Franz Friedrich Wallack: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 30. März 2013, 12:53 Uhr
Hofrat Dipl.-Ing. Franz Friedrich Wallack (* 24. August 1887 Wien; † 31. Oktober 1966 St. Johann im Pongau), Hoch- und Tiefbauingenieur und Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße sowie der Gerlos Alpenstraße.
Leben
Franz Wallack, der von einer Familie aus dem deutschen Thüringen abstammte, wuchs in Wien auf. Er absolvierte die Realschule und ging 1906 als Freiwilliger ein Jahr zur k.k. Festungsartillerie in Wien. 1912 schloss er sein Studium als Diplomingenieur ab und konnte ab August 1913 als Aushilfsingenieur beim Kärntner Landesbauamt anfangen, wo er zur Gailflussregierung in Hermagor eingeteilt wurde.
Im Ersten Weltkrieg musste er bei einer 24-Zentimeter-Mörser-Batterie in Serbien kämpfen, erlebte alle 12 Isonzo-Schlachten im östlichen Friaul, Italien und war als Oberleutnant zu Kriegsende bei Trient (Trentino) für die "Auto- und Flugabwehr" zuständig.
Zurück nach Kriegsende meldete er sich freiwillig zum Kärntner Abwehrkampf, in dem er eine Gebirgsjägerbatterie gegen jugoslawische Einheiten befehligte. Schließlich trat er dann aber wieder im Kärntner Landesbauamt seinen Dienst an. Kleinere Kraftwerksbauten, Flussregulierungen, Seilbahnprojekte und Straßenbauten zählten zu seinem Aufgabengebiet. 1924 erhielt er die Berechtigung eines behördlich autorisierten Zivilingenieurs für das Bauwesen und eines Zivilgeometers.
Als das Projekt Großglockner Hochalpenstraße 1924 in die Tat umgesetzt werden sollte - es war ja schon bei der Amtshandlung in Mittersill 1922 beschlossen worden, wurde man auf Dipl.-Ing. Wallack aufmerksam. Und so wurde er am 25. Juni 1924 in Zell am See vor der ersten Trassenbegehung dem Ausschuss zur Erbauung einer Großglockner Hochalpenstraße als leitender Techniker vorgestellt. Nach der abendlichen Sitzung des Ausschusses am 28. Juni wurde er mit dem Projekt offiziell betraut und erhielt das geforderte Honorar zugesprochen: etwa sechs Monatsgehälter eines Hofrates, aber immer noch die Hälfte dessen, womit der Ausschuss gerechnet hatte!
Wallack übersiedelte nach Bruck an der Glocknerstraße. Im Sommer 1925 unternahm Wallack auf eigene Kosten eine Reise, allerdings mit finanzieller Unterstützung der Länder Salzburg und Kärnten, über alle wichtigen Passstraßen Europas. In fünf Wochen besuchte er 43 Passstraßen und untersuchte deren Straßenbeläge, Lawinenverbauungen und anderes, um Informationen für den Bau der Großglockner Hochalpenstraße zu sammeln.
Es folgten dann noch 10 Jahre der Planung, vor allem der Finanzierung und schließlich innerhalb von fünf Jahren Bauzeit 26 Monate echte Arbeit an der Straße. In einem eigenen Artikel sei der Variantenstreit der Großglockner Hochalpenstraße erwähnt, die Wallack mit Landeshauptmann Franz Rehrl jahrelang führen musste.
Wallacks technische Leistung, diese erste moderne Gebirgsstraße zu bauen, zählt längst zu den bedeutendsten historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts. Am 3. Juli 1935 erfolgte nach nur fünfjähriger Bauzeit die Eröffnung dieser Nord-Süd-Verbindung über die Zentralalpen.
Wallack war aber nicht nur ein hervorragender Straßenbauer, sondern er liebte auch die Natur. Er trassierte die Straße so, dass sie sich harmonisch in die Landschaft schmiegt und der Natur möglichst keine Gewalt antut.
Bis zur Fertigstellung seines Lebenswerkes überquerte Wallack über 260 Mal zu Fuß den Alpenhauptkamm und legte dabei geschätzte 15.000 Kilometer zurück. Noch mit 73 Jahren leitete Wallack den Neubau der Gerlos Alpenstraße. Franz Wallack war bis zu seinem Tode auch der erste Vorstand der Großglockner Hochalpenstraßen AG.
Ausstellung
Vom 7. November 2008 bis 11. Oktober 2009 wurde im Rahmen der Ausstellungsreihe "Salzburg persönlich" im Salzburg Museum in der Neuen Residenz ein umfassendes Portrait von Franz Friedrich Wallack gezeigt.
Quellen
- Presseinformation der Großglockner Hochalpenstraßen AG
- Martin Pfundner: "Die Auto-Österreicher – Wegbereiter der Mobilität", erschienen 2006 im A & W Verlag, Klosterneuburg, ISBN 3-200-00517-3
- Buch Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße