Hagenauer - ihre Herkunft

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Dieser Artikel behandelt die Herkunft der Familie Hagenauer.

Einleitung

Der ursprüngliche Herkunftsort der Herren von Hagenau lag bei Schrobenhausen in Bayern, einst Residenz der Andechser zu Hohenwart. Die Hagenauer waren ein vielverzweigtes und weitverbreitetes Geschlecht und werden (von Koch-Sternfeld) zur großen Sippe der Huosi (Huosierer) und Andex (Andechser), in näherer Beziehung der von Tauer und Hohenwart, gezählt. Pangraz sieht in den Hagenauern eine Seitenlinie der Grafen von Ottenburg-Grögling (Kreglingen). Historiker führen den Ursprung der Familie, an Hand der frühesten Leitnamen (Reginbert, Erchenbert, Hartwich etc.) und nach der Lage der Erbgüter, auf die beiden Brüder Reginbert (Reginperht) und Irmenfried zurück. Reginbert wurde 764 als Gründer und erster Abt des Klosters Scharnitz erwähnt. Irmenfried (Iring, Isengrim) setzte das Geschlecht fort, dem ein Erchenwert am Inn sowie ein Hartwich zu Seeon und jenseits der Drau folgten. In späteren Urkunden werden ein Reginbert comes et filius eius Radolt anno 927, Reginbert comes, Rostmut uxor und ein Rapoto et Fridericus filii anno 963 in den Freisinger Urkunden erwähnt. Der erste der Familie, der als "Hagenauer" urkundlich aufscheint, war der Freisinger Bischof "Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau", der auch Gottschalk von Freising genannt wurde. Seine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 994.

Der älteste Sitz der Hagenauer

Als ältester Sitz der Hagenauer wird einen Weiler und einen Forst Hagenau bei Freising genannt, ein "Dorff sampt eim Vorst oberhalb Schrobenhausen". Dort saß Guntpolt von Hagenau, der zwischen 1006 und 1036 mehrmals in Urkunden erwähnt wurde und Ahnherr aller nachfolgenden Hagenauer war. Die Herren von Hagenau waren als Vögte im Auftrag des Bistums Freising und des Hochstiftes Passau mit der Verwaltung neuer Gebiete, deren Rodung, Pflege, sowie deren Christianisierung groß geworden. Von Freising aus siedelte ein Hagenauer 150 km weiter östlich bei Neuburg am Inn. Gumpoldus nobilis de Hagenowe (um 1080) besaß dort laut einer alten österreichischen Chronik ein Lehen in der Grafschaft Neuburg am Inn. Im Auftrag des Hochstiftes Passau begab sich sein Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, 50 km südlich davon nach St. Peter am Hart bei Braunau, wo er um 1088 einen Sitz errichtete und die zweite Linie begründete. Die dritte Linie wurde 1098 220 km weiter östlich in Außerkasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich von Hartwigs Sohn Reimprecht von Hagenau begründet. Der aus Freising stammende Domvogt von Passau Reimprecht von Hagenau errichtete dort seinen Stammsitz und erwarb durch seine Ehe mit Helena von Stille und Heft mehrere Lehen. Später erwarben die Hagenauer auch einige Lehen bei Salzburg. Entlang der Siedlungs-Routen, die hauptsächlich an Flüssen lagen, begegnet uns eine massive Anhäufung von Landschaften, Weilern oder Gütern, die teilweise noch heute Hagenau genannt werden.

"Neben den im 11. Jahrhundert großen, durch Amt, Besitz oder Rodungstätigkeit bedeutenden Adelsfamilien gab es zahlreiche kleinere Geschlechter, Edelfreie, Nebenlinien der großen Häuser oder auch Burgherren, die sich in die Vasallität oder gar Ministerialität des Königs, des Herzogs oder eines mächtigen Grafen begaben. ... Nach ihren Lehensbindungen an größere Dynasten läßt sich eine den Andechsern zugeordnete Gruppe von Edelfreien feststellen, ... eine den Ortenburgern zugehörige Gruppe mit den edelfreien Herrschaften Baumgarten, Haidburg, Rotenberg, Griesbach, Warth-Reisbach, Raiding und Rottau, wobei jedoch die Mehrzahl dieser Herren zugleich eng mit dem Hochstift Passau verbunden war. ... Ebenso hatten die (Edelfreien) von Hagenau Passauer Hochstiftsgut." (Handbuch der Bayrischen Geschichte)

Die Herren von Hagenau besaßen Lehen des Hochstifts Freising und der Grafen von Vornbach (Formbach), deren Güter nach dem Aussterben der Vornbacher von den Grafen von Andechs übernommen wurden. Als Nebenlinie der Andechser erhielten auch die Hagenauer einige Lehen. Nach dem Aussterben der Andechser gingen diese Güter in den Besitz des Bistums Passau über und die Hagenauer waren somit auch Passauer Lehensnehmer, was im 13. Jahrhundert noch zu massiven Konflikten zwischen den Hagenauern und dem Hochstift Passau führen sollte.

