Salzburger Stadtviertel (historisch): Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Stadt Salzburg''' wurde im Lauf der Jahrhunderte wechselnd in verschiedene Stadtviertel unterteilt.  [[1608]] (? also noch vor der [[Befestigung der Stadt Salzburg#Die dritte Stadtbefestigung (1620 bis 1648)|Lodronschen Stadtbefestigung]]) etwa '''zwölf Viertel''':<ref>Zillner aaO Band 1 S.174/175.</ref>  
Die '''Stadt Salzburg''' wurde zuerst in vier Viertel, später im Lauf der Jahrhunderte wechselnd in verschiedene Stadtviertel unterteilt.  [[1608]] also noch vor der [[Befestigung der Stadt Salzburg#Die dritte Stadtbefestigung (1620 bis 1648)|Lodronschen Stadtbefestigung]]) waren es etwa '''zwölf Viertel''':<ref>Zillner aaO Band 1 S.174/175.</ref> Lange wurde dabei der Dombezirk nicht zur eigentlichen Stadt hinzugerechnet und war auch nicht der städtischen Verwaltung unterstellt.


==Die vier Viertel des 12. Jahrhunderts==
==Die vier Viertel des 12. Jahrhunderts==
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==Die zehn Viertel von 1647/48 (ohne Dombezirk) ==  
==Die zehn Viertel von 1647/48 (ohne Dombezirk) ==  
Innere Stadtviertel:  
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* der [[Kaiviertel|Kai]] mit 127 Häusern
* der [[Kaiviertel|Kai]] mit 127 Häusern
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* Das Oberbrückenviertel der Rechtsstadt mit 60 Häusern  
* Das Oberbrückenviertel der Rechtsstadt mit 60 Häusern  


* Abseits dieser Viertel bestand der Domhofbezirk, der aber damals nicht als "städtisch" betrachtet wurde.  
* Abseits dieser Viertel bestand zudem der Domhofbezirk, der aber damals nicht als "städtisch" betrachtet wurde und auch nicht zum Aufgabenbereich der städtischen Verwaltung zählte.


Vorstädte:  (außerhalb der Stadtmauer, "polizeiliche Einteilung)":  
Vorstädte:  (außerhalb der Stadtmauer, "polizeiliche Einteilung)":  

Version vom 20. März 2022, 10:18 Uhr

Die Stadt Salzburg wurde zuerst in vier Viertel, später im Lauf der Jahrhunderte wechselnd in verschiedene Stadtviertel unterteilt. 1608 also noch vor der Lodronschen Stadtbefestigung) waren es etwa zwölf Viertel:[1] Lange wurde dabei der Dombezirk nicht zur eigentlichen Stadt hinzugerechnet und war auch nicht der städtischen Verwaltung unterstellt.

Die vier Viertel des 12. Jahrhunderts

  • Der Kai
  • Die Pforte (Stadt abseits der Hauptbrücke)
  • Die Brücke (brückennahe Stadt)
  • ent Ahe (jenseits der Brücke, Rechte Altstadt)

Die vier Viertel im Hochmittelalter (13. bis 16. Jahrhundert)

  • Kai und Nonntal
  • Heumarkt und Markt
  • Tragasse, Gstätten und Mülln
  • Uiber der Brücke (jenseits der Brücke)

Die zwölf Viertel von 1608

1608 (also noch vor derLodronschen Stadtbefestigung) umfasste, wie Franz Valentin Zillner (Band 1 S. 174/175) in seiner "Geschichte der Stadt Salzburg" schreibt, die Steuerbeschreibung der Stadt samt den Vorstädten zwölf Viertel: Die Anzahl der Viertel war aber in der Folge schwankend und änderte sich mehrfach.

