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{{googlemapsort|Königsleiten}}'''Königsleiten''' ist eine Ortschaft der Gemeinde [[Wald im Pinzgau]] am [[Gerlospass]] im [[Bezirk Zell am See]].
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{{googlemapsort|Königsleiten}}'''Königsleiten''' ist eine Ortschaft der Gemeinde [[Wald im Pinzgau]] am [[Gerlospass]] im [[Pinzgau|Bezirk Zell am See]].
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
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Zunächst war Königsleiten nur über die eher steile [[Alte Gerlosstraße|alte Gerlosstraße]], auch ''alte Königsleitner Straße'' genannt, erreichbar. Die Einwohnerentwicklung machte dann eine neue, deutlich flachere Straße  notwendig. Diese wurde von der neuen [[Gerlos Alpenstraße]] in den Ort geführt.
 
Zunächst war Königsleiten nur über die eher steile [[Alte Gerlosstraße|alte Gerlosstraße]], auch ''alte Königsleitner Straße'' genannt, erreichbar. Die Einwohnerentwicklung machte dann eine neue, deutlich flachere Straße  notwendig. Diese wurde von der neuen [[Gerlos Alpenstraße]] in den Ort geführt.
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Für den Erhalt der Verkehrssicherheit der bis dahin teilweise in Privatbesitz befindlichen Straßen  sicherzustellen, wurde Anfang 2000 eine Wegegenossenschaft gegründet. Nach einigen juristischen Problemen begann man 2003 mit der Sanierung des Großteils der Straßenflächen. Dieser Wegegenossenschaft gehören 412 Mitglieder an, fünf sind Österreicher, der Rest Deutsche und Niederländer.
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Um den Erhalt der Verkehrssicherheit der bis dahin teilweise in Privatbesitz befindlichen Straßen  sicherzustellen, wurde Anfang 2000 eine Wegegenossenschaft gegründet. Nach einigen juristischen Problemen begann man 2003 mit der Sanierung des Großteils der Straßenflächen. Dieser Wegegenossenschaft gehören 412 Mitglieder an, fünf sind Österreicher, der Rest Deutsche und Niederländer.
    
Um den steigenden Bedarf an Wasser wie auch Anfall von Abwasser gerecht zu werden, investierte man in den Ausbau der Wasserversorgung. 1996 konnte eine neue Wasserversorgungsanlage mit Ozon-Desinfektion in Betrieb genommen werden.
 
Um den steigenden Bedarf an Wasser wie auch Anfall von Abwasser gerecht zu werden, investierte man in den Ausbau der Wasserversorgung. 1996 konnte eine neue Wasserversorgungsanlage mit Ozon-Desinfektion in Betrieb genommen werden.
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== Internationaler Konflikt um einen Dorfwald ==
 
== Internationaler Konflikt um einen Dorfwald ==
 
=== Anlass ===
 
=== Anlass ===
Da es in Königsleiten nach wie vor zu wenig Hotelbetten gibt, möchte man ein neues Hotel errichten:  skurriler Weise unmittelbar neben der heiß umstrittenen 380-kV-[[Salzburgleitung]]: Dazu müsste ein Waldstück gerodet werden. Die dazu notwendigen 0,9 ha liegen in einem Rodungsbereich, für den bereits eine Rodungsbewilligung vorliegt. Nach einem Antrag in den [[1990er]] Jahren auf Bewilligung von sieben Hektar Rodungsfläche für ein neues räumliches Entwicklungskonzept, wurden 3,5 Hektar genehmigt, in dem sich auch dieses Waldstück befindet.
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Da es in Königsleiten nach wie vor zu wenig Hotelbetten gibt, möchte man ein neues Hotel errichten:  skurriler Weise unmittelbar neben der heiß umstrittenen 380-kV-[[Salzburgleitung]]: Dazu müsste ein Waldstück gerodet werden. Die dazu notwendigen 0,9 ha liegen in einem Rodungsbereich, für den bereits eine Rodungsbewilligung vorliegt. Nach einem Antrag in den [[1990er]]-Jahren auf Bewilligung von sieben Hektar Rodungsfläche für ein neues räumliches Entwicklungskonzept wurden 3,5 Hektar genehmigt, in denen sich auch dieses Waldstück befindet.
    
=== Streitpunkt ===
 
=== Streitpunkt ===
Neben nur wenigen Pinzgauern (= Einheimischen) wohnen in Königsleiten aber sehr viele Deutsche und Niederländer (= Ausländer) in ihren Zweitwohnungen. Diese wollen nicht nur Kanalgebühren und Grundsteuern bezahlen. Sie verlangen nun auch unter der Führung des deutschen Steuerberaters Walter Becker aus München, ein Mitspracherecht. Das wie folgt aussehen würde: In der Wegegenossenschaft - siehe oben - meint bei einer Versammlung der niederländische Baumeister, dass bei ihnen in Utrecht das so gemacht wird. Worauf der Deutsche erwidert, aber bei ihnen macht man das anders und die Einheimischen die Auffassung vertreten, dass in Österreich es immer noch so gemacht wird, wie es die Österreicher machen!
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Neben nur wenigen Pinzgauern (= Einheimischen) wohnen in Königsleiten aber sehr viele Deutsche und Niederländer (= Ausländer) in ihren Zweitwohnungen. Diese wollen nicht nur Kanalgebühren und Grundsteuern bezahlen. Sie verlangen nun auch, unter der Führung des deutschen Steuerberaters Walter Becker aus [[München]], ein Mitspracherecht. Das wie folgt aussehen würde: In der Wegegenossenschaft siehe oben meint bei einer Versammlung der niederländische Baumeister, dass bei ihnen in Utrecht das so gemacht wird. Worauf der Deutsche erwidert, aber bei ihnen macht man das anders, und die Einheimischen die Auffassung vertreten, dass in Österreich es immer noch so gemacht wird, wie es die Österreicher machen!
    
==== Initiative "Rettet den Königsleitner Wald" ====
 
==== Initiative "Rettet den Königsleitner Wald" ====
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==== Die Streithähne ====  
 
==== Die Streithähne ====  
Becker gegenüber steht [[Michael Obermoser]], Hotelier in Königsleiten und [[ÖVP]]-[[Landtagsabgeordneter]]. Er findet es gar nicht lustig, dass Becker in einer der Ausgaben des ''Königsleitners'' im Jahr 2011 zum an der Salzburgleitung geplanten Hotel meinte, ''das sei Elektro-Wellness in Austria, wo der Gast seine Batterien wieder richtig aufladen könne''. Und verleitete Obermoser zu einem verbalen Schreianfall gegenüber Becker, der seinerseits seine Aussage, Obermoser hätte eine ''wahnsinnige Bauabsicht'' wieder zurücknehmen musste.  
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Becker gegenüber steht [[Michael Obermoser]], Hotelier in Königsleiten und [[ÖVP]]-[[Landtagsabgeordneter]]. Er findet es gar nicht lustig, dass Becker in einer der Ausgaben des ''Königsleitners'' im Jahr 2011 zum an der Salzburgleitung geplanten Hotel meinte, ''das sei Elektro-Wellness in Austria, wo der Gast seine Batterien wieder richtig aufladen könne''. Und verleitete Obermoser zu einem verbalen Schreianfall gegenüber Becker, der seinerseits seine Aussage, Obermoser hätte eine ''wahnsinnige Bauabsicht'', wieder zurücknehmen musste.  
    
Becker will aber mit dem Argument mitreden, dass Handwerker  und Geschäfte zum Großteil von den Zweitwohnungsbesitzern lebten. Dem kontert Obermoser, dass Zweitwohnbesitzer den Einheimischen nichts vorschreiben können. Obermoser sieht zwar Zweitwohnbesitzer nicht als Eindringlinge, erwähnt aber, dass die Familie Becker seit Jahren über ihn herzieht.
 
Becker will aber mit dem Argument mitreden, dass Handwerker  und Geschäfte zum Großteil von den Zweitwohnungsbesitzern lebten. Dem kontert Obermoser, dass Zweitwohnbesitzer den Einheimischen nichts vorschreiben können. Obermoser sieht zwar Zweitwohnbesitzer nicht als Eindringlinge, erwähnt aber, dass die Familie Becker seit Jahren über ihn herzieht.
    
=== Die Niederländer ===
 
=== Die Niederländer ===
Etwas diplomatischer verhält sich der gegründete Verein der Niederländer, der [[Almdorfverein]]. Auch dieser möchte den Wald in Königsleiten erhalten. Doch laut den Statuten des Vereins müssen im Vorstand immer zwei Einheimische, zwei Deutsche und zwei Niederländer sitzen.
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Etwas diplomatischer verhält sich der von den Niederländern gegründete Verein, der [[Almdorfverein]]. Auch dieser möchte den Wald in Königsleiten erhalten. Doch laut den Statuten des Vereins müssen im Vorstand immer zwei Einheimische, zwei Deutsche und zwei Niederländer sitzen.
    
== 2012: Obermoser klagt Becker ==
 
== 2012: Obermoser klagt Becker ==
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== 50 Jahre Alm- und Skidorf Königsleiten ==  
 
== 50 Jahre Alm- und Skidorf Königsleiten ==  
Königsleiten ist im Jahr 2018 5o Jahre alt geworden.
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Königsleiten ist im Jahr 2018 50 Jahre alt geworden.
 
