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| + | [[1898]] wurde die Sägemühle von den [[Städtische Elektrizitätswerke Salzburg|Städtischen Elektrizitätswerken Salzburg]] erworben und zu einem Wasserkraftwerk zur Produktion von elektrischen Strom umgebaut. Der Betrieb wurde [[1899]] aufgenommen. | ||
| − | [[1908]] | + | [[1908]] erfolgte der maschinelle Ausbau für den Betrieb der "[[Rote Elektrische|Roten]]" und der "[[Grüne Elektrische|Grünen Elektrischen]]" sowie zur Elektrifizierung der [[Gelbe Elektrische]]n. |
| − | + | In die Anlage wurde eine Francis-Turbine von Voith mit stehender Welle eingebaut. Durch eine Kammradübersetzung wurde die Kraft auf eine horizontale Welle übertragen, die, durch eine flexible Zodel-Voith-Kupplung verbunden, einen Drehstromgenerator für 3 000nbsp;V und 50nbsp;Per/s und einen Gleichstrom-Bahndynamo auf gemeinsamer Welle mit aufgebauter Erregerdynamo antrieb. Jede Maschine war für die volle Turbinenleistung erbaut und lieferte 120nbsp;kW. Der erzeugte 3 000 Volt Drehstrom wurde über eine Bedienungsschalttafel mit den nötigen Instrumenten und Apparaten versehen, direkt in das Überlandnetz mit gleicher Spannung abgegeben. Der von der Bahndynamo erzeugte Gleichstrom 850 Volt, diente zur Stromversorgung der Roten Elektrischen, einer Lokalbahn von Salzburg nach Berchtesgaden, soweit die Strecke auf österreichischen Boden lag. Zur Reserve diente ein Drehstrom-Gleichstrom-Umformer-Aggregat für eine Leistung von 100nbsp;kW. Für Bahnzwecke diente ferner eine Pufferbatterie, bestehend aus 410 Zellen, Type J. S. 12 Tudor mit einer Kapazität von 22nbsp;A/li, sowie ein Pirani-Umformer-Aggregat, bestehend aus einem Gleichstrommotor 53nbsp;PS, 850nbsp;V, 50nbsp;Ampere, 900nbsp;U/min., einem Generator 30nbsp;kW, 90/140nbsp;Volt, 108/240nbsp;Ampere und einem Erregerdynamo 0,45nbsp;kW, 110/850nbsp;Volt, vier Ampere auf gemeinsamer Welle. In der Anlage wurden im abgelaufenen Jahr 732 000 kWh Drehstrom und 185 000 kWh Gleichstrom, zusammen 917 000 kWh erzeugt, was bestätigte, dass die Anlage ständig voll ausgenützt lief.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=emb&datum=19220004&query=(((text:almkanal)+AND+(text:Eichetm%c3%bchle)))&seite=213 ANNO], Elektrotechnik und Maschinenbau, 1922, Seite 213</ref> | |
| − | ====Technische Daten==== | + | [[1953]] wurde nach der Stilllegung der [[Salzburger Lokalbahn]]-Südstrecke der Umformersatz, der diesen versorgte, abgestellt. |
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| − | :Turbine: Francis-Schachtturbine mit senkrechter Welle | + | |
| − | :Nennleistung: | + | Heute produziert das Kraftwerk mit der aus [[1908]] stammenden Ausrüstung noch immer Strom und ist ein historisch besonders wertvolles Industriedenkmal. Etwas Besonderes ist auch das 2,45 m große Kammrad mit 126 Kammreihen aus Weißbuche, der Triebling hat 36 Zähne |
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| − | :Bauzeit: 1899 | + | [[Datei:Kammzähne aus Weißbuche.jpg|thumb|Kammzähne aus Weißbuche]] |
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| + | : Kraftwerkstype: Laufkraftwerk | ||
| + | : Durchschnittliche Jahreserzeugung: 950nbsp;MWh | ||
| + | : Engpassleistung: 135nbsp;kW | ||
| + | : Turbine: Francis-Schachtturbine mit senkrechter Welle | ||
| + | : Nennleistung: 154nbsp;kW | ||
| + | : Ausbaudurchfluss: 6,2nbsp;m³/s | ||
| + | : Bauzeit: 1899 | ||
| + | : Generatornennleistung 165nbsp;kW mit horizontaler Welle über Kammrad und Triebling | ||
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Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich (Salzburg AG). | Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich (Salzburg AG). | ||
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| + | == Quellen == | ||
| + | * [https://www.salzburg-ag.at/ueber-die-salzburg-ag/unternehmen/erzeugung/erzeugungsanlagen/wasserkraftwerk-eichetmuehle.html www.salzburg-ag.at], Wasserkraftwerk Eichetmühle | ||
| + | * [https://stiftsarm.jimdofree.com/geschichte/kraftwerk-eichetm%C3%BChle/ stiftsarm.jimdo.com/] | ||
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| − | [[Kategorie: | + | [[Kategorie:Wasserkraftwerk]] |
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| + | [[Kategorie:Architektur]] | ||
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| + | [[Kategorie:Denkmalschutz (Grödig)]] | ||
Aktuelle Version vom 6. November 2025, 15:15 Uhr
Das Laufkraftwerk Eichetmühle am Almkanal in der Marktgemeinde Grödig (Flachgau) ist das älteste Laufkraftwerk Salzburgs, das noch im Betrieb ist. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Marktgemeinde.
