Schüttdorf
Schüttdorf, heute ein Stadtteil von Zell am See, entwickelte sich nach der Wende zum 20. Jahrhundert als „Dorf“ in der Nähe des Schüttgutes.
Lage
Schüttdorf liegt am südlichen Ende des Zeller Sees , an der B 311, an der Westbahn und an der Pinzgauer Lokalbahn. Das namengebende Schüttgut am Fuße des Bruckberg, früher Limberg genannt, gehört der Familie Piech-Porsche. Bekannt ist auch die Breiteckbahn an der Areithabfahrt, die Schifahrer und Wanderer auf die Schmittenhöhe befördert. Ihre Talstation liegt am Fuße des Bruckberges, vor der Haustür der Schüttdorfer und Schüttdorferinnen.
Entstehung und Entwicklung
Nach Fertigstellung der im Volksmund als „Krimmlerbahn“ benannten Pinzgauer Lokalbahn im Jahr 1898, und ganz besonders ab dem Jahr 1920, wurden zahlreiche Häuser errichtet und das Dorf vergrößerte sich rasch.
Schulen und Infrastruktur
1955 wurde eine Volksschule namens Ferdinand Porsche-Gedächtnisschule errichtet. 1960 wurde der Kindergarten neben der Volksschule fertig gestellt und 1962 das Postamt eingeweiht. Auch eine Hauptschule wurde errichtet. Im Jahr 1967 fand die Glockenweihe bei der neu errichteten Schüttdorfer Kirche statt. 1974 wurde die Breiteckbahn an der Areithabfahrt – als Schüttdorfer Zubringer zur Schmittenhöhe - fertiggestellt. Zuletzt wurde mit Handelsschule, Handelsakademie und Gymnasium auch das wichtigste Zeller Schulzentrum erbaut. Schüttdorf beherbergt auch eine Besonderheit: hier hat sich neben der Fa. Porsche-Design auch die Fa. Storz angesiedelt. Beide Designbetriebe haben Weltruf.
Dorf, “Suburbia“ und Raumordnung
Schüttdorf ist heute der bevölkerungsreichste Stadtteil. Er hat einerseits noch immer Dorfcharakter, andererseits ist Schüttdorf auch das „Suburbia“ von Zell am See geworden. Hier befinden sich der 1959 errichtete Flugplatz, mit Tunnelausgangsportal und Umfahrungsverteiler bedeutende Straßenbauten, die großen Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte und Autohäuser. Die Errichtung der erwähnten Großbetriebe ist aus Sicht der Stadtentwicklung zu einem gewissen Grad einsichtig, aber raumordnerisch problematisch. Schüttdorf einerseits und Bruck andererseits drohen durch den in den letzten Jahren erfolgten Supermarktboom zusammenzuwachsen und das Erscheinungsbild des Zellerbeckens nachhaltig zu beeinträchtigen.
Hochwasser
Der im Jahr 2010 von der Wildbachverbauung präsentierte Gefahrenzonenplan erinnert alteingesessene Schüttdorfer an das Hochwasser im Jahr 1956, das mehrere Häuser unter Wasser setzte. Der neu erstellte Plan legt offen, dass fast ganz Schüttdorf hochwassergefährdet ist und geeignete Schutzmaßnahmen fehlen. Bei einem nächsten Jahrhunderthochwasser geht es nicht mehr um ein paar Häuser sondern um beinahe das ganze verbaute Gebiet von Schüttdorf mit seinen zahlreichen Wohnhäusern, den Schulen und den Großmärkten.
Quellen
- Ferdinand Hölzl, „1200 Jahre Zell am See“, herausgegeben im Eigenverlag des Autors, Zell am See 1973
- Eigenartikel von Christina Nöbauer