Johann Evangelist Schmid: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Epitaphe Friedhof St. Sebastian Salzburg 020.JPG|mini|Epitaph Schmids im Sebastiansfriedhof]]'''Johann Evangelist Schmid''' (* [[28. Dezember]] [[1757]] in Wangen im Allgäu; † [[4. März]] [[1804]] in [[Salzburg]]) arbeitete in Baden-Württemberg und Salzburg als [[Orgelbauer|Orgel-]] und Klavierbauer und letzter bestellter [[Orgelbauer#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] am [[Salzburger Fürstenhof]].
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'''Johann Evangelist Schmid''' (* [[28. Dezember]] [[1757]] in Wangen im Allgäu, [[Deutschland]]; † [[4. März]] [[1804]] in der [[Stadt Salzburg]]) arbeitete in Baden-Württemberg und Salzburg als [[Orgelbauer|Orgel-]] und Klavierbauer und letzter bestellter [[Orgelbauer#Hoforgelmacher|Hoforgelmacher]] am [[Salzburger Fürstenhof]].
  
 
== Leben ==
 
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Johann Evangelist Schmid stammte aus Wangen im Allgäu, wo er zunächst das Schreinerhandwerk und dann, bei Samuel Oexle<ref>Dessen Sohn Caspar Oechsle als letzter Reichsabt von Salem einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat; siehe Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Oechsle], aufgerufen am 21. September 2015.</ref> in Schömberg, die Orgelbaukunst erlernte. Danach begab er sich auf Wanderschaft: zuerst nach Wien, wo er fünf Jahre verbrachte, dann nach Budapest, weiter über Böhmen nach Dresden und nach Leipzig und schließlich nach Augsburg.  
 
Johann Evangelist Schmid stammte aus Wangen im Allgäu, wo er zunächst das Schreinerhandwerk und dann, bei Samuel Oexle<ref>Dessen Sohn Caspar Oechsle als letzter Reichsabt von Salem einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat; siehe Wikipedia: [https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_Oechsle], aufgerufen am 21. September 2015.</ref> in Schömberg, die Orgelbaukunst erlernte. Danach begab er sich auf Wanderschaft: zuerst nach Wien, wo er fünf Jahre verbrachte, dann nach Budapest, weiter über Böhmen nach Dresden und nach Leipzig und schließlich nach Augsburg.  
  