Die Hagenauer im 12. Jahrhundert

Im 12. Jahrhundert hatten die Hagenauer gleichzeitig drei Stammsitze inne:

  • den Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen mit dem Erbbegräbnis zu Weihenstephan bei Freising in Bayern (ab 1348 den Stammsitz Allershausen westlich von Freising)
  • den Stammsitz Hagenau rechts der Perschling (Grenze zum Wienerwald) mit dem Erbbegräbnis ad Sanctum Hippolytum (St. Pölten) an der Traisen in Niederösterreich
  • den Stammsitz Hagenau bei St. Peter am Hart (Braunau) mit dem Erbbegräbnis Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg in Oberösterreich.

Der Wandel der politischen und sozialen Verhältnisse seit dem Ende des 12. Jahrhunderts isolierte die Hagenauer zunehmend. Im 13. Jahrhundert erscheinen die Hochfreien Hagenauer noch auf der gleichen Stufe mit den Reichsministerialen. Die Entstehung der Wittelsbacher in diesem Raum, als auch der Niedergang des Hochstiftes Freising als Landesherrschaft, trug dazu bei, dass das Geschlecht von seiner einstigen Höhe herabsank.

Am 24. April 1109 übergaben die Edlefreien Reginbert (auch Reimprecht) von Hagenau und sein Schwager Udalschalk von Stille dem Hochstift Passau ein kleines Chorherrenstift, das sie in Seitenstetten gegründet hatten. Dieser als Mitstifter von Seitenstetten bekannte Reginbert I. von Hagenau aus der niederösterreichischen Linie, hatte fünf Kinder. Den Ältesten Sohn Hartwig von Hagenau aus erster Ehe (Besitzer des oberösterreichischen Gutes Hagenau bei Braunau). Seine Adoptivtochter Richarda von Hagenau, die seine Frau Helena (Stille und Heft) aus ihrer ersten Ehe in die Ehe gebracht hatte, und die in die Familienstiftung Seitenstetten als Nonne eintreten sollte. Schließlich seinen zweiten Sohn Reginbert II. (auch Reinbert) von Hagenau (Bischof von Passau), sowie den dritten Sohn Werinhart von Hagenau (Vogt von Mondsee), der drei Kinder hatte. Schließlich das fünfte Kind, Ulrich von Hagenau, der anscheinend bereits früh verstarb. Reinberts (ReginbertI.) Sohn Reginbert II. wurde um 1130 Propst des Stiftes St. Pölten und im Jahr 1139 von Papst Innozenz II. zum Priester sowie zum Bischof von Passau geweiht. Dieses Bischofsamt hatte zuvor der Stiefbruder seiner Mutter Helena Stille und Heft zwischen 1092 und 1121 inne, der als Passauer Bischof Ulrich I. bzw. als Ulrich von Passau in den Urkunden genannt wurde. 1146 ernannte Reginbert II. von Hagenau seinen ältesten Bruder Hartwig zum Vogt des Spitals in Vöcklabruck. Er überzeugte seinen kinderlosen Bruder Hartwig ein Testament zu Gunsten des Passauer Erzbistums zu machen, bevor sich beide Brüder als getreue Gefolgsmänner der Staufer mit König Konrad III. auf den Zweiten Kreuzzug (1147 - 1149) begaben. In diesem Kreuzzug verloren beide ihr Leben; Reginbert wurde am 10. November 1148 "mit vielen tausend anderen Kreuzfahrern von den Türken in Kappadocien eingeschlossen und getötet", Hartwig starb am 23. November 1149 auf der Rückreise. Hierauf entbrannte ein Streit um das Erbe Hartwigs von Hagenau zwischen der Witwe Hartwigs (Hildegard von Moosbach), dem Erzbistum Passau und dem noch lebenden Bruder Hartwigs, Werinhart von Hagenau, der ebenfalls Ansprüche am Lehen angemeldet hatte. Eine Entscheidung diesbezüglich fällte Herzog Heinrich auf einem Gerichtstag, in der das Lehen Hagenau bei Braunau dem Erzbistum Passau zugesprochen wurde. Die Witwe Hartwigs, Hildegard von Hagenau (de Hagenowe), übergab 1150 das Lehen dem nunmehrigen Bischof von Passau Konrad I. und ging in ein Kloster. Werinhart (Werinhard I.) von Hagenau und dessen Söhne Dietrich und Wernhard II. wurden vorerst entschädigt, der vierte Sohn Ulrich von Hagenau war anscheinend bereits verstorben. Werinhard I. von Hagenau und Zelking wird von manchen Forschern als Begründer des Geschlechts der Zelkinger gesehen (1634 mit Wilhelm von Zelking ausgestorben). Aber bereits 1152 oder 1153 vergab das Passauer Hochstift die Burg Hagenau bei Rott am Inn wieder an die Hagenauer (Koch-Sternfeld).

