Hans Schläger: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Mit fünf Jahren | + | Mit fünf Jahren trat Schläger als Sänger ins Stift St. Florian bei [[Linz]] ein, später wurde er Hilfslehrer an der Volksschule St. Florian. Als er [[1845]] nach Wien ging, löste ihn [[Anton Bruckner]] in St. Florian ab. In Wien studierte Schläger bei Hofkapellmeister Gottfried Preyer. |
| − | [[1856]] | + | [[1856]] wurde er Chormeister des Wiener Männergesangsvereins und nach dem überraschenden Tod seines Vorgängers [[Alois Taux]] [[1861]] in Salzburg Leiter des [[Dom-Musik-Verein und Mozarteum]]s, seines Zeichens Vorgängerverein des [[Mozarteum]]s. Für die vakante Position hatte sich auch Anton Bruckner beworben, Schläger wurde ihm jedoch vorgezogen. |
| − | [[1868]] | + | [[1868]] brachte der Dirigent Schläger die Solistin Clara Schumann für ein Konzert nach Salzburg, weitere hochkarätige Solisten seiner Zeit taten es ihr gleich. |
| − | Der Komponist Schläger brachte in Salzburg zwei Opern zur Uraufführung, ''Heinrich und Ilse'' ([[1869]]), eine Oper im Wagner Stil, und ''Hans Heidekukuk'' ([[1873]]), beide nachdem er am [[1. Mai]] [[1868]] als Chefdirigent des Mozarteum Orchesters wieder ausgeschieden war. Eine dritte Oper, ''Die Prophezeiung'' ([[1882]]) wurde nur bruchstückweise in Salzburg aufgeführt | + | Der Komponist Schläger brachte in Salzburg zwei Opern zur Uraufführung, ''Heinrich und Ilse'' ([[1869]]), eine Oper im Wagner-Stil, und ''Hans Heidekukuk'' ([[1873]]), beide nachdem er am [[1. Mai]] [[1868]] als Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters wieder ausgeschieden war. Eine dritte Oper, ''Die Prophezeiung'' ([[1882]]), wurde nur bruchstückweise in Salzburg aufgeführt. |
| − | Schlägers frühzeitiges Ausscheiden wurde von ihm offiziell mit seiner anstehenden Hochzeit begründet, er dürfte aber vor allem mit den bescheidenen Mitteln des Orchesters unzufrieden gewesen sein. Nach der Aufgabe seiner öffentlichen Stellung widmete er sich den Salzburger Musikfesten und der Mozartbewegung. Unter anderem wirkte er an der Herausgabe sämtlicher Werke [[Wolfgang Amadeus Mozart|Mozart]]s durch Breitkopf & | + | Seine Kompositionen umfassen auch Kirchenmusik, sinfonische Werke und Lieder. |
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| − | *Horst Erwin Reischenböck: Orchestergeschichte Mozarteum Orchester Salzburg | + | *[[Horst Erwin Reischenböck]]: Orchestergeschichte Mozarteum-Orchester Salzburg |
| − | *Constantin Schneider: Geschichte der Musik in Salzburg von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart. | + | *[[Constantin Schneider]]: ''Geschichte der Musik in Salzburg von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart'' (1935). |
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Version vom 10. April 2012, 23:03 Uhr
Hans Schläger (* 5. Dezember 1820 in Feldkirchen, Oberösterreich; † 17. Mai 1885 in Salzburg) war Komponist und einer der ersten Chefdirigenten des Mozarteum-Orchesters.
Leben
Mit fünf Jahren trat Schläger als Sänger ins Stift St. Florian bei Linz ein, später wurde er Hilfslehrer an der Volksschule St. Florian. Als er 1845 nach Wien ging, löste ihn Anton Bruckner in St. Florian ab. In Wien studierte Schläger bei Hofkapellmeister Gottfried Preyer.
1856 wurde er Chormeister des Wiener Männergesangsvereins und nach dem überraschenden Tod seines Vorgängers Alois Taux 1861 in Salzburg Leiter des Dom-Musik-Verein und Mozarteums, seines Zeichens Vorgängerverein des Mozarteums. Für die vakante Position hatte sich auch Anton Bruckner beworben, Schläger wurde ihm jedoch vorgezogen.
1868 brachte der Dirigent Schläger die Solistin Clara Schumann für ein Konzert nach Salzburg, weitere hochkarätige Solisten seiner Zeit taten es ihr gleich.
Der Komponist Schläger brachte in Salzburg zwei Opern zur Uraufführung, Heinrich und Ilse (1869), eine Oper im Wagner-Stil, und Hans Heidekukuk (1873), beide nachdem er am 1. Mai 1868 als Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters wieder ausgeschieden war. Eine dritte Oper, Die Prophezeiung (1882), wurde nur bruchstückweise in Salzburg aufgeführt.
Seine Kompositionen umfassen auch Kirchenmusik, sinfonische Werke und Lieder.
Schlägers frühzeitiges Ausscheiden wurde von ihm offiziell mit seiner anstehenden Hochzeit begründet, er dürfte aber vor allem mit den bescheidenen Mitteln des Orchesters unzufrieden gewesen sein. Nach der Aufgabe seiner öffentlichen Stellung widmete er sich den Salzburger Musikfesten und der Mozartbewegung. Unter anderem wirkte er an der Herausgabe sämtlicher Werke Mozarts durch Breitkopf & Härtel mit.
Nach Hans Schläger ist die Schlägergasse im Salzburger Stadtteil Gneis benannt. Sie mündet pikanterweise in die Tauxgasse, die nach seinem Vorgänger benannt ist.
Quellen
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- Horst Erwin Reischenböck: Orchestergeschichte Mozarteum-Orchester Salzburg
- Constantin Schneider: Geschichte der Musik in Salzburg von der ältesten Zeit bis zur Gegenwart (1935).