Salzburger Landeslehrerverein

Der Salzburger Landeslehrerverein war in der Zeit der konstitutionellen Monarchie und der Ersten Republik der vereinsmäßige Zusammenschluss eines Großteils der Salzburger Lehrerschaft.

Geschichte

Die mit der Dezemberverfassung von 1867 und dem Reichsvolksschulgesetz von 1869[1] verbundene Trennung von weltlichen und kirchlichen Instanzen im Schulwesen brachte für die Lehrerschaft eine deutlich bessere Entlohnung und machte eine freie Organisation des Lehrerstandes möglich. So wurde im Jahr 1868 der national-liberal geprägte "Salzburger Lehrer-Verein" (ab 1884 "Salzburger Landes-Lehrer-Verein", "Salzburger Landes-Lehrerverein" oder einfach "Salzburger Landeslehrerverein" genannt) gegründet, der sich voll hinter das Reichsvolksschulgesetz stellte und dessen Errungenschaften für den Lehrerstand verteidigen wollte. Innerhalb weniger Jahre trat ein Großteil der Lehrerschaft des Landes dem Verein bei, dessen Mitgliederstand von 130 im Jahr 1869 auf 300 Mitglieder im Jahr 1880 (nun bereits in 16 Zweigvereinen organisiert) anwuchs. 1885 trat der Salzburger Landeslehrerverein dem 1884 gegründeten "Deutsch-österreichischen Lehrerbund" bei. Diese Vereinigung vertrat vorwiegend liberales Gedankengut, umfasste aber auch sozialdemokratisch und deutschnational gesinnte Mitglieder. Ein gemeinsames Ziel war die Zurückdrängung kirchlichen Einflusses im Schulwesen.

Die 1871 gegründete "Zeitschrift des Salzburger Lehrer-Vereines", später "Zeitschrift des Salzburger Landes-Lehrer-Vereines", setzte sich ab 1897 ganz besonders für die Errichtung eines Salzburger Lehrerhauses als eines Heims für studierende Lehrersöhne ein, das im September 1912 tatsächlich ins Leben gerufen wurde.

Die weltanschaulichen Gegensätze der damaligen Zeit spiegelten sich auch in der Salzburger Lehrerschaft wider. 1899 erwuchs dem Salzburger Landeslehrerverein Konkurrenz durch die Gründung des Katholischen Landes-Lehrervereins für Salzburg, 1923 durch die der sozialdemokratisch orientierten Landesgruppe Salzburg der Freien Lehrergewerkschaft.

Der Salzburger Landeslehrerverein wurde 1938 nach dem "Anschluss" in den Nationalsozialistischen Lehrerbund, Gau Salzburg (NSLB) übergeleitet,[2] der nach dem Ende der NS-Herrschaft (1945) aufgelöst wurde.

Zu den Obmännern gehörten Josef Langthaler (19101920 und ab 1923)[3] sowie Georg Bankosegger (1920 bis 1923,[3] ebenso in den 1930er-Jahren[4]).

Quelle

Einzelnachweise, Anmerkungen

  1. Gesetz, durch welches die Grundsätze des Unterrichtswesens bezüglich der Volksschulen festgestellt werden, RGBl. Nr. 62/1869
  2. Salzburger Volksblatt, 7. Juni 1938, S. 6: Pfingsttagung der Salzburger Lehrerschaft.
  3. 3,0 3,1 Deutscher Volksruf, 26. Mai 1923, S. 5: Austritt der Sozialdemokraten aus dem Salzburger Landes-Lehrerverein.
  4. Artikel "Georg Bankosegger"