Leopold Brandauer junior

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Leopold Brandauer junior (* 31. März 1865 in Hellbrunn[1]; † 8. oder 9. Jänner[2] 1947 in der Stadt Salzburg) war Gastwirt in Hellbrunn (damals Teil der Gemeinde Anif bei Salzburg), volkskundlicher Förderer und Oberaufseher des Volkskunde Museums im Monatsschlössl, der sich in der Trachten‑ und Volkskulturbewegung des Landes Salzburg engagierte und dabei eine deutschnationale Ausrichtung vertrat.

Leben

Getauft wurde er in der Kapelle von Schloss Hellbrunn. Sein Vater, Leopold Brandauer senior, führte die Schlossrestauration Hellbrunn. Nach dessen Tod übernahm sein Sohn Leopold die Schlossrestauration um 400 fl Pacht jährlich.

Seine fachlichen Kenntnisse ließen ihn zu einem führenden Mitglied der Gastwirte-Genossenschaft Salzburg-Umgebung und zum Obmann der Fischereisektion der k.k. Landwirtschaftsgesellschaft werden. Er war auch Gründungsmitglied des Edelweiss-Clubs Salzburg, Förderer des Salzburger Museums Carolino Augusteum und ließ auf dem Untersberg ein Gipfelkreuz aufstellen.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Leopold Brandauer Pächter der Schlossrestauration bis zum 1. Februar 1901. Denn das Oberhofmeisteramt erließ 1900 eine Weisung, nach der der Restaurateur Leopold Brandauer einen modernen Glaspavillon über den Bach im Schlossbereich hätte errichten müssen. Dies war gerade überall in Europa in Mode gekommen. Brandauer soll darauf gesagt haben, ... warum soll Hellbrunn verschandelt werden?... was zur Pachtauflösung führte. Am 1.Februar 1901 sang die voll des Mitgefühls versammelte Bewohnerschaft von Hellbrunn und Umgebung zum Abschied Wir haben gebauet ein festliches Haus....

Leopold Brandauer war um 1909 auch (zumindest als Ersatzmitglied) im Ausschuss der Gemeinde Morzg tätig.[3]

Jahre später kehrte Leopold Brunauer wieder nach Hellbrunn zurück. Ab 1. April 1924 war er Oberaufseher im Volkskunde Museum im Monatsschlössl. Ab 1898 scheint er als Geschenkgeber von Volkskunst, Trachten und Archäologie in den historischen Archivverzeichnissen des Museums auf. Brandauer war überzeugt "deutschnational". Er setzte sich für die Trachtenerneuerung und -wiederbelebung im Land Salzburg ein, war Gründungsmitglied zahlreicher (volks-)kultureller Vereine und verbreitete dabei seine "völkisch-deutschnationale" Gesinnung. So veranstaltete er etwa 1910 ein "Germanenfest" und hatte eine "Germanenhütte" im Garten seines Wirtshauses in Hellbrunn. In diesem ideologischen Umfeld wuchs sein Sohn Kuno Brandauer auf, der bereits 1931 der NSDAP beitrat. Als überzeugter Nationalsozialist schuf dieser eine breitenwirksame rassistische Salzburger Heimat- und Brauchtumspflege und nahm wichtige Funktionen wie etwa die Geschäftsführung des Salzburger Heimatwerks (ab 1942) ein.

Zusammen mit Dr. Tratz arbeitete er im Monatsschlössl 20 Jahre als Kassier. Dabei konnte er sein reiches Wissen über Brauch an Prof. Franz Kulstrunk und dem damaligen Studenten Martin Hell weitergeben.

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ Taufbuch der Pfarre Anif, Band V, S. 92.
  2. ↑ ANNO, "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. Jänner 1947, Seite 3
  3. ↑ ANNO,"Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 27. September 1909, Seite 6