Geschichte
Seit über 900 Jahren wird der Almkanal bei Hangendenstein-Pass von der Königsseeache ausgeleitet. Das Wasser des Almkanals treibt das Kraftwerk an.
Getreide- und Sägemühle
Etwa seit dem 15. Jahrhundert bestand an dieser Stelle die Azetmühle (späterAichetmühle), eine Getreidemühle mit Sägewerk. Diese stand im Besitz des Salzburger Domkapitels.
Laufkraftwerk
1898 wurde die Sägemühle von den Städtischen Elektrizitätswerken Salzburg erworben und zu einem Wasserkraftwerk zur Produktion von elektrischen Strom umgebaut. Der Betrieb wurde 1899 aufgenommen.
1908 erfolgte der maschinelle Ausbau für den Betrieb der "Roten" und der "Grünen Elektrischen" sowie zur Elektrifizierung der Gelbe Elektrischen.
In die Anlage wurde eine Francis-Turbine von Voith mit stehender Welle eingebaut. Durch eine Kammradübersetzung wurde die Kraft auf eine horizontale Welle übertragen, die, durch eine flexible Zodel-Voith-Kupplung verbunden, einen Drehstromgenerator für 3 000nbsp;V und 50nbsp;Per/s und einen Gleichstrom-Bahndynamo auf gemeinsamer Welle mit aufgebauter Erregerdynamo antrieb. Jede Maschine war für die volle Turbinenleistung erbaut und lieferte 120nbsp;kW. Der erzeugte 3 000 Volt Drehstrom wurde über eine Bedienungsschalttafel mit den nötigen Instrumenten und Apparaten versehen, direkt in das Überlandnetz mit gleicher Spannung abgegeben. Der von der Bahndynamo erzeugte Gleichstrom 850 Volt, diente zur Stromversorgung der Roten Elektrischen, einer Lokalbahn von Salzburg nach Berchtesgaden, soweit die Strecke auf österreichischen Boden lag. Zur Reserve diente ein Drehstrom-Gleichstrom-Umformer-Aggregat für eine Leistung von 100nbsp;kW. Für Bahnzwecke diente ferner eine Pufferbatterie, bestehend aus 410 Zellen, Type J. S. 12 Tudor mit einer Kapazität von 22nbsp;A/li, sowie ein Pirani-Umformer-Aggregat, bestehend aus einem Gleichstrommotor 53nbsp;PS, 850nbsp;V, 50nbsp;Ampere, 900nbsp;U/min., einem Generator 30nbsp;kW, 90/140nbsp;Volt, 108/240nbsp;Ampere und einem Erregerdynamo 0,45nbsp;kW, 110/850nbsp;Volt, vier Ampere auf gemeinsamer Welle. In der Anlage wurden im abgelaufenen Jahr 732 000 kWh Drehstrom und 185 000 kWh Gleichstrom, zusammen 917 000 kWh erzeugt, was bestätigte, dass die Anlage ständig voll ausgenützt lief.[1]
1953 wurde nach der Stilllegung der Salzburger Lokalbahn-Südstrecke der Umformersatz, der diesen versorgte, abgestellt.
Das Laufkraftwerk heute
Heute ist es eines von 15 Kraftwerken am Almkanal bis zur Mündung in die Salzach und noch heute in fast originalem Zustand am Netz. Betrieben wird es heute von der Salzburg AG.
Heute produziert das Kraftwerk mit der aus 1908 stammenden Ausrüstung noch immer Strom und ist ein historisch besonders wertvolles Industriedenkmal. Etwas Besonderes ist auch das 2,45 m große Kammrad mit 126 Kammreihen aus Weißbuche, der Triebling hat 36 Zähne .
Technische Daten
- Kraftwerkstype: Laufkraftwerk
- Durchschnittliche Jahreserzeugung: 950nbsp;MWh
- Engpassleistung: 135nbsp;kW
- Turbine: Francis-Schachtturbine mit senkrechter Welle
- Nennleistung: 154nbsp;kW
- Ausbaudurchfluss: 6,2nbsp;m³/s
- Bauzeit: 1899
- Generatornennleistung 165nbsp;kW mit horizontaler Welle über Kammrad und Triebling
- Ableitung über die Umspannstation Eichetmühle in das Mittelspannungsnetz der Salzburg AG
Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich (Salzburg AG).
Bildergalerie
Almkanal mit Laufkraftwerk Eichetmühle.
Laufkraftwerk Eichetmühle und Umspannwerk, im Hintergrund der Untersbergstock.
weitere Bilder
Laufkraftwerk Eichetmühle – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- www.salzburg-ag.at, Wasserkraftwerk Eichetmühle
- stiftsarm.jimdo.com/