Salzburg Hauptbahnhof: Unterschied zwischen den Versionen

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Am [[12. August]] [[1860]] wurde im Beisein Ihrer Majestäten, des [[Kaiser Franz Joseph I.|Kaisers Franz Joseph I.]] von Österreich und des [[König Maximilian II. von Bayern|Königs Maximilian II. von Bayern]], auf dem Salzburger Bahnhof feierlich die [[Kaiserin-Elisabeth-Westbahn]] mit dem Teilstück [[Salzburg]]–Wien eröffnet.
  
Die Empfangshalle wurde [[1909]] umgebaut. Bei Umbauarbeiten im Jahr 2008 wurden hinter einer Lattenkonstruktion alte Stuckleisten und Fliesenbilder entdeckt.  
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Aus dieser Zeit stammt der heute großteils erhaltene Bahnsteig 1. Dieser bayerisch-österreichische Grenzbahnhof war in fünf Teile gegliedert. Im Mittelrisalit waren Eingang und Schalter für Fahrten innerhalb Österreichs. Im Nordpavillon befanden sich die Räume des Österreichischen Hofs. Im Südpavillon waren die Einrichtungen für den Verkehr nach [[Bayern]] untergebracht. Wartesäle und Restaurants befanden sich im südlichen Zwischenbau, Bahnhofsverwaltung und Post im nördlichen Zwischentrakt.
  
1960 wurde die ''Marmorhalle'' gebaut, sie gilt als umstritten, hat aber in Salzburg zahlreiche Fans und Liebhaber gefunden. In der Marmorhalle ist das Bahnhofsrestaurant Quo Vadis untergebracht. Besonders beliebt ist der Kaisersaal.  
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„Mit dem ersten Dampfkolosse erschließt sich unserem Lande ein neues Leben“, schrieb damals die Salzburger Zeitung. Tatsächlich gab die Eröffnung des Bahnhofs den Impuls zur gründerzeitlichen Stadterweiterung.
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Bis in die [[1970er]] Jahre war der Bahnhof auch einer der Hauptstandplätze der [[Salzburger Dienstmann|Salzburger Dienstmänner]].
 
Bis in die [[1970er]] Jahre war der Bahnhof auch einer der Hauptstandplätze der [[Salzburger Dienstmann|Salzburger Dienstmänner]].
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Bei Umbauarbeiten im Jahr [[2008]] wurden hinter einer Lattenkonstruktion alte Stuckleisten und Fliesenbilder entdeckt.
  
 
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==Quellen==
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*Salzburger Nachrichten
 
== Weblinks==
 
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* [http://www.oebb.at/infrastruktur/de/Projekte_Planung_und_Bau/DonauachseWestbahn/Umbau_Hauptbahnhof_Salzburg/index.jsp Seite zum Bahnhofsumbau der ÖBB]
 
* [http://www.oebb.at/infrastruktur/de/Projekte_Planung_und_Bau/DonauachseWestbahn/Umbau_Hauptbahnhof_Salzburg/index.jsp Seite zum Bahnhofsumbau der ÖBB]

Version vom 9. Januar 2010, 16:40 Uhr

Aufnahmegebäude
Mittelbahnsteig (Die Dachkonstruktion wurde im Herbst 2009 abgetragen)

Der Salzburger Hauptbahnhof am Südtiroler Platz in der Elisabeth-Vorstadt ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt des Bundeslandes Salzburg.

Geschichte

Am 12. August 1860 wurde im Beisein Ihrer Majestäten, des Kaisers Franz Joseph I. von Österreich und des Königs Maximilian II. von Bayern, auf dem Salzburger Bahnhof feierlich die Kaiserin-Elisabeth-Westbahn mit dem Teilstück Salzburg–Wien eröffnet.

Aus dieser Zeit stammt der heute großteils erhaltene Bahnsteig 1. Dieser bayerisch-österreichische Grenzbahnhof war in fünf Teile gegliedert. Im Mittelrisalit waren Eingang und Schalter für Fahrten innerhalb Österreichs. Im Nordpavillon befanden sich die Räume des Österreichischen Hofs. Im Südpavillon waren die Einrichtungen für den Verkehr nach Bayern untergebracht. Wartesäle und Restaurants befanden sich im südlichen Zwischenbau, Bahnhofsverwaltung und Post im nördlichen Zwischentrakt.

„Mit dem ersten Dampfkolosse erschließt sich unserem Lande ein neues Leben“, schrieb damals die Salzburger Zeitung. Tatsächlich gab die Eröffnung des Bahnhofs den Impuls zur gründerzeitlichen Stadterweiterung.

