Schloss Wiespach: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Schloss kam als Lehen an Veit [[Aschacher]] und [[1476]] an den [[Pongau]]er [[Gewerke]]n Georg Kölderer aus der Familie [[Kölderer]] von Höch.  
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Wiespach war ein Lehen an Veit [[Aschacher]] und kam [[1476]] an den [[Pongau]]er [[Gewerke]]n Georg Kölderer aus der Familie [[Kölderer]] von Höch. Kölderer baute den bisherigen Wohnturm um, oder ganz neu, sodass ein schmucker Ansitz entstand.
  
[[1541]] belehnte Salzburger [[Erzbischof]]-Administrator [[Ernst Herzog von Bayern]] den erzbischöflichen Leibarzt Dr. [[Paul Rettinger von Wiespach und Radeck|Paul Rettinger]] mit dem Schloss Wiespach belehnt; dieses fiel [[1562]] an seine Kinder Dr. [[Martin Herkules Rettinger von Wiespach|Martin Herkules Rettinger]], Fürst-Bischof von [[Lavant]], und Benigna, verh. Frankmann von Ochsenfeld, und nach des Bischofs Tode im Jahr [[1570]] ganz an Benigna.<ref>Michael L. Rettinger, Artikel [http://www.rettinger.tv/53549/index.html ''Paul Rettinger von Wiespach und Radeck"'',] gestützt auf Buberl, Paul/[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Die Denkmale des politischen Bezirks Hallein''. Der Jahreszahl 1541 wird hier gegenüber der im Artikel ''"Schloss Wiespach/Schloss Wispach"'' genannten Jahreszahl 1555 der Vorzug gegeben.</ref>
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[[1541]] belehnte Salzburger [[Erzbischof]]-Administrator [[Ernst Herzog von Bayern]] den erzbischöflichen Leibarzt Dr. [[Paul Rettinger von Wiespach und Radeck|Paul Rettinger]] mit dem Schloss Wiespach belehnt; dieses fiel [[1562]] an seine Kinder Dr. [[Martin Herkules Rettinger von Wiespach|Martin Herkules Rettinger]], Fürst-Bischof von [[Lavant]], und Benigna, verh. Frankmann von Ochsenfeld, und nach des Bischofs Tode im Jahr [[1570]] ganz an Benigna.<ref>Michael L. Rettinger, Artikel [http://www.rettinger.tv/53549/index.html ''Paul Rettinger von Wiespach und Radeck"'',] gestützt auf Buberl, Paul/[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Die Denkmale des politischen Bezirks Hallein''. Der Jahreszahl 1541 wird hier gegenüber der im Artikel ''"Schloss Wiespach/Schloss Wispach"'' genannten Jahreszahl 1555 der Vorzug gegeben.</ref>
  
 
[[1570]] kam der Sitz an Benignas Ehemann [[Stephan Frankmann von Ochsenfeld]], den Salzburger Stadtrichter. Dessen Stiefsohn [[Marx von Gils]], erzbischöflicher [[Oberstküchenmeister|Kuchelmeister]] und [[Pfleger]] von [[Glanegg]], erbte [[1601]] den Besitz.
 
[[1570]] kam der Sitz an Benignas Ehemann [[Stephan Frankmann von Ochsenfeld]], den Salzburger Stadtrichter. Dessen Stiefsohn [[Marx von Gils]], erzbischöflicher [[Oberstküchenmeister|Kuchelmeister]] und [[Pfleger]] von [[Glanegg]], erbte [[1601]] den Besitz.
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Anfangs des [[17. Jahrhundert]]s erhielt das Schloss durch eine neu gestaltete Fassade ein [[Barock|frühbarockes]] Aussehen.
  
