Heilig-Geist-Schifferspital: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Heilig-Geist-Schifferspital''' ist der Vorgänger des heutigen [[Krankenhaus Oberndorf|Krankenhaus Oberndorfs]] und wurde als soziale Einrichtung für die [[Schöffleute|Salzachschiffer]] gegründet. Spitäler waren zu dieser Zeit weniger Krankenhäuser, sondern dienten der lebenslangen Versorgung von Bedürftigen.
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==Geschichte==
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Das '''Heilig-Geist-Schifferspital''' war der Vorgänger des heutigen [[Krankenhaus Oberndorf|Krankenhauses]] in [[Oberndorf bei Salzburg]] und wurde als soziale Einrichtung für die [[Schöffleute|Salzachschiffer]] gegründet. Spitäler waren zu dieser Zeit weniger Krankenhäuser, sondern dienten der lebenslangen Versorgung von Bedürftigen.
Im 14./15. Jahrhundert entstand das Schifferspital in Oberndorf. Es wurde [[1496]] auf Antrag der Ausfergen und Schiffleute zu Laufen von Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] erneuert. Das Spital lag in der Nähe der Nikolauskirche in [[Oberndorf]].
 
  
Seine Aufgabe war es, "den alt gewordenen, armen Schiffleuten, die aus Alter oder Blödigkeit nicht mehr zu arbeiten vermögen" ein Auskommen zu bieten. Das Spital stand unter dem Schutz des Erzbischofs, der ihm auch die "Spitalwiesen" übertrug, die bisher als Viehweiden verwendet wurden. [[1508]] wurde das Stiftungskapital von den Ausfergen und Schiffleuten um 250 Gulden aufgestockt, die dabei auch auf die wachsende Verarmung der Schiffleute hinwiesen, die wegen ihres geringen Lohnen nichts für das Alter zurücklegen konnten.  
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== Geschichte ==
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Die Anfänge des Spitals liegen im [[14. Jahrhundert]]. Das Schifferspital wurde [[1496]] auf Antrag der [[Ausferger|Ausfergen]] und Schiffsleute in [[Laufen an der Salzach|Laufen]] von [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]] erneuert. Das Spital lag in der Nähe der der heute nicht mehr bestehenden [[Kirche St. Nikola]] in Oberndorf.
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Die Aufgabe war es, "den alt gewordenen, armen Schiffsleuten, die aus Alter oder Blödigkeit nicht mehr zu arbeiten vermögen" ein Auskommen zu bieten. Das Spital stand unter dem Schutz des Fürsterzbischofs, der ihm auch die "Spitalwiesen" übertrug, die bisher als Viehweiden verwendet wurden. [[1508]] wurde das Stiftungskapital von den Ausfergen und Schiffsleuten um 250 [[Gulden]] aufgestockt, die dabei auch auf die wachsende Verarmung der Schiffsleute hinwiesen, die wegen ihres geringen Lohnen nichts für das Alter zurücklegen konnten.  
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Das Spital bot zwölf armen Pfründnern Unterkunft und Verpflegung. Verwaltet wurde es von zwei gewählten Spitalmeistern. Einer von ihnen kam aus dem Kreis der Ausfergen, der zweite aus dem Kreis der beiden Peter-Buchsen-[[Bruderschaften|Brüderschaften]]. Durch zahlreiche private Stiftungen verfügte das Schifferspital über eine große [[Landwirtschaft]] und ein stattliches Vermögen. Durch die Schifffahrtsordnung von [[1581]] erhielt die Einrichtung noch zusätzliche Einnahmen. [[1611]] konnte mit einem Kostenaufwand von 35.000 Gulden ein Neubau des Spitals errichtet werden. Beim [[Brände (Geschichte)|Brand]] von Oberndorf am [[1. April]] [[1757]] wurde auch das Spital ein Raub der Flammen, aber umgehend wieder aufgebaut.
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Mit Beginn des [[19. Jahrhundert]]s verlor die Einrichtung wegen der hohen Ausgaben den Großteil des Vermögens. Nach dem Übergang des [[Land Salzburg (Bundesland)|Landes Salzburg]] an das [[Königreich Bayern]] wurde das Spital der Stiftungsadministration in [[Tittmoning]] übergeben und [[1816]] der neugebildeten Gemeinde Oberndorf. [[1850]] wurde von der Gemeinde die Betreuung der Insassen an den Orden der [[Kongregation der Barmherzigen Schwestern|Barmherzigen Schwestern]] übergeben. Im Jahre [[1870]] errichtete die Gemeinde Oberndorf ein neues Krankenhaus. Das Heilig-Geist-Schifferspital wurde [[1919]] bis [[1921]] abgerissen.
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== Quellen ==
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* [[Heinz Dopsch]], [[Hans Roth]] (Hrsg.): "Laufen und Oberndorf - 1 250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach", Laufen und Oberndorf, 1998, S. 72/73 und 497 bis 500
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* Martin Scheutz, [[Alfred Stefan Weiß]]: "Spital als Lebensform-Österreichische Spitalsordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit", Wien, , 2015, Böhlau; S. 110/111
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* [[SALZBURGWIKI]]-Artikel [[Krankenhaus Oberndorf]]
  
Das Spital bot zwölf armen Pfründnern Unterkunft und Verpflegung. Verwaltet wurde es von zwei gewählten Spitalmeistern. Einer von ihnen kam aus dem Kreis der Ausfergen, der zweite aus dem Kreis der beiden Peter-Buchsen-Brüderschaften. Durch zahlreiche private Stiftungen verfügte das Schifferspital über eine große Landwirtschaft und ein stattliches Vermögen. Durch die Schifffahrtsordnung von [[1581]] erhielt die Einrichtung noch zusätzliche Einnahmen. [[1611]] konnte mit einem Kostenaufwand von 35 000 Gulden ein Neubau des Spitals errichtet werden. Beim Brand von Oberndorf am [[1. April]] [[1757]] wurde auch das Spital ein Raub der Flammen, wurde aber umgehend wieder aufgebaut.
 