Burg Hagenau

Der nun letzte Besitzer der Burg Hagenau bei Braunau am Inn (Innviertel, aus der (wie hier vermutet wird) Böheimkirchner Linie der Herren von Hagenau, war der sehr vermögende Edle Ludowicus von Hagenau. Im Jahre 1231 verkaufte Ludwig von Hagenau seine Ansprüche an der Vogtei von Reichersberg dem Erzbischof von Salzburg, Eberhard II. von Regensberg. Ludwig taucht in den folgenden Jahren noch ein paar Mal in verschiedenen Papst- und Königsurkunden, seine Besitzungen betreffend, auf. Er hatte aber auf Grund von Besitzunklarheiten (Urbare) massive Konflikte mit dem Hochstift Passau und auch mit dem bayrischen Herzog Otto II.. Nachdem Ludovicus schließlich einige Passauer Lehensmänner gefangen genommen und diese aus dem Hoheitsgebiet des Hochstiftes Passau vertrieben hatte, wurden ihm nach einem Gerichtsurteil Herzog Otto II. eine große Anzahl von Lehen und Besitzungen (in Bayern, Ober- und Niederösterreich) als Entschädigung weggenommen. Diese satisfactio, diese Buße, die Ludwig zu leisten hatte, dürfte für ihn eine schwere Belastung gewesen sein. Er verlor zehn Meierhöfe, zwölf Lehen und eine Mühle. Hinzu kamen noch 32 homines, die Kinder miteingerechnet. Auf Grund von fehlender Unterstützung des Bistums Freising und weiterer Konflikte mit dem bayrischen Herzog Otto II. wurde 1239 der gesamte Besitz Ludovicus von Hagenau nach dessen Tod vom bayrischen Herzog unrechtmäßig eingezogen. Ludovicos Söhne waren somit verarmt und scheinen ab diesem Zeitpunkt auch nicht mehr in Regesten auf.

Nachdem verschiedene andere Familien als Lehensnehmer der Burg Hagenau eingesetzt wurden, wurde im 14. Jahrhundert das Lehen an das Geschlecht Aham vergeben, die es bis 1538 besaßen. Da sich diese neuen Besitzer (Aham von Hagenau) ebenfalls nach der Burg nannten, wäre eine Verwechslung mit den Hagenauern leicht möglich. Hier lassen sich jedoch keine direkten verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem Geschlecht der Hochfreien von Hagenau nachweisen, obwohl einige Forscher der Meinung sind, das dieses Geschlecht "mit den Bannerherren v. Hagenau einen Ursprung hat". Jedoch verwendete dieses Ahamer Geschlecht ein anderes Wappen. Auch von dieser Burg Hagenau steht heute nichts mehr, denn im Jahr 1571 wurde die Veste von Feuer und Hochwasser derart zerstört, dass daneben ein neues Renaissanceschloss gebaut wurde, welches ebenfalls den Namen Hagenau trägt. Kurfürst Maximilian von Bayern hatte seinem Leibarzt Ferdinand Schütz das Anwesen (1635) geschenkt und ihm gestattet den Titel "von und zu Hagenau und St. Peter" zu führen. Heute erinnert dort nur noch der Namen des Schlosses an die ursprüngliche Burg und das Geschlecht der Hagenauer, nunmehrige Besitzer sind die Freiherrn von Handel.

