Sportplatzstraße (Neumarkt am Wallersee): Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
überarbeitet
ergänzt
Zeile 20: Zeile 20:


Bei Fußballspielen werden zeitweise die angrenzenden Privatparkplätze mangels fehlender Parkplätze beim Sportplatz von Zuschauern verparkt.  
Bei Fußballspielen werden zeitweise die angrenzenden Privatparkplätze mangels fehlender Parkplätze beim Sportplatz von Zuschauern verparkt.  
== Geschichte ==
Nach dem [[Anschluss]] [[1938]] an das Deutsches Reich errichtete der Reichsarbeitsdienst (RAD) am unteren Ende der Straße ein aus neun Baracken bestehendes Lager. Die RAD-Einheiten sollten [[1939]] und [[1940]] das [[Wenger Moor]] und die angrenzenden sauren Wiesen trockenlegen. Später wurden auch Frauen hier einquartiert, die in verschiedenen Haushalten als Hilfskräfte eingesetzt wurden.
Nach dem Abzug der RAD-Einheiten dienten die Baracken zur Linderung der Wohnungsnot für Flüchtlinge aus Ostösterreich. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] gab es hier auch ein öffentliches Brausebad. Schließlich kaufte die Gemeinde die Baracken und stellte sie den Bewohnern zum Preis von zehn Groschen pro Quadratmeter zur Verfügung.
[[1952]] wurde überlegt, ob nicht auf diesem Areal das Bezirksaltersheim errichtet werden könnte. Aber diese und andere Nutzungsüberlegungen scheiterten daran, dass man für die Bewohner entsprechende Ersatzunterkünfte hätte beschaffen müssen, die es damals nicht gab. Noch in der Gemeinderatssitzung am [[3. März]] [[1956]] teilte [[Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee|Bürgermeister]] [[Josef Loibichler]] mit, dass die Verhandlungen über eine Ablöse mit den Baracken-Mietern scheiterten, da diese nicht imstande seien, sich kleine Wohnhäuser zu schaffen.
Schon [[1955]] hatten Verhandlungen mit der [[Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft]] begonnen, die das Areal ankaufen und Wohnungen errichten wollten. Nach langwierigen Verhandlungen erfolgte am [[15. Mai]] [[1957]] der Vertragsabschluss, wonach die Gemeinde das Areal (13 866 m²) zum Preis von [[Schilling]] 20,-- pro Quadratmeter verkaufte. Die Bauverhandlung fand dann am [[22. Mai]] 1957 statt, die ersten beiden Häuser konnte [[1964]] bezogen werden, weitere zwei [[1989]] und die letzte Baracke wurde erst [[1974]] beseitigt.


== Bildergalerie ==
== Bildergalerie ==
Zeile 32: Zeile 41:


== Quellen ==
== Quellen ==
* [[Helmut Deinhammer]]: ''[[Haus- und Hofchronik Neumarkt am Wallersee]], Seite 149f
* {{Quelle SAGIS}}
* {{Quelle SAGIS}}
* [[Neumarkter Stadtschreiber]]
* [[Neumarkter Stadtschreiber]]
Zeile 37: Zeile 47:


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>


[[Kategorie:Infrastruktur]]
[[Kategorie:Infrastruktur]]

Version vom 13. November 2021, 16:05 Uhr

Bild
Sportplatzstraße (Neumarkt am Wallersee)
Länge: ca. 500 m
Startpunkt: Gartenstraße (Neumarkt am Wallersee)
Endpunkt: Hauptstraße (Neumarkt am Wallersee)
Karte: Googlemaps

Die Sportplatzstraße ist eine Straße im Stadtzentrum von Neumarkt am Wallersee im Flachgau.

Verlauf

Die Sportplatzstraße zweigt von der Hauptstraße bei der Raiffeisenbank ab und verläuft zunächst in zwei engen Rechts-Linkskurven bei der Polizeistation von Neumarkt vorbei, um dann nach einem kurzen Verlauf einen etwa 120-Meter-langen geraden Verlauf mit einer Abwärtsneigung zu nehmen. Am Ende dieser Geraden trifft die Sportplatzstraße auf die von Norden kommende Wallbachstraße. An dieser Kreuzung nimmt die Sportplatzstraße eine Wendung nach Südwesten zum Sportplatz Neumarkt am Wallersee.

