Salzburger Kaffeehäuser: Unterschied zwischen den Versionen
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Staiger betrieb es noch elf Jahre in der Goldgasse, ehe er [[1764]] in das Eckhaus gegenüber der [[Alte Residenz|lten Residenz]] übersiedelte, wo er [[1772]] die Schokolademacher-Konzession erhielt. | Staiger betrieb es noch elf Jahre in der Goldgasse, ehe er [[1764]] in das Eckhaus gegenüber der [[Alte Residenz|lten Residenz]] übersiedelte, wo er [[1772]] die Schokolademacher-Konzession erhielt. | ||
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| + | Das Café Mozart befindet sich in der Getreidegasse 22, früher Tragasse genannt. Die bürgerliche Kaffeesiederin Sophie Gasparotti, die schon längere Zeit im Besitz des oben erwähnten Gerlich'schen Kaffeehaus war, erwarb [[1824]] das Haus in der Getreidegasse das erste Stockwerk und eröffnete dort ein Kaffeehaus. In Folge wechselte es mehrmals den Besitzer, bis [[1922]] Ambros und Alois Crozzoli es ''Café Mozart'' nannten. | ||
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| + | Nach [[1930]] war es Heimstätte zahlreicher Künstler wie Slavi Soucek, Eduard Bäumer, Hilde Geger oder Roland von Bohr, Musiker wie Bernhard Paumgartner, Friedirch Gulda oder Literaten wie Alois Graßmayer oder Ludwig Prähauser. | ||
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| + | Nach dem Zweiten Weltkrieg war es der Offiziersclub des 756. Panzerbataillons der Amerikaner. [[Thomas Bernhard]], Herwig Seeböck, [[Rudolf Bayr]], [[Friedl Werner]] oder André Heller waren hier später Gäste. Zuletzt war es auch als Schach-Café bekannt in Salzburg. | ||
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| + | Am [[1. Oktober]] [[1883]] scheinen Elisabeth, geborene Irber, und Josef Musch als Besitzer des Café Bazar auf. Nach dem Tod seiner Frau verkauft Musch [[1886]] an Johann und Philippine Brandl das Café und [[1906]] geht es in den Besitz von Otto Tomaselli. | ||
====Café Glockenspiel==== | ====Café Glockenspiel==== | ||
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====Café Getreidegasse==== | ====Café Getreidegasse==== | ||
Version vom 5. Mai 2007, 20:14 Uhr
Ob nun das Café von Georg Franz Koltschitzky in Wien nach der Türkenbelagerung das erste Kaffeehaus in Europa war oder jenes in Venedig oder jenes in Marseille, wird sich wohl nicht mehr mit Sicherheit klären lassen.
Doch die Tradition der Cafés in Salzburg lässt sich wohl nachverfolgen und soll nachstehend dokumentiert werden.
wird in den nächsten Tage vervollständigt
Cafés
Café Staiger-Tomaselli
Es war das erste Kaffeehaus in Salzburg und wurde am 31. März 1700 eröffnet. Der 1670 eingewanderte Savoyarde Jean Fontaine, der mit einer Salzburgerin verheiratet war, eröffnete dieses Café, das "Cafegewölb" in der Goldgasse Nr. 5. Nach seinem Tod wechselte das Café mehrmals seinen Besitzer (u a. ein Josef Johann Hruby, der es an seine Tochter übergab, die mit dem Feldtrompeter Engelhart verheiratet war), bis am 3. August 1753 der aus Wien stammende erzbischöflich Lavant'sche Hausmeister Anton Steiger von Erzbischof Siegmund III. Graf Schrattenbach die Genehmigung [...]das Engelhart'sche Cafégewölb mit allen seinen Möbeln unverrückter an sich zu nehmen...'
Staiger betrieb es noch elf Jahre in der Goldgasse, ehe er 1764 in das Eckhaus gegenüber der lten Residenz übersiedelte, wo er 1772 die Schokolademacher-Konzession erhielt. Anton Staiger zählte die Familie Mozart und Michael Haydn zu seinem Freundeskreis. Er starb am 8. Jänner 1781 und bei seiner Trauerfeier in St. Peter wurde ein Requiem von Michael Haydn aufgeführt.
Der Sohn, Franz Anton Staiger, vergrößerte das Café. Sein Sohn Josef übergab es dann Pächtern. Wie beim "Erich'schen Kaffeehaus" nachzulesen sein wird, kam aus dieser Familie eine Tochter, die den Sohn von Giuseppe Tomaselli, Karl Tomaselli, gelernter Zuckerbäcker, heirate und beide am 12. März 1852 das Staiger'sche Kaffeehaus um 36.000 Gulden Reichswährung kauften. Seither ist es im Besitz der Familie Tomaselli.
1859 wurde schräg gegenüber dem Stammlokal der Tomaselli-Kiosk eröffnet. 1937/38 wurde nach Plänen des Salzburger Architekten Otto Prosinger die Tomaselli-Terrasse errichtet.
Das Gerlich'sche und das Erich'sche Kaffeehaus
Aus diesen beiden Kaffeehäusern ging das Café Mozart hervor. 1734 ging aus der Hochzeit der Tochter des Hofzuckerbäckers Virgil Hartensteiner mit Johann Franz Gerlich in der Getreidegasse das zweite Salzburger Kaffeehaus hervor. Die Tochter aus dieser Ehe heiratete in zweiter Ehe den Beamten des Domkapitels Leopold Erich. Deren Stieftochter, Antonia Honikel war mit dem späteren Hoftenoristen Giuseppe Tomaselli verheiratet. Einer der Söhne erwarb dann 1852 das Kaffeehaus Staiger.
Café Mozart
Das Café Mozart befindet sich in der Getreidegasse 22, früher Tragasse genannt. Die bürgerliche Kaffeesiederin Sophie Gasparotti, die schon längere Zeit im Besitz des oben erwähnten Gerlich'schen Kaffeehaus war, erwarb 1824 das Haus in der Getreidegasse das erste Stockwerk und eröffnete dort ein Kaffeehaus. In Folge wechselte es mehrmals den Besitzer, bis 1922 Ambros und Alois Crozzoli es Café Mozart nannten.
Nach 1930 war es Heimstätte zahlreicher Künstler wie Slavi Soucek, Eduard Bäumer, Hilde Geger oder Roland von Bohr, Musiker wie Bernhard Paumgartner, Friedirch Gulda oder Literaten wie Alois Graßmayer oder Ludwig Prähauser.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war es der Offiziersclub des 756. Panzerbataillons der Amerikaner. Thomas Bernhard, Herwig Seeböck, Rudolf Bayr, Friedl Werner oder André Heller waren hier später Gäste. Zuletzt war es auch als Schach-Café bekannt in Salzburg.
Café Endres
Café Bazar
Am 1. Oktober 1883 scheinen Elisabeth, geborene Irber, und Josef Musch als Besitzer des Café Bazar auf. Nach dem Tod seiner Frau verkauft Musch 1886 an Johann und Philippine Brandl das Café und 1906 geht es in den Besitz von Otto Tomaselli.
Café Glockenspiel
Heute Café Demel.