Wie bereits erwähnt, standen die Herren von Hagenau im 13. Jahrhundert noch auf der gleichen Stufe mit den Reichsministerialen und gingen im 14. Jahrhundert in der Ministerialität unter. Die Hagenauer siegelten nun in Urkunden als Stifter oder Zeugen, in denen sie als Verwalter im Range eines Burggrafen, als Ritter, Nobile, Edle oder Herren genannt wurden. In einer Klosterneuburger Urkunde vom 23. April 1314 verkaufte Chunrat Hagenauer (Hagnower) zwei Lehen zu Albrechtsdorf an das Stift. 1322 verkauften wieder jener "Chunrat der Hagenauer von Rezzing, Margret seine Hausfrau u. Chunrat deren Sohn an Offen von Ozberch u. dessen Hausfrau Getraud ihr rechtes Eigen, 9 Schilling Pfg. Gült auf den Hof datz dem Dürrenhag" (Archiv Starhemberg), welches bei dem Burg Hagenau in Außerkasten lag. Dessen Bruder Seifridus de Hagenau, der sich bereits Hagenauer nannte, wurde 27. Abt des Stiftes Melk: "Aus einer angesehenen, im V.O.W.W. (Viertel Ober-Wienerwald) begüterten, uralt adeligen Familie, ward Seifried im Jahre 1378 einhellig zum Abte gewählt, stand aber in dieser Würde nur durch drei Jahre, denn er starb schon im Jahre 1382" (Freiherr v. Schweickhardt). In einer St. Pöltner Urkunde von 1374 verkaufte "Friedrich der Hagenauer" dem Stifte seinen Hof zu Anger in der Pfarre Böheimkirchen und noch andere Güter und Gülten. In einer anderen St. Pöltner Urkunde aus dem Jahr 1374 werden die drei "Brüder Hanns, Jacob und Stephan die Hagenauer" als Zeugen genannt. "Stefan der Hagenauer" (ein weiterer Bruder des Abtes von Melk) war 1394 Burggraf zu Perchtoldsdorf. Der "ehrbare Ritter Hans Hagenauer" siegelte und bezeugte 1428 einen Vermächtnisbrief des Herbot von Auersperg (dieser Name sollte im 18. Jh. bei der Familie wieder eine Rolle spielen). Der "Edle Georg Hagenauer" (1439 melkerische Urkunde) und jener Ritter Hans Hagenauer waren (laut F. Wissgrill) die Letzten der niederösterreichischen Linie, die in Urkunden genannt wurden. Jedoch scheint noch 1446 Albrecht der Hagenauer (Albrechten der Hagnauer) in einer Urkunde bezüglich seines Bleibe-Rechts im Burgfried in Wien auf. In diesem an den Bürgermeister, Richter und Rath zu Wien gerichteten Brief (Wiener-Neustädter Urkunde), von König Friedrich IV. (dem späteren Kaiser Friedrich III.) unterzeichnet, werden auch Albrechts Frau und Kinder erwähnt. Da seine Kinder in keinen späteren Urkunden mehr auftauchen, scheint mit den Kindern von Albrecht dem Hagenauer auch die Böheimkirchner Linie ausgestorben zu sein.

Im späten Mittelalter verarmten viele Ritter und die ritterliche Kultur ging endgültig zu Ende. Als im 15. Jahrhundert die Feuerwaffen aufkamen und sich die gut organisierten Fußtruppen etabliert hatten, verloren die Ritter ihre ursprüngliche Funktion als Krieger. Viele konnten ihren Unterhalt nur noch durch Raubüberfälle auf Bürger und Bauern bestreiten und oft endeten sie in Knechtschaft um nicht verhungern zu müssen. Wenn sie es geschickt anstellten wurden sie Bauern oder Müller, oder noch besser, wenn es ihnen gelang Bürger einer Stadt zu werden. Manche Familien (oder Mitglieder dieser Familien) stiegen auf der sozialen Leiter wieder auf, anderen gelang es nicht mehr.

Der Allershausener Stammsitz der Hagenauer

Nachdem die Freisinger Hagenauer ihren bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen aufgegeben hatten, finden wir ein solchen in Allershausen, der bereits in früheren Urkunden als Besitz der Herren von Hagenau erwähnt worden war. Der letzte Besitzer dieses Allershausener Stammsitzes war Stephan Hagenauer zu Allershausen, der zuletzt im Jahr 1487 in einer Urkunde genannt wurde und diesen verkaufte (Oberbayrisches Archiv). Im 15. Jahrhundert tauchten viele Hagenauer der Bayrischen Linie in Freisinger Urkunden und in Urkunden des Stiftes Indersdorf auf. Im Jahr 1420 bestätigte Georg Hagenauer die Übergabe einiger seiner Güter und im Jahr 1431 verkaufte Arnold Hagenauer 2 Huben an den Herzog Wilhelm III. von Bayern. In einem Protokoll von 1432 finden wir den in Moosburg (nordöstlich von Freising) geborenen "Herren Peter Hagenauer" (Canonicus) als Zeugen. Im Jahr 1435 bezeugte Conrad Hagenauer die Stiftung einer Wochenmesse an den Dom von Freising und 1464 tauchte der bereits oben erwähnte "Stephan Hagenauer der Erbar" bei Freising erneut in einer Urkunde auf. Im Jahr 1487 finden wir noch einmal "Stephan Hagenauer zu Allershausen" bei Freising, der aber bereits 1484 sein dortiges Gut mit dem letzten bayerischen Stammsitz der Hagenauer verkauft hatte.

