Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Erg Foto ~~~~)
K (Textersetzung - „Rupert“ durch „Rupert“)
 
(65 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
[[Bild:Morzger kirche 1.jpg|thumb|Der Altar]]Die '''{{PAGENAME}}''' ist eine [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Kirche im [[Salzburg]]er Stadtteil [[Morzg]].  
+
[[Datei:Morzger kirche 2.jpg|thumb|Stadtpfarrkirche Morzg außen.]]
 +
{{googlemapsort|Gneiser_Straße_62_B+5020+Salzburg}}
 +
[[Bild:Morzger kirche 1.jpg|thumb|Der gotische Flügelaltar.]]
 +
Die '''Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus''' ist eine [[Katholische Kirche|römisch-katholische]] Kirche im [[Salzburger Stadtteil]] [[Morzg]]. Sie zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte im Salzburger Stadtteil Morzg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Die Pfarrkirche zum hl. Vitus in Morzg wird urkundlich erstmals im Jahr [[1139]] erwähnt.
+
Die Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus in Morzg wird urkundlich erstmals im Jahr [[1139]] erwähnt. Um 1680 wurde auf Resten der alten Kirche mit dem Bau einer neuen barocken Kirche begonnen. Von dem alten [[Gotik|gotischen]] Kirchenbau ist im Kern außer dem gotischen Altar wohl nur der polygonale Chorabschluss erhalten, auch Teile des Turmes bleiben bestehen. [[1683]] war die Umgestaltung zu einer [[barock]]en Staffelkirche mit niedrigeren Seitenschiffen fertig gestellt. Der Umbau zum Zwiebelturm erfolgte urkundlich [[1764]].
Das Gotteshaus, so wie es sich heute darstellt, ist im Wesentlichen ein Neubau. Er wurde um 1680 begonnen. Von dem alten [[Gotik|gotischen]] Kirchenbau ist nur der polygonale Chorabschluss erhalten und es blieb der Turm bestehen. [[1683]] wurde diese Kirche zu einer [[barock]]en Staffelkirche mit etwas niedrigeren Seitenschiffen umgebaut. Der Zwiebelturm stammt von [[1764]]. <br />
 
Sehenswert sind in der Kirche die Fresken, die [[Anton Faistauer]] [[1922]]/[[1923]] − teilweise mit Hilfe von Mitarbeitern, darunter auch [[Wilhelm Kaufmann]] − schuf und die heute einen besonderen Anziehungspunkt darstellen, weil Morzg als einziges Gotteshaus in Salzburg ein herausragendes Werk der zeitgenössischen Kunst aus der Zwischenkriegsepoche besitzt. <br />
 
Der gotische Hochaltar stammt von [[1480]]. Er zeigt den Heiligen Vitus als Hauptpatron der Kirche in der Mitte, den Heiligen Georg mit Drachen zu seiner Linken und den Heiligen Leonhard, der Abt mit Kette und Buch, zur Rechten. Die Außenflügel zeigen im geöffneten Zustand vier Szenen aus der Vitus-Legende. <br />
 
Die Außenwand der Kirche schmückt ein [[Römer|römischer]] Grabstein mit der Skulptur eines Delphins, der aus dem [[2. Jahrhundert|2.]]/[[3. Jahrhundert]] stammt.
 
  
Zur Baugeschichte, Einrichtung und künstlerischen Ausstattung der Pfarrkirche zum hl. Vitus in Morzg: <br />
+
Die Außenwand der Kirche schmückt ein [[Römer|römischer]] Grabstein mit der Skulptur eines Delphins, einem Auferstehungssymbol, das aus dem [[2. Jahrhundert|2.]]/[[3. Jahrhundert]] stammt.
* [http://www.kirchen.net/upload/29353_Morzg.pdf ''Offizieller Kirchenführer'', Verlag St.Peter, Erzabtei St.Peter A-5010 Salzburg]
+
 