In Augsburg arbeitet er über ein Jahr bei dem berühmten Klavier- und [[Orgelbauer]] Johann Andreas Stein, da er sich ''… in Hinsicht der Klavier-Instrumente noch zu schwach'' [fühlte]. ''... Stein verdankte er auf diesem Gebiet alles''<ref>[[Benedikt Pillwein|Pillwein, Benedikt]]: ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten e''[t]''c'', Salzburg: [[Johann Baptist Mayr|Mayr’sche Buchhandlung]] 1821, S. 209.</ref>. Dort dürfte er die Bekanntschaft mit [[Leopold Mozart]] gemacht haben, der einige seiner Klaviere an Salzburger Bürger vermittelte. Im Auftrag von [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] fragte Leopold Mozart bei Schmid, der seine Werkstätte mittlerweile in Stühlingen hatte, nach, ob er nicht die Stelle des Salzburger Hoforgelmachers übernehmen wolle, weil Hoforgelmacher [[Johann Rochus Egedacher]] am [[14. Juni]] [[1785]] verstorben sei. Nach seiner Zusage erhielt Schmid am [[20. November]] [[1785]] das Salzburger Hoforgelmacherdekret. Im Jänner 1786 wollte er nach Salzburg ziehen und sein Quartier im [[Amannhaus]], [[Getreidegasse]] 21 aufschlagen, sein Gehalt war schon vereinbart worden und betrug monatlich 19 [[Gulden]]<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 904, Z. 55-60.</ref>.  Die günstige Auftragslage ermöglichte ihm dann, eine Etage im [[Elephantenhaus]], [[Kajetanerplatz]] 3, zu erwerben, am [[10. September]] [[1801]] kauft er das ''[[Benefiziatenhaus Imberg]] an der Kapuzinerstiege'' (jetzt [[Imbergstiege]] 4), in das er im Jahre 1800 gezogen war. Neben diesem Haus wollte er auch ein Windrad errichten, das über einen Seilzug eine Säge und einen Schleifstein betreiben sollte. Wegen der Befürchtung der Nachbarn, dass die ''Mühle'' den Blitz anzöge, musste er sie wieder abtragen.
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In Augsburg arbeitet er über ein Jahr bei dem berühmten Klavier- und [[Orgelbauer]] Johann Andreas Stein, da er sich ''… in Hinsicht der Klavier-Instrumente noch zu schwach'' [fühlte]. ''... Stein verdankte er auf diesem Gebiet alles''<ref>[[Benedikt Pillwein|Pillwein, Benedikt]]: ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten e''[t]''c'', Salzburg: [[Johann Baptist Mayr|Mayr’sche Buchhandlung]] 1821, S. 209.</ref>. Dort dürfte er die Bekanntschaft mit [[Leopold Mozart]] gemacht haben, der einige seiner Klaviere an Salzburger Bürger vermittelte. Im Auftrag von [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] fragte Leopold Mozart bei Schmid, der seine Werkstätte mittlerweile in Stühlingen hatte, nach, ob er nicht die Stelle des Salzburger Hoforgelmachers übernehmen wolle, weil Hoforgelmacher [[Johann Rochus Egedacher]] am [[14. Juni]] [[1785]] verstorben sei. Nach seiner Zusage erhielt Schmid am [[20. November]] [[1785]] das Salzburger Hoforgelmacherdekret. Im Jänner 1786 wollte er nach Salzburg ziehen und sein Quartier im [[Amannhaus]], [[Getreidegasse]] 21 aufschlagen, sein Gehalt war schon vereinbart worden und betrug monatlich 19 [[Gulden]]<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u. a. 1963, Bd. III, Nr. 904, Z. 55-60.</ref>.  Die günstige Auftragslage ermöglichte ihm dann, eine Etage im [[Elephantenhaus]], [[Kajetanerplatz]] 3, zu erwerben, am [[10. September]] [[1801]] kauft er das ''[[Benefiziatenhaus Imberg]] an der Kapuzinerstiege'' (jetzt [[Imbergstiege]] 4), in das er im Jahre 1800 gezogen war. Neben diesem Haus wollte er auch ein Windrad errichten, das über einen Seilzug eine Säge und einen Schleifstein betreiben sollte. Wegen der Befürchtung der Nachbarn, dass die ''Mühle'' den Blitz anzöge, musste er sie wieder abtragen.
  
 
Seine Zeitgenossen bewunderten seine Klaviere, insbesondere seine ''pyramidenförmigen Fortepianos''. Wenig ist über seine Qualitäten als Orgelbauer in Salzburg bekannt, weil durch seinen frühen Tod nur wenige Orgelprojekte zur Ausführung kamen. Als fortschrittlicher Orgelbauer war er in Salzburg auf eine rückständige Orgelbautradition gestoßen. Verbittert schrieb er z. B. in einem Befund, dass die Orgel der [[Kollegienkirche]] Salzburg von einer ''Beschränktheit'' [wäre]'', die in keiner Gegend Deutschlands mehr anzutreffen'' [sei]''. Ueberall haben die Manuale über vier Oktaven im Umfang, nur hier ist noch die sogenannte [[Klaviatur#Entwicklung der Klaviaturen mit 12 Tasten pro Oktave|kurze Oktav]] üblich; es mangeln da die halben Töne zwischen c. d.'' (=Cis und Dis fehlen) ''und in den meisten Orgel auch f# und g#'' (=Fis und Gis fehlen). ''Zu einer Zeit wo die Tonsetzter ihre Werke nur in 6 oder 8 Tonarten darstellten, und keine Mitteltönne zur Tonnika wählten, reichten die kurzen Oktaven leicht zu: jetzt aber, wo aus 24 Tonarten Musikwerker vorhanden sind, klingt die Sache so mager ...''<ref>Universitätsarchiv Salzburg: ''Universitätsakten Nr. 29''. Zit. nach Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Salzburg 1982, S. 118.</ref>.
 