Nicht allzuweit vom Allershausener Stammsitz der Hagenauer befanden sich weitere Güter im Besitz der Hagenauer, die auch als Münchner Bürger aufscheinen. Seit dem späten 14. Jahrhundert sind sie in Münchner Urkunden zu finden und werden im 15. Jahrhundert auch als Münchner Bürger genannt. In einer früheren Urkunde aus dem Jahr 1362 wurde bereits ein Konrad (Conrad) Hagenauer in einer Stiftungssurkunde mit seinem Gut bei Reitpach genannt. An Hand von Urkunden kann man diese "Münchner Hagenauer" der Freisinger Linie der Herren von Hagenau zuordnen. Unter anderem durch eine Münchner Urkunde aus dem Jahr 1456, in der wiederum jener Conrad Hagenauer genannt wird, der bereits im Jahr 1435 in einer Indersdorfer Urkunde eine Messstiftung für den Freisinger Dom bezeugte. Ferner werden in den Münchener Urkunden neben diesem Conrad Hagenauer auch sein Bruder Hans genannt. Conrads Cousin Jorg (Georg) hatte einen Bruder namens Hans, der 1466 ein noch heute erhaltenes Buch geschrieben hatte, das folgendermaßen eingeleitet wurde: "Das püch hat geschriben der ersam hanns hagenauer, purger zu munchen, on czeitlichen lön vmb gotzwillen, zu lob got dem allmächtigen ...zu hail seiner seel und zu nücz den brüdern zu Teggernsee". Dessen Sohn hieß wiederum Georg (Georius) und war Geistlicher. Dieser Georius (Georg) Hagenauer erschien häufig in den Münchner Urkunden: 1472 verlieh er zu Oberneuching seinen Hof und 1475 einen weiteren Hof zu Nansheim. 1479 verkaufte er 2 Huben "Weitenberg" zu Harthausen dem Abt Heinrich zu St. Ulrich und Afra von Augsburg. 1489 erscheint Georg das letzte Mal in einer Urkunde. Der seit 1474 in den Urkunden des Klosters Raitenhaslach (ehemaliger Besitz des Bistums Salzburg) aufscheinende Priester Ortlof Hagenauer von Leuching (Loiching) stiftete 1488 die Allerseelenbruderschaft in der Pfarrei Loiching (bei Dingolfing), die eine eigene Kapelle, zahlreichen Grundbesitz und ein Anwesen in Piegendorf besaß.

1493 wird Hanns Hagenauer (Bruder von Conrad und Cousin von Georg Hagenauer) gemeinsam mit Alex Keutzl (eine in Salzburg und Bayern begüterte Familie) und Heinrich Althamer (mit denen die Hagenauer später versippt waren) in einer Urkunde genannt. Hanns Hagenauer taucht hier als angrenzender Gutsbesitzer des Heinrich Althamer zu Obing auf. In unmittelbarer Nachbarschaft, bei Seeon, wurden die Herren von Hagenau ja bereits in früheren Urkunden als Lehensbesitzer zu Seeon genannt. In dieser Urkunde "verleibdingt" Abt Rupert V. Keutzl "an Heinrich Althamer zu Obing den Zehent zu Meilham" (bei Amerang in Bayern). Die Keutzl waren ein altes (seit dem 14. Jh. in Salzburger Urkunden auftretendes) Geschlecht, deren Familienmitglieder seit dem 15. Jahrhundert als Pfleger, Richter, Bürgermeister, sowie als hohe Geistliche aufschienen. In Bayern war ihnen das Erbausfergenamt in Laufen sowie die Hälfte der Hofmark Amerang zu eigen. Wie diese Urkunde belegt, standen die Hagenauer bereits vor ihrer Auswanderung nach Salzburg mit einflussreichen Salzburgern (z.B. Abt Rupert V.) in Verbindung. Nicht allzu weit entfernt vom letzten bayrischen Stammsitz der Herren von Hagenau, dessen Besitzer der "zu Allershausen gesessenen Stephan Hagenauer" (bis 1484) war, befand sich ein Gut in Westerndorf (bei Freising). Sein Besitzer war der um 1440 geborene Cousin Stephans, Ulrich Hagenauer de Allershausen. Im Jahr 1503 übernahm dieses Gut Ulrichs Sohn Georg, der um 1470 geboren worden war. Georgs Sohn Sebastian und Georgs Enkelsohn Georg (hier als Georg I. bezeichnet) waren die (wahrscheinlich) letzten in Bayern lebenden Hagenauer aus dem Geschlecht der Herren von Hagenau. Die erst 50 Jahre später, am Ende des 16. Jahrhunderts, in der Nähe von München oder in München selbst genannten Hagenauer (zB. die Heilige Barbara, im Riedler Kloster 1570 gestorben), scheinen jedoch nicht mit den Herren von Hagenau verwandt gewesen zu sein.