 +
==Der gotische Flügelaltar==
 +
Der wertvolle spätgotische Hochaltar stammt aus den Jahren um  [[1480]] und damit aus der gotischen Kirche. Der Altar ist landesweit der einzige gotische Flügelalter, der bis heute an seinem ursprünglichen Platz steht und ist landesweit neben dem [[Veit Stoß|Veit-Stoß]]-Altar in der [[Johanneskapelle]] der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] und dem Flügelalter der [[Kirche Mariae Himmelfahrt (Abtei Nonnberg)|Kirche Mariae Himmelfahrt]] einer vor lediglich drei in Kirchen erhaltenen gotischen Flügelaltären. Die neugotische Ergänzungen an diesem Altar aus der Mitte des [[19. Jahrhundert]]s wurden 1960-1961 wieder entfernt. Die Pretella mit dem Tafelbild Christi und den 12 Aposteln sowie die Statuen neben dem Tabernakel - Nikolaus und Sebastian sind weiterhin neugotische Ergänzungen.  
 +
 
 +
Der Flügelaltar zeigt im Mittelschrein den heiligen Vitus (Veit) als Hauptpatron der Kirche in der Mitte, den heiligen Georg mit Drachen zu seiner Linken und den heiligen Leonhard, der Abt mit Kette und Buch, zur Rechten.
 +
 
 +
Die Flügel zeigen im geöffneten Zustand vier Szenen aus der Legende des heiligen Veit: Veit verweigert das Götzenopfer, Versuchung des hl. Veit, Erblindung des Vaters, hl. Veit im Ölkessel mit den hl. Modestus und Crescenzia. 
 +
 
 +
Die Flügelaußenseiten (Altar im geschlossenen Zustand) zeigen die Erhebung Maria Magdalenas, die Marter des hl. Sebastian, die Marter der hl. Ursula sowie die Marter des hl. Achatius.
 +
 
 +
==Die Seitenaltäre==
 +
Von [[Johann Friedrich Pereth]] stammen die Bilder der beiden barocken Seitenaltäre:
 +
* ''Hl. Familie mit den hll. Antonius von Padua u. Franz de Paula'', [[1686]], rechtes Seitenaltarbild mit dem Bild von Morzg und der Emsburg an der Hellbrunner Allee 
 +
* ''Hll. Sebastian und Florian'', 1686, Oberbild des rechten Seitanaltars 
 +
* ''Maria mit den hll. Erasmus und Barbara'', [[Rupert von Salzburg|Rupert]] (Attribut: [[Salzfass]]) und [[Virgil]] (Attribut: [[Dom]])'', 1686, mit dem Bild der [[Frohnburg]] an der [[Hellbrunner Allee]]
 +
* ''Hll. Johannes der Täufer und Rochus'', 1686, Oberbild des linken Seitenaltars
 +
 
 +
== Herabhängenden Rosenkranzmadonna ==
 +
[[Datei:Morzger kirche 5.jpg|thumb|Innenaufnahme mit der herabhängenden Rosenkranzmadonna.]]
 +
* {{Kulturklauberin|https://www.sn.at/kolumne/kulturklauberin/die-sonne-frauenzeichen-156986152}}
 +
Die aus Holz gefertigte und bemalte Skulptur eines unbekannten Künstlers stammt aus dem späten [[17. Jahrhundert]].
 +
 
 +
== Die Fresken Anton Faistauers ==
 +
:''Hauptartikel [[Anton-Faistauer-Fresken in der Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus]]''
 +
Sehenswert sind vor allem auch die Fresken in der Kirche, die [[Anton Faistauer]]  und seine Mitarbeiter, darunter  [[Wilhelm Kaufmann]] und [[Theodor Kern]] − in den Jahren [[1922]]–[[1923]] schuf. Diese Fresken sind heute ein besonderer Anziehungspunkt, weil Morzg als einziges Gotteshaus in Salzburg damit ein herausragendes Werk zeitgenössischer Kunst der [[Zwischenkriegszeit]] besitzt, das sich in ausgezeichneter Weise in die barocke Kirche einfügt. 
  