Seine Zeitgenossen bewunderten seine Klaviere, insbesondere seine ''pyramidenförmigen Fortepianos''. Wenig ist über seine Qualitäten als Orgelbauer in Salzburg bekannt, weil durch seinen frühen Tod nur wenige Orgelprojekte zur Ausführung kamen. Als fortschrittlicher Orgelbauer war er in Salzburg auf eine rückständige Orgelbautradition gestoßen. Verbittert schrieb er z. B. in einem Befund, dass die Orgel der [[Kollegienkirche]] Salzburg von einer ''Beschränktheit'' [wäre]'', die in keiner Gegend Deutschlands mehr anzutreffen'' [sei]''. Ueberall haben die Manuale über vier Oktaven im Umfang, nur hier ist noch die sogenannte [[Klaviatur#Entwicklung der Klaviaturen mit 12 Tasten pro Oktave|kurze Oktav]] üblich; es mangeln da die halben Töne zwischen c. d.'' (=Cis und Dis fehlen) ''und in den meisten Orgel auch f# und g#'' (=Fis und Gis fehlen). ''Zu einer Zeit wo die Tonsetzter ihre Werke nur in 6 oder 8 Tonarten darstellten, und keine Mitteltönne zur Tonnika wählten, reichten die kurzen Oktaven leicht zu: jetzt aber, wo aus 24 Tonarten Musikwerker vorhanden sind, klingt die Sache so mager ...''<ref>Universitätsarchiv Salzburg: ''Universitätsakten Nr. 29''. Zit. nach Gerhard Walterskirchen: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart''. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Salzburg 1982, S. 118.</ref>.
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An einem Pfeiler der Gruftarkade Nr. 75 erinnert eine Gedenktafel an den letzten Salzburger Hoforgelmacher.
 
An einem Pfeiler der Gruftarkade Nr. 75 erinnert eine Gedenktafel an den letzten Salzburger Hoforgelmacher.
Die Inschrift darauf lautet: ''Denkmal
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''Johann Ev. Schmid,
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''Hof-Orgel- und Klaviermacher,
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''geb. am 26. Dez. 1758,
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== Literatur ==
* Gerber, Ernst-Ludwig: ''Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler.'' Teil 4, Leipzig: Ambrosius Kühnel 1814, Spalte 86 f. ([http://books.google.com/books?id=-xzxZuzgIr8C&pg=PA46 Digitalisat])
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* Gerber, Ernst-Ludwig: ''Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler.'' Teil 4, Leipzig: Ambrosius Kühnel 1814, Spalte 86 f. ([http://books.google.com/books?id=-xzxZuzgIr8C&pg=PA46 Digitalisat])
 
* [[Ernst Hintermaier|Hintermaier, Ernst]]: ''Die Salzburger Hofkapelle von 1700 bis 1806'', Organisation und Personal, Dissertation Universität Salzburg 1972
 
* [[Ernst Hintermaier|Hintermaier, Ernst]]: ''Die Salzburger Hofkapelle von 1700 bis 1806'', Organisation und Personal, Dissertation Universität Salzburg 1972
 
* [[Benedikt Pillwein|Pillwein, Benedikt]]: ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten e''[t]''c'', Salzburg, Mayr’sche Buchhandlung, 1821
 
* [[Benedikt Pillwein|Pillwein, Benedikt]]: ''Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten e''[t]''c'', Salzburg, Mayr’sche Buchhandlung, 1821
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* [[Gerhard Walterskirchen|Walterskirchen, Gerhard]]: ''Johann Schmidt (Schmid)'', in: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart'', Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 109–118  
 
