Infektionskrankheit Covid-19 Chronologie Österreich 2. Teil 2020

Zeitfolge
Vorgänger

März bis August 2020

Chronologie der Infektionskrankheit Covid-19 in Österreich
März bis August 2020
Nachfolger

ab Jänner 2021

Chronologie der Infektionskrankheit Covid-19 in Österreich von September bis Dezember 2020.

September


In der ersten Hälfte des Septembers stiegen die Zahl der Infizierten wieder stark an. Zum Vergleich: Am 23. März 2020 wurde 753 neue Infektionen registriert, am 14. September waren es 709 infizierte Personen.[1] Seit Mitternacht Sonntag, 13. September, auf Montag, 14. September, galten wieder strengere Regeln, was zur Absage einiger Veranstaltungen führte (Salzburger Businesslauf, Salzburger Adventsingen u. a.).

Entwicklung der Infektionen im Sommer:

1. Juli: 18
1. August: 84
1. September: 60
10. September: 716[2]

Mit 25. September trat in den Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg eine auf 22 Uhr vorverlegte Sperrstunde für Lokale in Kraft (bisher 01 Uhr).

Mit einem Siebentageswert von 136,25 Infektionen pro 100 000 Einwohnern lag mit Stand 23. September Innsbruck an der Spitze aller Bezirke Österreichs, noch vor Wien mit 113,73. Auch der Bezirk Landeck in Tirol war mit 85,7 Neuinfektionen stark betroffen. In Vorarlberg lag der Bezirk Dornbirn mit 92,3 Infektionen an der Spitze, im Bundesland Salzburg der Pongau mit 55,8, die Stadt Salzburg wies 46 Neuinfektionen auf.

Oktober


Nach dem zweithöchsten Anstieg der Neuinfektionen seit Beginn der Corona-Epidemie in Österreich am Samstag mit über 1 000 Fällen ist das Plus am Sonntag dreistellig ausgefallen: 714 positive Tests wurden in den vergangenen 24 Stunden bei 12 505 Testungen eingemeldet. Am Vortag waren es 1 058 bestätigte neue Ansteckungen gewesen, knapp am bisherigen Höchstwert vom 26. März mit 1 065. Für Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist die Zahl der Neuinfizierten klar zu hoch.
Mit einem Rekordwert von 1&nbp;209 bestätigten SARS-CoV-2-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden am Donnerstag und einem Anstieg der aktiv Infizierten innerhalb von einer Woche um knapp ein Fünftel auf 9 930 Personen reiht sich Österreich im gesamteuropäischen Trend starker Zunahmen im Mittelfeld ein.
Angesichts des am Donnerstag vermeldeten Rekordzuwachses von 1 209 Neuinfektionen "bei einer besonders hohen Zahl von 21 762 eingemeldeten Testungen in den vergangenen 24 Stunden" in Österreich verwies Gesundheitsminister Anschober auf den allgemeinen Trend in Europa, der nicht nur eine weitere starke Zunahme in Staaten brachte, die bereits in den vergangenen Wochen im EU-Vergleich ganze vorne lagen - Spanien (10 500 in 24 Stunden), Frankreich (17 000), Großbritannien (14 000) oder das Nachbarland Tschechien (5 300). Auch in Deutschland, der Schweiz und in Italien spitze sich die Lage wieder zu.
In der letzten Woche stiegen in ganz Österreich die Zahl der Infizierten wieder sehr stark an. Die Bundesregierung hatte daher heute neue Verschärfungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verkündet. Ab Freitag, 23. November, durften sich bei Veranstaltungen und Privat-Treffen ohne Sitzplatz-Zuweisung nur mehr maximal sechs Erwachsene indoor treffen, im Freien nur mehr zwölf (plus minderjährige Kinder). Auch in der Gastronomie galt diese Regel. Behördlich genehmigte Events wurden auf 1 000 indoor und 1 500 outdoor reduziert. Nicht betroffen sind Begräbnisse, hier bleibt die Grenze von 500 Personen (abgesehen von regionalen Beschränkungen).[3]
Mit Stand 09:30 Uhr wurden 1 005 Tote in Österreich seit Ausbruch von Corona gemeldet (+ 13 zum Vortag). Es befanden sich exakt 1 400 Personen in Spitalaufenthalt (+ 70 zum Vortag) und 203 Personen auf Intensivstationen (+ 15 zum Vortag).

November


 
Erweiterte Maßnahmen ab 03 November 2020.