Die Straße verläuft durch ein Wohngebiet der Stadt.

Nutzung

Die Straße wird als Zu- und Abfahrt des Sportplatzes benutzt (Stand 2021). Gelegentlich wird diese Straße zusammen mit der Wallbachstraße als vermeintliche Abkürzung von oder nach Köstendorf benutzt.[1] Auch wird die Sportplatzstraße zusammen mit der Gartenstraße bei der Sperrung der Hauptstraße für Veranstaltungen als Umleitungsstraße (durch Wohngebiet) verwendet.

Parkplatzmisere bei wichtigeren Fußballspielen: links und rechts werden die Anrainerparkplätze von Fußballspielbesuchern verparkt.

Satellitennavigationsgeräte führen sogar Lkw und Autobusse (die Fußballmannschaften von Auswärts zum Sportplatz bringen) durch die Sportplatzstraße.

Besonderheiten

Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h stellt ganz offensichtlich lediglich eine Empfehlung der Verkehrsbehörde dar, die so gut wie keiner annimmt. So brachte eine Geschwindigkeitsanalyse Neumarkt am Wallersee Sportplatzstraße 2021 im April Spitzenwerte von über 81 km/h (!)[2]

Der auf halbe Länge der Straße vorgeschriebene Rechtsvorrang aus der Gartenstraße wird von neun von zehn Verkehrsteilnehmern missachtet, wobei an dieser Stelle die talwärts fahrenden Fahrzeuge ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen.

Bei Fußballspielen werden zeitweise die angrenzenden Privatparkplätze mangels fehlender Parkplätze beim Sportplatz von Zuschauern verparkt.

Geschichte

Nach dem Anschluss 1938 an das Deutsches Reich errichtete der Reichsarbeitsdienst (RAD) am unteren Ende der Straße ein aus neun Baracken bestehendes Lager. Die RAD-Einheiten sollten 1939 und 1940 das Wenger Moor und die angrenzenden sauren Wiesen trockenlegen. Später wurden auch Frauen hier einquartiert, die in verschiedenen Haushalten als Hilfskräfte eingesetzt wurden.

Nach dem Abzug der RAD-Einheiten dienten die Baracken zur Linderung der Wohnungsnot für Flüchtlinge aus Ostösterreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hier auch ein öffentliches Brausebad. Schließlich kaufte die Gemeinde die Baracken und stellte sie den Bewohnern zum Preis von zehn Groschen pro Quadratmeter zur Verfügung.

1952 wurde überlegt, ob nicht auf diesem Areal das Bezirksaltersheim errichtet werden könnte. Aber diese und andere Nutzungsüberlegungen scheiterten daran, dass man für die Bewohner entsprechende Ersatzunterkünfte hätte beschaffen müssen, die es damals nicht gab. Noch in der Gemeinderatssitzung am 3. März 1956 teilte Bürgermeister Josef Loibichler mit, dass die Verhandlungen über eine Ablöse mit den Baracken-Mietern scheiterten, da diese nicht imstande seien, sich kleine Wohnhäuser zu schaffen.

Schon 1955 hatten Verhandlungen mit der Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft begonnen, die das Areal ankaufen und Wohnungen errichten wollten. Nach langwierigen Verhandlungen erfolgte am 15. Mai 1957 der Vertragsabschluss, wonach die Gemeinde das Areal (13 866 m²) zum Preis von Schilling 20,-- pro Quadratmeter verkaufte. Die Bauverhandlung fand dann am 22. Mai 1957 statt, die ersten beiden Häuser konnte 1964 bezogen werden, weitere zwei 1989 und die letzte Baracke wurde erst 1974 beseitigt.

Bildergalerie

Quellen

Einzelnachweise

  1. Siehe Verkehrserhebung Neumarkt am Wallersee Wallbachsiedlung 2013
  2. Eine Geschwindigkeitsanalyse im Oktober wies wiederum Höchstgeschwindigkeiten von über 80 km/h auf (Artikel in Ausarbeitung).