Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering: Unterschied zwischen den Versionen
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Allerdings: Ob der Deal, der dann ausschließlich förderbaren Wohnbau vorsieht, zustande kommt, ist noch nicht fix. Denn der Sprecher der DHK-Gruppe, Baumeister Bernd Hillebrand, gibt sich sehr zurückhaltend: "''Wir werden nächste Woche mit unserem Anwalt über den Vorschlag beraten.''" Er gehe davon aus, "''dass uns die Stadt einen umsetzbaren Vorschlag gemacht hat. Denn wenn wir nicht bauen, hat niemand was davon.''" Die vergangenen Vorschläge seien nicht wirtschaftlich gewesen: "''Denn wir sind drei Baufirmen und können sicher günstiger bauen als ein Projektentwickler. Und auch Genossenschaften wie die GSWB bräuchten ausführende Firmen wie uns.''" Nachsatz: "''Und wenn wir den Grund verkaufen, werden wir ihn nicht billiger verkaufen, als wir ihn gekauft haben.''" Sollte es zu einer Einigung kommen, scheint aber ein Baustart 2020 möglich, sagen Insider. | Allerdings: Ob der Deal, der dann ausschließlich förderbaren Wohnbau vorsieht, zustande kommt, ist noch nicht fix. Denn der Sprecher der DHK-Gruppe, Baumeister Bernd Hillebrand, gibt sich sehr zurückhaltend: "''Wir werden nächste Woche mit unserem Anwalt über den Vorschlag beraten.''" Er gehe davon aus, "''dass uns die Stadt einen umsetzbaren Vorschlag gemacht hat. Denn wenn wir nicht bauen, hat niemand was davon.''" Die vergangenen Vorschläge seien nicht wirtschaftlich gewesen: "''Denn wir sind drei Baufirmen und können sicher günstiger bauen als ein Projektentwickler. Und auch Genossenschaften wie die GSWB bräuchten ausführende Firmen wie uns.''" Nachsatz: "''Und wenn wir den Grund verkaufen, werden wir ihn nicht billiger verkaufen, als wir ihn gekauft haben.''" Sollte es zu einer Einigung kommen, scheint aber ein Baustart 2020 möglich, sagen Insider. | ||
Büros am DHK-Areal: Für diesen Bauteil ist noch sehr wenig klar. Fest steht nur, dass auf | Büros am DHK-Areal: Für diesen Bauteil ist noch sehr wenig klar. Fest steht nur, dass auf 8 000 m² Bruttogeschoßfläche rund 300 Jobs entstehen sollen. Hillebrand: "''Wir machen ein tolles Gewerbeprojekt.''" Nutzer oder Mieter verrät er aber noch keine. | ||
Remise und Büroturm der Salzburg AG: Zusätzlich zur Remise, bei der man 2014 von 45 Mill. Euro Baukosten ausging, kam ein zweites Projekt hinzu: ein Büroturm namens "''Business Center Salzburg Mitte''". Bei der Remise sprach Salzburg-AG-Vorstandschef [[Leonhard Schitter]] noch bis vor Kurzem von 60 Mill. Euro; mittlerweile seien es "''80 Millionen Euro reine Errichtungskosten''". Hintergrund sollen neben insgesamt steigenden Baukosten auch höhere Aufschließungskosten beim Areal sein - sowie Zusatzkosten für die Oberleitungen für die über 100 Obusse, sagen Insider. Schitter sagt nun erstmals: "''Wir haben eine hohe Verantwortung, weil die Baukosten angezogen haben. Und der Verkehrsbereich hat sich verändert, etwa durch das Aufkommen von Batterie- und Wasserstoffbussen. Daher prüfen wir auch, was eine Sanierung der alten Remise in der Alpenstraße kosten würde - als Alternativvariante.''" Am Ende solle die beste Variante dem Aufsichtsrat vorgelegt werden - bis Jahresende. | Remise und Büroturm der Salzburg AG: Zusätzlich zur Remise, bei der man 2014 von 45 Mill. Euro Baukosten ausging, kam ein zweites Projekt hinzu: ein Büroturm namens "''Business Center Salzburg Mitte''". Bei der Remise sprach Salzburg-AG-Vorstandschef [[Leonhard Schitter]] noch bis vor Kurzem von 60 Mill. Euro; mittlerweile seien es "''80 Millionen Euro reine Errichtungskosten''". Hintergrund sollen neben insgesamt steigenden Baukosten auch höhere Aufschließungskosten beim Areal sein - sowie Zusatzkosten für die Oberleitungen für die über 100 Obusse, sagen Insider. Schitter sagt nun erstmals: "''Wir haben eine hohe Verantwortung, weil die Baukosten angezogen haben. Und der Verkehrsbereich hat sich verändert, etwa durch das Aufkommen von Batterie- und Wasserstoffbussen. Daher prüfen wir auch, was eine Sanierung der alten Remise in der Alpenstraße kosten würde - als Alternativvariante.''" Am Ende solle die beste Variante dem Aufsichtsrat vorgelegt werden - bis Jahresende. | ||
