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| − | [[Datei:Serbisches Denkmal im Lagefriedhof in Neu-Anif.jpg|thumb|Serbisches Denkmal im Lagerfriedhof]] | + | [[Datei:Serbisches Denkmal im Lagefriedhof in Neu-Anif.jpg|thumb|[[Serbien|Serbisches]] Denkmal im Lagerfriedhof.]] |
| | [[Datei:268580 l.jpg|thumb|Gedenken der [[Kameradschaft Anif-Niederalm-Neu-Anif]] am Friedhof]] | | [[Datei:268580 l.jpg|thumb|Gedenken der [[Kameradschaft Anif-Niederalm-Neu-Anif]] am Friedhof]] |
| | [[Datei:Russenfriedhof in Grödig, Panoramabild.jpg|thumb|"Russenfriedhof", Panoramabild]] | | [[Datei:Russenfriedhof in Grödig, Panoramabild.jpg|thumb|"Russenfriedhof", Panoramabild]] |
| − | Der '''{{PAGENAME}}''', als ''Russenfriedhof'' bekannt, befindet sich in der [[Flachgau]]er Marktgemeinde [[Grödig]]. | + | [[Datei:Lagerfriedhof Grödig November 2011.JPG|thumb|Herbststimmung im Lagerfriedhof.]] |
| | + | Der '''{{PAGENAME}}''', auch als ''Russenfriedhof'' bekannt, befindet sich in der Marktgemeinde [[Grödig]] im [[Flachgau]]. |
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| − | ==Geschichte== | + | == Geografie == |
| − | Neben 156 Italienern, 34 Jugoslawen, 21 Deutschen und 26 Österreichern ruhen hier 1 851 Russen in Flachgauer Erde. Zwei Weltkriege haben sie nach Salzburg verschlagen, die meisten der [[Erster Weltkrieg|Erste]]. Denn der heutige „Russenfriedhof“ ist Folge des einst größten Kriegsgefangenenlagers auf Salzburger Boden.
| + | Der Lagerfriedhof befindet sich östlich der [[Berchtesgadener Straße]], die von der [[Autobahnanschlussstelle Salzburg-Süd|Autobahnanschlussstelle Anif-Grödig]] in südöstliche Richtung zur Grenze nach [[Deutschland]] beim [[Hangendenstein-Pass]] führt. Von der Kreuzung Grödig-Neu-Anif biegt man in Richtung Niederalm ab und nimmt die erste Straße rechts. Diese führt zum Eingang des Friedhofs. Es gibt keine Parkmöglichkeit direkt beim Friedhof. |
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| − | Der Friedhof war Teil des [[Lager Grödig|Lagers Grödig]], das Anfang [[1915]] für zunächst nur russische Gefangene entstand. Daher erhielt dieses Lager auch den Namen ''Russenlager'' und daher rührt der heutige Name des Russenfriedhof. | + | == Geschichte == |
| | + | Der Friedhof gehörte zum [[Lager Grödig]], einem [[Kriegsgefangenenlager|Kriegsgefangenen]]- und Flüchtlingslager, das Anfang [[1915]] im [[Ersten Weltkrieg]] entstand. Die meisten Gefangenen und Internierten dort waren [[Russland|Russen]], weshalb bald die Bezeichnung ''Russenlager'' aufkam. Davon abgeleitet ist der Beiname ''Russenfriedhof'' entstanden und sind damals dort 1 851 Russen bestattet worden. Obwohl dies den Eindruck erweckt, dort seien (nur) Russen begraben worden, trifft dies nicht zu. Es wurden generell auch Todesfälle mit Herkunft aus anderen Nationen bestattet. |
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| − | ===Die Gräber===
| + | "Ungefähr 3 800 Personen sind auf dem Russen-Friedhof begraben", schilderte Friedhofswärter Sepp Haslauer dem [[ORF]] (siehe Quelle). "Das waren vorwiegend Russen, Serben und Italiener. Vom Glaubensbekenntnis her waren waren sie russisch-orthodox, jüdischen Glaubens, Katholiken und Muslime. Es wurden auch etwa 800 Kinder bestattet, sie kamen aus dem ehemaligen Flüchtlingslager aus der Vojvodina." Die Angaben über die Anzahl der Bestattungen sind aber sehr unterschiedlich. Während die beiden steinernen Gedenktafeln zusammen von nur etwa 2 000 Bestattungen ergeben, sollen es gemäß der jüngere metallenen Informationstafel 17 000 Bestattungen gewesen sein. Das Österreichische Schwarzen Kreuz, Kriegsgräberfürsorge, gibt an, dass ca. 3 000 Lagerinsassen an Blattern, Ruhr, Typhus und Cholera gestorben waren und am Lagerfriedhof in Grödig begraben liegen.<ref>[http://www.osk.at/Aktuelles/aktuellesSbg.htm www.osk.at/Totengedenken am Lagerfriedhof Grödig]</ref> |
| − | Obwohl der Name ''Russenfriedhof'' darauf hindeutet, dort seien (nur) Russen begraben, trifft dies nicht zu. Zwischen 1914 und 1918 wurden auch italienische Kriegsgefangene dort begraben. Insgesamt fanden zwischen [[1914]] und [[1920]] 891 russische Kriegsgefangene, 926 russische zivil-Internierte, 24 Serben, 156 Italiener, 21 Deutsche und 26 Österreicher auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe<ref name="Zitat">Tafel am Eingang zum Friedhof, Daten-Erhebung am 20. April 2010</ref>
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| − | Während 1939 und 1945 führte der Friedhof die Bezeichnung ''Lagerfriedhof Grödig'', die ihm heute wieder gegeben wurde. In dieser Zeit wurde dort ''34 Sowjetbürger und 10 Jugoslaven''<ref name="Zitat"></ref> beerdigt.
