Heli Austria GmbH

Heli Austria GmbH ist ein Luftfahrtunternehmen in Sankt Johann im Pongau.

Allgemeines

Das Roy Knaus gehörende Unternehmen betreibt Hubschrauber für Transport- und Rettungsflüge. Neben dem Standort Heliport in Sankt Johann im Pongau betreibt das Unternehmen im Winter auch einen Stützung im Enns-Pongau zwischen Radstadt und Flachau.

Klage gegen die Republik Österreich

2009 erarbeitet Austro Control eine Verordnung für das Verkehrsministerium, die den Einsatz der bei Heli Austria GmbH in Verwendung stehenden Hubschrauber des Typs AS-355 für Flüge ab einer bestimmten Höhe untersagten. Diese Höhenvorschrift verbot de facto alle Rettungsflüge in den Alpen, was für das Unternehmen existenzbedrohend war.

Der Verfassungsgerichtshof entschied 2011 jedoch, dass die Verordnung gesetzeswidrig war und daraufhin klagte das Unternehmen die Republik Österreich auf sechs Millionen Schadenersatz für Umsatzverluste und Mehrkosten. Das Verfahren beginnt im März 2012.

Geschichte

1984 wurde das Unternehmen gegründet. Den Start unterstützte Niki Lauda. 2009 betrieb das Unternehmen zwölf Helikopter und hatte drei weitere in Halterschaft.Zum Angebot der Transportflüge wurde auch die eigene Flugrettungslinie „Martin“ in Tirol und Salzburg aufgebaut. Sie wird ganzjährig betrieben, was eine Erhöhung der Sicherheit gewährleistet und die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung verbessert.

Nach dem (unverschuldeten) Tod von Hans Knaus übernahm Roy Knaus bereits im Alter von 21 Jahren den Betrieb und brachte das Unternehmen – trotz einiger Schicksalsschläge und Unglücke – wirtschaftlich auf Kurs. Mit einer neuen Gesellschafterstruktur und einem aufgewerteten Branding Roy Knaus feierte das Unternehmen im Jahr 2009 sein 25-Jahr-Flug-Jubiläum. 2009 beschäftigte das Team über 80 hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Auch der Papst vertraute auf Knaus Flugunternehmens

Besonders Bergbahnen, Forstunternehmen und öffentliche Einrichtungen vertrauen auf die vielseitigen Dienstleistungen des Unternehmens. Zu den Transportflügen zählen auch besondere Personenflüge, wie zum Beispiel die An- und Abreise von Papst Johannes Paul II bei seinen Papstbesuchen.

Zwischenfälle und Unglücke

1989

Im Juni 1989 muss Firmen­gründer Johann Knaus wegen eines technischen Gebrechens in den Zillertaler Alpen notlan­den. Der Pilot und zwei Passagiere verbrin­gen bei Schnee­treiben eine Nacht in dem Helikopter.

1997

1997 stirbt Seniorchef Johann Knaus (51) bei einem Absturz im Ellmautal bei Großarl, Sohn Philipp wird schwer verletzt und ist seither körperlich beeinträchtigt. Es ist der dritte Absturz des Fir­mengründers. Schon im April 1992 stürzt Johann Knaus in Pfarrwerfen ab. Der Ärzte kämpfen wo­chenlang um sein Uberleben. Knaus senior kehrt zwei Jahre später in das Cockpit zurück.

1995 hatte Johann Knaus im Dachsteingebiet abermals ei­nen Unfall. Damals sitzt auch Roy im Helikopter. Beide blei­ben fast unverletzt.

2002

Im November 2002 gibt es einen Unfall in Sölden (Tirol). Beim Absprengen von Lawinen gerät der Hubschrauber in eine Nebelbank. Der Pilot versucht, den Helikopter am Hang ent­lang bis ins Tal zu retten. Der Heckrotor berührt den Boden, die Maschine stürzt ab.

2004

Im Fe­bruar 2004 stürzt Ret­tungshub­schrauber "Martin 1" in St. Johann im Pongau ab - die Patien­tin kommt ums Leben. Vier Monate später stürzt eine Knaus-Maschine in Vor­arlberg bei einer Schutzwald­sanierung ab. Der Pilot stirbt.

2005

Im September 2005 folgt das bisher schwerste Unglück der Firmengeschichte: Ein Hub­schrauber verliert in Sölden einen 700-Kilogramm-Beton­kübel, der eine Gondel trifft. Neun Deutsche, darunter sechs Kinder, sterben.

2006

Ende 2006 kommt zu Pech und Pannen auch noch eine Pleite dazu: Roy Knaus muss Konkurs anmelden. Er schafft den Zwangsausgleich.

2007

Im November 2007 stürzt ein Helikopter in Bad Vöslau (Niederösterreich) ab. Beim Schwebeflug gerät der Heli in heftige Drehbewegungen.

2009

Mai 2009: In Ötz im Tiroler Bezirk Imst verliert ein Knaus­-Hubschrauber eine Holzlast, die direkt auf eine Jausenstati­on fällt. Verletzt wird niemand. September 2009: Bei einem Transportflug verliert ein Hub­schrauber im Defereggental im Osttirol ein 600 Kilogramm schweres Betonteil. Verletzt wird niemand.

2010

Jänner 2010: Neue Sicher­heitsvorschriften treiben das Flugunternehmen an den Rand des Ruins. Die Knaus-Hub­schrauber müssen auf dem Bo­den bleiben - ein Streit mit der Austro Control beginnt. Im Oktober 2011 sieht der Verfassungsgerichtshof die Ver­ordnung als gesetzeswidrig an. Roy Knaus klagt die Republikauf über sechs Mill. Euro Scha­denersatz. Eine Entscheidung soll es im Juni 2012 geben.

Juli 2010: Bei einem Hub­schrauberabsturz in Dienten kommt ein erfahrener Pilot aus der Schweiz ums Leben. Er hat­te Beton zu einer Liftbaustelle geflogen.

2011

Im März 2011 hebt ein Hub­schrauber auf dem Dach der Uni-Klinik Innsbruck unkont­rolliert ab. Der Pilot kann die schlingernde Maschine unter Kontrolle bringen und ein Un­glück verhindern.

2012

Hauptartikel: Hubschrauber-Unglück Großvenediger

Am 29. April 2012 muss der Pilot eines Knaus-Hubschrauber wegen heftigem Föhnwind und Turbulenzen im Gebiet des Großvenedigers das Tragseil in etwa zehn Meter Höhe ausklinken. Die drei Bergretter, die daran hingen und zu einem Bergeeinsatz unterwegs waren, stürzen auf den Gletscher, der Chef der Alpinpolizei Lienz zieht sich dabei tödliche Verletzungen zu.

Anschrift

Heli Austria GmbH
Heliport
5600 St. Johann im Pongau
Telefon: 0 64 62 - 4200
E-Mail: fly@heli-austria.at

Weblinks

Quellen