Die letzten Hagenauer in Bayern

Einer der letzen Hagenauer in Bayern war der oben genannte Georg Hagenauer de Allershausen, Herr zu Westerndorf, der im Jahr 1503 geheiratet hatte. Er oder sein Sohn Sebastian gab das Gut in Westerndorf zwischen 1530 und 1545 auf (Indersdorfer Urkunde). Auf Grund der Verwüstungen im Zuge des Schmalkaldischen Krieges 1546 verließen seine Nachkommen Bayern und tauchten acht Jahre später in Hammerau bei Salzburg auf. Somit hatten die Hagenauer bis zum Ende des 15. Jahrhunderts alle ihre Stammsitze und bis Mitte des 16. Jahrhunderts ihre restlichen Güter verloren. Die Besitzungen und Lehen waren entweder unrechtmäßig eingezogen, gestiftet oder verkauft worden. Wiguleus Hunt zu Sulzenmos, hatte in seinem 1582 erschienen Werk Metropolis Salisburgensis zwar einige frühe Hagenauer als "nobilis de Hagenaw" und "Ministerialis" erwähnt, jedoch in seinem Bayrischen adeligen Stammbuch aus dem Jahr 1585 viele Hagenauer nicht angeführt. Er beendete den letzten Eintrag über die Hagenauer mit einem Ritter Wernhart von Hagenau (de Hagenaw) um 1308. Wesentlich genauer waren da die handschriftlichen (aber nie publizierten) genealogischen Darstellungen von bayrischen Adelsfamilien in 33 Bänden des Hofkammer-Direktors Johann M. W. von Prey (1690 - 1747), der als Freising´scher Hofkammer-Direktor Zugang zu vielen Freisinger Urkunden hatte. Obwohl er die Linie der Hagenauer von und zu Hagenau um fast 200 Jahre weiter führen konnte, sind auch bei ihm etliche Mitglieder der Familie nicht genannt. Preys letzter Eintrag endet mit dem Edlen Stephan Hagenauer zu Allershausen im Jahr 1484. Anscheinend hatte er nicht alle Indersdorfer und Münchner Urkunden bearbeitet, in denen im Jahre 1487 noch einmal Stephan Hagenauer zu Allershausen und zwischen 1470 und 1530 dessen Verwandte Ulrich Hagenauer von Allershausen, sowie dessen Sohn Georg und Enkelsohn Sebastian erwähnt wurden. Der verbliebene Stammsitz Allershausen wurde zwar schon 1484 aufgegeben, das letzte Gut in Westerndorf allerdings erst um 1530.

Die beiden letzten "Bayern" der Freisinger Linie, Sebastian und sein Sohn Georg, verließen um 1546 (also fast 40 Jahre vor der Publikation von Hunds Bayrischem Stammbuch) das Herzogtum. Die Bayrische Linie derer von Hagenau sollte als Salzburger Linie (Salzburg war ein eigenständiges Fürstentum) weiter bestehen. Die bayrische Linie mit Stephan, (dessen Cousin) Ulrich und Georg Hagenauer von und zu Allershausen, hatte sich mit Sebastian und dessen Sohn Georg Hagenauer von Hagenau in Ainring bei Salzburg fortgesetzt (W. Hauthaler). Im großen heraldisch-genealogischen Werk von Siebmacher (erster Band 1605 erschienen) tauchen die Hagenauer jedenfalls nicht mehr in der Liste bayrischer Adelsgeschlechter auf, ebenso wenig aber auch im Siebmacher der abgestorbenen bayrischen Adelsgeschlechter. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts finden wir die Nachkommen der Freisinger Linie der Herren von Hagenau nun im Erzbistum Salzburg wieder, wo sie die nächsten 300 Jahre auch bleiben sollten. Josef Felner hatte in seiner Chronik von 1833 geschrieben, dass "... die Salzburger Hagenauer dem Geschlecht der, seiner Zeit im Viertel Ober Wiener Wald in Österreich unter der Enns reich begüterten, Hagenauer (Herren von Hagenau) angehören", jedoch die Salzburger Hagenauer irrtümlich auf die niederösterreiche Linie der Herren von Hagenau zurückgeführt. Der Historiker und Regestenforscher Willibald Hauthaler konnte jedoch die Herkunft aus Bayern vom Freisinger Stamm der Herren von Hagenau nachweisen, was auch der überlieferten Familientradition (Freifr. Marianne Hauser) entsprach. In Salzburg hatten die Hagenauer Mitglieder alteingesessener Familien des Rupertiwinkels wie die von Apfalt(er), von Altham(er), von Altmutt(er), von Perg(er) oder von Sur(er) etc. geheiratet, sich aber (wahrscheinlich auf Grund von Mesalliancen und Verarmung) nicht in den Adelsmatrikeln der Salzburger Landstände eintragen lassen oder lassen können. Ihr Adel war verdunkelt, aber sie führten weiterhin das Familien-Wappen, den Hagenstrauch auf einem Dreiberg. Das Wappen wurde ihnen als Salzburger Bürger im 17. Jahrhundert, erweitert um zwei Adler auf goldenem Grund und die Decke nun in den Farben Salzburgs, vom kaiserlichen Palatin bestätigt (Darstellung z.B. auf der Familiengruft oder am Fronbogen der Kirche von Grödig).