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Verkehrsexperte Günther Penetzdorfer beurteilt die beiden Remise-Varianten neutral: "''Es ist kein Nachteil, wenn die Remise in der Alpenstraße bleibt. Denn dort sind alle Einrichtungen; auch die Zufahrt ist in Ordnung.''" Wäre es möglich, die Remise bei laufendem Betrieb zu sanieren? "Ja", meint Penetzdorfer und verweist auf den Hauptbahnhof: "''Der wurde auch im Vollbetrieb umgebaut; mit über 350 Zügen und 60 000 Fahrgästen pro Tag.''" Als einzigen Vorteil von Salzburg-Mitte sieht er, "''dort mehr Platz zu haben. Aber man könnte in der Alpenstraße beim Verwaltungsgebäude höher bauen, um das zu kompensieren.''" | Verkehrsexperte Günther Penetzdorfer beurteilt die beiden Remise-Varianten neutral: "''Es ist kein Nachteil, wenn die Remise in der Alpenstraße bleibt. Denn dort sind alle Einrichtungen; auch die Zufahrt ist in Ordnung.''" Wäre es möglich, die Remise bei laufendem Betrieb zu sanieren? "Ja", meint Penetzdorfer und verweist auf den Hauptbahnhof: "''Der wurde auch im Vollbetrieb umgebaut; mit über 350 Zügen und 60 000 Fahrgästen pro Tag.''" Als einzigen Vorteil von Salzburg-Mitte sieht er, "''dort mehr Platz zu haben. Aber man könnte in der Alpenstraße beim Verwaltungsgebäude höher bauen, um das zu kompensieren.''" | ||
====Bauträger gegen Preuner==== | |||
Nach einer Sitzung der DHK-Gruppe hatte deren Anwalt Reinfried Eberl die [[Stadtgemeinde Salzburg]] aber über die Ablehnung des Vorschlags informiert - wegen des Preisdeckels. Eberl: "''Da müsste die DHK sich heute verpflichten, bis in drei Jahren Wohnungen zu Preisen zu bauen und zu verkaufen, die ein Dritter, das Land, in Zukunft über die Wohnbauförderung festlegt.''" Auf so ein Wagnis ("''das wäre ein Glücksspiel''") könne man sich nicht einlassen. Weiters kritisiert Eberl die Konventionalstrafen von mehr als 1 000 Euro/m² als "horrend". Zusätzlich seien die Vergabekriterien der Stadt für die Eigentumswohnungen (z. B. fünf Jahre Hauptwohnsitz als Voraussetzung; ausschließliche Hauptwohnsitznutzung) "''unsachlich und willkürlich''", weil sie "''den Käuferkreis beschränken''". Einzig der Bau der Mietwohnungen sei akzeptabel. | |||
[[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Harald Preuner]] ([[ÖVP]]) reagiert verärgert: "''Wir sind ja nicht am Basar. Ich lasse mich nicht erpressen und für blöd verkaufen. Wenn wir dort eine Umwidmung machen, muss für die Allgemeinheit was rausschauen. Die Stadt ist ja nicht für die Gewinnmaximierung der Bauträger da.''" Preuner will von der DHK wissen, wo deren preisliches Limit ist. Dass Baumeister [[Bernd Hillebrand]] für den Fall einer Nicht-Einigung den Bau eines reinen Gewerbeprojekts dort ankündigt, lässt Preuner kalt: "''Die Anrainer wären froh, wenn dort nur Gewerbe käme - statt Wohnbauten mit fünf Geschoßen.''" | |||
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== Quellen == | == Quellen == | ||
* [[Salzburger Nachrichten]] u. a. [https://www.sn.at/salzburg/politik/grossprojekt-an-salzburger-autobahn-steht-in-frage-72657124 www.sn.at/salzburg/politik/grossprojekt...] 29. Juni 2019 | * [[Salzburger Nachrichten]] u. a. [https://www.sn.at/salzburg/politik/grossprojekt-an-salzburger-autobahn-steht-in-frage-72657124 www.sn.at/salzburg/politik/grossprojekt...] 29. Juni 2019 und | ||
* [https://www.sn.at/salzburg/politik/bautraeger-gegen-preuner-streit-um-wohnbau-am-ex-asfinag-areal-eskaliert-72913069 www.sn.at/salzburg/politik/bautraeger-gegen-preuner], 4. Juli 2019 | |||
* [http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140407_OTS0176/asfinag-baustart-fuer-die-modernste-autobahnmeisterei-oesterreichs-in-salzburg Presseaussendung ASFINAG] | * [http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140407_OTS0176/asfinag-baustart-fuer-die-modernste-autobahnmeisterei-oesterreichs-in-salzburg Presseaussendung ASFINAG] | ||
Version vom 4. Juli 2019, 12:30 Uhr

Die Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering war ein Betriebshof der ASFINAG im Bereich der Autobahnanschlussstelle Salzburg-Mitte an die Westautobahn im Salzburger Stadtteil Liefering.
