Anton Werber: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach Zell am See kam er [[1908]] als Lokomotivführer der [[Österreichische Bundesbahnen|Pinzgaubahn]] (weiters Installateur und Hausbesitzer bzw. nachfolgend [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]-Pensionist).
 
Nach Zell am See kam er [[1908]] als Lokomotivführer der [[Österreichische Bundesbahnen|Pinzgaubahn]] (weiters Installateur und Hausbesitzer bzw. nachfolgend [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]-Pensionist).
  
[[1919]] ließ er seinen Familiennamen von ''Vrba'' in ''Werber'' eindeutschen (Bewilligungsbescheid der Salzburger Landesregierung vom [[26. März]] [[1919]]).<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-gnigl/TFBXI/?pg=188 Taufbuch der Pfarre Gnigl, Band XI, S. 151.]</ref>  
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[[1919]] ließ er seinen Familiennamen von ''Vrba'' in ''Werber'' eindeutschen (Bewilligungsbescheid der Salzburger Landesregierung vom [[26. März]] [[1919]]).<ref>Taufbuch der [[Stadtpfarre Salzburg-Gnigl|Pfarre Gnigl]], [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-gnigl/TFBXI/?pg=188 Band XI, S. 151.]</ref>  
  
Aus den [[Gemeindevertretungswahlen 1919|Gemeindevertretungswahlen im Mai 1919]] ging Werber als potentieller Bürgermeisterstellvertreter hervor.<ref>Vgl. Sitzungsprotokoll der Marktgemeinde Zell am See vom 17. Mai 1919. In: Hochhold 2013.</ref> In der konstituierenden Sitzung des [[Gemeindevertretung|Gemeinderates]] am [[6. Juni]] [[1919]] gelang es den Sozialdemokraten jedoch, mit zehn zu acht Stimmen die Wahl Anton Werbers zum Bürgermeister gegen den Kandidaten der Bürgerlichen, [[Leo Gastgeber]], durchzusetzen. Werber blieb bis 1922 im Amt, von August 1920 bis September 1921 wurde er krankheitsbedingt im  Bürgermeisteramt von Vizebürgermeister Leo Gastgeber vertreten. Bei der Bürgermeisterwahl am [[22. April]] [[1922]] unterlag Werber dem nationalen Kandidaten [[Josef Ernst]] mit 10 zu 8 Stimmen.<ref>Sitzungsprokolle der Marktgemeinde Zell am See 1919 bis 1922. In: Hochhold (2013) S. 281f.</ref>
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Aus den [[Gemeindevertretungswahlen 1919|Gemeindevertretungswahlen im Mai 1919]] ging Werber als potentieller Bürgermeisterstellvertreter hervor.<ref>Vgl. Sitzungsprotokoll der Marktgemeinde Zell am See vom 17. Mai 1919. In: Hochhold 2013.</ref> In der konstituierenden Sitzung des [[Gemeindevertretung|Gemeinderates]] am [[6. Juni]] [[1919]] gelang es den Sozialdemokraten jedoch, mit zehn zu acht Stimmen die Wahl Anton Werbers zum Bürgermeister gegen den Kandidaten der Bürgerlichen, [[Leo Gastgeber]], durchzusetzen. Werber blieb bis 1922 im Amt, von August 1920 bis September 1921 wurde er krankheitsbedingt im  Bürgermeisteramt von Vizebürgermeister Leo Gastgeber vertreten. Bei der Bürgermeisterwahl am [[22. April]] [[1922]] unterlag Werber dem nationalen Kandidaten [[Josef Ernst]] mit 10 zu 8 Stimmen.<ref>Sitzungsprotokolle der Marktgemeinde Zell am See 1919 bis 1922. In: Hochhold (2013) S. 281f.</ref>
  