Geschichtliche Rückkehr nach Salzburg

Die Herren von Hagenau hatten bis ins 13. Jahrhundert Besitzungen in der Gegend von Salzburg. Von Bayern nach Salzburg hatten sie bereits Ende des 15. Jahrhunderts urkundlich belegte gute Kontakte und sollten im 16. Jahrhundert auch wieder dorthin zurück kehren. Viele ihrer damaligen Besitzungen wie zum Beispiel der Weiler "Hagenau" mit Mühle bei Ainring oder der Hof "Hagenau" bei Anthering trugen ihren Namen. Diese "Mühle Hagenau" bzw. das "Gut Hagenau" wurden bereits im 11./12. Jahrhundert als solche bezeichnet. So war es bei etlichen anderen Landschaften oder Weilern entlang der Siedlungsrouten der Hagenauer der Fall. Dieses bei Bergheim (Maria Plain) liegendes Gut Hagenau (Hagenaw) nördlich von Salzburg lag an der Salzach zwischen dem Salzburger Stadtteil Itzling und der Gemeinde Bergheim und muß bereits vor 1239 existiert haben. Es wurde nach Ludowicus von Hagenauers Tod (1239) zusammen mit allen anderen seiner Besitzungen durch den Bayrischen Herzog Otto III. eingezogen. Noch im 14. Jahrhundert wurde "das hofbare Gut der Grundherrschaft des Erzbischofs von Salzburg im Amt Perchheim - officium Anthering unter Nr. 9 der Hof der Hag(e)naw genannt" erwähnt. Dieser Hof Hagenau bei Anthering sowie die Mühle Hagenau bei Ainring lagen nur 4,5 km voneinander entfernt und waren beide ehemalige Besitzungen der Herren von Hagenau. Im Historischen Atlas von Bayern heißt es unter anderem bei den angrenzenden Besitzungen der ebenfalls dort begüterten Herren von Wispeck: "Für die benachbart liegenden Anwesen der Wispecken zu Ainring, Eham, Hagenauer Mühle, Ödhof und Ottmaning, alles freieigene Güter, liegt erst 1286, und nur für Ottmaning, ein Eigentumsbeweis vor". Beide ehemaligen Besitzungen der Herren von Hagenau (bzw. die dortige Gegend) werden noch heute als "Hagenau" bezeichnet.

Vorkommen der österreichischen Hagenauer

In manchen Publikationen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde angenommen, dass es sich bei der bayrischen Linie und den beiden österreichischen Linien der Herren von Hagenau um verschiedene Geschlechter handeln könnte. Dies wurde aber bereits in mehreren Publikationen ab Mitte des 19. Jahrhunderts widerlegt. Ferner wurden die Hagenauer des im 12. Jahrhundert erneut übernommenen Lehens bei Braunau manchmal auch als Burgmannen der Herren von Hagenau bezeichnet, die sich nach ihrem Sitz Hagenau benannten. Man erklärte sich den Rückgang des Vorkommens der österreichischen Hagenauer in den Urkunden Mitte des 12. Jahrhunderts unter anderem damit, dass es sich hier (wiederum) um zwei unterschiedliche Geschlechter gehandelt hätte. Nämlich um das bedeutende Hochfreie "Grafengeschlecht" bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts und danach um das Edelfreie Ritter- bzw. Ministerialengeschlecht. In einer neueren Publikationen sieht man auch das Geschlecht der Herren von Zelking in Niederösterreich als eine Nebenlinie der Herren von Hagenau an, die sich manchmal auch von Zelking genannt hatten, bzw. überhaupt als Zelkinger. Somit gab und gibt es über die österreichischen Linien der Herren von Hagenau verschiedenste unter Historikern nicht unumstrittene Theorien, sowohl was die Zuordnung verschiedener Familienmitglieder zu bestimmten Linien, als auch den Zeitpunkt des Verschwindens der österreichischen Linien betrifft. Das reicht von der These unterschiedlicher Geschlechter, über den Untergang in der Ministerialität (Rückgang in den Urkunden), bis hin zur Theorie des Weiterbestehen der niederösterreichischen Linie in dem (erst 1634 erloschenen) Geschlecht der Zelkinger. Mit Sicherheit kann man jedoch sagen, dass Ende des 15. Jahrhunderts die österreichischen Linien der Herren von Hagenau (unter diesem Namen) in keinen österreichischen Urkunden mehr zu finden sind, die bayrische Linie jedoch weiterhin bestand. Ebenso dass die Herren von Hagenau im Gegensatz zu vielen anderen edel-freien Familien nie in den Grafenstand aufgestiegen waren. Die Hagenauer gehörten zur Klasse der Freyen (liberi), also dem Herren-Stande an, wie die Herren von Weilheim, die Herren von Stein oder die Herren von Biburg. Sie waren niemals "Grafen", wie man sie in manchen Publikation fälschlich bezeichnet hatte, oder man hatte sie mit den späteren Grafen Aham von Hagenau verwechselt. Einige Hagenauer trugen bis Anfang des 12. Jahrhunderts zwar die Bezeichnung "Comes", wie zum Beispiel Bischof Reginbert von Hagenau, der in einer Urkunde von 1138 als "Reginbertes Comes de Hagenow" genannt worden war. Die Bezeichnung "Comes" war damals jedoch ein nicht erblicher Amtstitel eines Lehensträgers, der sein Lehen unmittelbar vom König verliehen bekommen hatte. "Comes" kann also nicht mit dem später daraus entstandenen erblichen Grafentitel gleichgesetzt werden, der allerdings aus dem Titel "Comes" hervorgegangen war. Besonders deutlich wird dies in einer frühen Urkunde in der der Vater als comes bezeichnet wurde, hingegen aber nicht der Sohn: "Reginbert comes et filius eius Radolt anno 927. (Histor. Frising. und Cod.)." Ebenso war damals ein Burggraf eine reine Amtsbezeichnung und keine Adelstitel. Einige Hagenauer hatten ja das Amt von Burggrafen inne, ein aus dem älteren Amt des (Burg-)Vogtes hervorgegangenes Amt, durch das man zuweilen auch die Herrschaft über weitere Territorien inne haben konnte.