Geschichte

Die Autobahnmeisterei Salzburg-Liefering befand sich seit den 1950er Jahren an der Südostseite des "Kleeblatts" der Autobahnausfahrt Salzburg-Mitte, eingebettet zwischen Münchner Bundesstraße, Schmiedingerstraße, Westautobahn und Hubertusweg. Das 51 200 m² große Areal beheimatete neben der Autobahnmeisterei ursprünglich auch gleichzeitig die Meisterei des Landes Salzburg. Zu enge Garagen und antiquierte Salzlager ließen ab 1999 Anrainer und ASFINAG über einen Neubau in Liefering verhandeln. Das Projekt wurde mehrfach abgespeckt, nahm aber dann mit der durch den Verwaltungsgerichtshof erzwungene Stilllegung eines Salzsilos 2008 wieder Fahrt auf.
Neubau
Am 7. April 2014 erfolgte der Spatenstich für den Neubau – der sich jetzt im nordöstlichen Teil des "Kleeblatts" befindet. Die nächsten Anrainer sind 300 Meter von den drei neuen Silos entfernt. Geplant wurde das Haus vom Vorarlberger Büro Marte.Marte, das den erstmals bei einem Asfinag-Bau abgehaltenen Wettbewerb gewonnen hat. Ende Juni 2015 wurden die Bauarbeiten beendet, die 50 Mitarbeiter übersiedelten bis Mitte August in das nun 5 900 m² Bruttogeschoßfläche umfassende zweigeschoßige Gebäude. Es besteht aus vier Gebäudeteilen, die um einen Innenhof angeordnet sind. Der Bau umfasst Garagen für zehn Lkw und fünf Klein-Lkw, Büros, ein Salzlager, Werkstätten und Mannschaftsräume.
Betreut werden von hier aus 36 Kilometer Autobahn (das sind 72 Kilometer Richtungsfahrbahn) mit einem täglichen Verkehrsaufkommen bis zu 100 000 Fahrzeugen.
Das alte Areal wurde Ende 2014 an die Salzburg AG verkauft und soll im Frühjahr 2016 abgerissen werden. Die Salzburg AG will an dieser Stelle eine neue Obusremise errichten.
Die für 18. September 2015 geplante offizielle Eröffnungsfeier des Neubaus wurde wegen der Flüchtlingsbewegung 2015 abgesagt.
Temporäre Notschlafstelle
- Hauptartikel Camp Asfinag
Während der Flüchtlingsbewegung 2015 wurden in den Gebäuden der alten Autobahnmeisterei Notschlafstellen für 600 Flüchtlinge eingerichtet. Diese Notschlafstelle liegt zwischen 2,5 und 3,0 Kilometer (je nach gewähltem Fußweg) vom Grenzübergang Saalbrücke entfernt. Das als Camp Asfinag bezeichnete Quartier wurde am 25. März 2016 wieder geschlossen. Seit Anfang September 2015 passierten mehr als 350 000 Flüchtlinge Salzburg in Richtung Deutschland, an Spitzentagen waren es bis zu 10 000. Für viele von ihnen war die alte Autobahnmeisterei der Asfinag in Liefering Zwischenstation. Dort wurden sie verpflegt, versorgt, konnten duschen und hatten ein Bett zur Verfügung.
Unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer von Rotem Kreuz, Caritas, Train of Hope, Bauern helfen Bauern, Muslim Hands, Dolmetscher und viele andere mehr sowie zahlreiche Einsatzkräfte der Einsatzorganisationen Bundesheer, Feuerwehr und Polizei sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Stadt und Land Salzburg sorgten im vergangenen halben Jahr für einen humanitären Umgang und die Betreuung der Menschen auf der Flucht. In der gemeinsamen Einsatzleitung von Land und Stadt waren etwa 30 Landesbedienstete tätig. Diese 30 Personen gehören dem erweiterten Landeseinsatzstab ein. Sollte sich die Situation wieder verändern, kann der Betrieb binnen 48 Stunden hochgefahren werden.
Juni 2019: Großprojekt an Salzburger Autobahn steht in Frage
2014 hatte die Salzburg AG um 14 Mill. Euro das Gelände der alten Autobahnmeisterei ("Asfinag-Areal") bei der Autobahnanschlussstelle Salzburg-Mitte gekauft. Als Partner für das Areal wurden die drei Baufirmen Dywidag, Hillebrand und Kreuzberger (DHK) an Bord geholt. Der Plan war auf ihm rund 30 000 m² baut die Salzburg AG ihre Obusremise neu - die vom derzeitigen Areal in der Alpenstraße dorthin verlagert wird. Auf den restlichen zirka 20 000 m³ baut die DHK Wohnungen und Gewerbeflächen. Obwohl das Gelände 2016 übergeben wurde und im April 2017 der Abriss der Asfinag-Garagen begann, liegt die Fläche weiter brach. Nun gibt es aber neue Entwicklungen.
Wohnungen am DHK-Areal: Noch 2016 konnte sich der damalige Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) hier bis zu 270 Wohnungen vorstellen. Ab 2017 wurde über 150 Wohnungen verhandelt. Zunächst war der von der Politik vorgegebene Schlüssel die Basis: 50 Prozent geförderte Mietwohnungen, 25 Prozent geförderte Mietkaufwohnungen, 25 Prozent Eigentumswohnungen. Später wollte die DHK die Mietkaufwohnungen streichen und als Ausgleich 60 Prozent Miet- und 40 Prozent Eigentumswohnungen bauen. Die Stadtpolitik forderte aber einen Preisdeckel für einen Teil des Eigentums. Daran scheiterte der Raumordnungsvertrag.
Jetzt gibt es einen neuen Vorschlag der Stadt, wie Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler (ÖVP) bestätigt: "In den Parteienverhandlungen haben wir gesagt, wir wollen mehr ,förderbaren Wohnbau' - mittels der gleichnamigen neuen Widmungskategorie." Der neue Schlüssel laut Unterkofler: "Es soll 60 Prozent geförderte Mietwohnungen geben und 15 Prozent preisgedeckelte Eigentumswohnungen mit einer Kaufpreis-Obergrenze." Sie soll, ohne Tiefgarage, aber inklusive Umsatzsteuer, bei 3 800 Euro/m²liegen. Unterkofler: "Und es soll noch 25 Prozent Eigentumswohnungen mit einer Kaufpreis-Obergrenze laut Wohnbauförderungsgesetz geben." Diese liege bei rund 5 800 Euro/m².
Allerdings: Ob der Deal, der dann ausschließlich förderbaren Wohnbau vorsieht, zustande kommt, ist noch nicht fix. Denn der Sprecher der DHK-Gruppe, Baumeister Bernd Hillebrand, gibt sich sehr zurückhaltend: "Wir werden nächste Woche mit unserem Anwalt über den Vorschlag beraten." Er gehe davon aus, "dass uns die Stadt einen umsetzbaren Vorschlag gemacht hat. Denn wenn wir nicht bauen, hat niemand was davon." Die vergangenen Vorschläge seien nicht wirtschaftlich gewesen: "Denn wir sind drei Baufirmen und können sicher günstiger bauen als ein Projektentwickler. Und auch Genossenschaften wie die GSWB bräuchten ausführende Firmen wie uns." Nachsatz: "Und wenn wir den Grund verkaufen, werden wir ihn nicht billiger verkaufen, als wir ihn gekauft haben." Sollte es zu einer Einigung kommen, scheint aber ein Baustart 2020 möglich, sagen Insider.
Büros am DHK-Areal: Für diesen Bauteil ist noch sehr wenig klar. Fest steht nur, dass auf 8 000 m² Bruttogeschoßfläche rund 300 Jobs entstehen sollen. Hillebrand: "Wir machen ein tolles Gewerbeprojekt." Nutzer oder Mieter verrät er aber noch keine.