[[1931]] wurde er mit Unterstützung der bürgerlichen Gemeindevertreter (die die Abwahl von Josef Ernst mit allen Mitteln durchsetzen wollten) erneut zum Bürgermeister gewählt. Er war somit Vorgänger und auch Nachfolger des nationalsozialistischen ([[NSDAP]], in Österreich ''Hitlerbewegung'') Bürgermeisters Josef Ernst, der von 1922 bis 1931 das Amt des Bürgermeisters von Zell am See ausübte. Werber blieb in seiner zweiten Amtsperiode als Bürgermeister allerdings nur bis Mai [[1933]] im Amt.<ref>Sitzungsprokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1930/31. In: Hochhold (2013) S. 296f</ref>
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[[1931]] wurde er mit Unterstützung der bürgerlichen Gemeindevertreter (die die Abwahl von Josef Ernst mit allen Mitteln durchsetzen wollten) erneut zum Bürgermeister gewählt. Er war somit Vorgänger und auch Nachfolger des nationalsozialistischen ([[NSDAP]], in Österreich ''Hitlerbewegung'') Bürgermeisters Josef Ernst, der von 1922 bis 1931 das Amt des Bürgermeisters von Zell am See ausübte. Werber blieb in seiner zweiten Amtsperiode als Bürgermeister allerdings nur bis Mai [[1933]] im Amt.<ref>Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1930/31. In: Hochhold (2013) S. 296f</ref>
 
   
 
   
Nach zunehmenden Aggressionen auf der Straße mit blutigen Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, persönlichen Diffamierungen (so wurde ihm auch vorgehalten, dass er erst kurz vor seiner ersten Amtsperiode seinen Familiennamen hatte eindeutschen lassen) und einem Misstrauensantrag der NSDAP-Fraktion gegen Anton Werber, in dem es um Bezüge Werbers als Verwaltungsdirektor der [[Schmittenhöhebahn]] und um Zweifel an seiner Unparteilichkeit gegangen war, schaltete sich im Frühjahr 1933 die Gemeindevertretung gleichsam selbst aus (Selbstauflösung). Eine für den [[2. Juni]] 1933 anberaumte Sitzung des Gemeinderates musste daher bereits von [[Bezirkshauptmann]] Regierungsrat Dr. [[Rudolf Hanifle]] als Regierungskommissär geleitet werden.<ref>Sitzungsprokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1933. In: Hochhold (2013) 299f</ref>
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Nach zunehmenden Aggressionen auf der Straße mit blutigen Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, persönlichen Diffamierungen (so wurde ihm auch vorgehalten, dass er erst kurz vor seiner ersten Amtsperiode seinen Familiennamen hatte eindeutschen lassen) und einem Misstrauensantrag der NSDAP-Fraktion gegen Anton Werber, in dem es um Bezüge Werbers als Verwaltungsdirektor der [[Schmittenhöhebahn]] und um Zweifel an seiner Unparteilichkeit gegangen war, schaltete sich im Frühjahr 1933 die Gemeindevertretung gleichsam selbst aus (Selbstauflösung). Eine für den [[2. Juni]] 1933 anberaumte Sitzung des Gemeinderates musste daher bereits von [[Bezirkshauptmann]] Regierungsrat Dr. [[Rudolf Hanifle]] als Regierungskommissär geleitet werden.<ref>Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1933. In: Hochhold (2013) 299f</ref>
  
 
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Version vom 31. Mai 2023, 16:56 Uhr

Anton Werber (* 4. September 1881 in Itzling, Gemeinde Gnigl; † 3. April 1955 in Zell am See) war in der Zwischenkriegszeit zwei Mal Bürgermeister von Zell am See.

Leben

Der Sozialdemokrat Anton Werber war der Sohn des böhmischen Lokomotivführers Franz Vrba und dessen 1883 geehelichter Frau Maria, geborene Jellmayer.

Nach Zell am See kam er 1908 als Lokomotivführer der Pinzgaubahn (weiters Installateur und Hausbesitzer bzw. nachfolgend ÖBB-Pensionist).

