| Zeile 27: |
Zeile 27: |
| | ==== Weiter geht's über das/die Schiedeck zum Knappenbäuelsee ==== | | ==== Weiter geht's über das/die Schiedeck zum Knappenbäuelsee ==== |
| | | | |
| − | Ab der Mittelstation gehen wir die Werksstraße nach Norden durch das "Mooskarl" hinauf und weiter bis zu einem kleinen Felsgebilde, das die Einheimischen "Tatzelwurm" nennen. Es ist jene Stelle, wo man erstmals einen Tiefblick in das eigentliche Nassfeldtal hinunter und das Tal hinaus hat. Hier trug sich der Fall zu, dass Variantenfahrer den gesperrten, extrem steilen Hang ins Tal hinunterfuhren, und es gab dabei auch ein Todesopfer. Es ist der nördlichste Punkt unserer Wanderung und wir wenden uns wieder bergan nach Osten hinauf. Es lohnt sich bereits hier nach Alpenpflanzen der alpinen Region Ausschau zu halten, z. B. nach [[Zwerg-Seifenkraut]] und [[Krainer Grau-Greiskraut]]. Nach einigen Kehren erreichen wir die/das Schiedeck (an ihrer Südgrenze), hier mit einer Sonnenhütte. Nun dreht der Weg ungefähr nach Süden und führt, vorbei an der markanten, kugelartigen Talstation des Kreuzkogel-Schleppliftes, mit mäßiger Steigung entlang einer talähnlichen Geländeverebnung hinauf zum Knappenbäuelsee, der meist unetymologisch, also falsch als ''Knappenbeudelsee'' oder ''Knappenbeutelsee'' geschrieben wird. Auf einer kleinen Kuppe angekommen, sehen wir direkt unter uns den wunderschönen Bergsee. Die Knappen des [[16. Jahrhundert]]s nannten ihn noch "Unken-See" - ob es solche Tierchen wirklich einmal dort gegeben hat? Immerhin liegt der See auf 2 250 m ü. A. | + | Ab der Mittelstation gehen wir die Werksstraße nach Norden durch das "Mooskarl" hinauf und weiter bis zu einem kleinen Felsgebilde, das die Einheimischen "Tatzelwurm" nennen. Es ist jene Stelle, wo man erstmals einen Tiefblick in das eigentliche Nassfeldtal hinunter und das Tal hinaus hat. Hier trug sich der Fall zu, dass Variantenfahrer den gesperrten, extrem steilen Hang ins Tal hinunterfuhren, und es gab dabei auch ein Todesopfer. Es ist der nördlichste Punkt unserer Wanderung und wir wenden uns wieder bergan nach Osten hinauf. Es lohnt sich bereits hier nach Alpenpflanzen der alpinen Region Ausschau zu halten, z. B. nach [[Zwerg-Seifenkraut]] und [[Krainer Grau-Greiskraut]]. Nach einigen Kehren erreichen wir die/das Schiedeck (an ihrer Südgrenze), hier mit einer Sonnenhütte. Nun dreht der Weg ungefähr nach Süden und führt, vorbei an der markanten, kugelartigen Talstation des Kreuzkogel-Schleppliftes, mit mäßiger Steigung entlang einer talähnlichen Geländeverebnung hinauf zum Knappenbäuelsee, der meist unetymologisch, also falsch als ''Knappenbeudelsee'' oder ''Knappenbeutelsee'' geschrieben wird (zur Namenserklärung siehe SalzburgWIKI unter ''Knappenbeutelsee''). Auf einer kleinen Kuppe angekommen, sehen wir direkt unter uns den wunderschönen Bergsee. Die Knappen des [[16. Jahrhundert]]s nannten ihn noch "Unken-See" - ob es solche Tierchen wirklich einmal dort gegeben hat? Immerhin liegt der See auf 2 250 m ü. A. |
| | | | |
| | Die Gegend ringsum ist alpine Weidefläche, auch mit ziemlich viel Bürstlingsrasen. Die Blütenpracht zeigt sich eher als recht bescheiden. Aber hier, am südlichsten Punkt unserer Wanderung, bei dem Pfosten mit Wegweisertafeln, oder etwas unterhalb beim See, ist eine Rast angesagt. Immerhin liegen ca. 670 bereits bewältigte Höhenmeter schon hinter uns. | | Die Gegend ringsum ist alpine Weidefläche, auch mit ziemlich viel Bürstlingsrasen. Die Blütenpracht zeigt sich eher als recht bescheiden. Aber hier, am südlichsten Punkt unserer Wanderung, bei dem Pfosten mit Wegweisertafeln, oder etwas unterhalb beim See, ist eine Rast angesagt. Immerhin liegen ca. 670 bereits bewältigte Höhenmeter schon hinter uns. |
| Zeile 44: |
Zeile 44: |
| | Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer [[Goldbergbau|Gold]] und [[Silberbergbau|Silber]] standen. Im Jahr [[1557]] waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war. | | Noch ein Stück höher als die ins Auge fallenden Quarzadern kommen wir, direkt bei einer Seilbahnstütze, an einen Haufen mit Schlacken und Sand, etwa in der Kubatur eines Einfamilienhauses. Es sind rund 500 Jahre alte Schmiedeschlacken, die entstanden, als die bergmännischen "Bergeisen" (quasi die Meißel) im Feuer immer wieder nachgehärtet wurden. Allein aus der Menge der Schlacken kann man erahnen, wie viele Knappen in den Stollen arbeiteten - es war ein großes wirtschaftliches Unternehmen, auf dessen Habenseite immer [[Goldbergbau|Gold]] und [[Silberbergbau|Silber]] standen. Im Jahr [[1557]] waren es 830 kg Gold und 2723 kg Silber. Bei dieser Gelegenheit ist zu betonen, dass der Gastein-Rauriser Edelmetallbergbau, geht man vom Wert der gewonnenen Produkte aus, der bedeutendste im ganzen "Alten Reich", also etwa im heutigen deutschen Sprachraum, war. |
