Friedhof Sankt Sebastian

Aus SALZBURGWIKI
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Datei:Sebastian 03.jpg
Die Gabrielskapelle, in der Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau begraben liegt
Sebastiansfriedhof Südgang
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Grab von Paracelsus im Sebastiansfriedhof, das Bild im Stein zeigt aber nicht Paracelsus, sondern seinen Vater Hans Bombastus
Grabstein von Vinzenz Maria Süß (* 1802, † 1886); am Sebastiansfriedhof (Arkadenbogen 9-10)

Der Sebastiansfriedhof an der Linzer Gasse in der Altstadt (rechtes Salzachufer) von Salzburg ist nach dem Vorbild italienischer "Campo Santi" nächst der Kirche St. Sebastian errichtet.

Geschichte

Zuvor stand hier der kleine Friedhof neben dem Bruderhof und der gotischen Sebastianskirche und noch früher wohl ein Pestfriedhof. Er wurde von Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau bei dem italienischen Baumeister Andrea Bertoleto in Auftrag gegeben und 1595 - 1600 erbaut. Denn der Domfriedhof in der Altstadt musste dem Residenzbau weichen.

Der Friedhof ist seit 1879 aufgelassen, die sehenswerten Grüfte mit interessanten Grabinschriften seit 1888.

Gabrielskapelle

Der Baumeister des Friedhofs verstarb 1596 und wurde als erster auf dem Gottesacker beerdigt. Das schon zu Lebzeiten des Erzbischofs für ihn bestimmte Wolf-Dietrich-Mausoleum wurde 1597 - 1603 mittig im Friedhof erbaut und ist dem Hl. Gabriel geweiht. Hier wurde der 1617 nach langer Festungshaft verstorbene Erzbischof in einem Sarkophag am 19. Jänner 1617 unter großen Trauerfeierlichkeiten beigesetzt.

Die Kapelle ist von Elia Castello erbaut. Die Innenwand des Rundbaus ist durch bunte quadratische Kacheln, die Kuppel durch rhombische Kacheln verkleidet. Ein hoher Triumphbogen zeigt das Wappen Wolf Dietrichs. Auch der Altar trägt das Wappen des Erzbischofs. Die seitlichen Statuen stammen vermutlich von Josef Anton Pfaffinger.

Die Grabinschrift Wolf Dietrichs lautet:[1]

Wolfgangus Theodoricus Raitenavius Salisburgensium Archiepiscopus & Princeps Sacelli que huius & coemeterii fundator, plebem suam, dum viveret, enixe fovens, amans que inter eandem pariter in hac ædicula mortuus sepeliri Deo sic permittente placuit, ideo que & eos, penes quos post ipsius obitum suprema rerum huius Provinciæ erit, vivus hoc Epitaphio & in Domino rogat, vti defuncti cadaver ne exenterent, neve vltra 24 horas spectandum publice proponant, sed statim conditionibus bis sepulturæ mandent. Nimirum non aliis quam quotidianis viventis vestibus induunto. Famuli a cubiculo obscurioris fortis quod vivum curabant corpus terræ inferunto; feretrum vnius signum crucis cum 4 tantum cereis praæcedunto: illud ipsum 6 omnino Religiosi ordinis D. Francisci de observantia nec alii comitantor, id que non interdiu, sed noctu absque Campanarum pulsu, excepta ea, quæ prope sacellum defuncti apud S. Sebastianum est: nemo vestem funebrem funeris huius causa sumito, sed potius D. O. M. pro defuncti anima peccatis que exoranto & deprecantor. Singula hæc ita integra obillæsa que sunto & a posteris custodiuntor, atque conservantor, sicut D. O. M. & ipsi post sata sibi propitium orant exoptantque.

Gräber

In diesem Friedhof liegen auch der Vater und die Ehefrau von Wolfgang Amadeus Mozart, Genoveva Weber (Mutter Carl Maria von Webers), sowie Theophrast von Hohenheim, besser bekannt als Paracelsus begraben.

Am Weg vom Friedhofseingang Linzer Gasse zum Eingang der Gabrielskapelle stößt man auf bekannte Grabmäler:

Weitere Persönlichkeiten:

Literatur

  • Dorn, Conrad : Der Friedhof zum heiligen Sebastian in Salzburg / Conrad Dorn. Hrsg. vom Kulturamt der Stadt Salzburg. [Zeichn.: Conrad Dorn]. - Salzburg : Kulturamt d. Stadt Salzburg, 1969. - 224 S. - Lw. : S 123ff

Weblinks

Quellen

  1. Hier wiedergegeben nach Lorenz Hübner, Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte, Erster Band (Topographie), S. 357 (Salzburg 1792)
  2. Quelle Leserbrief in den SN vom 1. Februar 2011 von Horst Erwin Reischenböck, Stadtführer in Salzburg

Fußnoten


Bildergalerie

Weitere Bilder

 Friedhof Sankt Sebastian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons