Anna Maria Walburga Mozart

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Anna Maria Walburga Mozart, von Maria Rosa Hagenauer-Barducci, ca. 1775
Taufeintragung im Jahr 1720 von Anna Maria Walburga Pertl in alten Matrikenbuch der Pfarre St. Gilgen

Anna Maria Walburga Mozart, geborene Pertl (* 25. Dezember 1720 in St. Gilgen[1]; † 3. Juli 1778 auf einer Konzertreise in Paris, Frankreich) ist die Mutter von Wolfgang Amadé Mozart und Maria Anna Walburga Ignatia Mozart.

Leben

Anna Maria Walburga Mozart wurde noch am gleichen Tag ihrer Geburt in der nahe gelegenen Vikariatskirche St. Gilgen getauft. Die ersten vier Lebensjahre verbrachte Mozarts Mutter in St. Gilgen, wo ihr Vater Wolfgang Nikolaus Pertl Pfleger am Gericht war.

Anscheinend verlobte sie sich am Donnerstag, den 19. Oktober 1747 in der Vikariatskirche Aigen[2] mit Leopold Mozart, wie dieser in einem Brief aus dem Jahre 1764 andeutet.[3] Am 21. November 1747 heiratete sie ihn dann im Salzburger Dom.[4] Mit ihm hatte sie sieben Kinder:

Kinder

Name Geburtsdatum Todesdatum
Joannes Leopoldus Joachimus Mozart 18. August 1748 2. Februar 1749[5][6]
Maria Anna Cordula Mozart 18. Juni 1749 24. Juni 1749[7] [8]
Maria Anna Nepomuca Walburgis 13. Mai 1750 29. Juli 1750 [9] [10]
Maria Anna Walburga Ignatia Mozart 30. Juli 1751 29. Oktober 1829[11]
Joannes Carolus Amadeus Mozart 4. November 1752 2. Februar 1753[12] [13]
Maria Crescentia Francisca de Paula Mozart 9. Mai 1754 27. Juni 1754[14] [15]
Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart 27. Jänner 1756 5. Dezember 1791[16] [17]

Von den sieben Kindern erreichten also nur zwei das Erwachsenenalter.

Angeblich soll Anna Maria Pertl ihrem Sohn den zum Derb-Komischen neigenden Humor vererbt haben.

Ableben in Paris

Erinnerungstafel am Haus in der 8 rue du Sentier (früher rue du Gros Chenest) in Paris: "W. A. Mozart und seine Mutter Maria wohnten hier im Jahre 1778. Sie starb hier am 3. Juli".

Anna Maria Mozart begleitete Wolfgang Amadé bei seiner Städtereise (1777–1781) nach Paris, wo sie in ihrem 58. Lebensjahr überraschend verstarb. Zweck dieser Reise war die Suche nach einer vorteilhaften Anstellung für ihren Sohn gewesen. Seinem Vater Leopold war für diese Reise von Fürsterzbischof Colloredo kein Urlaub gewährt worden, weswegen sie ihn an seiner statt begleitet hatte.

Anna Maria Mozart war im Gasthaus Auberge des Quatre Fils Aymon in der rue du Gros Chenest in Paris schon 14 Tage krank gewesen; sie hatte Fieber, Durchfall und Kopfschmerzen. Dann begann sie zu phantasieren, konnte kaum noch sprechen und verlor das Gehör, so daß man schreÿen musste.[18] Laut Angaben Wolfgangs verstarb sie am 3. Juli 1778 um 22:21 Uhr.[19] Mozarts Mutter wurde auf dem Friedhof der Kirche Saint-Eustache in Paris beigesetzt. Die Stelle, wo ihr Grab einmal war, ist nicht mehr bekannt.

Der Tod der Mutter erschütterte Mozart tief. Mehrere bis heute berühmte Briefe, die Mozart aus Paris an seinen Vater schrieb, behandeln dieses tragische Ereignis. Am 9. Juli 1778 schrieb Wolfgang nach Salzburg: "Den nemlichen Tag den 3:ten ist meine Mutter abends um 10 uhr 21 Minuten in gott selig entschlafen." Er bat um Verzeihung, aber früher konnte er "ohnmöglich übers herz bringen, so sogleich mit dieser schröcklichen nachricht zu überraschen." Und er ermutigte Vater und Schwester: "Betten wir also einen andächtigen vatter unser für ihre S[elle] - und schreiten wir zu anderen sachen, es hat alles seine Zeit."[20]

Gedenktafel-Enthüllung in Paris

Erinnerungstafel in der Pfarrkirche St-Eustache de Paris.

Für die in Paris gestorbene Mutter von W. A. Mozart haben Stadt und Land Salz­burg auf Anregung des bekannten Mozart­forschers Dr. Friedrich Breitinger eine Gedenktafel gestiftet, die am 14. Mai 1953 in Anwesenheit des Landeshauptmannes und des Bürgermeisters der Landeshauptstadt sowie mehrerer weiterer Politiker und Re­präsentanten des kulturellen Leben Salz­burgs feierlich enthüllt wurde.

