Tobias Reiser d. Ä.: Unterschied zwischen den Versionen
K |
K (typo) |
||
| Zeile 14: | Zeile 14: | ||
[[1946]] gründete er das [[Salzburger Heimatwerk]], ein dem Kunsthandwerk und der heimischen Volkskultur gewidmetes Wirtschaftsunternehmen. | [[1946]] gründete er das [[Salzburger Heimatwerk]], ein dem Kunsthandwerk und der heimischen Volkskultur gewidmetes Wirtschaftsunternehmen. | ||
| − | Im November 1946 | + | Im November 1946 scharrte Tobi Reiser in einem ungeheizten Raum des Gemeinschafterheims am [[Rudolfskai]] in Salzburg einige Freunde um sich. Mit einem ''Adventsingen'' wollte er in der kalten und schwierigen Nachkriegszeit Herzenswärme schenken. 40 Zuhörer waren gekommen und die Akteure waren sich einig: "Das wird im nächsten Jahr wiederholt." Aus einem nächsten Jahr wurden viele weitere. Man wechselte in den Kaisersaal der [[Alte Residenz|Residenz]], in die [[Große Aula]] der [[Universität]] und [[1960]] gar in das [[Großes Festspielhaus|Große Salzburger Festspielhaus]]. |
[[1952]] holte er [[Karl Heinrich Waggerl]] mit ins Boot des Adventsingens. Mit ihm prägt er die Veranstaltung bis zu Waggerls Tod [[1973]]. | [[1952]] holte er [[Karl Heinrich Waggerl]] mit ins Boot des Adventsingens. Mit ihm prägt er die Veranstaltung bis zu Waggerls Tod [[1973]]. | ||
Version vom 9. Oktober 2011, 09:11 Uhr
Tobias Reiser der Ältere (* 1. März 1907, St. Johann im Pongau, † 31. Oktober 1974 in Kaprun) war der Begründer des Salzburger Adventsingens.
Leben
In eine musikalische Familie hineingeboren, lernte Tobi Reiser schon während seiner Schulzeit Geige, Gitarre und Xylophon. Nach der Metzgerlehre in St. Johann zog er in die Stadt Salzburg.
Fasziniert von der Volksmusik schloss er sich dem Gebirgs-Trachten-Verein Alpinia und den Original Salzburger Sängern an. In den frühen 1930er Jahren gründete er den 1. Salzburger Volkslied-Vierklang und führt mit Otto Eberhard die Volksliedstunden ein. Eine Weiterentwicklung des diatonischen Hackbretts, die er gemeinsam mit dem Instrumentenbauer Heinrich Bandzauner vorantrieb, wurde das Salzburger Hackbrett, das es im Gegensatz zu seinem Vorgänger nun ermöglicht, in allen Tonarten zu spielen.
1934 gründete Tobi Reiser die noch heute existierenden Flachgauer Musikanten, aus deren ursprünglicher Besetzung 1953 das "Tobi Reiser Quintett" entsteht.
Bis zum Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 arbeitete Tobi Reiser als Metzger in Salzburg, die Nationalsozialisten ermöglichten ihm dann aber, sein Hobby zum Beruf zu machen: Am 1. November 1938 wurde er Volksmusikpfleger, ab Jänner 1939 gehörte er der NSDAP an. Er setzte sich für die Pflege der Volkskultur ein und warnte vor volksfremden jüdischen Ballast.
Im Juli 1944 starb sein Sohn Josef an der Westfront.
1946 gründete er das Salzburger Heimatwerk, ein dem Kunsthandwerk und der heimischen Volkskultur gewidmetes Wirtschaftsunternehmen.
Im November 1946 scharrte Tobi Reiser in einem ungeheizten Raum des Gemeinschafterheims am Rudolfskai in Salzburg einige Freunde um sich. Mit einem Adventsingen wollte er in der kalten und schwierigen Nachkriegszeit Herzenswärme schenken. 40 Zuhörer waren gekommen und die Akteure waren sich einig: "Das wird im nächsten Jahr wiederholt." Aus einem nächsten Jahr wurden viele weitere. Man wechselte in den Kaisersaal der Residenz, in die Große Aula der Universität und 1960 gar in das Große Salzburger Festspielhaus.
1952 holte er Karl Heinrich Waggerl mit ins Boot des Adventsingens. Mit ihm prägt er die Veranstaltung bis zu Waggerls Tod 1973.
Um 1960 entstand die "Tobi Reiser Geigenmusik".
Nach ihm sind der Tobi-Reiser-Preis, der vom Verein der Freunde des Salzburger Adventsingens seit 1992 vergeben wird und die Tobi-Reiser-Straße im Salzburger Stadtteil Maxglan benannt.
Tobi Reiser starb in den Armen seines Sohn Tobias Reiser, der das Adventsingen nach 1974 weiterführte, an Herzversagen. Tobi Reiser ist auf dem Friedhof Morzg begraben.
Quellen
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1
- Salzburger Volkskultur www.salzburgervolkskultur.at