 
[[1647]] kaufte Johann Christof [[Paurnfeind#Pauernfeind von Eyß|Pauernfeind von Eyß]] (* 1625; † 1694) den Sitz Wiespach, den er [[1660]] an die Brüder [[Staudacher von Wispach|Baltasar]] – seinen Schwiegersohn&nbsp;-, Elias und Franz [[Staudacher von Wispach|Staudacher]] weitergab. Im Geschlecht der [[Staudacher von Wispach]] verblieb das Schloss, bis Paris Ignaz (Enkel des Franz) Staudacher von Wispach es [[1760]] an Leopold Freiherrn von [[Pranckh|Prank]] verkaufte.<ref>[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 9. Paurnfeind von Eyß'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) Band 69 (1929) [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19290003&zoom=2&seite=00000072 S.&nbsp;72-76] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19290003&zoom=2&seite=00000073 (73)] und  ''41. Staudacher von Wispach'', MGSLK Band 77 (1937) [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19370003&zoom=2&seite=00000140 S.&nbsp;140&nbsp;ff]  [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19370003&zoom=2&seite=00000141 (141)] = [[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S.&nbsp;54&nbsp;ff und 176&nbsp;ff.</ref>
 
[[1647]] kaufte Johann Christof [[Paurnfeind#Pauernfeind von Eyß|Pauernfeind von Eyß]] (* 1625; † 1694) den Sitz Wiespach, den er [[1660]] an die Brüder [[Staudacher von Wispach|Baltasar]] – seinen Schwiegersohn&nbsp;-, Elias und Franz [[Staudacher von Wispach|Staudacher]] weitergab. Im Geschlecht der [[Staudacher von Wispach]] verblieb das Schloss, bis Paris Ignaz (Enkel des Franz) Staudacher von Wispach es [[1760]] an Leopold Freiherrn von [[Pranckh|Prank]] verkaufte.<ref>[[Franz Martin|Martin, Franz]], ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 9. Paurnfeind von Eyß'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) Band 69 (1929) [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19290003&zoom=2&seite=00000072 S.&nbsp;72-76] [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19290003&zoom=2&seite=00000073 (73)] und  ''41. Staudacher von Wispach'', MGSLK Band 77 (1937) [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19370003&zoom=2&seite=00000140 S.&nbsp;140&nbsp;ff]  [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19370003&zoom=2&seite=00000141 (141)] = [[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S.&nbsp;54&nbsp;ff und 176&nbsp;ff.</ref>
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Acht Jahre später wurde der Besitz an Franz Friedrich Freiherrn von [[Negri]] veräußert. [[1816]] wurde das Schloss versteigert.  
 
Acht Jahre später wurde der Besitz an Franz Friedrich Freiherrn von [[Negri]] veräußert. [[1816]] wurde das Schloss versteigert.  
  
[[1878]] erwarb Daniel Graf Esterhazy das Schloss und 1926 wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy, an die Familie [[Steinbacher]] verkauft. 1958 übernahm die Stadtgemeinde Hallein das Schloss.
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[[1878]] erwarb Daniel Graf Esterhazy das Schloss und 1926 wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy, an die Familie [[Steinbacher]] verkauft.  
 
 
[[2010]] verkaufte es die Stadtgemeinde um 200.000 Euro an [[Claus Spruzina|Claus]] und Gabriela Spruzina, die nun daraus ein Haus der Kunst machen möchten mit Galerie, Künstlercafé und Ateliers.
 
 
 
=== Bau- und Nutzungsgeschichte ===
 
Der 1476 in den Besitz gelangte Gewerke Georg Kölderer baute den bisherigen turmartigen Bau um, oder ganz neu, sodass ein schmucker Ansitz entstand.
 
 
 
Nach Beginn des [[17. Jahrhundert]]s erhielt das Schloss durch eine neue Fassadengestaltung ein frühbarockes Aussehen.
 
  
Nach dem Erwerb (1958) durch die Stadtgemeinde Hallein wurde eine Jugendherberge im Schloss eingerichtet.  
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1958 erwarb die Stadtgemeinde Hallein das Schloss und richtete darin eine Jugendherberge ein. Der [[Verein Jugend- und Familiengästehäuser]] betrieb die Jugendherberge bis Ende 2006, wo der Vertrag endete.  
  
Der [[Verein Jugend- und Familiengästehäuser]] betrieb die Jugendherberge bis Ende 2006, als der Vertrag auslief und nicht mehr verlängert wurde. Seither verfällt das Gebäude.  
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[[2010]] verkaufte die Stadtgemeinde Hallein das Schloss um 200.000 Euro an [[Claus Spruzina|Claus]] und Gabriela Spruzina, die nun daraus ein Haus der Kunst machten. Im Schloss Wiespach befinden sich heute eine Galerie, ein Künstlercafé und mehrere Ateliers.
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==

Version vom 13. Januar 2020, 13:42 Uhr

Datei:Schloss Wiespach Hallein 01.jpg
Schloss Wiespach, Hallein

Schloss Wiespach ist ein Schloss in der Stadtgemeinde Hallein. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Hallein.

