Eiszeitliche Konglomerate: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Univ.-Prof. Dipl.-Geograf Dr. [[Andreas Lang]], Fachbereichleiter Geographie und Geologie an der [[Naturwissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg]] hat auf Nachfrage des [[Salzburgwiki]]s<ref name="NaWi">E-Mail an Administrator [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]] am 17. Dezember 2019</ref> das Salzburger Konglomerat wie folgt erklärt:<blockquote>''‚Konglomerat‘ ist ein Überbegriff aus der Sedimentologie und wird global verwendet. Gosau Konglomerat ist eine Ablagerung diesen Typs, das in einer spezifischen Zeit in einem spezifischen Ablagerungsmilieu entstanden ist und nur regional begrenzt vorkommt (wie auch richtig auf der Webpage [[Gosau Konglomerat]] beschrieben). Das Salzburg Konglomerat ist auch eine Ablagerung vom Typ Konglomerat und geologisch gesehen sehr jung (aus dem Eiszeitalter) und lediglich lokal im [[Salzburger Becken]] verbreitet.</blockquote> | + | Univ.-Prof. Dipl.-Geograf Dr. [[Andreas Lang]], Fachbereichleiter Geographie und Geologie an der [[Naturwissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg|Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Salzburg]] hat auf Nachfrage des [[Salzburgwiki]]s<ref name="NaWi">E-Mail an Administrator [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]] am 17. Dezember 2019</ref> das Salzburger Konglomerat wie folgt erklärt:<blockquote>''‚Konglomerat‘ ist ein Überbegriff aus der Sedimentologie und wird global verwendet. Gosau Konglomerat ist eine Ablagerung diesen Typs, das in einer spezifischen Zeit in einem spezifischen Ablagerungsmilieu entstanden ist und nur regional begrenzt vorkommt (wie auch richtig auf der Webpage [[Gosau Konglomerat]] beschrieben). Das Salzburg Konglomerat ist auch eine Ablagerung vom Typ Konglomerat und geologisch gesehen sehr jung (aus dem Eiszeitalter) und lediglich lokal im [[Salzburger Becken]] verbreitet.</blockquote> |
| − | Assoz. Prof. Dr. [[Bernhard Salcher]] von der | + | Assoz. Prof. Dr. [[Bernhard Salcher]] von der Naturwissenschaftlichen Fakultät ergänzt noch<ref name="NaWi"></ref><blockquote>''Wenn man an im alpin-geologischen Kontext das Wort “Gosau” liest (Gosaukonglomerat, Gosauschichten, etc), dann schwingt immer die Zeit mit, nämlich vor allem die Kreidezeit. Gosauablagerungen, und damit auch das Konglomerat, sind also viele 10er Millionen Jahre alt. |
''Die Bauwerke in der Stadt entstammen alle eiszeitlichen Konglomeraten - die sind also viel, viel jünger (wenige 100 000 Jahre). Da kennt man wohl auch die alten Brüche. Beide Konglomerate kommen aber in oder um die [[Stadt Salzburg]] vor (in der [[Glasenbachklamm]] z. B.). Bei einem Konglomerat handelt sich in der Regel um ein Sediment, das von einem Fluss abgelagert wurde und dort durch den Transport gerundet. Anschließend wurden die Komponenten miteinander verfestigt (“verkittet”).</blockquote> | ''Die Bauwerke in der Stadt entstammen alle eiszeitlichen Konglomeraten - die sind also viel, viel jünger (wenige 100 000 Jahre). Da kennt man wohl auch die alten Brüche. Beide Konglomerate kommen aber in oder um die [[Stadt Salzburg]] vor (in der [[Glasenbachklamm]] z. B.). Bei einem Konglomerat handelt sich in der Regel um ein Sediment, das von einem Fluss abgelagert wurde und dort durch den Transport gerundet. Anschließend wurden die Komponenten miteinander verfestigt (“verkittet”).</blockquote> | ||
Version vom 17. Dezember 2019, 16:36 Uhr
Das Salzburger Konglomerat ist ein regional auftretendes Konglomerat (lat. conglomerare = zusammenballen), Sedimentgestein aus gerundeten detritischen Komponenten, deren Korndurchmesser zwei Millimeter übersteigt (Kies oder Geröll), und einem feineren Bindemittel. Nach der Entstehungszeit (Alter) und dem Fundort können verschiedene Arten von Konglomerat unterschieden werden.
Einleitung
Univ.-Prof. Dipl.-Geograf Dr. Andreas Lang, Fachbereichleiter Geographie und Geologie an der Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Salzburg hat auf Nachfrage des Salzburgwikis[1] das Salzburger Konglomerat wie folgt erklärt:
‚Konglomerat‘ ist ein Überbegriff aus der Sedimentologie und wird global verwendet. Gosau Konglomerat ist eine Ablagerung diesen Typs, das in einer spezifischen Zeit in einem spezifischen Ablagerungsmilieu entstanden ist und nur regional begrenzt vorkommt (wie auch richtig auf der Webpage Gosau Konglomerat beschrieben). Das Salzburg Konglomerat ist auch eine Ablagerung vom Typ Konglomerat und geologisch gesehen sehr jung (aus dem Eiszeitalter) und lediglich lokal im Salzburger Becken verbreitet.
