Sportplatzstraße (Neumarkt am Wallersee): Unterschied zwischen den Versionen
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Nach dem [[Anschluss]] [[1938]] an das Deutsches Reich errichtete der Reichsarbeitsdienst (RAD) am unteren Ende der Straße ein aus neun Baracken bestehendes Lager. Die RAD-Einheiten sollten [[1939]] und [[1940]] das [[Wenger Moor]] und die angrenzenden sauren Wiesen trockenlegen. Später wurden auch Frauen hier einquartiert, die in verschiedenen Haushalten als Hilfskräfte eingesetzt wurden. | |||
Nach dem Abzug der RAD-Einheiten dienten die Baracken zur Linderung der Wohnungsnot für Flüchtlinge aus Ostösterreich. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] gab es hier auch ein öffentliches Brausebad. Schließlich kaufte die Gemeinde die Baracken und stellte sie den Bewohnern zum Preis von zehn Groschen pro Quadratmeter zur Verfügung. | |||
[[1952]] wurde überlegt, ob nicht auf diesem Areal das Bezirksaltersheim errichtet werden könnte. Aber diese und andere Nutzungsüberlegungen scheiterten daran, dass man für die Bewohner entsprechende Ersatzunterkünfte hätte beschaffen müssen, die es damals nicht gab. Noch in der Gemeinderatssitzung am [[3. März]] [[1956]] teilte [[Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee|Bürgermeister]] [[Josef Loibichler]] mit, dass die Verhandlungen über eine Ablöse mit den Baracken-Mietern scheiterten, da diese nicht imstande seien, sich kleine Wohnhäuser zu schaffen. | |||
Schon [[1955]] hatten Verhandlungen mit der [[Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft]] begonnen, die das Areal ankaufen und Wohnungen errichten wollten. Nach langwierigen Verhandlungen erfolgte am [[15. Mai]] [[1957]] der Vertragsabschluss, wonach die Gemeinde das Areal (13 866 m²) zum Preis von [[Schilling]] 20,-- pro Quadratmeter verkaufte. Die Bauverhandlung fand dann am [[22. Mai]] 1957 statt, die ersten beiden Häuser konnte [[1964]] bezogen werden, weitere zwei [[1989]] und die letzte Baracke wurde erst [[1974]] beseitigt. | |||
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Version vom 13. November 2021, 16:05 Uhr
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|---|---|
| Sportplatzstraße (Neumarkt am Wallersee) | |
| Länge: | ca. 500 m |
| Startpunkt: | Gartenstraße (Neumarkt am Wallersee) |
| Endpunkt: | Hauptstraße (Neumarkt am Wallersee) |
| Karte: | Googlemaps |
Die Sportplatzstraße ist eine Straße im Stadtzentrum von Neumarkt am Wallersee im Flachgau.
Verlauf
Die Sportplatzstraße zweigt von der Hauptstraße bei der Raiffeisenbank ab und verläuft zunächst in zwei engen Rechts-Linkskurven bei der Polizeistation von Neumarkt vorbei, um dann nach einem kurzen Verlauf einen etwa 120-Meter-langen geraden Verlauf mit einer Abwärtsneigung zu nehmen. Am Ende dieser Geraden trifft die Sportplatzstraße auf die von Norden kommende Wallbachstraße. An dieser Kreuzung nimmt die Sportplatzstraße eine Wendung nach Südwesten zum Sportplatz Neumarkt am Wallersee.
Die Straße verläuft durch ein Wohngebiet der Stadt.
Nutzung
Die Straße wird als Zu- und Abfahrt des Sportplatzes benutzt (Stand 2021). Gelegentlich wird diese Straße zusammen mit der Wallbachstraße als vermeintliche Abkürzung von oder nach Köstendorf benutzt.[1] Auch wird die Sportplatzstraße zusammen mit der Gartenstraße bei der Sperrung der Hauptstraße für Veranstaltungen als Umleitungsstraße (durch Wohngebiet) verwendet.

Satellitennavigationsgeräte führen sogar Lkw und Autobusse (die Fußballmannschaften von Auswärts zum Sportplatz bringen) durch die Sportplatzstraße.