Remise und Büroturm der Salzburg AG: Zusätzlich zur Remise, bei der man 2014 von 45 Mill. Euro Baukosten ausging, kam ein zweites Projekt hinzu: ein Büroturm namens "Business Center Salzburg Mitte". Bei der Remise sprach Salzburg-AG-Vorstandschef Leonhard Schitter noch bis vor Kurzem von 60 Mill. Euro; mittlerweile seien es "80 Millionen Euro reine Errichtungskosten". Hintergrund sollen neben insgesamt steigenden Baukosten auch höhere Aufschließungskosten beim Areal sein - sowie Zusatzkosten für die Oberleitungen für die über 100 Obusse, sagen Insider. Schitter sagt nun erstmals: "Wir haben eine hohe Verantwortung, weil die Baukosten angezogen haben. Und der Verkehrsbereich hat sich verändert, etwa durch das Aufkommen von Batterie- und Wasserstoffbussen. Daher prüfen wir auch, was eine Sanierung der alten Remise in der Alpenstraße kosten würde - als Alternativvariante." Am Ende solle die beste Variante dem Aufsichtsrat vorgelegt werden - bis Jahresende.
Aber wenn die Remise in der Alpenstraße bleibt, würde dann der Büroturm allein sinnvoll sein? Schitter: "Darauf kann ich noch keine Antwort geben." Dass im Fall des Verbleibs der Remise in der Alpenstraße der Salzburg-AG-Teil des Areals an der Autobahn (weiter)verkauft werden könnte, schließt er nicht aus: "Darüber wollen wir jetzt noch nicht spekulieren."
Verkehrsexperte Günther Penetzdorfer beurteilt die beiden Remise-Varianten neutral: "Es ist kein Nachteil, wenn die Remise in der Alpenstraße bleibt. Denn dort sind alle Einrichtungen; auch die Zufahrt ist in Ordnung." Wäre es möglich, die Remise bei laufendem Betrieb zu sanieren? "Ja", meint Penetzdorfer und verweist auf den Hauptbahnhof: "Der wurde auch im Vollbetrieb umgebaut; mit über 350 Zügen und 60 000 Fahrgästen pro Tag." Als einzigen Vorteil von Salzburg-Mitte sieht er, "dort mehr Platz zu haben. Aber man könnte in der Alpenstraße beim Verwaltungsgebäude höher bauen, um das zu kompensieren."
Bauträger gegen Preuner
Nach einer Sitzung der DHK-Gruppe hatte deren Anwalt Reinfried Eberl die Stadtgemeinde Salzburg aber über die Ablehnung des Vorschlags informiert - wegen des Preisdeckels. Eberl: "Da müsste die DHK sich heute verpflichten, bis in drei Jahren Wohnungen zu Preisen zu bauen und zu verkaufen, die ein Dritter, das Land, in Zukunft über die Wohnbauförderung festlegt." Auf so ein Wagnis ("das wäre ein Glücksspiel") könne man sich nicht einlassen. Weiters kritisiert Eberl die Konventionalstrafen von mehr als 1 000 Euro/m² als "horrend". Zusätzlich seien die Vergabekriterien der Stadt für die Eigentumswohnungen (z. B. fünf Jahre Hauptwohnsitz als Voraussetzung; ausschließliche Hauptwohnsitznutzung) "unsachlich und willkürlich", weil sie "den Käuferkreis beschränken". Einzig der Bau der Mietwohnungen sei akzeptabel.
Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) reagiert verärgert: "Wir sind ja nicht am Basar. Ich lasse mich nicht erpressen und für blöd verkaufen. Wenn wir dort eine Umwidmung machen, muss für die Allgemeinheit was rausschauen. Die Stadt ist ja nicht für die Gewinnmaximierung der Bauträger da." Preuner will von der DHK wissen, wo deren preisliches Limit ist. Dass Baumeister Bernd Hillebrand für den Fall einer Nicht-Einigung den Bau eines reinen Gewerbeprojekts dort ankündigt, lässt Preuner kalt: "Die Anrainer wären froh, wenn dort nur Gewerbe käme - statt Wohnbauten mit fünf Geschoßen."
Lage
Quellen
- Salzburger Nachrichten u. a. www.sn.at/salzburg/politik/grossprojekt... 29. Juni 2019 und
- www.sn.at/salzburg/politik/bautraeger-gegen-preuner, 4. Juli 2019
- Presseaussendung ASFINAG