| + | Auch im [[Zweiten Weltkrieg]] wurden hier Bestattungen vorgenommen. |
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| − | ==Lage==
| + | Das [[Landesgeschäftsstelle Salzburg des Österreichischen Schwarzen Kreuzes|Österreichische Schwarze Kreuz]] ist mit der Pflege des Russen-Friedhofs betraut. Es kommt auch für die Kosten auf, die bei Allerheiligen-Sammlungen hereingebracht werden. |
| − | Der Russsenfriedhof befindet sich östlich der [[Berchtesgadener Straße]], die von der [[Autobahnanschlussstelle Salzburg-Süd|Autobahnanschlussstelle Anif-Grödig]] in südöstliche Richtung zur Grenze nach [[Deutschland]] bein [[Hangendenstein-Pass]] führt. Von der Kreuzung Grödig-Neu-Anif biegt man in Richtung Niederalm ab und nimmt die erste Straße rechts. Diese führt zum Eingang des Friedhofs.
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| − | Es gibt keine Parkmöglichkeit direkt beim Friedhof!
| + | ===Gedenktafeln=== |
| | + | Die beiden Gedenktafeln des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, links und rechts am Eingang zum Lagerfriedhof, berichten: |
| | + | <blockquote>''[[1914]]–[[1918]] wurden hier begraben: </br> |
| | + | ''891 Russische Gefangene, 24 [[Serbien|Serben]], 156 [[Italien|Italienern]], 19 Deutsche und 926 Russische Zivil-Internierte.''</blockquote>'' |
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| − | ==Bildergalerie== | + | <blockquote>''[[1939]]–[[1945]] wurden hier begraben: </br> |
| − | <gallery > | + | ''34 Sowjetbürger, 10 [[Jugoslawien|Jugoslawen]]''</blockquote> |
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| | + | === Informationstafel === |
| | + | <blockquote>''Zur bleibenden Erinnerung an die 17 000 hier zur letzten irdischen Ruhe bestatteten Kriegsgefangenen und Flüchtlinge des I. Weltkrieges.'' |
| | + | ''Am 2. Jänner 1915 begann der Bau des Lagers I. Es erstreckte sich östlich von Grödig linker Hand der Niederalmerstraße bis zum kleinen [[Gois (Flachgau)|Goishügel]]. Schon am 3. März des selben Jahres erfolgte der Bau des Lagers II nordwestlich des Almkanals zwischen Grödig und Drachenloch. Als letztes Lager folgte östlich im Anschluss von Lager I die letzte Ausbaustufe dieses bis zu 40 000 Insassen umfassenden Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslagers, das Lager III. Das [[k.u.k. Kriegsgefangenenlager Grödig]] war der Militärverwaltung unterstellt und hatte zudem noch zwei Wachbataillone als Besatzung. Die ersten Gefangenentransporte - es waren mehr als 2 000 Russen - setzten bereits mit 28. April 1915 ein. Schließlich lebten in dieser "Lagerkleinstadt" bald um die 40 000 Personen aus aller Herren Länder. Die meisten kamen aus dem Osten und vom Balkan, aber auch Italiener waren unter den Kriegsgefangenen.'' |
| | + | ''Der "Russenfriedhof" wurde schon im Jahre 1915 für Bestattungen benötigt. Epidemien, die mehrmals im Lager ausbrachen, waren der Grund für zahlreiche Massenbeerdigungen.'' |
| | + | ''In den Jahren 1939 bis 1945 haben insgesamt 72 weitere Bestattungen stattgefunden: 13 Jugoslawen, 14 Franzosen, 1 Amerikaner und 4 Russen.'' |
| | + | ''Ehre ihren Angedenken!''</blockquote> |
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| | + | == Bildergalerie == |
| | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | Datei:Tafel beim Eingang zum Lagerfriedhof Grödig.JPG|Tafel beim Eingang zum Lagerfriedhof | | Datei:Tafel beim Eingang zum Lagerfriedhof Grödig.JPG|Tafel beim Eingang zum Lagerfriedhof |
| | Datei:Ukrainisches Denkmal in Grödig.jpg|Ukrainisches Denkmal am Lagerfriedhof | | Datei:Ukrainisches Denkmal in Grödig.jpg|Ukrainisches Denkmal am Lagerfriedhof |
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| | </gallery> | | </gallery> |
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| − | ==Quellen == | + | == Quellen == |
| − | * Salzburgwiki-Beitrag [[Lager Grödig]] | + | * Informationstafel vor Ort |
| − | * sowie Bilder des Russenfriedhofs | + | * Gedenktafeln beidseits am Eingang zum Lagerfriedhof Grödig, Österreichisches Schwarzes Kreuz |
| | + | * SALZBURGWIKI-Beitrag [[Lager Grödig]] |
| | + | * Bilder des ''Russenfriedhofs'' |
| | + | * [https://salzburg.orf.at/v2/news/stories/2636949/ salzburg.orf.at] "Das "vergessene" Russen-Lager Grödig", 2015 |
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| − | ==== Einzelnachweise ==== | + | == Einzelnachweis == |
| | <references/> | | <references/> |
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