Besonderheiten
Die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h stellt ganz offensichtlich lediglich eine Empfehlung der Verkehrsbehörde dar, die so gut wie keiner annimmt. So brachte eine Geschwindigkeitsanalyse Neumarkt am Wallersee Sportplatzstraße 2021 im April Spitzenwerte von über 81 km/h (!)[2]
Der auf halbe Länge der Straße vorgeschriebene Rechtsvorrang aus der Gartenstraße wird von neun von zehn Verkehrsteilnehmern missachtet, wobei an dieser Stelle die talwärts fahrenden Fahrzeuge ihre Höchstgeschwindigkeit erreichen.
Bei Fußballspielen werden zeitweise die angrenzenden Privatparkplätze mangels fehlender Parkplätze beim Sportplatz von Zuschauern verparkt.
Geschichte
Nach dem Anschluss 1938 an das Deutsches Reich errichtete der Reichsarbeitsdienst (RAD) am unteren Ende der Straße ein aus neun Baracken bestehendes Lager. Die RAD-Einheiten sollten 1939 und 1940 das Wenger Moor und die angrenzenden sauren Wiesen trockenlegen. Später wurden auch Frauen hier einquartiert, die in verschiedenen Haushalten als Hilfskräfte eingesetzt wurden.
Nach dem Abzug der RAD-Einheiten dienten die Baracken zur Linderung der Wohnungsnot für Flüchtlinge aus Ostösterreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es hier auch ein öffentliches Brausebad. Schließlich kaufte die Gemeinde die Baracken und stellte sie den Bewohnern zum Preis von zehn Groschen pro Quadratmeter zur Verfügung.
1952 wurde überlegt, ob nicht auf diesem Areal das Bezirksaltersheim errichtet werden könnte. Aber diese und andere Nutzungsüberlegungen scheiterten daran, dass man für die Bewohner entsprechende Ersatzunterkünfte hätte beschaffen müssen, die es damals nicht gab. Noch in der Gemeinderatssitzung am 3. März 1956 teilte Bürgermeister Josef Loibichler mit, dass die Verhandlungen über eine Ablöse mit den Baracken-Mietern scheiterten, da diese nicht imstande seien, sich kleine Wohnhäuser zu schaffen.
Schon 1955 hatten Verhandlungen mit der Gemeinnützige Salzburger Wohnbaugesellschaft begonnen, die das Areal ankaufen und Wohnungen errichten wollten. Nach langwierigen Verhandlungen erfolgte am 15. Mai 1957 der Vertragsabschluss, wonach die Gemeinde das Areal (13 866 m²) zum Preis von Schilling 20,-- pro Quadratmeter verkaufte. Die Bauverhandlung fand dann am 22. Mai 1957 statt, die ersten beiden Häuser konnte 1964 bezogen werden, weitere zwei 1989 und die letzte Baracke wurde erst 1974 beseitigt.
Bildergalerie
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Reisebusse mit Fußball-Auswärtsmannschaften fahren zwischen Wohnhäusern und Gärten zum Sportplatz.
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Dieser Lkw fuhr zunächst die Sportplatzstraße bis zur Doppelkurve am oberen Ende, die er nicht passieren konnte; dann schob er verkehrt den ganzen Hang wieder hinunter und hatte dort Probleme mit dem Umdrehen (im Bild).
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Mopeds im Rennfieber: mit "ausgeräumten" Auspufftöpfen einen Höllenlärm machend geht es talwärts jenseits der 45-km/h-Grenze.
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Obwohl die Durchfahrt zur Hauptstraße wegen einer Baustelle gesperrt war, fuhren offenbar Ortskundige trotzdem durch die Nebenstraßen, um sich das Umdrehen zu sparen.
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Engstelle bei der Einmündung der Sportplatz- in die Hauptstraße. Diese Durchfahrt war Ende August/Anfang September 2013 durch eine Baustelle gesperrt.
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Im Bereich der Wohnblocks unmittelbar vor dem Sportplatz müssen derartige Schilder die Autofahrer ermahnen: An die Geschwindigkeitsbeschränkung und an Kinder, die gleich hinter diesem Schild von einem großen Kinderspielplatz über die Straße laufen könnten.
Quellen
- Helmut Deinhammer: Haus- und Hofchronik Neumarkt am Wallersee, Seite 149f
- Salzburger Geographisches Informationssystem (SAGIS), im Internet unter www.salzburg.gv.at/sagismobile... abrufbar.
Einzelnachweise
- ↑ Siehe Verkehrserhebung Neumarkt am Wallersee Wallbachsiedlung 2013
- ↑ Eine Geschwindigkeitsanalyse im Oktober wies wiederum Höchstgeschwindigkeiten von über 80 km/h auf (Artikel in Ausarbeitung).