  
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts verlor die Einrichtung wegen der hohen Ausgaben den Großteil des Vermögens. Nach dem Übergang des Landes Salzburg an Bayern wurde das Spital der Stiftungsadministration in Tittmoning übergeben und [[1816]] wurde der neugebildeten Gemeinde Oberndorf. [[1850]] wurde von der Gemeinde die Betreuung der Insassen an den Orden der [[Kongregation der Barmherzigen Schwestern|Bamherzigen Schwestern]] übergeben. Im Jahre 1870 errichtete die Gemeinde Oberndorf ein neues Krankenhaus. Das Heilig-Geist-Schifferspital wurde [[1919]] bis [[1921]] abgerissen.
 
==Quellen==
 
*Heinz Dopsch, Hans Roth (Hrsg.): Laufen und Oberndorf - 1 250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach, Laufen und Oberndorf, 1998, S. 72/73
 
*Martin Scheutz, Alfred Stafan Weiß:Spital als Lebensform-Österreichische Spitalsordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit, Wien, , 2015, Böhlau; S. 110/111
 
*Salzburgwiki [[Krankenhaus Oberndorf]]
 
 
[[Kategorie:Flachgau]]
 
[[Kategorie:Flachgau]]
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[[Kategorie:Oberndorf bei Salzburg|Krankenhaus]]
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[[Kategorie:Architektur]]
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[[Kategorie:nicht mehr existierende Gebäude]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Geschichte]]
 
[[Kategorie:Gesundheit]]
 
[[Kategorie:Gesundheit]]
[[Kategorie:Oberndorf bei Salzburg|Krankenhaus]]
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[[Kategorie:Gesundheitssystem]]
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[[Kategorie:Gesundheitssystem (Geschichte)]]
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[[Kategorie:Sozialwesen (Geschichte)]]

Aktuelle Version vom 27. August 2024, 12:55 Uhr

Geschlossen
geschlossen  Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte.

Das Heilig-Geist-Schifferspital war der Vorgänger des heutigen Krankenhauses in Oberndorf bei Salzburg und wurde als soziale Einrichtung für die Salzachschiffer gegründet. Spitäler waren zu dieser Zeit weniger Krankenhäuser, sondern dienten der lebenslangen Versorgung von Bedürftigen.

Geschichte

Die Anfänge des Spitals liegen im 14. Jahrhundert. Das Schifferspital wurde 1496 auf Antrag der Ausfergen und Schiffsleute in Laufen von Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach erneuert. Das Spital lag in der Nähe der der heute nicht mehr bestehenden Kirche St. Nikola in Oberndorf.

Die Aufgabe war es, "den alt gewordenen, armen Schiffsleuten, die aus Alter oder Blödigkeit nicht mehr zu arbeiten vermögen" ein Auskommen zu bieten. Das Spital stand unter dem Schutz des Fürsterzbischofs, der ihm auch die "Spitalwiesen" übertrug, die bisher als Viehweiden verwendet wurden. 1508 wurde das Stiftungskapital von den Ausfergen und Schiffsleuten um 250 Gulden aufgestockt, die dabei auch auf die wachsende Verarmung der Schiffsleute hinwiesen, die wegen ihres geringen Lohnen nichts für das Alter zurücklegen konnten.

Das Spital bot zwölf armen Pfründnern Unterkunft und Verpflegung. Verwaltet wurde es von zwei gewählten Spitalmeistern. Einer von ihnen kam aus dem Kreis der Ausfergen, der zweite aus dem Kreis der beiden Peter-Buchsen-Brüderschaften. Durch zahlreiche private Stiftungen verfügte das Schifferspital über eine große Landwirtschaft und ein stattliches Vermögen. Durch die Schifffahrtsordnung von 1581 erhielt die Einrichtung noch zusätzliche Einnahmen. 1611 konnte mit einem Kostenaufwand von 35.000 Gulden ein Neubau des Spitals errichtet werden. Beim Brand von Oberndorf am 1. April 1757 wurde auch das Spital ein Raub der Flammen, aber umgehend wieder aufgebaut.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts verlor die Einrichtung wegen der hohen Ausgaben den Großteil des Vermögens. Nach dem Übergang des Landes Salzburg an das Königreich Bayern wurde das Spital der Stiftungsadministration in Tittmoning übergeben und 1816 der neugebildeten Gemeinde Oberndorf. 1850 wurde von der Gemeinde die Betreuung der Insassen an den Orden der Barmherzigen Schwestern übergeben. Im Jahre 1870 errichtete die Gemeinde Oberndorf ein neues Krankenhaus. Das Heilig-Geist-Schifferspital wurde 1919 bis 1921 abgerissen.

Quellen

  • Heinz Dopsch, Hans Roth (Hrsg.): "Laufen und Oberndorf - 1 250 Jahre Geschichte, Wirtschaft und Kultur an beiden Ufern der Salzach", Laufen und Oberndorf, 1998, S. 72/73 und 497 bis 500
  • Martin Scheutz, Alfred Stefan Weiß: "Spital als Lebensform-Österreichische Spitalsordnungen und Spitalinstruktionen der Neuzeit", Wien, , 2015, Böhlau; S. 110/111
  • SALZBURGWIKI-Artikel Krankenhaus Oberndorf