Nach einer Ansprache des Pfarrers von St. Eustache in der dieser auf den Auf­enthalt Mozarts und den Tod seiner Mutter in Paris zu sprechen kam und schließlich die Stiftung der Gedenktafel sowie die Initiative von Land und Stadt Salzburg und des Mozarteums würdigte, enthüllte Bot­schafter Schmid die Gedenktafel für die Mutter Mozarts in der St.-Josefs-Kapelle der Kirche St. Eustache. Hierauf wurden Lorbeerkränze durch die Delegationen des Landes Salzburg, der Stadt, des Mozar­teums und der Wiener Philharmoniker, die außerdem eine von der Wiener Mozart­gemeinde gewidmete Kassette mit Erde vom Grabe Mozarts mitbrachte, nieder­ gelegt. Die Feier, an der u. a. die Gemahlin des französischen Ministerpräsidenten Rene Mayer teilnahm, war um 12 Uhr mittags beendet.

Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Peyerl und Bürgermeister Stanislaus Pacher traten tags darauf die Rückreise nach Salzburg an, während Landeshauptmann Dr. Josef Klaus seinen Pariser Aufenthalt noch dazu be­nützte, um mit verschiedenen französischen Persönlichkeiten das Land Salzburg betref­fende Fragen zu besprechen. Dr. Klaus nahm am 15. Mai an der Auf­führung der "Zauberflöte" durch die in der Pariser Staatsoper gastierende Wiener Oper teil. Diese Festaufführung war durch die An­wesenheit des französischen Staatspräsi­denten, dem vor Beginn der Vorstellung Landeshauptmann Dr. Klaus und die Her­ren der Salzburger Delegation durch den österreichischen Botschafter vorgestellt worden waren, ausgezeichnet worden.[21]

Erinnerung

Quellen

Einzelnachweise

  1. ↑ AES, Taufbuch St. Gilgen (incl. Eintragungen zu St. Wolfgang und Bad Ischl) 1690–1736, TFBIII, S. 215. Siehe: [1], aufgerufen am 26. Dezember 2016.
  2. ↑ Die Aussage einer Inschrift auf einer Tafel Gedenktafel, die an ihre Hochzeit in der Aigner Kirche erinnern soll, ist falsch.
  3. ↑ Heinz Schuler: Die Hochzeit der Eltern Mozarts. Eine Quellenstudie. In: Acta Mozartiana 28, Jg. 1981, S. 3–11.
  4. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Trauungsbuch TRBVII 1740–1760. Siehe: [2], 03-Trauung_0113Bildnummer, aufgerufen am 15. März 2017.
  5. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/1 1737–1755. Siehe: [3], Bildnummer 03-Taufe_0416, aufgerufen am 14. März 2017.
  6. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Sterbebuch STBIV 1748–1819. Siehe: [4], Bildnummer 03-Tod_0007, aufgerufen am 14. März 2017.
  7. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/1 1737–1755. Siehe: [5], Bildnummer 03-Taufe_0448 , aufgerufen am 14. März 2017.
  8. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Sterbebuch STBIV 1748–1819. Siehe: [6], Bildnummer 03-Tod_0015, aufgerufen am 14. März 2017.
  9. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/1 1737–1755 . Siehe: [7], Bildnummer 03-Taufe_0487, aufgerufen am 14. März 2017.
  10. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Sterbebuch STBIV 1748–1819. Siehe: [8], Bildnummer 03-Tod_0034, aufgerufen am 14. März 2017.
  11. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/1 1737–1755. Siehe: [9], Bildnummer 03-Taufe_0532, aufgerufen am 14. März 2017.
  12. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/1 1737–1755. Siehe: [10], Bildnummer 03-Taufe_0581, aufgerufen am 14. März 2017.
  13. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Sterbebuch STBIV 1748–1819. Siehe: [11], Bildnummer 03-Tod_0034, aufgerufen am 14. März 2017.
  14. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/1 1737–1755. Siehe: [12], Bildnummer03-Taufe_0638, aufgerufen am 14. März 2017.
  15. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Sterbebuch STBIV 1748–1819. Siehe: [13], Bildnummer 03-Tod_0102, aufgerufen am 14. März 2017.
  16. ↑ AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/2 1756–1814. Siehe: [14], Bildnummer 03-Taufe_0002, aufgerufen am 28. Februar 2017.
  17. ↑ Pfarre 01., St. Stephan, Sterbebuch 03–36, 1789–1796. Siehe: [15], Bildnummer 02-Tod_0173, aufgerufen am 1. März 2017.
  18. ↑ Salzburg, Internationale Stiftung Mozarteum: Brief Wolfgang Amadé Mozarts an seinen Vater. In: Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition, [16], Paris am 3. Juli 1778.
  19. ↑ Salzburg, Internationale Stiftung Mozarteum: Brief Wolfgang Amadé Mozarts an Abbé Joseph Bullinger in Salzburg. In: Mozart Briefe und Dokumente – Online-Edition, [17], Paris am 3. Juli 1778.
  20. ↑ Dahoam, Ausgabe 2, Sommer 2023, Seite 20
  21. ↑ ANNO, "Salzburger Zeitung", Ausgabe vom 23. Mai 1953, Seite 1