Am Samstag, den 31. Oktober verkündete die Regierung einen light lockdown, der mit 00 Uhr Dienstag, 3. Oktober 2020 für den gesamten November in Kraft trat. Grund dafür waren die stark steigenden Infektionszahlen und die Sorge, dass die Krankenhäuser die Last nicht mehr tragen könnten. Die ankündigten Maßnahmen im Detail:[4]

  • Gastronomie: Es durften keine Gäste ins Lokal, Abholungmöglichkeit vor dem Lokal in der Zeit von 06 Uhr bis 20 Uhr war erlaubt. Von diesem Betretungsverbot ausgenommen war die Gastronomie in Krankenhäusern und Altenheimen sowie in Schulen und Kindergärten. Auch Betriebskantinen durften offen bleiben. In öffentlichen Verkehrsmitteln durften Speisen und Getränke an Fahrgäste verabreicht werden.
  • Hotellerie: Für Beherbergungsbetriebe galt wieder ein grundsätzliches Betretungsverbot. Ausgenommen davon waren Aufenthalte aus beruflichen Gründen oder für Personen, die temporär keine andere Wohnmöglichkeit hatten.
  • Handel und Dienstleistungen: Geschäften konnten grundsätzlich offen bleiben. Die Einhaltung von Mindestabständen, das Tragen von Nasen-Mundschutz und eine höchstzulässige Kundenzahl (zehn Quadratmeter pro Person) waren Voraussetzungen dafür.
  • Freizeit: Schließen mussten alle Freizeit- und Vergnügungsparks, Bäder, Tanzschulen, Spielkasinos, Wettbüros, Automatenbetriebe, Spielhallen, Bordells, Indoor-Spielplätze und Paintball-Anlagen. Offen blieben Tierparks, Zoos und Parkanlagen.
  • Ausgangssperre zwischen 20 und 06 Uhr mit dem Ziel, abendliches und nächtliches Feiern, vor allem bei privaten Feiern also einer der Hauptursachen der ansteigenden Infektionszahlen, zu unterbinden. Eine Ausgangssperre konnte laut Covid-19-Maßnahmengesetz maximal zehn Tage gelten.[5]
  • Bildungseinrichtungen: Kindergärten, Schulen und Universitäten sollten offen bleiben.
  • Kultur: Alle Theater, Konzertsäle- und -arenen, Kinos, Varietés und Kabaretts mussten schließen, auch die Museen.
  • Besucherregeln für Altenheime: Besucher wurden nur dann in Heime eingelassen, wenn sie unmittelbar vor dem Betreten einen Antigentest machen, dessen Ergebnis negativ war. Sie mussen während des Besuchs durchgehend eine FFP2-Maske tragen. Nur ein Besucher pro Heimbewohner pro Tag war erlaubt. Ausnahmen gab es für Paliativ- und Hospizbegleitung.
  • Sport: Kontaktsportarten und das Betreten von Sportstätten war untersagt. Ausgenommen davon war der Spitzensport samt Betreuer und Trainerstab. Ausgenommen von diesem Verbot waren Sportstätten im Freien, sofern es zu keinem Kontakt kam. Veranstaltungen im Spitzensport waren in geschlossenen Räumen mit bis zu 100 und im Freiluftbereich mit bis zu 200 Sportlern möglich.

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  • 2. November 2020, Montag, an diesem besonders milden Novemberabend waren Tausende Wiener in der Innenstadt unterwegs, um zum letzten Mal Lokale besuchen zu können; dabei kam es zu einem Anschlag einer Person mit albanischen Wurzeln, bei dem vier Personen getötet und 23 weitere teils schwer verletzt wurden.[6]
  • 6. November 2020, Freitag: Die Corona-Ampel wurde für ganz Österreich auf Rot gestellt.
  • 12. November 2020, Donnerstag: Die Zahl der Personen, die sich binnen 24 Stunden neu mit dem Coronavirus infiziert hatten, war am Donnerstag auf einen neuen Rekordwert geklettert. Laut Innenministerium wurden mit Stand 09:30 Uhr 9 262 Menschen neu positiv auf Covid-19 getestet. 3 811 Infizierte befanden sich in krankenhäuslicher Behandlung, 546 davon auf Intensivstationen. Besonders betroffen waren Oberösterreich und Wien.

Quelle

  • Salzburgwiki-Artikel 'Infektionskrankheit Covid-19' und dortige Quellen

Einzelnachweise

  1. www.sn.at, 16. September 2020
  2. "Salzburger Nachrichten", 11. September 2020
  3. www.sn.at, 19. Oktober 2020
  4. "Salzburger Nachrichten", 31. Oktober 2020
  5. Sie wurde am 13. November verlängert.
  6. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Terroranschlag in Wien 2020"

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