Stieglbrauerei zu Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Das Stieglein („kleine Treppe“), das der Brauerei und seinem Produkt den Namen gibt, führte damals als öffentliche Stiege zum [[Almkanal]], aus dem man sich das notwendige Brauwasser holte. Die Stieglbrauerei übersiedelte zwar im 19. Jahrhundert aus Kapazitätsgründen an die Peripherie der Stadt, die kleine Treppe wurde irgendwann entfernt und der Almkanal verläuft heute unterirdisch, doch: Die legendäre „rote Stiege“ hat sich als Firmen- und Bierbezeichnung bis zum heutigen Tag erhalten. | Das Stieglein („kleine Treppe“), das der Brauerei und seinem Produkt den Namen gibt, führte damals als öffentliche Stiege zum [[Almkanal]], aus dem man sich das notwendige Brauwasser holte. Die Stieglbrauerei übersiedelte zwar im 19. Jahrhundert aus Kapazitätsgründen an die Peripherie der Stadt, die kleine Treppe wurde irgendwann entfernt und der Almkanal verläuft heute unterirdisch, doch: Die legendäre „rote Stiege“ hat sich als Firmen- und Bierbezeichnung bis zum heutigen Tag erhalten. | ||
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Knapp vor Übersiedlung des Betriebes nach [[Maxglan]] wurden [[1820]] in der Festungsgasse (am Fuße der [[Festung Hohensalzburg]]) mit dem [[Stieglkeller]] neue Lagerkapazitäten geschaffen. Der damalige Stieglbrauer Josef Schreiner gestaltete den Keller schließlich um und nutzte den anliegenden Garten zur Ausschank des Kellerbiers während der Sommermonate. Das war die "Geburtsstunde" des Stieglkellers. | Knapp vor Übersiedlung des Betriebes nach [[Maxglan]] wurden [[1820]] in der Festungsgasse (am Fuße der [[Festung Hohensalzburg]]) mit dem [[Stieglkeller]] neue Lagerkapazitäten geschaffen. Der damalige Stieglbrauer Josef Schreiner gestaltete den Keller schließlich um und nutzte den anliegenden Garten zur Ausschank des Kellerbiers während der Sommermonate. Das war die "Geburtsstunde" des Stieglkellers. | ||
Version vom 5. Juli 2012, 09:20 Uhr


Die Stieglbrauerei zu Salzburg in Salzburg Maxglan wurde 1492 erstmals in der Altstadt erwähnt und gilt somit als die älteste in Betrieb befindliche Brauerei im Bundesland. Stiegl ist gleichzeitig auch die größte Privatbrauerei in Österreich.
Geschichte
Das Haus Bey der Stiegen

Die Geschichte von Stiegl ist untrennbar mit der Stadt Salzburg verbunden. Denn bereits im Jahr 1492, als Christoph Columbus in eine neue Welt segelte, wurde die Stieglbrauerei zu Salzburg gegründet. Die kleine Gasthausbrauerei entwickelte sich in den über 500 Jahren zu Österreichs größter und führender Privatbrauerei. Der Gasthof mit Brauereibetrieb stand nächst der Gstättengasse, etwa dort, wo sich bis vor kurzem das Gesundheitsamt befand. Er stand einst nach Süden hin an der heute ebenfalls nicht mehr bestehenden schmalen Stieglgasse, die nach einer zum Städtischen Arm des Almkanals hinunter führenden kleinen Stiege benannt war. Der dortige Almkanalarm verläuft heute verrohrt im Gehsteigbereich vor dem Haus der Natur zur Salzach.
1863 übersiedelte Stiegl nach Maxglan. 1909 wurde das alte Gebäude an der Gstättengasse an die Stadtgemeinde Salzburg veräußert, die das sanierungsbedürftige Gebäude an das Ursulinenkloster weiterverkaufte. Die Ursulinen ließen es abreißen und erbauten hier ein kirchliches Mädchen-Realgymnasium. Das Gebäude wurde nach Übersiedelung der Ursulinenschule in den Jahren nach 1970 bis 2008 vom Gesundheitsamt Salzburg genutzt. Nach dem Umbau (2010) zog die Kinder- und Jugendanwaltschaft ein.
