Erzdiözese Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 23. Januar 2012, 19:53 Uhr
Die Erzdiözese Salzburg (lat. Archidioecesis Salisburgensis) umfasst die Stadt und das Bundesland Salzburg sowie den Nordosten Tirols.
Als Diözese ist sie einer von neun kirchlichen Verwaltungsbezirken der Römisch-Katholischen Kirche in Österreich. Als Erzdiözese eine von zwei (neben Wien). Ihr unterstehen als Suffraganbistümer die Diözese Innsbruck, die Diözese Feldkirch, die Diözese Gurk-Klagenfurt und die Diözese Graz-Seckau.
Leitung
Die Erzdiözese wird vom Salzburger Erzbischof geleitet. Ihm zur Seite stehen ein Weihbischof, ein Generalvikar und derzeit zwei Bischofsvikare. Ernannt wird der Bischof vom Papst, das Salzburger Domkapitel hat aber das Recht, dem Papst einen Dreiervorschlag zu unterbreiten, aus dem dieser dann auswählt.
Aktuell wird die Diözese von Alois Kothgasser geleitet, Weihbischof ist Andreas Laun, Generalvikar Hansjörg Hofer, Bischofsvikare sind Matthäus Appesbacher und Johann Reißmeier.
Bezirke
Die Erzdiözese Salzburg besteht aus 20 Dekanaten mit 210 Pfarreien, acht Seelsorgestellen und vier Wallfahrtskirchen mit eigenem Seelsorger. Von den 20 Dekanaten befinden sich 15 im Bundesland Salzburg, von diesen 15 wiederum vier in der Landeshauptstadt.
Stadt Salzburg
Land Salzburg
- Dekanat Bergheim
- Dekanat Sankt Georgen
- Dekanat Köstendorf
- Dekanat Thalgau
- Dekanat Hallein
- Dekanat Altenmarkt
- Dekanat St. Johann im Pongau
- Dekanat Tamsweg
- Dekanat Taxenbach
- Dekanat Saalfelden
- Dekanat Stuhlfelden
Tirol
- Dekanat Sankt Johann in Tirol
- Dekanat Kufstein
- Dekanat Brixen im Thale
- Dekanat Reith im Alpbachtal
- Dekanat Zell am Ziller
Zahlen
In der Erzdiözese Salzburg gab es 2009 4916 685 Katholiken (- 1,12 Prozent zu 2008). Das entspricht einem Anteil von 75% an der Gesamtbevölkerung des Gebiets. Knapp 300 Diözesan- und Ordenspriester versehen hier ihren Dienst, davon sind 150 Weltpriester sowie 33 Ordenspriester. 21 von ihnen kommen aus anderen Ländern, von Polen, Rumänien, Kroatien über Tansania, Kongo bis Indien und der Bundesrepublik Deutschland. Unterstützt werden die Pfarrer von 40 Diakonen und 105 Pastoralassistentinnen und -assistenten[1].
Pastoralassistentinnen und -assistenten dürfen keine Sakramente spenden, halten aber Wortgottesdienste, leiten Begräbnisse und sind in der Erstkommunions- und Firmvorbereitung sowie in der Altenseelsorge tätig.
Kirchenaustritte
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts setzte eine immer stärker werdende Austrittswelle ein. Verschärft durch verschiedene Skandale (sexuelle Übergriffe an Jugendliche u.a.) erreichte 2009 die Austrittswelle einen neuen Höhepunkt. Österreichweit traten 87 393 Personen im Jahr 2009 aus der katholischen Kirche aus. Das waren um 64 Prozent mehr als 2008. Insgesamt zählt Österreich 2009 somit 5,45 Mill. Katholiken.
In Salzburg traten 2009 insgesamt 46nbsp;441 Personen der Kirche aus. Davon in den Tiroler Pfarren 16 010 Personen. 2008 waren es 7.163, in Tirol 1 867, somit um 2 722 Personen mehr als 2009. Keinen einzigen Kirchenaustritt verzeichneten vier der 210 Pfarren: Hüttschlag, Muhr, sowie Brandberg und Thierbach im Tiroler Teil.
