Ignaz Rojacher (* 3. April 1844 im Gaißbachtal bei Rauris; † 4. Jänner 1891) war Bergwerksbesitzer und Erbauer des Observatoriums auf dem Hohen Sonnblick im Raurisertal in den Hohen Tauern.

Leben

Seine Großeltern Großvater Georg Rojacher (Bauernsohn vom Faistenaulehen/Rauris) und Großmutter Theresia Rojacher geborene Schattauer (Bauerntochter Orthelhen/Vorstand/Rauris)

Seine Eltern Ignaz Rojacher sen. (*1. Februar 1788; † 26. Oktober 1859) und Mutter Anna Rojacher geborene Brindlinger vulgo Kolm Annei (* 13. Mai 1817; † 27. Jänner 1896).

1837 kauften sich Ignaz Rojacher sen. und Anna Rojacher das Obersäghäusl im Gaisbachtal. Ignaz Rojacher sen. war Bergzimmermann.

Am *3. April [1844]] wurde Ignaz Rojacher jun. vulgo Kolm Naz im Obersäghäusl als einziges Kind geboren. Taufpatin war die Brücklwirtin Elisabeth Rasser und Hebamme Maria Rojacher *1790 †3. Mai 1864.

Durch einen Erdrusch wurde das Obersaghäusl arg beschädigt und da die Eltern vom Nazerl nicht imstande waren es wieder wohnbar zu machen, mussten sie es verkaufen und eine neue Heimat im Ort erwerben bzw. tauschten ihr Häusl mit dem Reisnerhäusl im Ort von Rauris. Sie hatten das Obersäghäusl bis 1847 inne. 1847 kaufte/tauschte Ignaz Rojacher sen. mit seiner Frau Anna das Reisnerhäusl Ignaz jun. besuchte von 1850 bis 1856 die Volksschule in Rauris und lebte zeitweise bei seiner Taufpatin die Brücklwirtin Elisabeth Rasser, also im Gebäudekomplex des „Brücklwirts“. Dort musste er als Ziegenhirte mithelfen und versäumte manchmal die Schule. Trotzdem zählte in Lehrer Donat zu seinen besten Schülern! Ignaz jun. arbeitete zwei Jahre von 1853 -1855 beim Brücklwirt als Ziegenhirt.


Der Vater Ignaz Rojacher sen. war Bergzimmermann. Von 1856 an war er als Truhenläufer, Werkzimmermann und schließlich als provisorischer Waschhutmann im Goldbergwerk in Kolm-Saigurn tätig. 1876 wird er dann Pächter des Goldbergbaues und 1880 schließlich kauft er den Goldbergbau.

Rojacher war ein für seine Zeit sehr aufgeschlossener Mensch. Er besuchte die Weltausstellung in Paris, Frankreich, und brachte von dort einen der ersten Stromgeneratoren Europas mit nach Salzburg. Die ersten Glühbirnen von Kolm-Saigurn sind ihm zu verdanken, zu einer Zeit, in der europäische Großstädte noch mit Gaslicht leben mussten. Es waren die ersten überhaupt in den Ostalpen.

Rojacher war Besitzer des letzten Goldbergwerkes der Hohen Tauern, dessen Stollen, Knappenhäuser, Pochwerke und Schrägaufzüge auf den Höhenzügen bei Kolm Saigurn, am Ende des Raurisertales befanden. Also direkt am Fuß des Hohen Sonnblicks.

1881 errichtet er bereits einer Telefonanlage. 1885/86 reiste er gemeinsam mit Wilhelm Ritter von Arlt, seinem Freund und Berater, nach Falun in Schweden, zur Erlernung des Munkdellschen Gold-Extraktionsverfahrens. Gleichzeitig kommen die beiden das erste Mal mit Skiern in Berührung, die vor allem Arlt sofort begeisterten. Ritter von Arlt hat dann bei ihrer Rückkehr so genannte "Schneebretter" mit nach Rauris genommen.

1879 trafen sich in Rom, Italien, aus aller Welt Meteorologen, um eine wissenschaftliche Frage zu klären: Wie ist die Erdatmosphäre in höheren Luftschichten beschaffen? Im Salzburger Land hörte dies Rojacher und bot seine Dienste an. Der Wiener Meteorologe Julius Hann war von Rojaher fasziniert und kam auf die Idee, auf dem Sonnblick-Gipfel eine Wetterstation zu errichten. 1886 beginnt er mit dem Bau der Wetterwarte auf dem Sonnblickgipfel. Dafür erhält er wir der durch den Kaiser Franz Joseph I. mit dem Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet.

Kolm-Naz, wie Ignaz Rojacher auch hieß, hatte sich vom kränklichen Sohn eines armen Bergknappen über das harte Dasein als Truchenläufer im Stollendienst bis zum Bergwerksbesitzer hinauf gearbeitet. Ignaz Rojacher starb 1891 im Alter von 46 Jahren. Wilhelm Ritter von Arlt ließ zu Ehren Rojachers 1899 die Rojacherhütte erbauen.

Weblinks

Quellen