Seit vielen Generationen wird die Brauerei als „echtes“ Familienunternehmen geführt. Die Eigentümerfamilie Kiener lebt Tradition, bekennt sich zu nachhaltigem Wirtschaften und geht außerdem einen kompromisslosen Weg der besten Qualität. Mit einem Bierausstoß von rund einer Million Hektoliter und rund 700 MitarbeiterInnen in ganz Österreich ist Stiegl heute Österreichs größte Privatbrauerei.
Wie die Stieglbrauerei zu ihrem Namen kam
Die Traditionsbrauerei hieß im 15. Jahrhundert noch „Prewhaus bey dem Stieglein“. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Name „Stieglbrauerei“. Das Stieglein („kleine Treppe“), das der Brauerei und seinem Produkt den Namen gibt, führte damals als öffentliche Stiege zum Almkanal, aus dem man sich das notwendige Brauwasser holte. Die Stieglbrauerei übersiedelte zwar im 19. Jahrhundert aus Kapazitätsgründen an die Peripherie der Stadt, die kleine Treppe wurde irgendwann entfernt und der Almkanal verläuft heute unterirdisch, doch: Die legendäre „rote Stiege“ hat sich als Firmen- und Bierbezeichnung bis zum heutigen Tag erhalten.
Der Stieglkeller
Knapp vor Übersiedlung des Betriebes nach Maxglan wurden 1820 in der Festungsgasse (am Fuße der Festung Hohensalzburg) mit dem Stieglkeller neue Lagerkapazitäten geschaffen. Der damalige Stieglbrauer Josef Schreiner gestaltete den Keller schließlich um und nutzte den anliegenden Garten zur Ausschank des Kellerbiers während der Sommermonate. Das war die "Geburtsstunde" des Stieglkellers.
Stiegl in Maxglan
1863 übersiedelte der damalige Besitzer Josef Schreiner (* 1812, † 1880) die Stiegelbrauerei aus der Gstättengasse in den von ihm neu errichteten Maxglaner Brauereikomplex, der freilich schon 12 Jahre später einem dreitägigen Brand zum Opfer fiel.
Nach Schreiners Tod kam Franz Huemer an die Spitze des damaligen Besitzerkonsortiums. Er und sein Neffe Heinrich Kiener schufen die Voraussetzungen, dass die Brauerei schon 20 Jahre später ihren Ausstoß verfünffachen konnte.
Kommerzialrat Heinrich Kiener war bis zu seinem Tod 1950 im Unternehmen tätig. Die Leitung ging dann auf Ing. Heinrich Kiener über, unter dessen Führung die Stieglbrauerei zu Salzburg zur größten Privatbrauerei Österreichs wurde.
Am 16. Dezember 2009 wurde in Maxglan der Millionste Hektoliter Stieglbier gebraut. Die Menge entspricht 200 Millionen Stiegl-Halben.[1]
Der Name des landwirtschaftlichen Betriebes der Stieglbrauerei, des Rochushofs, erinnert an den Pestpatron, den Heiligen Rochus, und das dortige Pesthaus (Lazareth zum Heiligen Rochus) samt Pestfriedhof. Fürsterzbischof Paris Lodron 1636 hatte Pesthaus und Friedhof hier errichten ließ.
Stiegl heute
Stiegl ist die einzige Brauerei in Österreich, die regelmäßige Bierauslieferung mit Hilfe eines Pferde-Gespanns betreibt. Das Wasser für das Stieglbier stammt zu 100 Prozent von den Quellen vom Untersberg.
Stiegl Brauwelt

- Hauptartikel: Stiegl Brauwelt
Im Museum der Brauerei erwarten Sie mehr als 500 Jahre Salzburger Braukunst zum Anfassen. Zum Beispiel kann man den Gärkeller von 1863 sehen. Das Herzstück des Museums ist die Erlebnisbrauerei.
Stiegl Braugewölbe
- Hauptartikel: Stiegls Braugewölbe
Im 370 qm großen ehemaligen Braugewölbe finden und fanden zahlreichen Veranstaltungen statt, unter anderen auch das Stiegl Swing Festival Anif.
Stiegl-Terminal
- Hauptartikel: Stiegl-Terminal
Das Stiegl-Terminal ist ein im Dezember 2010 eröffnetes Lokal im Eingangsbereich des Salzburg Airport.