1907/1908 leitete den Um- und Ausbau Ladislaus Friedrich von Diószeghy, Architekt und Inspektor der k. k. Staatsbahnen. In der Mitte des Hauptgebäudes wurde die Eingangs- und Schalterhalle geschaffen. In die neuen Außenmauern wurden auf Straßen- und Bahnsteigseite je drei hohe Segmentbogenfenster eingebaut, die heute erhalten, doch auf der Gleisseite teils zugemauert sind. Die Eingänge wurden mit verzierten, heute noch vorhandenen Vordächern markiert. Außergewöhnlich ist der nach dem Prinzip der Kuppel aus Stahl konstruierte Dachstuhl über der Eingangshalle. Um den Bahnhof zu erweitern, wurde 1907 der 52 Meter breite Mittelperron gebaut und von einem dreischiffigen Stahlfachwerk überspannt. Zudem wurde 1907 der Zugang zum Mittelbahnsteig über drei Tunnel erschlossen.

1944/1945 wurden Bahnhof und Bahnhofsviertel bei Bombenangriffen arg beschädigt. Vor allem der Nordtrakt sowie der Mittelbahnsteig, samt dem Original-Marmorsaal, wurden am 17. November 1944 zerstört und danach neu gebaut

1960 wurde die Marmorhalle gebaut, sie gilt als umstritten, hat aber in Salzburg zahlreiche Fans und Liebhaber gefunden. In der Marmorhalle ist das Bahnhofsrestaurant Quo Vadis untergebracht. Besonders beliebt ist der Kaisersaal.

Bis in die 1970er Jahre war der Bahnhof auch einer der Hauptstandplätze der Salzburger Dienstmänner.

Bei Umbauarbeiten im Jahr 2008 wurden hinter einer Lattenkonstruktion alte Stuckleisten und Fliesenbilder entdeckt.

Umbau

Der offizielle Spatenstich zum Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs war bereits im November 2008. Seit 2009 hat der tatsächliche Umbau des Hauptbahnhofs begonnen. Die Arbeiten schreiten zügig voran und liegen laut Projektleiter des Umbaus zeitlich exakt im Plan.

Der Salzburger Hauptbahnhof verfügt, bedingt durch seine Funktion als einstiger Grenzbahnhof, über Kopf- und Durchgangsbahnsteige. Mit dem bis 2014 dauernden Umbau durch die Österreichischen Bundesbahnen wird der Hauptbahnhof als internationale Verkehrsdrehscheibe zum reinen Durchgangsbahnhof mit neun Bahnsteigen umgestaltet.

Der Teilbetrieb des neuen Bahnhofes erfolgt 2012, der neue Kundenbereich wird 2013 komplett in Betrieb genommen. In Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt entsteht in den nächsten Jahren einer der modernsten Bahnhöfe Österreichs, wobei die historische Dachkonstruktion über dem heutigen Mittelbahnsteig erhalten bleibt. Die Dachträger wurden bereits abgebaut und werden in den neuen Bahnhof wieder integriert.

Der Komplettumbau des Bahnhofs ist mit einem Budget von 270 Millionen Euro veranschlagt. Errichtet werden neben den neuen Gleisanlagen auch eine unterirdische Passage vom Südtiroler Platz zur Lastenstraße. Die beiden Salzburger Stadtteile Schallmoos und Elisabeth-Vorstadt werden so neu verbunden.

Der Salzburger Hauptbahnhof wird bei laufendem Betrieb umgebaut. Das erfordert von den Planern zusätzliche Maßnahmen:

Ab August 2009 ist das ÖBB-Servicecenter in Container auf dem Bahnhofsvorplatz übersiedelt. Dort befinden sich nun für die gesamte Zeit des Bahnhofumbaus die Schalterhalle, das Servicecenter, das Reisecenter der ÖBB, die Trafik, die Infobox inklusive einer Ausstellung zum Bahnhofsumbau, die Schließfächer, Buch&Presse, der Salzburger Tourismus und das Bahnhofsrestaurant.

Seit 27. Oktober 2009 gilt am Bahnhofsvorplatz eine neue Verkehrsregelung. Der Individualverkehr kann nur noch eingeschränkt zum Bahnhof zufahren. So soll die Sicherheit der Bauarbeiter während des Umbaus gewährleistet werden. Für den öffentlichen Verkehr ist die neue Verkehrsregelung eine Erleichterung.


Der Salzburger Hauptbahnhof in der Abenddämmerung von der Lastenstraße aus gesehen


Quellen

  • Salzburger Nachrichten

Weblinks

Bildergalerie