Alexander Merbeller
Regierungsrat Alexander Merbeller (* 1813 in Budweis, (Süd‑)Böhmen;[1] † 21. April 1886 in Teplitz, (Nordwest‑)Böhmen[2]) war ein österreichischer Verwaltungsbeamter, insbesondere auch durch einige Jahre Bezirkshauptmann in Salzburg.
Aus seinem Leben
Marbeller trat im Jahr 1839 in den Staatsdienst ein, und zwar bei dem Kreiskriminalgericht und organisierten Magistrat in Budweis. Danach war er mehrere Jahre bei der Linzer Polizeidirektion und längere Zeit als Kurkommissär in Gastein tätig.[1]
In den Zeitungen ist Marbeller erstmals im Jänner 1855, und zwar als Polizeikommissär in Salzburg, erwähnt.[3] Hier gebar ihm seine Gattin, die Budweiser Kaufmannstochter Johanna geb. Taschek, am 2. Dezember 1958 einen Sohn Rudolph Franz Joseph.[4]
Im Jahr 1867 wurde nun die politische Verwaltung in Österreich und auch im Herzogtum Salzburg reformiert. insbesondere wurde der Grundsatz der Trennung von Gerichtsbarkeit und Verwaltung durchgeführt, wobei die aus den Pfleg- und Landgerichten hervorgegangenen bisherigen neunzehn Bezirksämter einerseits verkleinert als Bezirksgerichte weiterbestanden, andererseits zu bloß vier Bezirksämtern (den Vorläufern der heutigen fünf Bezirkshauptmannschaften) zusammengefasst wurden. So trat das Bezirksamt Salzburg an die Stelle der bisherigen Bezirksämter Salzburg, Oberndorf, Neumarkt, Mattsee, Thalgau, St. Gilgen, Hallein, Golling und Abtenau, war somit für Flachgau und Tennengau (Bezeichnungen, die erst nach der viel späteren Teilung des so großen Bezirks entstanden) zuständig.[5]
Und dieser große Bezirk Salzburg wurde jetzt Alexander Marbeller, der inzwischen zum Salzburger Polizeidirektor aufgestiegen war, anvertraut: er wurde im Jänner 1867 zum Bezirksvorsteher ernannt.[6]
Anfang Februar 1873 wurde Bezirkshauptmann Merbeller vom Minister des Innern auf die Bezirkshauptmannsstelle zu Teplitz in Böhmen versetzt.[7]
Nachdem Marbeller die Teplitzer Bezirkshauptmannschaft durch 15 Jahre geleitet hatte, suchte er wegen andauernder Kränklichkeit um Versetzung in den dauernden Ruhestand an.[1] Anlässlich deren Gewährung wurde ihm eine "Allerhöchste Anerkennung" zuteil: Kaiser Franz Joseph I. hatte mit Allerhöchster Entschließung
- "allergnädigst zu gestatten geruht, daß dem mit dem Titel und Charakter eines Regierungsrathes bekleideten Bezirkshauptmanne Alexander Merbeller in Teplitz aus Anlaß der von ihm erbetenen Versetzung in den dauernden Ruhestand der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit mit seiner vieljährigen, treuen und sehr ersprießlichen Dienstleistung bekannt gegeben werde".[8]
Die Teplitzer Lokalzeitung schrieb aus diesem Anlass über Merbellers fünfzehnjähriges Wirken als Bezirkshauptmann:
- "Es waren oft recht schwierige Zeiten und Verhältnisse, welche in der Person des politischen Bezirkschefs Kraft und Energie beanspruchten. Herr Regierungsrath Merbeller hat sich stets nur von seiner Amtspflicht leiten lassen, und diese unerschütterliche Rechtlichkeit hat ihm das Ansehen verschafft, das er bei der Bevölkerung genießt.[1]
Wenige Wochen später starb Alexander Merbeller im 74. Lebensjahre an "Entkräftung".[2]
Ehrungen
Merbeller war unter anderem Ehrenbürger der nordwestböhmischen Städte Teplitz und Bilin.[2]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Teplitz-Schönauer Anzeiger, 6. März 1886, S. 4: Allerhöchste Anerkennung
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Teplitz-Schönauer Anzeiger, 24. April 1886, S. 13 (Parte)
- ↑ Neue Salzburger Zeitung, 18. Jänner 1855, S. 1
- ↑ Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. IX S. 102
- ↑ Salzburger Zeitung, 16. Jänner 1867, S. 1: Verordnung des Staatsministeriums vom 12. Jänner 1867, über die Reform der politischen Verwaltung im Herzogthume Salzburg
- ↑ Salzburger Zeitung, 16. Jänner 1867, S. 2
- ↑ Salzburger Zeitung, 5. Februar 1873, S. 1
- ↑ Wiener Zeitung, 3. März 1886, S. 1
| Vorgänger – |
Bezirkshauptmann von Salzburg‑Umgebung 1867–1873 |
Nachfolger |