Stiegl-Gelände als Veranstaltungsort für Brauchtumsveranstaltungen

Das alljährliche Aufstellen des Maibaums bei der Stieglbrauerei stellt eine schon zur Tradition gewordene und beliebte Veranstaltung dar. Beim Stiegl-Maibaumfest 2011 wurden 5000 Besucher gezählt.
Verurteilung
Die Brauerei wurde zusammen mit dem Marktführer Brau Union Österreich AG und der Brauerei Ottakringer im Zusammenhang eines seit 1999 geltenden Lieferboykotts für Fassbier für Cash- & Carry-Märkte von der Bundeswettbewerbshörde (BWB) geklagt und vom Kartellgericht im Februar 2012 rechtskräftig verurteilt. Demnach musste Stiegl 170 000 Euro Strafe zahlen, Brau Union 750 000 und Ottakringer 190 000 Euro. Der Brauereiverband hatte 1999 beschlossen, wegen Qualitäts- und Hygienebedenken Großverbrauchermärkte nicht mehr mit Fassbier zu beliefern. Das wurde vom Kartellgericht im Februar 2012 letztlich für nicht zulässig befunden. Das bemängelte Verhalten sei bereits 2011 abgestellt worden[2].
Geschäftsführung
Seit 1991 leitet der promovierte Jurist und Betriebswirtschaftler Dr. Heinrich Dieter Kiener die Geschicke der Stieglbrauerei.
Produktpalette
- Alkoholgehalt: 4,9 Vol.% Stammwürze: 12°
- Alkoholgehalt: 4,9 Vol.% Stammwürze: 11,6°
- Alkoholgehalt: 3,3 Vol.% Stammwürze: 7,9°
- Alkoholgehalt: 5,0 Vol.% Stammwürze: 12°
- Alkoholgehalt: 5,5 Vol.% Stammwürze: 12,5°
- Alkoholgehalt: 7 Vol.% Stammwürze: 16,5°
- Stiegl-Gaudi-Radler Zitrone / Himbeer / Grapefruit
- Alkoholgehalt: 2,5 Vol.%
- Alkoholgehalt: 5,1 Vol.% Stammwürze: 12°
- Alkoholgehalt: 2,0 Vol.%
- Alkoholgehalt: 0 Vol.%
Sonderprodukte
- Alkoholgehalt: 4,9 Vol.% Stammwürze: 12° - erhältlich nur in 1- oder 2-Liter-Bügelverschlussflaschen im Stiegl-Braushop, Gaudi & Zisch Markt, Feinkost "Rochushof" und in der Stiegl-Ambulanz Wien.
- Geschmacks- und Sortenvielfalt im Wandel der Zeit
- Alkoholgehalt: 5,2 Vol.% Stammwürze: 12,6°
- Nach dem Reinheitsgebot gebraute Limonade
Frühere Biere
- Stiegl-Weizengold "Hefefein" (eingestellt 2011 zugunsten der Stiegl Weisse)
- Alkoholgehalt: 5,1 Vol.% Stammwürze: 12°
- Stiegl-Weizengold "Dunkel" (eingestellt 2011 zugunsten der Stiegl Weisse)
- Alkoholgehalt: 5,1 Vol.% Stammwürze: 12°
Bildergalerie
-
Stieglbrauerei, Ostansicht
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Stiegl-Werkseinfahrt bei der Kendlerstraße
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Maibaumsetzen bei der Stieglbrauerei im Jahr 2003
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Stieglgleis in Maxglan als Anschluss an das Bahnnetz der Österr. Bundesbahn
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Stieglbahn, Geleise vor der Werkseinfahrt im Westen, Gaudi&Zisch Getränkemarkt an der Kendlerstraße
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Stiegl-Brauerei, Ostseite
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Stiegl-Gelände als Volkskulturplatz
Literatur
- Harald Waitzbauer (Text), Gerhard Trumler (Illustrationen): 500 Jahre Salzburger Stiegl-Bier, 1492 - 1992, Wien 1992, ISBN 3-85447-406-7
Quellen
- Stieglbrauerei zu Salzburg
- Geschichte von Maxglan
- 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüro Salzburg, 1977
- Salzburger Fotografien 1880 - 1918 aus dem Atelier Würthle, Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg 18, 2003, ISBN 3-901014-93-4
- ↑ Stiegl Presseaussendung
- ↑ Quellen: "Salzburger Nachrichten", 6. März 2012 , diepresse.com