Gasthaus Tischlerhäusl
|
Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte. |
Das Gasthaus Tischlerhäusl ist ein ehemaliges Gasthaus in Zell am See-Schüttdorf im Pinzgau.
Geschichte
Fährt man vom Zeller Zentrum nach Süden trifft man bei der Einfahrt von Schüttdorf auf das moderne Sportresort Alpenblick. Auf Anhieb würde man nicht vermuten, dass die Gastwirtschaft hier eine mehr als 500-jährige Tradition hat und dass der gegenüberliegende Bahnhof Tischlerhäusl der Pinzgauer Lokalbahn nach dem Gasthof benannt wurde.
Die ältesten Belege für eine Wirtsgerechtsame, also das Recht zum Ausschank, im Häusl am Vormoos reichen bis 1493 zurück. Der Begriff Vormoos deutet darauf hin, dass Schüttdorf ein Sumpf war. Der Wasserstand des Sees war teilweise höher. Anders als heute reichte er fast bis zum Gasthof und zur Straße heran. Schon im 16. Jahrhundert bürgerte sich der Begriff Tischlerhäusl ein, weil unter den ersten Eigentümern Tischler waren. In der Folge wechselten sie oft.
Zum Gasthaus gehörten früher auch eine Landwirtschaft, eine Kapelle, eine Kegelbahn und ein Schießstand. Der Brunnen neben der Kapelle soll ein bei Augenleiden heilsames Wasser gespendet haben, das die Zeller gerne nutzten. Als 1898 die Pinzgaubahn eröffnet wurde, benannte man eine Bahnstation nach dem nahen Wirtshaus Tischlerhäusl. Am 2. August 1928[1] brannte das Wirtshaus ab. Vernichtet wurden das Ökonomiegebäude, der Eiskeller, das Wohnhaus, die Wagenremise und das Dach der Jakobskapelle, die daraufhin abgetragen wurde. Am Nachmittag, an dem der Brand ausgebrochen war, fand eine Versammlung der in diesen Tagen streikenden Bediensteten im Gastgewerbe statt. Es ging um Lohnverhandlungen. Für den Abend war wiederum eine Versammlung im Tischlerhäusl anberaumt, die jedoch aufgrund eines mittlerweile erzielten Verhandlungsergebnisses unterblieb. Und etwa zum Zeitpunkt der ursprünglich anberaumten Versammlung brach der Brand im Gasthaus aus.[2] Beim Neubau verschuldeten sich die Eigentümer zu stark und das Haus fiel nach dem Konkurs an die Sparkasse Steyr.
Weblink
- Ehemaliger Standort auf openstreetmap.org
Quelle
- Artikel Sportresort Alpenblick und dortige Quellen
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, "Volksfreund", Ausgabe vom 11. August 1928, Seite 3
- ↑ ANNO, "Salzburger Wacht", Ausgabe vom 4. August 1928, Seite 2