* [[Gerhard Walterskirchen|Walterskirchen, Gerhard]]: ''Johann Schmidt (Schmid)'', in: ''Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart'', Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 109–118  
  
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Aktuelle Version vom 30. November 2023, 09:44 Uhr

Pedalhammerflügel 1790, SMCA
Hammerflügel 1803, SMCA

Johann Evangelist Schmid (* 28. Dezember 1757 in Wangen im Allgäu, Deutschland; † 4. März 1804 in der Stadt Salzburg) arbeitete in Baden-Württemberg und Salzburg als Orgel- und Klavierbauer und letzter bestellter Hoforgelmacher am Salzburger Fürstenhof.

Leben

Johann Evangelist Schmid stammte aus Wangen im Allgäu, wo er zunächst das Schreinerhandwerk und dann, bei Samuel Oexle[1] in Schömberg, die Orgelbaukunst erlernte. Danach begab er sich auf Wanderschaft: zuerst nach Wien, wo er fünf Jahre verbrachte, dann nach Budapest, weiter über Böhmen nach Dresden und nach Leipzig und schließlich nach Augsburg.

In Augsburg arbeitet er über ein Jahr bei dem berühmten Klavier- und Orgelbauer Johann Andreas Stein, da er sich … in Hinsicht der Klavier-Instrumente noch zu schwach [fühlte]. ... Stein verdankte er auf diesem Gebiet alles[2]. Dort dürfte er die Bekanntschaft mit Leopold Mozart gemacht haben, der einige seiner Klaviere an Salzburger Bürger vermittelte. Im Auftrag von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo fragte Leopold Mozart bei Schmid, der seine Werkstätte mittlerweile in Stühlingen hatte, nach, ob er nicht die Stelle des Salzburger Hoforgelmachers übernehmen wolle, weil Hoforgelmacher Johann Rochus Egedacher am 14. Juni 1785 verstorben sei. Nach seiner Zusage erhielt Schmid am 20. November 1785 das Salzburger Hoforgelmacherdekret. Im Jänner 1786 wollte er nach Salzburg ziehen und sein Quartier im Amannhaus, Getreidegasse 21 aufschlagen, sein Gehalt war schon vereinbart worden und betrug monatlich 19 Gulden[3]. Die günstige Auftragslage ermöglichte ihm dann, eine Etage im Elephantenhaus, Kajetanerplatz 3, zu erwerben, am 10. September 1801 kauft er das Benefiziatenhaus Imberg an der Kapuzinerstiege (jetzt Imbergstiege 4), in das er im Jahre 1800 gezogen war. Neben diesem Haus wollte er auch ein Windrad errichten, das über einen Seilzug eine Säge und einen Schleifstein betreiben sollte. Wegen der Befürchtung der Nachbarn, dass die Mühle den Blitz anzöge, musste er sie wieder abtragen.

Seine Zeitgenossen bewunderten seine Klaviere, insbesondere seine pyramidenförmigen Fortepianos. Wenig ist über seine Qualitäten als Orgelbauer in Salzburg bekannt, weil durch seinen frühen Tod nur wenige Orgelprojekte zur Ausführung kamen. Als fortschrittlicher Orgelbauer war er in Salzburg auf eine rückständige Orgelbautradition gestoßen. Verbittert schrieb er z. B. in einem Befund, dass die Orgel der Kollegienkirche Salzburg von einer Beschränktheit [wäre], die in keiner Gegend Deutschlands mehr anzutreffen [sei]. Ueberall haben die Manuale über vier Oktaven im Umfang, nur hier ist noch die sogenannte kurze Oktav üblich; es mangeln da die halben Töne zwischen c. d. (=Cis und Dis fehlen) und in den meisten Orgel auch f# und g# (=Fis und Gis fehlen). Zu einer Zeit wo die Tonsetzter ihre Werke nur in 6 oder 8 Tonarten darstellten, und keine Mitteltönne zur Tonnika wählten, reichten die kurzen Oktaven leicht zu: jetzt aber, wo aus 24 Tonarten Musikwerker vorhanden sind, klingt die Sache so mager ...[4].

