Zeller & Kremplin

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Die Firma Zeller & Kremplin ist ein nicht mehr existierendes Unternehmen in der Altstadt der Stadt Salzburg, das mit Eisenwaren en gros und en detail handelte.

Beschreibung

Das Unternehmen bestand aus der Eisenwarenhandlung in der Judengasse (Nr. 62–63 (alt); Nr. 5 und 7 (neu)), einem Groß- und Einzelhandel mit Eisen-, Stahl-, Geschmeide- und Gusswaren, sowie Metallen für Schmiede, Schlosser, Spengler, Tischler, Bauunternehmer, Orgelbauer, sowie allen Artikeln für die Haushalts- und Küchenbedarf.[1]

Geschichte

1703 wurde die Handelsfirma "Kremplin" gegründet. Gründer und Inhaber war ein nicht näher bekannter Herr Kremplin. Die Firma stand dann im Familienbesitz von mindestens zwei Generationen.

1809 wurde Frau Maria Cordula Kremplin, assoziiert Hager als Inhaber genannt.[2]

1809 und 1835 wurde Georg Sigmund Robinig (1760-1823) als Inhaber der Cordula Kremplin’schen Eisenhandlung in Salzburg genannt.

1819 erwarb Joseph Zeller (Vater) das Haus Judengasse 7.[3]

Am 30. April 1839 wurde in der 'Allgemeine Zeitung München' durch Bekanntmachung öffentlich verlautbart:

"Die Unterzeichneten geben sich die Ehre anzuzeigen, dass Joseph Zeller, Sohn die Eisen- und Stahlhandlung „Maria Cordula Kremplin“ dahier durch Kauf an sich gebracht, und in öffentliche Gesellschaft mit seinem Vater Joseph Zeller getreten ist, daher sie beide Handlungen vereint unter der Firma ,Zeller & Kremplin“ für gemeinschaftliche Rechnung fortführen. Durch vieljährige Erfahrung und bei einem stets gut sortierten Lager von Eisen, Blech, Blei, Draht, Feilen, Glätte, Kupfer, Messing, Nägel, Schwefel, Sensen, Sicheln, Stahl, Stahldraht, Strohmesser, Zink, Zink auch kleinen Marmorkugeln Schusser – aller Größen unsern verehrten Abnehmern die billigsten Preise und die reellste Bedienung zu sichern. – Salzburg, den 20. April 1859. - Zeller & Kremplin."[4]

1844 wurden Joseph Zeller, Vater und Sohn Joseph Zeller, als Besitzer genannt.[5] [6]

Am 20. Mai 1847 starb Joseph Zeller, Vater und übernehmen die Brüder Joseph Zeller, Sohn und Ludwig Zeller das Handelsgeschäft.[7]

1851 erscheint ein Inserat über die Produkte der "Gußstahlfabrik Zeller & Kremplin in Salzburg". Angeboten werden Gusseisenwaren in Klumpen, Königen oder Stangen, geschmiedet oder nicht geschmiedet, quadratisch, rechteckig oder rund gestreckt, nach allen beliebigen Dimensionen erzeugt, sowie nach Modell oder Zeichnung zur Rohware gefertigt.[8] Die "Gußstahlfabrik Zeller & Kremplin" befand sich in Thalgau.[9]

Am 22. Dezember 1854 wurde vom k. k. Landesgericht Salzburg als Handelsgericht bekannt gemacht, dass der zwischen den Herren Brüdern Joseph und Ludwig Zeller in Salzburg bestandene Gesellschaftsvertrag vom 21. Februar 1848 und die Firma des Hrn. Joseph Zeller aus dem Merkantil-Protokolle gelöscht, dagegen der Gesellschafts-Trennungs- und Pachtvertrag vom 10. Sept. 1854, dann die Firma des Herrn Ludwig Zeller „Zeller et Kremplin“ und die Prokura des Herrn Johann Anthaller gerichtlich protokolliert wurden, und dass Herr Ludwig Zeller die ehemals Grundner'sche Eisen- und Geschmeidewaaren- und Sigmund Robing'sche Eisenhandlung seines Herrn Bruders Joseph Zeller vorläufig auf die Dauer von 10 Jahren gepachtet habe und diese vereinte Handlung unter der alten Firma „Zeller et Kremplin“ und unter seinem alleinigen Obligo fortführe.[10]

Joseph Zeller, verheiratet mit Maria, Hammerwerksbesitzer in Thalgau, starb am 28. Juni 1855 im 45. Lebensjahr.[11]

1859 war die Firma auch eine Haupt-Agentur der ersten ungarischen allgemeinen Assekuranzgesellschaft, die Versicherungen gegen Feuer- und Elementarschäden anbot.[12]

Am 2. Oktober 1863 wurde Ludwig Zeller, bisheriger Pächter der der Anna Zeller gehörigen Eisen- und Geschmeidewarenhandlung, als neuer Firmeninhaber im Handelsregister protokolliert. Prokurist: Karl Schmidt.[13]

Am 10. Oktober 1863 wurde die Firma "Josef Zeller sel. Witwe" mit Hauptniederlassung „Thalgau“ und Firmainhaberin: "Anna Zeller", Besitzerin der Gussstahlfabrik und des Sensenhammerwerkes in Thalgau, Prokurist deren Sohn Josef Zeller K. K. Landes- als Handelsgericht Salzburg protokolliert.[14]

Am 16. Oktober 1863 wurde die Eisen- und Geschmeidewarengerechtsame Zeller & Kremplin nebst den zugehörigen Zinshäusern Judengasse 62 und 63 namens Joseph Zeller's Witwe zum Verkauf angeboten.[15][16]

Am 28. Mai 1864 wurde die Prokura von Carl Schmidt gelöscht.[17]

Am 20. Juli 1864 wurde die Firma auf Ansuchen des Ludwig Zeller im Handelsregister als Einzelfirma gelöscht, nachdem die Pacht des Ludwig Zeller der in der Stadt Salzburg befindlichen, der Anna Zeller gehörigen Eisen- und Geschmeide-Waren Handlung mit 1. August 1864 abgelaufen war. Gleichzeitig wurde die neue Handelsfirma "Zeller & Kremplin" als Offene (Handels-)Gesellschaft mit Wirkung ab 15. Juli 1864 eingetragen. Gesellschafter laut Gesellschaftsvertrag vom 6. Juni 1864 waren: Carl Steiner, Handelsagent in Salzburg und Carl Schmidt, ehemals Prokuraführer bei Ludwig Zeller, vormaliger Inhaber obiger Firma, ein jeder der beiden Gesellschafter mit dem Recht, die Gesellschaft zu vertreten. Prokurist war Joseph Grünwald.[18][19]

Am 30. März 1870 wurde im Handelsregister für Gesellschaftsfirmen die Firma Zeller und Kremplin & Comp. gelöscht und neu eingetragen: a) die neue Firmenbezeichnung "Karl Steiner & Compagnie" b. Haupt-Niederlassung: Salzburg c) die Gesellschaft ist eine offene, beruht auf dem Gesellschaftsvertrag vom 6. Juni 1864, sie hat mit 15. Juli 1864 begonnen; Gesellschafter sind: Karl Steiner und Karl Schmidt, gemeinschaftliche Besitzer einer Eisen-, Stahl- und Geschmeide-Waren-Handlung in Salzburg, jeder mit dem Recht die Gesellschaft zu vertreten. Kurz darauf verstarb Carl Schmidt.[20][21][22]

Quellen

Einzelnachweise

  1. collection.salzburgmuseum.at, Salzburg Museum, Plakat, Firmenreklame, 45 x 58 cm
  2. books.google.at Adressen-Buch der Handlungs-Gremien und Fabriken in Österreich, 1809
  3. [[[Zillner I.]], Seite 316]
  4. books.google.at Allgemeine Zeitung München, 1839, 4–6
  5. books.google.at Adressen-Buch der Handlungs-Gremien und Fabriken in Österreich, 1844
  6. books.google.at Provinzial-Handbuch von Österreich ob der Enns und Salzburg, 1844
  7. / Salzburg-Dompfarre, Sterbebuch, 1847, Seite 267
  8. books.google.at Bote für Tirol und Vorarlberg, 1851
  9. books.google.at Katalog der allgemeinen deutschen Industrie-Ausstellung zu München im Jahre 1854, 1854
  10. ANNO, Salzburger Zeitung, 12. Januar 1855, Seite 2
  11. Pfarre Thalgau, Sterbebuch, 1955, Seite 38
  12. ANNO, Salzburger Zeitung, 2. August 1859, Seite 4
  13. ANNO, Salzburger Zeitung, 2. Oktober 1863, Seite 7
  14. ANNO, Salzburger Zeitung, 16. Oktober 1863, Seite 7
  15. ANNO, Salzburger Zeitung, 16. Oktober 1863, Seite 4
  16. [https://books.google.at/books?id=nggddDUD5RIC&pg=PA16 books.google.at Allgemeine Zeitung: 1876, [1]]
  17. ANNO, Salzburger Zeitung, 3. Juni 1864, Seite 6
  18. ANNO, Salzburger Zeitung, 12. August 1864, Seite 5
  19. books.google.at, Leopold Kastner, Adressbuch der Handel- und Gewerbetreibenden in der österreichisch-ungarischen Monarchie, 1876–1877
  20. ANNO, Salzburger Zeitung, 5. April 1870, Seite 8
  21. ANNO, Salzburger Zeitung, 30. April 1870, Seite 6
  22. ANNO, Salzburger Zeitung, 20. April 1870, Seite 4