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'''Josef Reiter''' (* [[19. Jänner]] [[1862]] in [[Braunau am Inn]] ; † [[2. Juni]] [[1939]] in [[Bad Reichenhall]], [[Berchtesgadener Land]]) war Komponist und Direktor des [[Mozarteums]], später Kapellmeister des Hofburgtheaters.
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'''Josef Reiter''' (* [[19. Jänner]] [[1862]] in [[Braunau am Inn]], [[Innviertel]], [[OÖ]]; † [[2. Juni]] [[1939]] in [[Bayerisch Gmain]], [[Berchtesgadener Land]]) war Musikpädagoge, Komponist und Direktor des [[Universität Mozarteum Salzburg|Mozarteums]].
  
Reiter wurde vor allem als Lieder- und Chorkomponist bekannt, seine Orchester- und Kammermusikwerke sind an der Klassik orientiert. Schuf [[1938]] eine Kantate über den Anschluss.
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Josef Reiter war der Sohn eines Lehrers und Organisten und erhielt bereits ab dem fünften Lebensjahr Musikunterricht. [[1872]] übersiedelte die Familie nach Linz, wo er [[1880]] maturierte, die Lehrerbildungsanstalt besuchte und in den Schuldienst eintrat. [[1884]] legte er die Lehramtsprüfung in Gesang, Klavier und Orgel für Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten ab. Die nächsten Jahre unterrichtete er in [[Oberösterreich]] und [[Niederösterreich]] und bildete sich autodidaktisch weiter. Ab [[1886]] war er als Musiklehrer, Chor- und Orchesterdirigent in [[Wien]] tätig.
  
[[1918]] schuf er die Bühnenmusik zu Ferdinand Raimunds "Der Bauer als Millionär".
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[[1908]] wurde er als Direktor des [[Internationale Stiftung Mozarteum|Salzburger Mozarteums]], löste jedoch bereits drei Jahre später zum [[30. September]] [[1911]] seinen Anstellungsvertrag und kehrte nach Wien zurück. Dort war er als freischaffender Komponist und Musiker tätig, war [[1917]]–1918 Kapellmeister des Hofburgtheaters und übersiedelte 1921 nach Schloss Riedegg in Öberösterreich, später nach Beyerisch Gmain, wo er 1939 verstarb.
  
==Quelle==
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Reiter wurde vor allem als Lieder- und Chorkomponist bekannt, seine Orchester- und Kammermusikwerke orientieren sich an der Klassik. Er komponierte [[1938]] eine Kantate über den [[Anschluss]].
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== Bühnenwerke ==
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* ''Klopstock in Zürich'' (1894)
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* ''Der Bundschuh'' (1900)
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* ''Der Tell'' (1917)
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* ''Der Bauer als Millionär'' (1918)
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== Ehrungen ==
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* [[1932]] wurde Josef Reiter das ''Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich'' verliehen. Die Stadt Wien verlieh ihm ihr Bürgerrecht.
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== Quellen ==
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* Hans Jancik: ''Reiter, Josef'', in Blume, Friedrich (Hg): ''Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik''. Band 11. Kassel (Bärenreiter) 1963, Sp. 214.
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Aktuelle Version vom 29. Dezember 2025, 11:43 Uhr

Josef Reiter (* 19. Jänner 1862 in Braunau am Inn, Innviertel, ; † 2. Juni 1939 in Bayerisch Gmain, Berchtesgadener Land) war Musikpädagoge, Komponist und Direktor des Mozarteums.

Leben

Josef Reiter war der Sohn eines Lehrers und Organisten und erhielt bereits ab dem fünften Lebensjahr Musikunterricht. 1872 übersiedelte die Familie nach Linz, wo er 1880 maturierte, die Lehrerbildungsanstalt besuchte und in den Schuldienst eintrat. 1884 legte er die Lehramtsprüfung in Gesang, Klavier und Orgel für Mittelschulen und Lehrerbildungsanstalten ab. Die nächsten Jahre unterrichtete er in Oberösterreich und Niederösterreich und bildete sich autodidaktisch weiter. Ab 1886 war er als Musiklehrer, Chor- und Orchesterdirigent in Wien tätig.

1908 wurde er als Direktor des Salzburger Mozarteums, löste jedoch bereits drei Jahre später zum 30. September 1911 seinen Anstellungsvertrag und kehrte nach Wien zurück. Dort war er als freischaffender Komponist und Musiker tätig, war 1917–1918 Kapellmeister des Hofburgtheaters und übersiedelte 1921 nach Schloss Riedegg in Öberösterreich, später nach Beyerisch Gmain, wo er 1939 verstarb.

Reiter wurde vor allem als Lieder- und Chorkomponist bekannt, seine Orchester- und Kammermusikwerke orientieren sich an der Klassik. Er komponierte 1938 eine Kantate über den Anschluss.

Bühnenwerke

  • Klopstock in Zürich (1894)
  • Der Bundschuh (1900)
  • Der Totentanz (1905)
  • Der Tell (1917)
  • Der Bauer als Millionär (1918)

Ehrungen

  • 1932 wurde Josef Reiter das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Die Stadt Wien verlieh ihm ihr Bürgerrecht.
  • Im August 1938 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen. Über 75 Jahre nach seinem Tod wurde ihm diese am 10. Dezember 2014 durch den Salzburger Gemeinderat aberkannt.[1]

Quellen

  • Scharf, Katharina: Paul Graener - der gescheiterte Reformer, in: Julia Hinterberger (Hrsg.): Von der Musikschule zum Konservatorium. Das Mozarteum 1841–1922: Wien (Hollitzer) 2017, S. 353ff.
  • Hans Jancik: Reiter, Josef, in Blume, Friedrich (Hg): Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Allgemeine Enzyklopädie der Musik. Band 11. Kassel (Bärenreiter) 1963, Sp. 214.
  • Eintrag zu Josef Reiter (Mozarteum) in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)

Einzelnachweis

Zeitfolge