Die sechs eigentlichen Stadtviertel (innerhalb der Stadtmauer) waren:

  • der Markt mit 51 Häusern (Marktviertel)
  • der Kai mit 110 Häusern (Kaiviertel)
  • die Tragasse (Getreidegasse) mit 74 Häusern,
  • das Pruggent (Altstadt (auch linkes Brückenviertel) am rechten Salzachufer) mit 118 Häusern
  • der Mönchsberg (d.h. der innere Mönchsberg) bis zur Bürgerwehr mit 17 Häusern
  • der Innere Stain (Auch rechtes Brückenviertel genannt) mit 37 Häusern. D.h. Häuser innerhalb der Steintore und des Ostertores.

Die sechs Vorstadtviertel (außerhalb der Stadtmauer) waren:

Die zehn Viertel von 1647/48 (ohne Dombezirk)

Innere Stadtviertel:

  • der Kai mit 127 Häusern
  • Markt mit 50 Häusern, dazu gehörte auch der Innere Mönchsberg bis zur Bürgerwehr
  • das Tragassenviertel mit der die Tragasse (Getreidegasse), 67 Häusern und der Gstätten mit 38 Häusern
  • das Unterbrückenviertel der Rechtsstadt mit 82 Häusern
  • Das Oberbrückenviertel der Rechtsstadt mit 60 Häusern
  • Abseits dieser Viertel bestand zudem der Domhofbezirk, der aber damals nicht als "städtisch" betrachtet wurde und auch nicht zum Aufgabenbereich der städtischen Verwaltung zählte.

Vorstädte: (außerhalb der Stadtmauer, "polizeiliche Einteilung)":

Vorstädte (außerhalb der Stadtmauer, bürgerliche Einteilung)

  • Mülln mit dem Äußeren Mönchsberg der Riedenburg und Lehen zusammengeschlossen
  • Nonntal
  • Stein, er umfasste dabei den inneren, den äußeren Stein, sowie Parsch
  • Froschheim
  • Schallmoos

Die 16 Viertel (Bezirke) des frühen 19. Jahrhunderts gemäß Zillner

Im frühen 19. Jahrhundert war die innere Stadt dann in acht Viertel bzw. Bezirke eingeteilt; die Vorstädte bildeten weitere acht Viertel (Bezirke):

  • 1. Bezirk: Marktviertel (67 Häuser)
  • 2. Bezirk: Kaiviertel- Wasserseite (70 Häuser)
  • 3. Bezirk: Kaiviertel Bergseite samt Nonnberg und St. Peter (80 Häuser)
  • 4. Bezirk: Tragassenviertel, Bergseite halbe Tragasse samt halber Kirchgasse (Sigmund-Haffner-Gasse) und samt dem Inneren Mönchsberg (48 bis 50 Häuser)
  • 5. Bezirk: Tragassenviertel, Wasserseite, d. h. Gries und halbe Tragasse (76 bis 96 Häuser)
  • 6. Bezirk: Innere Steingasse samt Linzer Gasse bis zum alten Inneren Ostertor und samt dem Imberg (70 bis 72 Häuser)
  • 7. Bezirk: Berggasse und Teile der äußeren Linzer Gasse (70 Häuser)
  • 8. Bezirk: Teile der Linzer Gasse, Lederergasse und Umgebung bis zum Lodronbogen (Perckstraßtor) (69 bis 72 Häuser)

Äußere Stadtbezirke (außerhalb der Stadtmauer)

  • 9. Bezirk: Mönchsberg mit 34 Häusern, (seit Anbeginn innerhalb der Stadtmauer gelegen, von Zillner aber zu den äußeren Stadtvierteln gezählt)
  • 10. Bezirk: Vorstadt Mülln mit 60 Häusern
  • 11. Bezirk: Riedenburg mit 60 Häusern
  • 12. Bezirk: Lehen mit 40 Häusern
  • 13. Bezirk: Vorstadt Nonntal mit 105 Häusern
  • 14. Bezirk: Die Vorstadt Äußerer Stein mit 49 Häusern
  • 15. Bezirk: Schallmoos etwa bis zum später erbauten Bahnhof mit 106 Häusern
  • 16. Bezirk: Froschheim mit 85 Häusern

Quellen

Einzelnachweise

  1. Zillner aaO Band 1 S.174/175.