 
== Friedhof ==
 
== Friedhof ==
Der Friedhof liegt rund um die Pfarrkirche Morzg und wird von einer schönen unregelmäßigen Steinmauer begrenzt. Unter den vielen Menschen, die hier ihre letzte Ruhe fanden, sind besonders bekannt gewesen: Landeshauptmann Dr. [[Franz Rehrl]] († 1947), Wirkl. Hofrat Landeshauptmann Dr. [[Josef Rehrl]], Direktor der [[Landeszentrum für Hör- und Sehbildung|Landestaubstummenanstalt]] († 1960),  [[Tobias Reiser d. Ä.]](† 1974), Univ.-Prof. Dr. [[Hans Sedlmayr]] († 1984), Prof. [[Nora Watteck]] († 1993), Dr. [[Johannes Graf von Moy]] († 1995).
+
:''Hauptartikel [[Friedhof von Morzg]]''
+
 
 +
== Bilder ==
 +
{{Bildkat}}
 
== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
* [http://www.pfarre-morzg.at/pfarre-morzg www.pfarre-morzg.at/pfarre-morzg]
 
* [http://www.pfarre-morzg.at/pfarre-morzg www.pfarre-morzg.at/pfarre-morzg]
  
 
== Quelle ==
 
== Quelle ==
* [http://www.kirchen.net/upload/29353_Morzg.pdf ''Offizieller Kirchenführer'', Verlag St.Peter, Erzabtei St.Peter A-5010 Salzburg]
+
* [http://www.pfarre-morzg.at/fileadmin/user_upload/subportale/Pfarre_Morzg/PDF_Dateien/29353_Morzg.pdf www.pfarre-morzg.at], Kirchenführer als PDF
* [[Benutzer:xxlstier|Mag. Thomas Schmiedbauer]] eigene Wahrnehmung und Besichtigung vor Ort
 
<references/>
 
 
   
 
   
== Bildergalerie ==
+
{{Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg}}
<gallery>
 
Datei:Morzger kirche 2.jpg| Pfarrkirche Morzg außen
 
Datei:Stadtpfarrkirche Morzg, Foto v. 21.12.2011.jpg| Pfarrkirche Morzg, Foto v. 21.12.2011
 
Bild:Morzger kirche 3.jpg|Morzger Pfarrkirche
 
Datei:Stadtpfarrkirche Morzg, Innenansicht am 21.12.2011.jpg| Pfarrkirche Morzg, Innenansicht am 21.12.2011
 
Datei:Panoramaaufnahme vom Morzger Friedhof.JPG|Panoramaaufnahme vom Morzger Friedhof
 
Datei:Stein in der Pfarrkirche Morzg.jpg|eingemauerter römischer Stein an der Mauer der Pfarrkirche Morzg
 
Datei:Pfarrkirche Morzg Fresken Anton Faistauer Detail.jpg | Pfarrkirche Morzg Fresken Anton Faistauer Detail
 
</gallery>
 
  
 +
{{SORTIERUNG: hl. Vitus, Stadtpfarrkirche zum}}
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Morzg]]
 
[[Kategorie:Morzg]]
[[Kategorie:Kirche]]
+
[[Kategorie:Religion]]
 +
[[Kategorie:Erzdiözese]]
 +
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)‎]]
 +
[[Kategorie:Kultur und Bildung]]
 +
[[Kategorie:Architektur]]
 +
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
 +
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
 
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
 
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]]
[[Kategorie:Kirche (Geschichte)]]
+
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Architektur]]
+
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]]

Aktuelle Version vom 26. März 2025, 20:46 Uhr

Stadtpfarrkirche Morzg außen.
Karte
Der gotische Flügelaltar.