1919 ließ er seinen Familiennamen von Vrba in Werber eindeutschen (Bewilligungsbescheid der Salzburger Landesregierung vom 26. März 1919).[1]

Aus den Gemeindevertretungswahlen im Mai 1919 ging Werber als potentieller Bürgermeisterstellvertreter hervor.[2] In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates am 6. Juni 1919 gelang es den Sozialdemokraten jedoch, mit zehn zu acht Stimmen die Wahl Anton Werbers zum Bürgermeister gegen den Kandidaten der Bürgerlichen, Leo Gastgeber, durchzusetzen. Werber blieb bis 1922 im Amt, von August 1920 bis September 1921 wurde er krankheitsbedingt im Bürgermeisteramt von Vizebürgermeister Leo Gastgeber vertreten. Bei der Bürgermeisterwahl am 22. April 1922 unterlag Werber dem nationalen Kandidaten Josef Ernst mit 10 zu 8 Stimmen.[3]

1931 wurde er mit Unterstützung der bürgerlichen Gemeindevertreter (die die Abwahl von Josef Ernst mit allen Mitteln durchsetzen wollten) erneut zum Bürgermeister gewählt. Er war somit Vorgänger und auch Nachfolger des nationalsozialistischen (NSDAP, in Österreich Hitlerbewegung) Bürgermeisters Josef Ernst, der von 1922 bis 1931 das Amt des Bürgermeisters von Zell am See ausübte. Werber blieb in seiner zweiten Amtsperiode als Bürgermeister allerdings nur bis Mai 1933 im Amt.[4]

Nach zunehmenden Aggressionen auf der Straße mit blutigen Zusammenstößen zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten, persönlichen Diffamierungen (so wurde ihm auch vorgehalten, dass er erst kurz vor seiner ersten Amtsperiode seinen Familiennamen hatte eindeutschen lassen) und einem Misstrauensantrag der NSDAP-Fraktion gegen Anton Werber, in dem es um Bezüge Werbers als Verwaltungsdirektor der Schmittenhöhebahn und um Zweifel an seiner Unparteilichkeit gegangen war, schaltete sich im Frühjahr 1933 die Gemeindevertretung gleichsam selbst aus (Selbstauflösung). Eine für den 2. Juni 1933 anberaumte Sitzung des Gemeinderates musste daher bereits von Bezirkshauptmann Regierungsrat Dr. Rudolf Hanifle als Regierungskommissär geleitet werden.[5]

Literatur

  • Hölzl, Ferdinand, 1200 Jahre Zell am See, S. 136, Eigenverlag, Zell am See, 1975
  • Schausberger, Franz: Alle an den Galgen. Der politische "Takeoff" der "Hitlerbewegung" bei den Salzburger Gemeindewahlen 1931. Böhlau: Wien/Köln/Weimar, 2005
  • Hochhold, Rainer, Cella in Bisontio, Zell im Pinzgau, Zell am See – Eine historische Zeitreise, Zell am See, 2013. ISBN: 978-3-200-03385-6

Quellen bzw. Einzelnachweise

  • Hölzl, Ferdinand: Pinzgauer Parteichronik. Band 1: Die Sozialdemokraten und Gewerkschaften. Zell am See 1983.
  1. Taufbuch der Pfarre Gnigl, Band XI, S. 151.
  2. Vgl. Sitzungsprotokoll der Marktgemeinde Zell am See vom 17. Mai 1919. In: Hochhold 2013.
  3. Sitzungsprotokolle der Marktgemeinde Zell am See 1919 bis 1922. In: Hochhold (2013) S. 281f.
  4. Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1930/31. In: Hochhold (2013) S. 296f
  5. Sitzungsprotokolle der Stadtgemeinde Zell am See 1933. In: Hochhold (2013) 299f
Zeitfolge
Vorgänger

Anton Gassner
Josef Ernst

Bürgermeister der Stadt Zell am See
19191922
1931–1933
Nachfolger

Josef Ernst
Dr. Rudolf Hanifle (als Regierungskommissär)