Johann Evangelist Schmid starb im Alter von 46 Jahren am 4. März 1804 und wurde auf dem Sebastiansfriedhof in Salzburg begraben.

Da seine Witwe Maria Anna Schmid, geborene Würth, keinen Nachfolger für ihr ererbtes Orgelmacher-Gewerbe finde konnte, verkaufte sie den auf ihren Mann lautenden Gerechtsnamen 1813/14 an Joseph Konradt.[5]

Epitaph

Epitaph, Gruftarkade Nr. 75, Sebastiansfriedhof

An einem Pfeiler der Gruftarkade Nr. 75 erinnert eine Gedenktafel an den letzten Salzburger Hoforgelmacher. Die Inschrift darauf lautet:

Denkmal
der Liebe für
Johann Ev. Schmid,
Hof-Orgel- und Klaviermacher,
geborene am 26. Dez. 1758,
gest. am 4. März 1804.
und Anna Maria dessen Ehefrau,
geborene am 20. Jänner 1761,
und nach vieljährigen Leiden gottse-
lig entschlafen am 17. März 1838,
und deren Kinder
Johann Nep., Franz Alois,
Johann Seb-. Johann Kaspar.
R.I.P.

Orgelbauten und Entwürfe

Jahr Ort Gebäude Bild Manuale Register Bemerkungen
1786 Tamsweg St. Leonhard ob Tamsweg Alternativentwurf I/P 12 nicht realisiert[6]
1791 Adnet Pfarrkirche Adnet realisiert, nicht erhalten
1793 Mittersill Stadtpfarrkirche realisiert, nicht erhalten
1794 Radstadt Maria Loretto ob Lerchen realisiert, nicht erhalten
1802 Salzburg St. Johannes am Imberg Zuschreibung, erhalten
1803 Altenmarkt Pfarrkirche Altenmarkt
Johann Evangelist Schmidt Altenmarkt 1803 2.jpeg
I/P 11 nicht realisiert
? Straßwalchen Pfarrkirche Straßwalchen realisiert, nicht erhalten

Einzelnachweise

  1. Dessen Sohn Caspar Oechsle als letzter Reichsabt von Salem einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat; siehe Wikipedia: [1], aufgerufen am 21. September 2015.
  2. Pillwein, Benedikt: Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten e[t]c, Salzburg: Mayr’sche Buchhandlung 1821, S. 209.
  3. Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Kassel u. a. 1963, Bd. III, Nr. 904, Z. 55-60.
  4. Universitätsarchiv Salzburg: Universitätsakten Nr. 29. Zit. nach Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Salzburg 1982, S. 118.
  5. Gerhard Walterskirchen: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 131.
  6. Roman Matthias Schmeißner: Studien zum Orgelbau in Wallfahrtskirchen der Erzdiözese Salzburg, Dissertation Universität Mozarteum Salzburg 2012, S. 285ff.

Literatur

  • Gerber, Ernst-Ludwig: Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler. Teil 4, Leipzig: Ambrosius Kühnel 1814, Spalte 86 f. (Digitalisat)
  • Hintermaier, Ernst: Die Salzburger Hofkapelle von 1700 bis 1806, Organisation und Personal, Dissertation Universität Salzburg 1972
  • Pillwein, Benedikt: Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler, auch solcher, welche Kunstwerke für Salzburg lieferten e[t]c, Salzburg, Mayr’sche Buchhandlung, 1821
  • Schmeißner, Roman: Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen, Duisburg & Köln 2015, ISBN 978-3-86553-446-0 (zugleich Dissertation, Universität Mozarteum Salzburg 2012)
  • Walterskirchen, Gerhard: Johann Schmidt (Schmid), in: Orgeln und Orgelbauer in Salzburg vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Beiträge zu 700 Jahren Orgelbau in der Stadt Salzburg, Dissertation Universität Salzburg 1982, S. 109–118