Die Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus ist eine römisch-katholische Kirche im Salzburger Stadtteil Morzg. Sie zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Geschichte

Die Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus in Morzg wird urkundlich erstmals im Jahr 1139 erwähnt. Um 1680 wurde auf Resten der alten Kirche mit dem Bau einer neuen barocken Kirche begonnen. Von dem alten gotischen Kirchenbau ist im Kern außer dem gotischen Altar wohl nur der polygonale Chorabschluss erhalten, auch Teile des Turmes bleiben bestehen. 1683 war die Umgestaltung zu einer barocken Staffelkirche mit niedrigeren Seitenschiffen fertig gestellt. Der Umbau zum Zwiebelturm erfolgte urkundlich 1764.

Die Außenwand der Kirche schmückt ein römischer Grabstein mit der Skulptur eines Delphins, einem Auferstehungssymbol, das aus dem 2./3. Jahrhundert stammt.

Der gotische Flügelaltar

Der wertvolle spätgotische Hochaltar stammt aus den Jahren um 1480 und damit aus der gotischen Kirche. Der Altar ist landesweit der einzige gotische Flügelalter, der bis heute an seinem ursprünglichen Platz steht und ist landesweit neben dem Veit-Stoß-Altar in der Johanneskapelle der Benediktinerinnenabtei Nonnberg und dem Flügelalter der Kirche Mariae Himmelfahrt einer vor lediglich drei in Kirchen erhaltenen gotischen Flügelaltären. Die neugotische Ergänzungen an diesem Altar aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden 1960-1961 wieder entfernt. Die Pretella mit dem Tafelbild Christi und den 12 Aposteln sowie die Statuen neben dem Tabernakel - Nikolaus und Sebastian sind weiterhin neugotische Ergänzungen.

Der Flügelaltar zeigt im Mittelschrein den heiligen Vitus (Veit) als Hauptpatron der Kirche in der Mitte, den heiligen Georg mit Drachen zu seiner Linken und den heiligen Leonhard, der Abt mit Kette und Buch, zur Rechten.

Die Flügel zeigen im geöffneten Zustand vier Szenen aus der Legende des heiligen Veit: Veit verweigert das Götzenopfer, Versuchung des hl. Veit, Erblindung des Vaters, hl. Veit im Ölkessel mit den hl. Modestus und Crescenzia.

Die Flügelaußenseiten (Altar im geschlossenen Zustand) zeigen die Erhebung Maria Magdalenas, die Marter des hl. Sebastian, die Marter der hl. Ursula sowie die Marter des hl. Achatius.

Die Seitenaltäre

Von Johann Friedrich Pereth stammen die Bilder der beiden barocken Seitenaltäre:

  • Hl. Familie mit den hll. Antonius von Padua u. Franz de Paula, 1686, rechtes Seitenaltarbild mit dem Bild von Morzg und der Emsburg an der Hellbrunner Allee
  • Hll. Sebastian und Florian, 1686, Oberbild des rechten Seitanaltars
  • Maria mit den hll. Erasmus und Barbara, Rupert (Attribut: Salzfass) und Virgil (Attribut: Dom), 1686, mit dem Bild der Frohnburg an der Hellbrunner Allee
  • Hll. Johannes der Täufer und Rochus, 1686, Oberbild des linken Seitenaltars

Herabhängenden Rosenkranzmadonna

Innenaufnahme mit der herabhängenden Rosenkranzmadonna.

Die aus Holz gefertigte und bemalte Skulptur eines unbekannten Künstlers stammt aus dem späten 17. Jahrhundert.

Die Fresken Anton Faistauers

Hauptartikel Anton-Faistauer-Fresken in der Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus

Sehenswert sind vor allem auch die Fresken in der Kirche, die Anton Faistauer und seine Mitarbeiter, darunter Wilhelm Kaufmann und Theodor Kern − in den Jahren 19221923 schuf. Diese Fresken sind heute ein besonderer Anziehungspunkt, weil Morzg als einziges Gotteshaus in Salzburg damit ein herausragendes Werk zeitgenössischer Kunst der Zwischenkriegszeit besitzt, das sich in ausgezeichneter Weise in die barocke Kirche einfügt.

Friedhof

Hauptartikel Friedhof von Morzg

Bilder

 Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblinks

Quelle

Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg