Friedrich Lorenz: Unterschied zwischen den Versionen

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Am [[19. Oktober]] [[2001]] tauchen der angesehene Salzburger Wirtschaftsanwalt Friedrich Lorenz und seine Freundin Brigitte Haider unter. Am [[22. Oktober]] [[2001]] versucht die Kanzleisekretärin verzweifelt ihren Chef zu erreichen; einen Tag später wird klar, dass Lorenz nicht nur seine Geliebte, sondern auch 25 Mill. Schilling (1,181 Mill. Euro) an Kundengeldern mitgenommen hat.
 
Am [[19. Oktober]] [[2001]] tauchen der angesehene Salzburger Wirtschaftsanwalt Friedrich Lorenz und seine Freundin Brigitte Haider unter. Am [[22. Oktober]] [[2001]] versucht die Kanzleisekretärin verzweifelt ihren Chef zu erreichen; einen Tag später wird klar, dass Lorenz nicht nur seine Geliebte, sondern auch 25 Mill. Schilling (1,181 Mill. Euro) an Kundengeldern mitgenommen hat.
  
Die Fahnder der Salzburger Kripo haben vorerst keine Spur. Sie geraten immer wieder in Sackgassen - der Rechtsanwalt hat sein Verschwinden generalstabsmäßig vorbereitet und falsche Fährten gelegt. Er kauft Anfang Oktober Kleidung im Wert von 50.000 Schilling (3.633 Euro). Mit einer Barabhebung besorgt sich der Anwalt acht Millionen Schilling (581.382 Euro) in US-Dollar und D-Mark.  
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Die Fahnder der Salzburger Kripo haben vorerst keine Spur. Sie geraten immer wieder in Sackgassen - der Rechtsanwalt hat sein Verschwinden generalstabsmäßig vorbereitet und falsche Fährten gelegt. Er hat Anfang Oktober Kleidung im Wert von 50.000 Schilling (3.633 Euro) gekauft. Mit einer Barabhebung hat er sich acht Millionen Schilling (581.382 Euro) in US-Dollar und D-Mark besorgt.  
  
 
Am [[28. Oktober]] wird der schwarze VW Passat von Friedrich Lorenz auf einem Parkplatz am Flughafen München gefunden. Der Rechtsanwalt scheint auf dem Flug München-Madrid vom 19. Oktober 2001 als Passagier auf. Wie die Kripo herausfindet, wurde der VW Passat aber erst am Tag des Auffindens in München-Erding geparkt. Wer den Wagen gelenkt hat, ist bis heute rätselhaft.
 
Am [[28. Oktober]] wird der schwarze VW Passat von Friedrich Lorenz auf einem Parkplatz am Flughafen München gefunden. Der Rechtsanwalt scheint auf dem Flug München-Madrid vom 19. Oktober 2001 als Passagier auf. Wie die Kripo herausfindet, wurde der VW Passat aber erst am Tag des Auffindens in München-Erding geparkt. Wer den Wagen gelenkt hat, ist bis heute rätselhaft.
  
Trotz aller Finten können die Fahnder die Spur des Pärchens aufnehmen. Die beiden werden in Vaduz gesehen, im November 2001 in [[Südtirol]]. Als sich die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" im Dezember der Causa annimmt, wird es für den Salzburger Anwalt eng. Ein Bankbeamter aus Südtirol erkennt Lorenz als Kunden und informiert die Polizei, die jedoch zu spät kommt. Die Spur des Wirtschaftsanwalts und seiner Begleiterin verliert sich im Dezember in Florenz.
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Trotz aller Finten können die Fahnder die Spur des Pärchens aufnehmen. Die beiden werden in Vaduz ([[Liechtenstein]]) gesehen, im November 2001 in [[Südtirol]]. Als sich die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" im Dezember der Causa annimmt, wird es für den Salzburger Anwalt eng. Ein Bankbeamter aus Südtirol erkennt Lorenz als Kunden und informiert die Polizei, die jedoch zu spät kommt. Die Spur des Wirtschaftsanwalts und seiner Begleiterin verliert sich im Dezember in Florenz.
  
Im Jahr [[2005]] will ein Privatdetektiv die beiden Flüchtigen in Südafrika gesehen haben, die Spur verläuft aber wieder im Sand. [[2007]] erhärtet sich schließlich der Verdacht, dass Lorenz weit mehr Geld gestohlen haben könnte als angenommen. Die Geschädigten hätten sich nie bei der Polizei gemeldet, da es sich in diesem Fall um Schwarzgelder aus der Baubranche gehandelt haben soll.
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Im Jahr [[2005]] will ein Privatdetektiv die beiden Flüchtigen in Südafrika gesehen haben, die Spur verläuft aber wieder im Sand.
  
