Gasteiner Kur (Geschichte): Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Anmerkung: Damals war es üblich, mehrere Stunden lang in den heißen, als heilend bekannten Gasteiner Quellwasser zu baden. <br /> | ||
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Version vom 30. Oktober 2015, 21:11 Uhr
Die Gasteiner Kur ist seit 1230 nachgewiesen und erreichte ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert.
Wesen der Gasteinkur
- Hauptartikel Gasteiner Kur
Basierend auf zwei Grundsäulen hat sich die Gasteinkur entwickelt:
- auf dem radonhältigen[1] Kurmittel
- auf der Bewegung in der so genannten Radonglocke in 900 bis 1 000 m ü. A..
Der erste Hinweis auf die Nutzung der bekannten Gasteiner Heilquellen findet sich bereits in dem aus dem Jahr 1230 stammenden Badegedicht "Die Graserin in der Gastein" des für die mittelhochdeutsche Literatur bedeutsamen Dichters Neidhart von Reuental. Die älteste sichere Darstellung einer medizinischen Nutzung der Heilquellen stammt aus dem Jahr 1350.
Der Gasteiner Heilstollen (ursprünglich als Heilstollen Böckstein bezeichnet) ist ein 2600 m langer ehemaliger Goldbergwerksstollen im Naßfeldtal, der seit 1952 als Therapiestation genutzt wird. Er befindet sich in Böckstein. Bei einer 37 - 42° C Lufttemperatur atmen die Patienten das Heilgas Radon ein, das das Gestein abgibt. Es dient zur Therapie rheumatischer Beschwerden und entzündlicher Gewebserkrankungen.
Geschichte
Im Laufe der Geschichte und vor allem durch die Entwicklung zum Kur- und Badeort wurde das Gasteinertal von vielen berühmten Gästen besucht. Dazu gehören unter anderem Kaiser Friedrich III. im 15. Jahrhundert und der bekannte Arzt Paracelsus im 16. Jahrhundert. Die bekanntesten Gäste des 19. Jahrhunderts waren Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich sowie Kaiser Wilhelm von Deutschland und Fürst Bismarck. König Leopold II. von Belgien Große Aufregung verursachte König Leopold II. von Belgien, als dieser 1901 in waghalsiger Fahrt zur Kur ins Gasteinertal mit eigenem Auto (!) reiste. Vom Salzach- ins Gasteinertal allerdings mussten Pferde vorgespannt werden.
Die ersten wesentlichen Impulse zur Entwicklung des modernen Alpinismus gab Erzherzog Johann, dessen Initiative u. a. die hochalpine Schutzhütte am Gipfel des Gamskarkogels zu verdanken ist. Ein weiterer Markstein in der Geschichte Gasteins war 1904 der Nachweis von Radongas im Gasteiner Thermalwasser durch die bekannte französische Chemikerin und Physikerin Marie Curie. Mit der Fertigstellung der Tauernbahn im Jahr 1909 begann allmählich das Einsetzen des Massentourismus der sich bis Mitte der 1930er Jahre ausschließlich noch auf die Sommermonate beschränkte.
Kunstgeschichte
Im Gasteiner Museum zeigt die Votivscheibe von 1759, gestiftet von der Fürstin Porcia aus Anlass ihrer erfolgreichen Gasteiner Kur, u.a. in der Bildmitte eine typische Bade-Szenerie: in einer, mit einer barocken Ballustrade einfassten, viereckigen Badeanlage sitzt eine Badegesellschaft, bestehend aus einer älteren Dame (der Stifterin), die einen überdimensionalen Gehstock in die Höhe streckt, sowie sechs weiteren Frauen, die sich auf zwei im Wasser stehenden Spieltischen mit Schach und Karten die Zeit vertreiben.
Darüber steht: "Soll alhier in Baad geschossen sein / vivat! Siẏe Leben : Ruff: Groß und Klein."
Bei der Stifterin steht: "Ich opfere hier den Hilfs-Stock auf und thue ihn fest anhefften : Wers will / der Schieß scharf drāf, Gott Lob ich bin beẏ Kräfften"
[2]
Anmerkung: Damals war es üblich, mehrere Stunden lang in den heißen, als heilend bekannten Gasteiner Quellwasser zu baden.
Kurtourismus heute
Jährlich zählen die beiden Kurgemeinden Bad Hofgastein und Bad Gastein rund 2,5 Mio Übernachtungen, von denen zwei Fünftel auf Kurgäste fallen.
Fußnoten
Quellen
- Salzburger Nachrichten, 15. März 2010
- Salzburgwiki-Artikel