburger Landeshistoriker [[Prof]]. [[Heinz Dopsch]] datierte die Gründung auf die Zeit zwischen den Jahren [[757]] und [[766]]. Damit war Stift Mattsee jedenfalls Tassilos erste Klosterstiftung.<ref>[https://www.stiftmattsee.at/interactivist/frontend/downloadDoc.asp?file=Stiftsblaetter_Ausgabe_2006.pdf&id=103&chk=302202&typ=.pdf Mattseer Stiftsblätter, September 2006], pdf, abgefragt am 25. Juni 2019</ref>
 
Das Kollegiatstift Mattsee feierte [[1977]] sein 1&nbsp;200-jähriges Bestehen, ist aber tatsächlich noch älter als angenommen. Auch wenn ein Stiftsbrief bzw. eine Fundationsurkunde fehlt, weist vieles darauf hin, dass Mattsee zu den ältesten kirchlichen Stiftungen des heutigen Österreich gehört. Der Salzburger Landeshistoriker [[Prof]]. [[Heinz Dopsch]] datierte die Gründung auf die Zeit zwischen den Jahren [[757]] und [[766]]. Damit war Stift Mattsee jedenfalls Tassilos erste Klosterstiftung.<ref>[https://www.stiftmattsee.at/interactivist/frontend/downloadDoc.asp?file=Stiftsblaetter_Ausgabe_2006.pdf&id=103&chk=302202&typ=.pdf Mattseer Stiftsblätter, September 2006], pdf, abgefragt am 25. Juni 2019</ref>
  
Die Abtei hatte anfänglich wichtige Aufgaben in der Missionsarbeit zu erfüllen. Im Jahre [[877]] wurde Mattsee von König [[Karlmann]] dem Stift Altötting geschenkt. Im [[10. Jahrhundert]] kam es zusammen mit [[Altötting]] an das [[Bistum Passau]]. Dies wird durch eine Urkunde Kaiser [[Otto III.|Ottos III.]] vom 27. Jänner [[993]] bestätigt. Unter [[Bischof von Passau|Bischof]] Berengar von Passau ([[1013]]–[[1045]]) wurde die Benediktinerabtei in ein weltpriesterliches Kollegiatstift umgewandelt; es ist die älteste noch bestehende Weltpriestergemeinschaft Österreichs. Vom [[12. Jahrhundert|12.]] bis zum [[16. Jahrhundert]] war Mattsee Sitz eines [[Archidiakonat|Archidiakons]]. [[1398]] wurde das Stift mit allem Zubehör an den [[Salzburger Erzbischof]] verkauft, allerdings blieben die kirchlichen Rechte beim Bischof von Passau.
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Die Abtei hatte anfänglich wichtige Aufgaben in der Missionsarbeit zu erfüllen. Im Jahre [[877]] wurde Mattsee von König Karlmann dem Stift Altötting geschenkt. Im [[10. Jahrhundert]] kam es zusammen mit [[Altötting]] an das [[Bistum Passau]]. Dies wird durch eine Urkunde Kaiser Ottos III. vom 27. Jänner [[993]] bestätigt. Unter [[Bischof von Passau|Bischof]] Berengar von Passau ([[1013]]–[[1045]]) wurde die Benediktinerabtei in ein weltpriesterliches Kollegiatstift umgewandelt; es ist die älteste noch bestehende Weltpriestergemeinschaft Österreichs. Vom [[12. Jahrhundert|12.]] bis zum [[16. Jahrhundert]] war Mattsee Sitz eines [[Archidiakonat|Archidiakons]]. [[1398]] wurde das Stift mit allem Zubehör an den [[Salzburger Erzbischof]] verkauft, allerdings blieben die kirchlichen Rechte beim Bischof von Passau.
  
 
Nachdem das Stift in der Zeit der Gegenreformation größere Schwierigkeiten zu überwinden hatte, erlebte es zu Beginn des [[18. Jahrhundert]]s einen neuen Aufschwung.  
 
Nachdem das Stift in der Zeit der Gegenreformation größere Schwierigkeiten zu überwinden hatte, erlebte es zu Beginn des [[18. Jahrhundert]]s einen neuen Aufschwung.  

Version vom 22. Oktober 2022, 09:42 Uhr

Die Benediktinerabtei Mattsee ist ein nicht mehr bestehendes Kloster in der Flachgauer Marktgemeinde Mattsee, aus dem das Kollegiatstift Mattsee hervorging.

Geschichte

Gemäß alter Überlieferung errichtete der Bayernherzog Tassilo III. um das Jahr 770 – für dieses Jahr ist ein Abt Albuin von Mattsee urkundlich bezeugt – am Mattsee eine Kirche zu Ehren des hl. Erzengels Michael und gründete zugleich ein Kloster, das er so wie Kremsmünster und Mondsee Benediktinermönchen anvertraute.

Das Kollegiatstift Mattsee feierte 1977 sein 1 200-jähriges Bestehen, ist aber tatsächlich noch älter als angenommen. Auch wenn ein Stiftsbrief bzw. eine Fundationsurkunde fehlt, weist vieles darauf hin, dass Mattsee zu den ältesten kirchlichen Stiftungen des heutigen Österreich gehört. Der Salzburger Landeshistoriker Prof. Heinz Dopsch datierte die Gründung auf die Zeit zwischen den Jahren 757 und 766. Damit war Stift Mattsee jedenfalls Tassilos erste Klosterstiftung.[1]

Die Abtei hatte anfänglich wichtige Aufgaben in der Missionsarbeit zu erfüllen. Im Jahre 877 wurde Mattsee von König Karlmann dem Stift Altötting geschenkt. Im 10. Jahrhundert kam es zusammen mit Altötting an das Bistum Passau. Dies wird durch eine Urkunde Kaiser Ottos III. vom 27. Jänner 993 bestätigt. Unter Bischof Berengar von Passau (10131045) wurde die Benediktinerabtei in ein weltpriesterliches Kollegiatstift umgewandelt; es ist die älteste noch bestehende Weltpriestergemeinschaft Österreichs. Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert war Mattsee Sitz eines Archidiakons. 1398 wurde das Stift mit allem Zubehör an den Salzburger Erzbischof verkauft, allerdings blieben die kirchlichen Rechte beim Bischof von Passau.

Nachdem das Stift in der Zeit der Gegenreformation größere Schwierigkeiten zu überwinden hatte, erlebte es zu Beginn des 18. Jahrhunderts einen neuen Aufschwung.

Am 7. Dezember 1807 kam Mattsee unter die kirchliche Jurisdiktion des Salzburger Erzbischofs. Nach schweren Schäden in der Zeit der Franzosenkriege wurde das Stift im Jahr 1840 durch kaiserliches Dekret in seiner ursprünglichen Verfassung wiederhergestellt. Seit 1881 führt es den Ehrentitel eines insignen Kollegiatstiftes („Collegiata insignis“).

Quelle

  • Ursprünglich im Salzburgwiki-Artikel Kollegiatstift Mattsee und dortige Quellen

Einzelnachweis

  1. Mattseer Stiftsblätter, September 2006, pdf, abgefragt am 25. Juni 2019