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Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs [[Markus Sittikus von Hohenems]] vom italienischen Architekten [[Santino Solari]] in den Jahren [[1613]] − [[1615]] erbaut. Mit einem Vertrag vom [[21. Juni]] [[1922]] sind Schloss und Park von Hellbrunn an die [[Salzburg|Stadt Salzburg]] übergegangen. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach [[1918]] im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. | Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs [[Markus Sittikus von Hohenems]] vom italienischen Architekten [[Santino Solari]] in den Jahren [[1613]] − [[1615]] erbaut. Mit einem Vertrag vom [[21. Juni]] [[1922]] sind Schloss und Park von Hellbrunn an die [[Salzburg|Stadt Salzburg]] übergegangen. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach [[1918]] im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. | ||
Version vom 13. November 2016, 15:56 Uhr
Das Schloss Hellbrunn war die Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe und befindet sich im Stadtgebiet von Salzburg in Hellbrunn. Es ist Mitglied der Dachmarke hello salzburg.
Geschichte
Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus von Hohenems vom italienischen Architekten Santino Solari in den Jahren 1613 − 1615 erbaut. Mit einem Vertrag vom 21. Juni 1922 sind Schloss und Park von Hellbrunn an die Stadt Salzburg übergegangen. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach 1918 im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds.
Schloss
Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Um die Gesamtkonzeption zu erfassen, ist es notwendig, sich dem Schloss von vorne zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die Hellbrunner Allee kommend zweigt man unerwartet nach rechts auf die Zufahrt ein, die geradeaus zum Schloss führt - beidseits begleitet von Mauern, die in niedrige Gebäude übergehen und sich zuletzt zu einen Ehrenhof öffnen - bis vor die breite Front des Schlosses.
Dort blickt der Besucher auf das wuchtige Schlossgebäude, das nach Palladio klassisch symmetrisch aufgebaut ist und aus zwei Geschossen mit je zwölf Fenstern besteht. Die Frontseite hat eine Breite von 38 Meter. Ein Treppenaufgang mit Säulen-Ballustrade führt zum Mittelportal hinauf, das halb aus der Erde ragende Kellergeschoss größtenteils kaschierend. Die Fassade ist klassisch gegliedert mit Gesimsen und Lisenen, die Fenster des fürstlichen Wohntraktes mit Spitzgiebeln verziert. Darüber ein Zeltdach mit einer großen Gaupe und Rundgiebel. Das Ensemble ist frühes Barock, im architektonischen Ausdruck auf klare Formen konzentriert und die Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Das mächtige Gebäude beeindruckt durch seine Dimensionen, die Grundfläche von 700 Quadratmetern jedoch nicht erkennbar. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Gartenseite noch größer sein muss, den links und rechts zu sehen, etwas zurückversetzt, aber hervortretend, stehen zwei turmartige Erker mit Zeltdächern. Auf der Gartenseite angelangt, hinter dem Sternweiher oder Brunnen Altemps stehend, blicken wir nun auf dasselbe Schloss in gleichartig kolossaler Gliederung, jedoch mit einer Front von 55 Metern, daraus hervortretend, ein hoch aufragender Mittelrisalit mit einem Prunkportal, das Gebäude etwa zurückgesetzt, flankiert von zwei eckigen Türmen.
Manieristisch, d. h. zerstückelt und zusammengesetzt, sind auch die Grundachsen der Anlage. Zufahrtachse und Gartenachse bilden einen spitzen Winkel. Eigen ist auch die formelle Gestaltung der Natur. Nach Norden liegen zwei Quellwasserteiche und ein kleines Amphitheater. Wir blicken auf das Schloss zurück und sehen einen eisernen Balkon, der von drei Atlanten getragen wird, die jedoch Orientalen sind. Eigenartig auch das mächtige Rundbogenportal aus versetzten Blockquadern, mit zwei Halbsäulen, in die links ein Mann mit Vollbart und rechts eine Frau ein geschlossen sind und deren nackte Füße an der Säulenbasis zu sehen sind. Spätestens hier ahnt oder erkennt man, dass der Erbauer und damalige Schlossherr nicht nur für die Baukunst seiner Epoche aufgeschlossen war, sondern für Gaukeleien und Scherze auch etwas übrig hatte.[1]
Markus Sittikus, ein Vetter zu seinem Onkel und Vorgänger Fürsterzbischof Wolf Dietrich, ist in Italien aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.