Assoz. Prof. Dr. Bernhard Salcher von der Naturwissenschaftlichen Fakultät ergänzt noch[1]
Wenn man an im alpin-geologischen Kontext das Wort “Gosau” liest (Gosaukonglomerat, Gosauschichten, etc), dann schwingt immer die Zeit mit, nämlich vor allem die Kreidezeit. Gosauablagerungen, und damit auch das Konglomerat, sind also viele 10er Millionen Jahre alt. Die Bauwerke in der Stadt entstammen alle eiszeitlichen Konglomeraten - die sind also viel, viel jünger (wenige 100 000 Jahre). Da kennt man wohl auch die alten Brüche. Beide Konglomerate kommen aber in oder um die Stadt Salzburg vor (in der Glasenbachklamm z. B.). Bei einem Konglomerat handelt sich in der Regel um ein Sediment, das von einem Fluss abgelagert wurde und dort durch den Transport gerundet. Anschließend wurden die Komponenten miteinander verfestigt (“verkittet”).
Im Salzburger Becken gibt es mindestens zwei unterschiedliche Konglomeratarten. Die eine wird in den Quellen als Konglomerat (oder auch Nagelfluh bezeichnet und hat ein Alter von etwa 1,6 Mio Jahren, die andere wird als Gosaukonglomerat bezeichnet, da im oberösterreichischen Gosau besonders schöne Funde gemacht wurden.[2]. Gosaukonglomerat hat ein Alter von etwa 80 bis 90 Mio Jahren.
Konglomerat entsteht durch die enns:Diagenese[3] aus verfestigtem Schotter. Dabei sind gerundete klastische Sedimente, mit mehr als 50 % Kiese und Steine aus oft unterschiedlichen Gesteinsarten durch toniges, kalkiges oder kieseliges Bindemittel miteinander verkittet.[4]
Die im nördlichen Alpenvorland vorkommenden geologisch jüngeren Konglomerate werden als "Nagelfluh" (der Ausdruck stammt aus dem schweizerischen Volksmund) bezeichnet. Zitat Quelle Natur als Grenzerfahrung:
[...] werden die Gesteine Salzburg in zwei Arten unterteilt: In den Untersberger Marmor und in die Salzburger Nagelfluh; letztere ist auch als Salzburger Konglomerat bekannt.[...] da die Stadtberge nicht ausschließlich aus der Salzburger Nagelfluh, sondern auch aus kalkalpinen Gestein bestehen. [...] Der Mönchsberg [...] Er setzt sich in erster Linie aus Salzburger Konglomerat zusammen.
Vereinzelt kommt Konglomerat auch lokal an anderen Orten im Bundesland Salzburg vor.
Wirtschaftliche Verwendung
Konglomerat wurde und wird als Baustoff für Fundamentmauerwerk und Tür- und Fenstergesimse verwendet. In Platten geschnitten findet er auch bei Außenwandverkleidungen Anwendung. Salzburger Konglomerat, weitverbreiteter Baustein in Salzburg, Konglomerat der Mindel-Riß-Interglazialzeit (Eiszeit), der in zahlreichen Steinbrüchen am Mönchsberg und bei Hellbrunn abgebaut wurde.[5]
Vorkommen
- In der Stadt Salzburg:
- Mönchsberg
- Festungsberg (nur randlich!)
- Rainberg
- Hellbrunner Berg, der aus Gosaukonglomerat besteht
- Im Bundesland Salzburg:
- Nikolausberg im Tennengau
- Urstein, der aus Gosaukonglomerat besteht
- Kirchenfelsen in Wals
Bauten aus Konglomerat
Bauwerke in Konglomerat-Gestein
- Sigmundstor
- Wasserreservoir der Stadt Salzburg im Mönchsberg
- Almkanal im Mönchsberg
- Steintheater in Hellbrunn
Bildergalerie
- Konglomerat am Salzburger Dom 01.jpg
Verarbeitetes Konglomerat am Salzburger Dom.
- Struktur des Konglomerates am Nikolausberg in Golling.jpg
Die Struktur des Konglomerates am Nikolausberg in Golling an der Salzach.
- Urstein Konglomeratfels und Salzach in Puch bei Hallein 02.jpg
Urstein, Konglomeratfels
weitere Bilder
Eiszeitliche Konglomerate – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblink
- ANNO, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1905, Das Salzburger Conglomerat. von Heinrich Prinzinger, k. k. Oberbergrat
- www.zobodat.at, pdf, Eduard Stummer: Die interglazialen Ablagerungen in den Zungenbecken der diluvialen Salzach- und Saalachgletscher.
- www.zobodat.at, pdf, Dr. P. Damasus Aigner: Der alte Salzburger See und sein Becken.
- books.google.atDer Geologische Aufbau Österreichs
- books.google.at Natur als Grenzerfahrung
Quellen
- www.geodienst.at
- Salzburgwiki Beitrag Mönchsberg
Einzelnachweis
- ↑ 1,0 1,1 E-Mail an Administrator Peter am 17. Dezember 2019
- ↑ Quelle ANNO, Salzburger Chronik, Ausgabe vom 29. Juli 1925, Seite 2
- ↑ Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im EnnstalWiki, einem Schwesterwiki des SALZBURGWIKIs
- ↑ Quelle enns:Konglomerat
- ↑ Quelle www.aeiou.at