Beschreibung

Das Schloss liegt an der Wiespachstraße inmitten eines Parks. Es ist ein rechteckiger Bau mit zwei schmalen Türmchen im Osten und Westen. Vor der im Jahr 1938 von den NS-Behörden durchgeführten Eingemeindung zur Stadt Hallein lag das Schloss im Gemeindegebiet von Oberalm.

Kapelle

Im Erdgeschoss des Hauptbaues befindet sich eine Kapelle, die urkundlich 1607 erwähnt ist und seit 1735 die Messlizenz besitzt.

Geschichte

Der Ursprung dieses Schlosses reicht in das 13. Jahrhundert zurück. Es mag schon früher bestanden haben, da das Geschlecht der Ritter von Wiespach bis in die 1370er Jahre nachzuweisen ist. Erstmals findet sich 1434 eine urkundliche Erwähnung.

Besitzgeschichte

Wiespach war ein Lehen an Veit Aschacher und kam 1476 an den Pongauer Gewerken Georg Kölderer aus der Familie Kölderer von Höch. Kölderer baute den bisherigen Wohnturm um, oder ganz neu, sodass ein schmucker Ansitz entstand.

1541 belehnte Salzburger Erzbischof-Administrator Ernst Herzog von Bayern den erzbischöflichen Leibarzt Dr. Paul Rettinger mit dem Schloss Wiespach belehnt; dieses fiel 1562 an seine Kinder Dr. Martin Herkules Rettinger, Fürst-Bischof von Lavant, und Benigna, verh. Frankmann von Ochsenfeld, und nach des Bischofs Tode im Jahr 1570 ganz an Benigna.[1]

1570 kam der Sitz an Benignas Ehemann Stephan Frankmann von Ochsenfeld, den Salzburger Stadtrichter. Dessen Stiefsohn Marx von Gils, erzbischöflicher Kuchelmeister und Pfleger von Glanegg, erbte 1601 den Besitz.

Anfangs des 17. Jahrhunderts erhielt das Schloss durch eine neu gestaltete Fassade ein frühbarockes Aussehen.

1647 kaufte Johann Christof Pauernfeind von Eyß (* 1625; † 1694) den Sitz Wiespach, den er 1660 an die Brüder Baltasar – seinen Schwiegersohn -, Elias und Franz Staudacher weitergab. Im Geschlecht der Staudacher von Wispach verblieb das Schloss, bis Paris Ignaz (Enkel des Franz) Staudacher von Wispach es 1760 an Leopold Freiherrn von Prank verkaufte.[2]

Acht Jahre später wurde der Besitz an Franz Friedrich Freiherrn von Negri veräußert. 1816 wurde das Schloss versteigert.

1878 erwarb Daniel Graf Esterhazy das Schloss und 1926 wurde es von den Kuratoren des entmündigten Sohnes, Franz Graf Esterhazy, an die Familie Steinbacher verkauft.

1958 erwarb die Stadtgemeinde Hallein das Schloss und richtete darin eine Jugendherberge ein. Der Verein Jugend- und Familiengästehäuser betrieb die Jugendherberge bis Ende 2006, wo der Vertrag endete.

2010 verkaufte die Stadtgemeinde Hallein das Schloss um 200.000 Euro an Claus und Gabriela Spruzina, die nun daraus ein Haus der Kunst machten. Im Schloss Wiespach befinden sich heute eine Galerie, ein Künstlercafé und mehrere Ateliers.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Michael L. Rettinger, Artikel Paul Rettinger von Wiespach und Radeck", gestützt auf Buberl, Paul/Martin, Franz, Die Denkmale des politischen Bezirks Hallein. Der Jahreszahl 1541 wird hier gegenüber der im Artikel "Schloss Wiespach/Schloss Wispach" genannten Jahreszahl 1555 der Vorzug gegeben.
  2. Martin, Franz, Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 9. Paurnfeind von Eyß, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK) Band 69 (1929) S. 72-76 (73) und 41. Staudacher von Wispach, MGSLK Band 77 (1937) S. 140 ff (141) = Franz Martin: Hundert Salzburger Familien (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1946) S. 54 ff und 176 ff.