So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den Park von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die original Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.
2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano (*1499, † 1546) für den Palazzo del Te in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens), geschaffenen kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.
Diese Wandfriese hingen bis 1960 im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des Salzburg Museums gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich 1990 ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom Mönchsberg auf das Dach des Spielzeug Museums stürzte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann endlich mit der Restaurierung. Die Kosten von € 66.000,− teilten sich Stadt und Bundesdenkmalamt.
Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audio-Guide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet hier derHellbrunner Adventzauber statt.
Wasserspiele
- Hauptartikel: Wasserspiele Hellbrunn
Die Wasserspiele, einst zur Unterhaltung von Gästen des Erzbischofs Markus Sittikus von Hohenems erbaut, ist heute eine der bekanntesten und beliebtesten Attraktionen von Schloss Hellbrunn.
Schlosspark
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Zum Schloss Hellbrunn gehört ein 60 Hektar großer, historischer Schlosspark, der im Laufe der Zeit verändert wurde und sich heute in folgende Bereiche gliedert:
- der manieristische Garten im sog. Wasserparterre, zu dem auch die Wasserspiele gehören, mit den Weihern und barocken Ornamenten aus Pflanzen und Blumen.
- der Landschaftsgarten, im englischen Stil
- der Naturpark, in dem sich ein Spielplatz für Kinder, eine große Liegewiese (Picknick) und ein Fitness-Parcours befinden; in dem zahlreiche Sportmöglichkeiten (Laufen, Nordic Walking, Yoga, Frisbee, Federball) ausgeübt werden und wo im Winter eine Langlaufloipe zur kostenlosen Benützung beginnt
- dem Hellbrunner Berg, auf dem sich das Steintheater und das Monatsschlössl mit dem Volkskunde Museum befinden; an seiner Westseite liegt der Zoo Salzburg
- die große Wiesen und die Eichenreihe an der Ostseite, die bis 1800 ein Teil des fürsterzbischöflichen Jagdgatters (historischer Tiergarten) waren und heute zum Spazieren, Wandern oder Sport allgemein genutzt wird.
Manieristischer Garten
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Der große ornamentale Garten im "Wasserparterre" ist frei zugänglich.
Hellbrunner Berg
- Hauptartikel: Hellbrunner Berg
Auf dem Hellbrunner Berg sich befinden das Steintheater und das Monatsschlössl mit dem Volkskunde Museum; an dessen Westseite liegt der Zoo Salzburg.
ehemaliger Jagdgarten auf den Auwiesen
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Sakraler Park
- Hauptartikel: Schlosspark Hellbrunn
Der sakrale Park ist als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten angelegt.
Literatur und Quellen
- Information über die Wandfriese aus einem Beitrag von Bernhard Strobl in den Salzburger Nachrichten, Kleinteil am 26. Juli 2007
- NE: Schaber, Wilfried: Hellbrunn - Schloss, Park und Wasserspiele, März 2004, ISBN: 3-200-00075-9, Schloss Hellbrunn Verwaltung (offizieller Führer)
- Fischer, Friedrich Johann: Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn, Verlag der Salzburger Druckerei, um 1980
- Medicus, Reinhard: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54 Jg., Salzburg, 2005, 2. Folge, S. 31−35
- Homepage Schloss Hellbrunn
- Etzendorfer, Hans (Hrsg. und Verleger): Hellbrunn, Broschüre, 60 Seiten, Reihe: Salzburg - Natur - Kultur - Geschichte, 2. Jahrgang, Folge 1, Verlag Etzendorfer & Co., Salzburg, 1961
- Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park, Herausgeber und Verleger Stadtgemeinde Salzburg, 24. Auflage, 1959[2]
Weblinks
- Homepage Schloss Hellbrunn
- Infos und Fotos zum Schloss Hellbrunn auf dem online Stadtführer cityful.com
weitere Bilder
Schloss Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Schloss Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Fußnoten
- ↑ Beschreibung und kunstgeschichtliche Interpretation von Mag. Thomas Schmiedbauer
- ↑ http://data.onb.ac.at/rec/AC05778518