   
 
   
Mit einem von der Trachtenmusikkapelle Wald im Pinzgau und der Bundesmusikkapelle Gerlos musikalisch sowie von zahlreichen Vereinen aus Wald im Pinzgau und Gerlos feierlich umrahmten Festakt mit Wortgottesdienst haben die Königsleitner am 18.August 2018 ihr 50-Jahr-Jubiläum begangen.
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Mit einem von der [[Trachtenmusikkapelle Wald im Pinzgau]] und der Bundesmusikkapelle Gerlos musikalisch sowie von zahlreichen Vereinen aus Wald im Pinzgau und Gerlos feierlich umrahmten Festakt mit Wortgottesdienst haben die Königsleitner am [[18. August]] [[2018]] ihr 50-Jahr-Jubiläum begangen.
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Der Verkehrsverein Königsleiten lud zu den Feierlichkeiten und begrüßte unter den Festgästen die Bürgermeister Mag. Erich Czerny aus Krimml, Peter Nindl aus Neukirchen a. Grv., Hannes Enzinger aus Bramberg am Wildkogel, und den Landtagsabgeordneten Michael Obermoser aus der Muttergemeinde Wald i. Pzg., sowie die Vertreter der benachbarten Tourismusverbände. Im Zentrum des Jubiläumsfestes aber standen die Pioniersfamilien, die seit der Gründerzeit bis herauf in die Gegenwart maßgeblich an der Dorfwerdung Anteil nahmen und dem Dorf Leben geben.
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Der Verkehrsverein Königsleiten lud zu den Feierlichkeiten und begrüßte unter den Festgästen die [[Bürgermeister]] Mag. [[Erich Czerny]] aus [[Krimml]], [[Peter Nindl]] aus [[Neukirchen am Großvenediger]] und [[Hannes Enzinger]] aus [[Bramberg am Wildkogel]], den Landtagsabgeordneten Michael Obermoser aus der Muttergemeinde Wald im Pinzgau sowie die Vertreter der benachbarten Tourismusverbände. Im Zentrum des Jubiläumsfestes aber standen die Pioniersfamilien, die seit der Gründerzeit bis herauf in die Gegenwart maßgeblich an der Dorfwerdung Anteil nahmen und dem Dorf Leben geben.
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Alexander Obermoser, der Obmann des Verkehrsvereins Königsleiten, führte durch das Programm und erinnerte in seiner Festrede daran, dass es ohne den Einsatz der Dorfgründer, der Almbauern und Investoren sowie der ersten Siedler, die sich hier mit ihren Familien niederließen, kein Alm- und Skidorf Königsleiten geben würde. Er richtete seinen Dank an die Gemeinde Wald, an die Gerloser Nachbarn und an alle, die ihren Beitrag zur Entwicklung Königsleitens leisteten, und schloss mit dem Wunsch, dass das Alm- und Skidorf auch in den kommenden 50 Jahren eine lebenswerte Heimat für die Nachkommenden sein möge.
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[[Alexander Obermoser]], der Obmann des Verkehrsvereins Königsleiten, führte durch das Programm und erinnerte in seiner Festrede daran, dass es ohne den Einsatz der Dorfgründer, der Almbauern und Investoren sowie der ersten Siedler, die sich hier mit ihren Familien niederließen, kein Alm- und Skidorf Königsleiten geben würde. Er richtete seinen Dank an die Gemeinde Wald, an die Gerloser Nachbarn und an alle, die ihren Beitrag zur Entwicklung Königsleitens leisteten, und schloss mit dem Wunsch, dass das Alm- und Skidorf auch in den kommenden 50 Jahren eine lebenswerte Heimat für die Nachkommenden sein möge.
Anton Hölzl überreichte Ehrenbänder an die Obmänner und Obfrauen der Vereine und Bürgermeister Michael Obermoser, der selbst in Königsleiten aufgewachsen ist, verwies in seinen herzlichen Gratulationsworten auf die Besonderheit dieses Ortes und die günstige Fügung des Schicksals für all jene, die Königsleiten heute ihr Zuhause nennen dürfen.  
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Pünktlich zum Jubiläum gab der Verkehrsverein auch ein neues Buch über die Geschichte Königsleitens heraus. “Königsleiten. Vom Werden eines Alm- und Skidorfes” titelt das Werk, das die Historikerin Sonja Nothdurfter-Grausgruber verfasste und dem Publikum während des Festaktes präsentierte.  
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[[Anton Hölzl]] überreichte Ehrenbänder an die Obmänner und Obfrauen der Vereine und Bürgermeister Michael Obermoser, der selbst in Königsleiten aufgewachsen ist, verwies in seinen herzlichen Gratulationsworten auf die Besonderheit dieses Ortes und die günstige Fügung des Schicksals für all jene, die Königsleiten heute ihr Zuhause nennen dürfen.  
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Auf die Ehrensalve der Gerloser Schützen folgte ein traditioneller Festzug durch das Dorf, der Ehrengäste und Publikum gleichermaßen begeisterte. Musik und Unterhaltung bildeten den Abschluss eines strahlenden Festtages, der den Teilnehmern in schöner Erinnerung verblieb.
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Pünktlich zum Jubiläum gab der Verkehrsverein auch ein neues Buch über die Geschichte Königsleitens heraus. “Königsleiten. Vom Werden eines Alm- und Skidorfes” titelt das Werk, das die Historikerin [[Sonja Nothdurfter-Grausgruber]] verfasste und dem Publikum während des Festaktes präsentierte. Auf die Ehrensalve der Gerloser Schützen folgte ein traditioneller Festzug durch das Dorf, der Ehrengäste und Publikum gleichermaßen begeisterte. Musik und Unterhaltung bildeten den Abschluss eines strahlenden Festtages, der den Teilnehmern in schöner Erinnerung verblieb.
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==