| | | | |
| − | Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des [[St. Thomas Berghaus]]es, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das [[Gräbmer Kar]], wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "Schneekragen" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor [[Lawine]]n. Montanistische Haupt-Unternehmer waren hier im 16. Jahrhundert die Gewerken Zott. | + | Unweit gegen Süden stehen noch die Reste des [[St. Thomas Berghaus]]es, insgesamt, mit Nebenanlagen, eine Fläche von knapp einem Hektar einnehmend. Von dort kann man auch einen Blick nach Süden hinunter machen in das [[Gräbmer Kar]], wo ebenfalls mehrere Stollen in Betrieb standen. Bei zwei der Stollen ist noch ein "Schneekragen" deutlich erhalten; das war ein mit Holzbalken oder Steinplatten gedeckter Laufgang zwischen dem Stolleneingang und dem zugehörigen Berghaus. Er ersparte im Winter das Schneeschaufeln und schützte außerdem vor [[Lawine]]n. Montanistische Haupt-Unternehmer waren hier im 16. Jahrhundert die Gewerken Zott. In einer Supplikation an den Landesherrn erwähnten sie einmal, dass sie im Inneren des Berges auf den "alten Mann" gestoßen seien. Das bedeutet, dass es einen Stollen vor sehr, sehr langer Zeit gegeben haben muss, von dem im 16. Jahrhundert niemand mehr etwas wusste. |
| | | | |
| | ==== Der Gipfel - ein aufgeschlagenes Buch der Alpenflora ==== | | ==== Der Gipfel - ein aufgeschlagenes Buch der Alpenflora ==== |
| Zeile 68: |
Zeile 68: |
| | * [[Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle|Spohn, Margot et Golte-Bechtle, Marianne]]: "[[Was blüht denn da? Die Enzyklopädie]]". Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 2005 | | * [[Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle|Spohn, Margot et Golte-Bechtle, Marianne]]: "[[Was blüht denn da? Die Enzyklopädie]]". Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart 2005 |
| | * [[Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler|Fischer, Manfred A. et Oswald, Karl et Adler, Wolfgang]]: "[[Exkursionsflora für Österreich, Liechtentein und Südtirol]]". Konzipiert und redigiert von Manfred A. Fischer. 3., verbesserte Auflage, Linz 2008. | | * [[Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler|Fischer, Manfred A. et Oswald, Karl et Adler, Wolfgang]]: "[[Exkursionsflora für Österreich, Liechtentein und Südtirol]]". Konzipiert und redigiert von Manfred A. Fischer. 3., verbesserte Auflage, Linz 2008. |
| − | * [[Volkmar Wirth|Wirth, Volkmar]]: "[[Flechtenflora]]". (Uni-Taschenbücher; 1062), Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1980. | + | * [[Volkmar Wirth|Wirth, Volkmar]]: "[[Flechtenflora]]". (Uni-Taschenbücher; 1062), Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 1980. |
| | + | * [[Fritz Gruber|Gruber, Fritz]] (Mit-Autor): "[[Vom Naßfeld (1588 m) zum Knappenbäudelsee und durch das [[Ödenkar]] auf den Kreuzkogel (2685 m)]]", in: * [[Salzburger Nationalparkfonds|Salzburger Nationalparkfonds]]: Naturführer Kötschach- und Anlauftal, Naßfeld. Neukirchen am Großvenediger 1995, S. 46 bis S. 55. |
| | + | * [[Gerhard Feitzinger, Fritz Gruber|Feitzinger, Gerhard et Gruber, Fritz]]: "[Gasteins alter Goldbergbau am Radhausberg und Bockhart]]", in: [[Hans Steyrer|Steyrer, Hans]]: "[[Hohe Tauern. Naturkundliche Exkursionen]]", München 2011, S. 45 bis S. 57 |
| | * [[Fritz Gruber|Gruber, Fritz]]: "[[Der Edelmetallbergbau in Salzburg und Oberkärnten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts]]", in: [[Werner Paar, Wilhelm Günther, Fritz Gruber (Hrsg.)|Paar, Werner et Günther, Wilhelm et Gruber, Fritz (Hrsg.)]]: Das Buch vom Tauerngold, Verlag Anton Pustet, Salzburg 2006, S. 193 bis S. 359, hier besonders S. 282 ff.: "Radhausberg Süd". | | * [[Fritz Gruber|Gruber, Fritz]]: "[[Der Edelmetallbergbau in Salzburg und Oberkärnten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts]]", in: [[Werner Paar, Wilhelm Günther, Fritz Gruber (Hrsg.)|Paar, Werner et Günther, Wilhelm et Gruber, Fritz (Hrsg.)]]: Das Buch vom Tauerngold, Verlag Anton Pustet, Salzburg 2006, S. 193 bis S. 359, hier besonders S. 282 ff.: "Radhausberg Süd". |
| | * Dr. [[Fritz Gruber]], persönliche Begehungsprotokolle aus verschiedenen Jahren | | * Dr. [[Fritz Gruber]], persönliche Begehungsprotokolle aus verschiedenen Jahren |