Am [[30. Juli]] [[2009]] werden Lorenz und Haider in der Nähe von Florenz von der italienischen Polizei verhaftet. Haider betrieb dort unter unverändertem Namen eine Pension, während Lorenz sich einen neuen Namen zugelegt hatte. Dem Paar wird von der Staatsanwaltschaft Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche mit einer Schadenssumme von mindestens 1,45 Mio. Euro vorgeworfen.
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[[2007]] erhärtet sich der Verdacht, dass Lorenz weit mehr Geld gestohlen haben könnte als angenommen. Die Geschädigten hätten sich nie bei der Polizei gemeldet, da es sich in diesem Fall um Schwarzgelder aus der Baubranche gehandelt haben soll.
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Am [[30. Juli]] [[2009]] werden Lorenz und Haider in der Nähe von Florenz von der italienischen Polizei verhaftet. Haider betreibt dort unter unverändertem Namen eine Pension, während Lorenz sich einen neuen Namen zugelegt hat. Dem Paar wird von der Staatsanwaltschaft Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche mit einer Schadenssumme von mindestens 1,45 Mio. Euro vorgeworfen.
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Am [[28. Juni]] [[2010]] wird {{PAGENAME}} zu einer unbedingten Haftstrafe von vier Jahren, seine Lebensgefährtin zu einer teilbedingten Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft erhebt dagegen Berufung.
  
 
==Quellen==
 
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*Bundeskriminalamt [http://www.bmi.gv.at/cms/BK/fahndung/most_wanted/lorenz_friedric/Lorenz.aspx]
 
*Bundeskriminalamt [http://www.bmi.gv.at/cms/BK/fahndung/most_wanted/lorenz_friedric/Lorenz.aspx]
 
*APA OTS [http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090730_OTS0157]
 
*APA OTS [http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090730_OTS0157]
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* Die Presse (28./29. Juni 2010): [http://www.weisses-band.com/wiki/index.php?title=Lorenz ''Veruntreuung: Vier Jahre Haft für Promi-Anwalt'']
  
 
[[Kategorie:Person|Lorenz, Friedrich]]
 
[[Kategorie:Person|Lorenz, Friedrich]]
 
[[Kategorie:Jurist|Lorenz, Friedrich]]
 
[[Kategorie:Jurist|Lorenz, Friedrich]]

Version vom 19. Oktober 2012, 14:39 Uhr

Dr. Friedrich Lorenz (* 1. Dezember 1950 in Salzburg) ist ein ehemaliger Wirtschaftsanwalt und Mittelpunkt des spektakulärsten Betrugs-Coups der jüngeren Salzburger Vergangenheit.

Der Fall Lorenz

Am 19. Oktober 2001 tauchen der angesehene Salzburger Wirtschaftsanwalt Friedrich Lorenz und seine Freundin Brigitte Haider unter. Am 22. Oktober 2001 versucht die Kanzleisekretärin verzweifelt ihren Chef zu erreichen; einen Tag später wird klar, dass Lorenz nicht nur seine Geliebte, sondern auch 25 Mill. Schilling (1,181 Mill. Euro) an Kundengeldern mitgenommen hat.

Die Fahnder der Salzburger Kripo haben vorerst keine Spur. Sie geraten immer wieder in Sackgassen - der Rechtsanwalt hat sein Verschwinden generalstabsmäßig vorbereitet und falsche Fährten gelegt. Er hat Anfang Oktober Kleidung im Wert von 50.000 Schilling (3.633 Euro) gekauft. Mit einer Barabhebung hat er sich acht Millionen Schilling (581.382 Euro) in US-Dollar und D-Mark besorgt.

Am 28. Oktober wird der schwarze VW Passat von Friedrich Lorenz auf einem Parkplatz am Flughafen München gefunden. Der Rechtsanwalt scheint auf dem Flug München-Madrid vom 19. Oktober 2001 als Passagier auf. Wie die Kripo herausfindet, wurde der VW Passat aber erst am Tag des Auffindens in München-Erding geparkt. Wer den Wagen gelenkt hat, ist bis heute rätselhaft.

Trotz aller Finten können die Fahnder die Spur des Pärchens aufnehmen. Die beiden werden in Vaduz (Liechtenstein) gesehen, im November 2001 in Südtirol. Als sich die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" im Dezember der Causa annimmt, wird es für den Salzburger Anwalt eng. Ein Bankbeamter aus Südtirol erkennt Lorenz als Kunden und informiert die Polizei, die jedoch zu spät kommt. Die Spur des Wirtschaftsanwalts und seiner Begleiterin verliert sich im Dezember in Florenz.

Im Jahr 2005 will ein Privatdetektiv die beiden Flüchtigen in Südafrika gesehen haben, die Spur verläuft aber wieder im Sand.

2007 erhärtet sich der Verdacht, dass Lorenz weit mehr Geld gestohlen haben könnte als angenommen. Die Geschädigten hätten sich nie bei der Polizei gemeldet, da es sich in diesem Fall um Schwarzgelder aus der Baubranche gehandelt haben soll.

Am 30. Juli 2009 werden Lorenz und Haider in der Nähe von Florenz von der italienischen Polizei verhaftet. Haider betreibt dort unter unverändertem Namen eine Pension, während Lorenz sich einen neuen Namen zugelegt hat. Dem Paar wird von der Staatsanwaltschaft Betrug, Veruntreuung und Geldwäsche mit einer Schadenssumme von mindestens 1,45 Mio. Euro vorgeworfen.

Am 28. Juni 2010 wird Friedrich Lorenz zu einer unbedingten Haftstrafe von vier Jahren, seine Lebensgefährtin zu einer teilbedingten Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft erhebt dagegen Berufung.

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • Bundeskriminalamt [1]
  • APA OTS [2]