Die Austritte 2010 in Salzburg im Detail[2]
| Stadt Salzburg | Flachgau | Tennengau | Pongau | Lungau | Pinzgau |
|---|---|---|---|---|---|
| 1749 | 1372 | 580 | 626 | 119 |
Wolfgang Kumpfmüller, Leiter der Presseabteilung der Erzdiözese Salzburg, erklärt, dass der durchschnittliche Kirchenbeitrag pro Person rund 120 Euro pro Jahr betrage. Das Salzburger Kirchenbudget betrug für 2011 rund 42,4 Millionen Euro, 860 000 Euro weniger aufgrund der Kirchenaustritte 2009. Die Erzdiöseze, die 700 Personen beschäftigt, davon 235 Geistliche, musste 2011 bei den Sachausgaben um fünf Prozent das Budget kürzen; nicht gespart wurde beim Personal und Bauinvestitionen.
Austritte 2011 in Salzburg[3]
Nachdem 2010 7 163 Katholiken ausgetreten waren, waren es 2011 nur 4 441.
Mit 31. Dezember 2011 gab es in der Erzdiözese 147 Pfarren in Salzburg und 63 in Tirol mit 487 691 Katholiken.
Zahl der Kirchenaustritte Österreichweit
| 1981 | 1986 | 1991 | 1995 | 1998 | 2004 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Berufung Groers zum Wiener Erzbischof | Berufung Krenns zum Bischof von St. Pölten | Rücktritt Groers nach Missbrauchsvorwürfen | Sexskandal im Priesterseminar St. Pölten | Wagner wird Linzer Weihbischof | Bekanntwerden neuer Missbrauchsfälle |
Kirchenaustritte nach Diözesen 2010 (Stand vorläufig)
| Erklärung | Wien | Graz-Seckau | Linz | St. Pölten | Salzburg | Innsbruck | Gurk-Klagenfurt | Feldkirch | Eisenstadt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Personen | |||||||||
| in % zu 2009 |
Geschichte
Hauptartikel: Erzbistum (Überblick)
Die Anfänge der Erzdiözese Salzburg liegen im späten 7. Jahrhundert und dem Auftreten des hl. Rupert. Knapp 100 Jahre später erhob Papst Leo III. 798 auf Anordnung Karls des Großen den Bischof von Salzburg, Arno, zum Erzbischof und Metropoliten der bayerischen Kirchenprovinz. Damit ist das Erzbistum Salzburg das älteste Erzbistum des deutschsprachigen Raumes. Als Suffraganbistümer wurden Arno damals Regensburg, Passau, Freising (alle in Bayern), Säben (Brixen, Südtirol) und Neuburg an der Donau (Bayern) unterstellt.
Das Erzbistum Salzburg erlebte seine größte flächenmäßig Ausbreitung unter Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim (1365 - 1396).
In seiner heutigen Ausdehnung wurde die Erzdiözese Salzburg 1818 eingerichtet.
Die Salzburger Erzbischöfe tragen bis heute zwei besondere Ehrentitel: Als ständige Vertreter des Papstes (Legati nati) in ihrer Kirchenprovinz tragen sie seit 1026 den "Legatenpurpur", der älter ist, als das Purpurgewand der Kardinäle. Nach langen Auseinandersetzungen mit dem Erzbistum Magdeburg sicherten sich die Erzbischöfe im 17. Jahrhundert den Titel des Primas Germaniae, des ersten Kirchenfürsten in Deutschland.
Bildergalerie der Kirchen im Tiroler Bereich der Erzdiözese Salzburg
Quellen
- Salzburgwiki
- Homepage der Erzdiözese
- "Salzburger Nachrichten", 12. Jänner 2011
- ↑ "Salzburger Nachrichten", 15. Juni 2011
- ↑ Quelle Salzburger Woche 21.Jänner 2011
- ↑ "Salzburger Nachrichten", 11. Jänner 2012