Ob die Besitzer des oberösterreichischen Lehens nach 1149 ebenfalls aus dem Geschlecht der Hochfreien von Hagenau stammten oder deren Burgmannen waren, ist ein genealogisches Problem, aber historisch irrelevant. Da die oberösterreichische Linie der Hagenauer nach 1239 und die niederösterreichische nach 1446 ohnedies aussterben sollte, die bayrische Linie hingegen weiterhin fortbestand, ist dies für die weitere Geschichte der Hagenauer von eher geringer Bedeutung. Als Nachweis, ob die Besitzer des Braunauer Stammsitzes Hagenau nach 1149 auch aus dem Geschlecht der Freien von Hagenau stammten, könnte man das Hagenauer Stammwappen heranziehen. Bisher wurde dieses bei Ludowicus von Hagenau allerdings nicht gefunden. Das erste bekannte Hagenauer Wappen ist auf dem Epitaph des Hochfreien Reginbert von Hagenau (dem Mitstifter von Seitenstetten) 1137 abgebildet. Das Epitaph hatte der Nachkomme Otto von Hagenau 1347 aus der Filialkirche seiner Vorfahren, St. Peter am Anger, ausbauen und zusammen mit einem Grabstein seiner Eltern in der Stiftskirche St.Pölten aufstellen lassen. Dieses Wappen, ein Hagenstrauch auf einem Dreiberg, findet man in den kommenden Jahrhunderten in einigen (nicht allen) an Urkunden angehängten Siegeln der Hagenauer, sowie auf ihren Grabstätten. Auch 1367 finden wir das Wappen im Siegel des Abtes von Melk, Seyfried von Hagenau, oder im Siegel des Edlen Georg Hagenauer an einer Urkunde des Jahres 1439. Ferner befindet sich das Stammwappen der Hagenauer (als erweitertes Wappen) auf der Familiengruft in Salzburg, die 1682 Georg Hagenauer errichten ließ, sowie auch auf dem Siegel des Abtes von St. Peter Dominikus Hagenauer im Jahr 1786.

In Salzburger Urkunden

In den Salzburger Urkunden tauchen die Hagenauer oft mit dem Zusatz de, in, von und zu Hagenau auf. Die ersten urkundlich erwähnten "Salzburger" Hagenauer wurden als Hagenauer von Allershausen, von Hammerau, von Ainring oder als Hagenauer von Piding (also nach ihrem Wohnsitz) genannt. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts, als sich die Hagenauer in dem Weiler Hagenau bei Ainring niedergelassen hatten, nannten sich Familienmitglieder wieder "Hagenauer von Hagenau". Dabei ist die Bedeutung "Hagenauer" mit "von Hagenau" ident und somit ein Pleonasmus (siehe Kapitel Name, Ursprung und Wandel). Interessanter Weise werden in manchen Urkunden Familienmitglieder auch als "Hagenauer von Hagenau" bezeichnet, obwohl sie nie in Hagenau (bei Ainring) gewohnt hatten oder dort geboren wurden. Dies widerspricht der damals üblichen Herkunftsbezeichnung in Salzburger Urkunden des 16. und frühen 17. Jahrhunderts, da ein "von" stets als Anzeige von Wohnsitz, Herrschaft oder Gerichtsbarkeit, und erst ab Mitte des 17. Jahrhunderts zunehmend als Adelsprädikat benützt worden war. Aber vielleicht mochten die Hagenauer im Erzbistum Salzburg als Nachfahren der Herren von Hagenau so auf ihre Abstammung hinweisen und damit die Erinnerung an ihre ursprüngliche Herkunft aufrecht erhalten. Im frühen 18. Jahrhundert verdeutlichte diese Intention Georg (IV.) Hagenauer mit dem Hagenauer Erbbegräbnis in St. Peter in Salzburg sowie in seinem Testament: "damit gleich bei Testirers Namen und Stamm ain eigentliche Behausung verbleibe und der Hagenauerische Name nit gleich vergessen werde".

Quelle

  • alle Quellenangaben siehe Hauptartikel Hagenauer